Transfer

Der HSV in Bewegung: Aufbruchstimmung vor der Bundesliga-Rückkehr

Die Sommerpause bedeutet für viele Fans vor allem eines: Warten auf die neue Bundesligasaison. Ganz besonders trifft das auf den HSV zu, der nach sieben Jahren endlich wieder…

Der HSV in Bewegung: Aufbruchstimmung vor der Bundesliga-Rückkehr

Die Sommerpause bedeutet für viele Fans vor allem eines: Warten auf die neue Bundesligasaison. Ganz besonders trifft das auf den HSV zu, der nach sieben Jahren endlich wieder in der höchsten deutschen Spielklasse aufläuft. Die DFL hat nun bekanntgegeben, dass die Spielpläne für die Saison 2025/26 am 27. Juni veröffentlicht werden. Klar ist schon jetzt: Die Erste Liga startet vom 22. bis 24. August, während die Zweite Liga bereits am 1. August beginnt. Für den HSV endet die Saison regulär am 16. Mai. Mögliche Relegationsspiele - dann hoffentlich wieder ohne HSV-Beteiligung - würden am 21. und 25. Mai 2026 stattfinden.

Neues Stadion für den HSV: Die große Vision neben dem Volkspark

Während sportlich der Fokus auf dem Klassenerhalt liegt, passiert auch abseits des Rasens Historisches. Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote (SPD) stellte am Wochenende ein spektakuläres Vorhaben vor: Neben dem Volksparkstadion soll auf dem Parkplatz Rot ein neues Leichtathletikstadion entstehen, das später zur neuen Heimat des HSV umgebaut werden soll. Der ursprüngliche Plan war, im Rahmen der Olympiabewerbung 2036, 2040 oder 2044 einen temporären Schwimmwettbewerbs-Pool im Volksparkstadion zu errichten. Doch bei Gesprächen zwischen Club und Stadt wurde schnell klar: Der HSV braucht langfristig ein neues Stadion.

„Es ist zu befürchten, dass die Instandhaltungskosten in den 2040er-Jahren die Kosten eines Neubaus deutlich übersteigen würden“, erklärte HSV-Vorstand Eric Huwer. Die neue Arena soll zunächst Platz für 60.000 Zuschauer bieten, nach Olympia könnte die Kapazität durch den Umbau in ein reines Fußballstadion auf 70.000 erhöht werden. Bereits jetzt stößt der Volkspark mit 57.000 Plätzen an seine Grenzen - beim letzten Heimspiel der Zweitliga-Saison gegen Ulm (6:1) hätten über 100.000 Fans Karten kaufen wollen.

Die Finanzierung ist noch offen, fest steht jedoch: Die Stadt wird das Stadion nicht verschenken. Der HSV möchte langfristig wieder Eigentümer sein und nicht - wie etwa Hertha BSC in Berlin - Mieter eines städtischen Stadions werden. Auch eine Rücknutzung oder ein Rückbau des aktuellen Volksparkstadions ist Teil der Diskussionen, die der HSV zeitnah mit seinen Mitgliedern führen will. Ein mögliches Forum: die Mitgliederversammlung am 21. Juni.

Stürmersuche auf Mallorca: Selkes Zukunft offen - HSV denkt um

Während sich die Führungsetage des HSV in einem mehrtägigen Workshop auf Mallorca traf, wurde auch intensiv an der Kaderplanung gearbeitet. Besonders im Fokus: die Stürmerfrage. Davie Selke, Toptorjäger und emotionaler Leader beim Aufstieg, steht vor dem Absprung. Sein Vertrag läuft zum Monatsende aus, eine Verlängerung ist trotz monatelanger Gespräche noch nicht zustande gekommen. Beide Seiten einigten sich im Frühjahr lediglich darauf, die Verlängerungsklausel zu streichen - Selke kann somit ablösefrei wechseln.

Seine starke Saison mit 22 Toren blieb international nicht unbemerkt. Premier-League-Clubs wie West Ham, Fulham und Leeds United sollen laut „Express Sport“ Interesse zeigen, mit Leeds soll es bereits Gespräche gegeben haben. Lange galt auch Selkes Ex-Club RB Leipzig als möglicher Kandidat, doch nach Informationen des Hamburger Abendblattsdementierte die Leipziger Clubführung diese Gerüchte energisch und glaubhaft. Vielmehr wirken solche Meldungen wie der Versuch, den Spieler auf dem Transfermarkt zu positionieren.

Ein Ersatz für Selke wird bereits gesucht. Anders als die klassischen Zielspieler Selke und Glatzel soll der neue Angreifer beweglicher, schneller und konterstärker sein - angepasst an das Spielprofil der Bundesliga, in der der HSV weniger dominant agieren wird. Auf der Wunschliste stehen unter anderem Rayan Philippe (24, Eintracht Braunschweig) und Ibrahim Diabate (25, GAIS Göteborg). Beide bringen Tempo, Technik und Vielseitigkeit mit – und sind deutlich andere Spielertypen als Selke.

Diabate und Philippe: Zwei spannende Optionen mit Bundesliga-Potenzial

Rayan Philippe beeindruckte in der vergangenen Zweitligasaison nicht nur mit 13 Toren und sechs Vorlagen - drei davon gegen den HSV -, sondern auch mit seiner Schnelligkeit (über 36 km/h Top-Speed) und Zielstrebigkeit. Die Konkurrenz ist allerdings groß: Frankfurt, Köln, Union Berlin, Bremen und auch St. Pauli zeigen Interesse. Eine Ablöse zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro steht im Raum. Trotz begrenzter Mittel ist der HSV nicht chancenlos - Philippe zeigte sich bei den Gastspielen im Volkspark durchaus angetan von der Atmosphäre.

Auch Ibrahim Diabate, aktuell in der schwedischen Allsvenskan aktiv, weckt Interesse. Der 1,85 Meter große Mittelstürmer hat eine bewegte Karriere hinter sich, spielte unter anderem für die zweiten Mannschaften von Mallorca, Sevilla und Atlético Madrid. In der laufenden Saison traf er in zwölf Spielen neunmal. Sein Vertrag in Göteborg läuft bis 2028, die Ablöseforderung liegt bei rund 3 Millionen Euro. Neben dem HSV soll auch der SC Heerenveen Interesse haben.

Diskussion um Selke-Abgang: Ein logischer Schritt für den HSV

Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich die Frage: Kriegt Selke deshalb keinen neuen Vertrag beim HSV? Die Antwort liegt weniger in fehlender Wertschätzung als in strategischer Weitsicht. Selkes Verdienste um den Aufstieg sind unbestritten - 22 Tore, Präsenz, Führung. Doch der HSV steht nun vor völlig neuen Herausforderungen. In der Bundesliga wird das Team weniger Ballbesitz haben, häufiger kontern müssen, defensiver agieren. Dafür braucht es andere Spielertypen.

Selke und Glatzel sind sich in ihren Stärken zu ähnlich. Die Aufstellung beider gemeinsam wäre taktisch schwer umsetzbar. Und für eine Joker-Rolle ist Selkes Gehalt schlicht zu hoch. Die Trennung zum 30. Juni ist daher nicht nur nachvollziehbar, sondern könnte auch sehr sinnvoll sein. Emotional schwierig, sportlich jedoch notwendig.

Diese Diskussion führen wir aktuell auch hier im Blog mit unserem Profi-Analysten Mats Beckmann von createfootball.com. Das eingebettete Video analysiert in Teil 1 detailliert die Stärken und Schwächen des Kaders, beleuchtet, wo der HSV für die Bundesliga nachrüsten muss und welche Spielertypen ins neue Anforderungsprofil passen. Wer die Entscheidung rund um Selke verstehen will, sollte sich diese Analyse auf keinen Fall entgehen lassen. Wer noch mehr über Transfers in dieser Sommerpause hören will und dabei nicht nur den HSV im Blick hat, den könnte Mats' Seite interessieren!

Fazit: Viel Bewegung, viele Fragen – aber auch viel Zukunft

Der HSV steht an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung - sportlich wie strukturell. Der Bundesligaaufstieg ist geglückt, die Kaderplanung schreitet voran, und mit dem möglichen Stadionneubau werden auch infrastrukturell Weichen für die Zukunft gestellt. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die neue strategische Ausrichtung Früchte trägt. Eines ist jedoch klar: Der HSV denkt groß, ohne sich dabei wieder in zu teure Spieler zu verrennen. Allein das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der HSV nicht nur in der Ersten Liga spielt, sondern endlich auch wieder erstklassig wird.

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen