Der HSV hat noch sieben Einheiten, bis es ernst wird
Es sind nicht mehr viele Fragen offen. Sebastian Schonlau ist zweifellos noch das größte Fragezeichen. Der Kapitän ist nach seiner Verletzungspause noch nicht wieder bei 100…

Es sind nicht mehr viele Fragen offen. Sebastian Schonlau ist zweifellos noch das größte Fragezeichen. Der Kapitän ist nach seiner Verletzungspause noch nicht wieder bei 100 Prozent, hatte Trainer Tim Walter am Sonnabend nach dem Test gegen den FC Basel gesagt. Bei dem 5:1-Sieg des HSV hatte der HSV-Coach zunächst Schonlau als seinen Kapitän auch für die neue Saison bestätigt – ihn danach aber bei der Generalprobe gegen den Schweizer Rekordmeister nur auf der Bank gelassen. „Bei ihm gilt der gleiche Leistungsgedanke wie bei jedem anderen auch. Er ist nicht fit. Es geht nun darum, ihn dahin zu bekommen, dass er auch wieder 90 Minuten gehen kann“, so Walter, der davon überzeugt ist, dass die Zeit bis zum Braunschweig-Spiel am 17. Juli reichen wird.
Sollte der Plan nicht aufgehen, wird für den Kapitän keine Ausnahme gemacht. Dann muss Schonlau zunächst einmal auf die Bank. Woran ich allerdings nicht glaube. Denn obwohl Jonas David am Sonnabend neben Mario Vuskovic einen soliden, stabilen Eindruck hinterlassen hat, wird Walter seinen Kapitän mit allen Mitteln versuchen, einzusetzen. „Ich glaube schon, dass ich ihn bis zum Braunschweig-Spiel fit bekomme. Aber es gibt auch noch andere, die spielen wollen, dementsprechend zählt der Leistungsgedanke. Mein Kapitän bleibt er trotzdem.“
Fünf Trainingstage (heute ist frei, morgen Nachmittag geht es erst weiter) hat Schonlau noch, um sich wieder in die Startelf zu spielen. Ebenso wie Tim Leibold, der gern auf der linken Seite in der Viererkette wieder von Beginn an spielen würde, aktuell aber nach seiner langen Pause hinter Miro Muheim anstehen muss. Zumindest agierte der Schweizer im letzten Test auf der linken Seite und machte seine Sache offensiv recht gut, während er mir in den Anfangsminuten defensiv noch zu weit von seinem Gegenspieler weg stand. Dennoch scheint Muheim erste Wahl zu sein, womit die Startelf für das erste Saisonspiel am Sonntag beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig weitgehend stehen dürfte.
Im Mittelfeld hat sich Laszlo Benes im Zentrum die Position hinter Robert Glatzel geschnappt – und das gegen Basel auch leistungsmäßig endlich untermauert. Nach zwei eher unauffälligen Spielen lieferte der Linksfuß gegen Basel ein gutes Spiel ab. Eine „Benes-Gala“ habe ich im Gegensatz zu meinen Kollegen der Tageszeitungen zwar nicht erkannt. Aber es war schon sehr ordentlich. Nicht, weil er den Elfer rausholte und selbst verwandelte. Sondern weil er endlich anspielbar war. Zusammen mit dem bärenstarken Ludovit Reis, „Mister Zuverlässig“ Jonas Meffert und den beiden starken Außenbahnspielern Sonny Kittel (links) und Ransey Königsdörffer (sowie in Teilen auch Aaron Opoku und Xavier Amaechi) rechts hat der HSV hier zweifellos noch mehr Qualität als im Vorjahr. Und rechnet man den immer stärker werdenden Maxi Rohr sowie die leider noch nicht wieder einsetzbaren Anssi Suhonen und Bakery Jatta noch hinzu, hat der HSV auch in der Breite endlich die Qualität, um mehrere Ausfälle zu kompensieren.
Schön zu sehen ist für mich, was Königsdörffer andeutet (ihm werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen ausführlichen Blog widmen). Und schön zu hören war für mich, was der Trainer über Amaechi gesagt hat. Denn der Trainer macht bei dem jungen Engländer das, was ein guter Trainer macht: Er nimmt ihn mit! Er baut ihn auf, gibt ihm eine neue Chance, motiviert ihn und schafft, was seine Vorgänger (und er in der vergangenen Saison) nicht geschafft haben: Er aktiviert Amaechi.
Der HSV-Trainer aktiviert den Mann, dem ich mal alle Zutaten für einen guten Fußballprofi zugewiesen habe, der aber selbige nie in Pflichtspielen auf den Platz brachte. Ich bin zwar immer noch sehr skeptisch, dass Amaechi am Ende eine echte Verstärkung wird – das allerdings beruht auf seiner bisherigen Geschichte beim HSV. Sollte Walter tatsächlich den Reset-Knopf drücken können – dann verdient das alles auch von meiner Seite eine absolut faire Chance, die ich dem jungen Engländer nur zu gern gebe!
In diesem Sinne, heute war trainingsfrei, ab morgen 14 Uhr geht es in sieben Trainingseinheiten Mittwoch und Donnerstag stehen je zwei Einheiten auf dem Plan) noch mal um den Feinschliff für den Saisonauftakt am Sonntag bei Eintracht Braunschweig. Ich werde mich jetzt auf den Weg machen. Ich treffe heute Abend die Jungs zur Vorab-Besprechung für die Saison im MoinVolkspark-Blog. Noch ohne Louis, dafür aber mit Janik, Joscha und Flo.
Euch allen noch einmal meinen herzlichen Dank für die netten Glückwünsche gestern und jetzt noch einen schönen Montagabend! Bleibt gesund!
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