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Der HSV hat die nächste Baustelle: Vagnoman fällt monatelang aus

Eigentlich galt die Position des Rechtsverteidigers mit ihm als besetzt. Josha Vagnoman sollte erste Wahl sein, sofern er nicht noch verkauft würde, während Jan Gyamerah mehr…

Der HSV hat die nächste Baustelle: Vagnoman fällt monatelang aus

Eigentlich galt die Position des Rechtsverteidigers mit ihm als besetzt. Josha Vagnoman sollte erste Wahl sein, sofern er nicht noch verkauft würde, während Jan Gyamerah mehr oder weniger deutlich gemacht bekommen hatte, dass man ihm bei einem Wechsel keine Steine in den Weg legen würde. Aber wie so oft: Erst6ens kommt es anders – und zweitens als man denkt. Denn heute ist von diesem Plan gar nichts mehr übrig. Im Gegenteil: Gyamerah gilt als gesetzt auf der Rechtsverteidigerposition. Und: Vagnoman wird weder teuer verkauft, noch ist er einsetzbar. Oder anders formuliert: Der HSV muss personell einen ganz bitteren Tiefschlag hinnehmen und hat seit heute eine weitere, große personelle Baustelle, die er via Homepage wie folgt verkündete: 

MUSKELSEHNENRISS BEI JOSHA VAGNOMAN

DER RECHTSVERTEIDIGER ZOG SICH DIE VERLETZUNG IM DERBY ZU UND WIRD VORAUSSICHTLICH ZWEI MONATE FEHLEN. 

Großes Pech für Josha Vagnoman. Neben dem verlorenen Derby (2:3) hat sich der U21-Nationalspieler im Stadtduell gegen den FC St. Pauli am vergangenen Freitag (13. August) auch noch eine schwere Verletzung zugezogen. Der Rechtsverteidiger, der in der 76. Minute für Jan Gyamerah eingewechselt wurde, zog sich in der Schlussphase einen Muskelsehnenriss im linken vorderen Oberschenkel zu. Das ergab eine eingehende Untersuchung im UKE. Damit wird Vagnoman voraussichtlich zwei Monate ausfallen. Schnelle und gute Besserung, lieber Josh!

Quelle: www.hsv.de
https://soundcloud.com/user-36211795/mi-18-08-2021-bvb-mit

Eine ganz bittere Nachricht für alle Beteiligten. Am meisten sicherlich für den Spieler selbst, der am vergangenen Freitag gerade erst aus einer Verletzung zurückgekehrt war und jetzt wieder angreifen wollte. Angebote aus dem Ausland (Klubs aus England und Italien waren interessiert) hat Vagnoman abgelehnt, lockerer Gespräche mit deutschen Erstligaklubs liefen noch. Aber auch die dürften sich angesichts der langen Ausfallzeit jetzt erst einmal erledigt haben.

Dafür muss sich der HSV jetzt auch für die rechte Seite der Viererkette etwas einfallen lassen. Gyamerah allein dürfte schwerlich reichen. Und das meine ich nicht, weil der Rechtsverteidiger gegen den FC St. Pauli ein Totalausfall war, sondern weil er in den letzten Jahren auch verletzungsanfälliger als andere war. Hier nur auf ihn zu setzen wäre allemal hohes Risiko. Wobei man mit Moritz Heyer noch einen Spieler hätte, der sicherlich auch diese Position spielen könnte – aber Heyer sehe ich dann noch einmal ganz woanders. Zumindest aber sehe ich Heyer nicht auf der Bank.

Bei mir wäre Heyer neben Meffert auf dem Platz, um das zentrale Mittelfeld zu stabilisieren. Allein das Spiel gegen den FC St. Pauli hatte zuletzt noch einmal mehr als deutlich gemacht, dass Meffert allein hier überfordert ist – und weder David Kinsombi noch Ludovit Reis (dem ich das grundsätzlich aber zutrauen würde) für die eigene Defensive ausreichend Hilfe darstellen. Ehrlich gesagt sehe ich einen Meffert, der nicht durch Spritzigkeit und harte Zweikämpfe besticht, sondern über eine sehr strukturierte Spielführung, eh nicht als Abräumertypen. Und einen solchen braucht der HSV, sobald er mit nur einer Sechs spielt.

Behaupte ich zumindest. Heyer könnte das aus meiner Sicht schon eher. Aber es gehen auch beide miteinander. Wenn der HSV im 4-2-3-1-System spielt, was ich aktuell für sehr charmant halte. Und damit komme ich zurück auf das, was ich beim aktuellen Kader noch vermisse. Defensive Stabilität wie eben beschrieben – aber vor allem auch Kreativität. Denn die fehlte nicht nur gegen den FC St. Pauli, sondern auch vorher schon. Gegen Schalke konnte man dieses Manko ebenso wie gegen Dresden in Teilen noch durch extreme Laufarbeit wettmachen. Gegen den FC St. Pauli aber wurde man taktisch schon das erste Mal ausgezählt.

Klar ist, dass Walter das Risiko von Gegentoren in Kauf nimmt – was an sich nicht verwerflich ist. Denn sein System ist ausgerichtet auf viele eigene Treffer. Und ein 3:2 bringt genauso viele Punkte wie ein 1:0. Muss man nicht mögen, kann aber funktionieren. Wenn man eben defensiv stabil(-er als der HSV aktuell) ist. Aber hierfür fehlt dem HSV aus meiner Sicht die überragende Offensive. Anssi Suhonen wird noch Zeit benötigen, seine Position (er ist irgendwo zwischen Sechs und Zehn angesiedelt) zu finden. Und die muss man ihm auch zugestehen, während Jeremy Dudziak das an guten Tagen konnte. Diese aber waren zu selten – und inzwischen ist der Linksfuß HSV-Geschichte. Sonny Kittel konnte die Zehn bislang nie ausfüllen und wird wohl auch nie DER Führungsspieler, DER Spielmacher werden.

Er ist vielmehr ein Mitspieler mit genialen Momenten, der am besten funktioniert, wenn der Rest auch gut im Spiel ist. Aber da es außer ihm auch sonst keinen Spielmacher gibt, muss der HSV hier nachlegen. Drei Millionen Euro sollen dafür von den bisher knapp 9 Millionen Transfereinnahmen zur Verfügung stehen. Und Sportvorstand Jonas Boldt wird diese Gelder ebenso wie seine Mitstreiter Michael Mutzel und Co. sicher gut brauchen können, da neben einem echten Zehner und einem Rechtsverteidiger auch noch ein oder zwei offensive Außenbahnspieler mit 1:1-Qualitäten vonnöten sind. 

Boldt und Co haben also noch eine Menge Arbeit vor sich. Einige sehr spannende Tage warten bis zum Ende dieses Transferfensters am 31. August auf den HSV. Und auf uns hier. In diesem Sinne, morgen werde ich wieder versuchen, Eure Fragen im CommunityTalk zu beantworten. Vorher gibt es wie immer den MorningCall. Bis dahin!

Scholle

P.S.: Holstein Kiel hat Lewis Holtby verpflichtet. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler erhielt beim Tabellenletzten einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2023. Nach drei 0:3-Niederlagen hat der vorjährige Bundesliga-Aufstiegskandidat auf die sportliche Misere reagiert und will im zentralen Mittelfeld für mehr „Struktur und Ordnung“ sorgen, wie Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver sagte.

„Ankommen, kennenlernen, so schnell wie möglich. Direkt auch anpacken und meine Erfahrung einbringen. Gucken, dass wir alle gemeinsam wieder in die Spur kommen und Spiele gewinnen“, sagte Holtby über seine nächsten Aufgaben. Holstein Kiel sei ein „sehr spannendes Projekt, ein geiles Projekt und auch ein sehr geiler Verein“, sagte Holtby, der 200 Bundesliga-Partien für den FC Schalke 04, den VfL Bochum, Mainz 05 und den HSV bestritten hat. Beim HSV wurde der Vertrag des Mittelfeldakteurs nach dem Ende der Zweitliga-Spielzeit 2018/19 nicht mehr verlängert. Zuletzt stand er zwei Jahre beim englischen Zweitligisten Blackburn Rovers unter Vertrag. Dort absolvierte er in der abgelaufenen Serie 27 Partien und kam auf eine Torvorlage. „Ich wollte unbedingt nach Deutschland zurückkehren“, sagte Holtby. „Die 2. Liga ist wahnsinnig attraktiv. Es sind unheimlich viele Teams aus dem Norden dabei, da wird es viele Derbys geben.“ Holtby erhält das Trikot mit der Rückennummer 10.

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