Spielbericht

Der HSV entwickelt sich - starker Beginn und starke Bank sorgen für Kantersieg

Das war sehr ordentlich. Der HSV zerlegt Aufsteiger SSV Jahn Regensburg mit 5:0 - und das ist auch in der Höhe absolut verdient, weil die Mannschaft von Trainer Steffen…

Der HSV entwickelt sich - starker Beginn und starke Bank sorgen für Kantersieg

Das war sehr ordentlich. Der HSV zerlegt Aufsteiger SSV Jahn Regensburg mit 5:0 - und das ist auch in der Höhe absolut verdient, weil die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart endlich zwei Halbzeiten gut gespielt hat. Ein Grund dafür ist die inzwischen starke Bank, auf die der HSV zurückgreifen konnte. Heute war erkennbar, dass die Wechsel den HSV noch mal stärker machten. Bis auf wenige Ausnahmen war das heute eine sehr runde Sache, auf die der HSV aufbauen kann. Das Blitzfazit und die Einzelkritiken:

Daniel Heuer-Fernandes: Ohne Fehler, ohne Heldentaten – einfach ohne große Beschäftigung. Aber dafür kann er nichts. Note: 3

Silvan Hefti (bis 81.): Defensiv ist das ausbaufähig, aber er macht viel. Läuft viel und versucht viel. Das ist okay – wenn es denn am Ende dazu führt, dass es effektiver wird. nicht. Note: 3,5

Emir Sahiti (ab 81.): Wenn die allererste Aktion ein solcher Ballgewinn samt Pass zur Großchance ist, hast Du vieles richtig gemacht. Ich freue mich auf den Offensivspieler, der heute seine ersten Spielminuten im Volkspark sammeln durfte.

Denis Hadzikadunic: Dass sein Eigentor nicht zählte, war das Eine (gute). Aber dass kein Mitspieler – nicht mal der eigentlich Schuldige Schonlau zu ihm kam, um ihn aufzubauen – das fand ich seltsam. Bei seinem zweiten Fast-Eigentor (71.) kamen sie dann wieder alle zum Abklatschen…Insgesamt spielte er heute wieder solide.  Note: 3

Sebastian Schonlau: Er hatte Glück, dass der Gegentreffer nach seinem katastrophalen Fehlpass (korrekterweise) vom VAR wegen Abseits‘ kassiert wurde. Aber auch sonst war er im Aufbauspiel zu Beginn der Partie ein Schwachpunkt. Mit seiner Rettungsaktion in der 23. Minute kam er einmal kurz wieder zurück – aber er kann das deutlich besser.  Note: 3,5

Miro Muheim: Er war ein Teil der deutlich besseren Seite des HSV – der linken. Das lag aber weniger an ihm als an seinem Vordermann Baldé. Dennoch war auch er heute wieder zuverlässig.  Note: 3

Jonas Meffert: Zusammen mit Elfadli eroberte er den Ball vor dem 1:0. Und auch danach war er sehr präsent – und mehr gefordert, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Denn die schnelleren Regensburger bereiteten dem HSV-Mittelfeldmann das eine oder andere Problem. Zum Glück für den HSV ohne Folgen. Note: 3

Daniel Elfadli: Er trieb den Ball nach Gewinn durch seinen Kompagnon Meffert vor dem 1:0 und war auch sonst sehr agiler Antreiber aus dem defensiven Mittelfeld. Auch er hatte seine Problemchen mit den schnelleren Regensburgern – er löste sie aber gut.  Note: 3

Marco Richter (bis 61.): Es war erst sein zweites Spiel, ok. Und er machte auch keine groben Fehler. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich Zweifel daran habe, dass er mit seiner Art dem HSV helfen wird. Er ist zwar viel unterwegs – aber er bleibt zumeist ohne Bindung zum Spiel. Mal sehen, ob ich mich irre, worüber ich mich im Sinne des HSV freuen würde!! Aber ich sehe andere Spieler im Kader deutlich vor ihm.  Note: 4

Ludovit Reis (ab 61.): So kommt er nicht wieder in die Startelf zurück. Auf mich wirkt er, als würde er maximal 80% geben. Und das reicht so einfach nicht für mehr als Reservistendasein. Note: 4

Fabio Baldé (bis 61.): Erster Ballkontakt, erste Flanke – nächster Assist! Seine Startelfnominierung rechtfertigte er binnen Sekunden. Dass er anschließend offensiv wie defensiv stark spielte, das 2:0 zusätzlich blitzsauber auflegte - ich gönne es dem Jungen! Weil er für seine inzwischen mutige Spielweise immer wieder belohnt und darin bestärkt wird. So tankt man Selbstvertrauen und wird auch bei Auswechslungen vom Publikum und Trainerteam zurecht gefeiert!  Note: 2

Jean-Luc Dompé (ab 62.): Was für ein schönes Problem für Trainer Steffen Baumgart, wenn er sich zwischen Baldé und Dompé entscheiden muss. Er traf doppelt und war über die linke Außenbahn mit seinen Tempodribblings ein ständiger Unruhestifter für Regensburg. Note: 1

Robert Glatzel (bis 79.): Er ist sooo wichtig. Mit Treffern wie heute – aber allein seine Präsenz im Sechzehner ließ die Regensburger, wie alle anderen Gegner auch nie zur Ruhe kommen. Aber: Er sollte sich noch viel mehr im Sechzehner und weniger drumherum aufhalten. Note: 2

Davie Selke (ab 80.): Dass sein Treffer zählte, war korrekt. Wenn beide Spieler am Trikot ziehen, hebt sich das auf. Somit sein Zweitliga-Premierentor für den HSV. Glückwunsch dazu. Fakt ist, dass sich Selke bislang als Verstärkung präsentiert und eine gute bis gleichwertige Alternative für das Sturmzentrum darstellt. Note: 2

Ransford Yeboah Königsdörffer (bis 79.): Er trifft wieder und spielt auch ansonsten super mit. Immer in Bewegung, immer anspielbar und extrem wendig im Offensivzweikampf. Er bereitet den Gegnern Sorgen. Und obwohl er noch immer ganz massiv an seinem ersten Ballkontakt arbeiten muss, war sein allererster Ballkontakt heute ein Volltreffer – zum 1:0 per Kopf. Insgesamt ist er ein Aktivposten und zurecht in der Startelf. Note: 2

Immanuel Pherai (ab 80.): War sofort im Spiel und hatte viele gute Aktionen. Unter anderem den so gewerteten Assist für Dompés ersten Treffer.

DAS SPIEL IN DATEN:

HSV: Heuer Fernandes - Hadzikadunic, Schonlau, Muheim - Hefti (81. Sahiti), Elfadli, Meffert, Baldé (61. Dompe), Richter (61. Reis), Königsdörffer (74. Pherai) - Glatzel (74. Selke)

SSV Jahn Regensburg: Gebhardt - Ziegele, Ballas, Breunig, Schönfelder - Geipl (80. Bauer), Ernst, Pröger (80. Meyer), Viet (87. Bulic), Kother (68. Ochojski) - Kühlwetter (68. Ganaus)

Tore: 1:0 Königsdörffer (1.), 2:0 Glatzel (14.), 3:0 Dompe (76.), 4:0 Selke (89.), 5:0 Dompe (90.+3.)

Zuschauer: 53.779

Schiedsrichter: Robin Braun (Wuppertal)

Gelbe Karten: Königsdörffer, Hefti, Balde, Sahiti / Schönfelder, Geipl, Viet, Ballas, Ochijski

Die Stimmen zum Spiel (via hsv.de):

Sebastian Schonlau: Wir haben offensiv einige Szenen kreiert und uns mit Toren belohnt. Es ist schön zu sehen, dass auch die Jungs, die von der Bank gekommen sind, ihre Tore gemacht haben. Die Größe des Kaders gibt es her, nochmal nachlegen zu können. Wir haben uns in den letzten Jahren in solchen Spielen auch mal schwergetan. Nun haben wir gegen Münster mit 4:1 und Regensburg mit 5:0 gewonnen und zwar in einer Art und Weise, in der es klar war, wer der Sieger sein sollte. Nun wartet auswärts auf dem Betzenberg eine andere Nummer auf uns, aber wir wollen nach den zwei Siegen dort auch den dritten Erfolg in Serie einfahren. 

Davie Selke: Es ist eine gute Situation für uns, du brauchst so eine Breite im Kader, wenn du aufsteigen willst. Jeder hat den Anspruch zu spielen. Es treffen alle. Das kann gerne so weitergehen. Wenn alle Stürmer in jedem Spiel treffen, ist es ein guter Schnitt bis zum Saisonende. Ich habe zum Schiedsrichter gesagt: Nimm mir das bloß nicht weg. Ich denke, dass beide ziehen und es am Ende in Ordnung ist, dass er nicht pfeift. 

Marco Richter: Wir haben ein super souveränes Spiel gezeigt. Ein 5:0 gibt es nicht alle Tage. Das war ein perfekter Tag. Wir freuen uns, dass wir das nächste Spiel zuhause gewinnen konnten. Wir wollten nach der Länderspielpause zurück auf den Platz, haben offensiv wie defensiv eine tolle Leistung gezeigt. Wir sind personell sehr gut aufgestellt, wollen das jedes Wochenende zeigen.

Fabio Balde: Es war eine Top-Woche für mich. Ich lebe meinen Traum. Es ist immer noch ein bisschen unbeschreiblich. Der Trainer gibt mir Selbstvertrauen, das hilft mir auf dem Platz. Und jeder Fußballer kann bestätigen: Mit Selbstbewusstsein spielt man am besten. Ich will so viel wie möglich zurückzahlen. Jetzt geht es darum, jede Woche im Training weiter Gas zu geben, um sich die nächsten Einsätze zu verdienen. 

Steffen Baumgart: Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, waren zu Beginn eiskalt, sind schnell in Führung gegangen und haben anschließend sehr stabil agiert. Zum Ende hin haben wir das Ergebnis auch noch in die Höhe geschraubt, da alle Spieler bis zum Ende durchgezogen haben, insofern habe ich heute nicht viel zu meckern. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Körpersprache der Jungs. Geht ein Zweikampf verloren, wird der nächste gewonnen, wird eine Chance vergeben, wird sofort die nächste gesucht und dann auch genutzt - die Jungs bleiben immer dran, damit bin ich sehr zufrieden. Und neun Tore aus den letzten beiden Spielen sind auch nicht so schlecht. Ich sehe eine gute Entwicklung bei uns, die wir weiter fortsetzen wollen.

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