Der HSV demonstriert Stärke - 3:0 in Magdeburg mit einem überragenden Königsdörffer
Zu diesem Spiel sage ich nur eines: Das war ein echtes, sehr imponierendes Statement a den Rest in der Liga. Und es war eine absolut souveräne Bestätigung des sehr guten Spiels…

Zu diesem Spiel sage ich nur eines: Das war ein echtes, sehr imponierendes Statement a den Rest in der Liga. Und es war eine absolut souveräne Bestätigung des sehr guten Spiels in der Vorwoche zuhause gegen Fortuna Düsseldorf. Dieser 3:0-Sieg, der auf den ersten Blick den Namen Ransford Yeboah Königsdörffer trägt, war hochverdient, weil taktisch eine glatte eins! Dass man sich vom FCM auf sieben Punkte Vorsprung absetzen konnte, dabei einen Königsdörffer wieder in Topform, einen Reis bei alter Stärke und einen Robert Glatzel wieder auf dem Platz hat – das machte den Abend perfekt.
Schlusswort HSV-Coach Merlin Polzin: „Für uns war es ein sehr gelungener Abend, denn es ist viel von dem aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben teilweise sehr hoch verteidigt und wichtige Ballgewinne generiert, später dann haben wir etwas kompakter verteidigt, da der Fußball des FCM schwer zu verteidigen ist. Deshalb ein großes Kompliment an die Mannschaft und ans Trainerteam, das dieses Spiel die gesamte Woche akribisch vorbereitet hat. Schön, dass alles so aufgegangen ist und die Mannschaft mit drei Punkten belohnt wurde.“
KURZER SPIELBERICHT:
Der HSV hat seine Tabellenführung eindrucksvoll gefestigt und den Aufstiegsambitionen des 1. FC Magdeburg mit dem 3:0-Auswärtssieg einen herben Dämpfer verabreicht. Ransford Königsdörffer (9. Minute) und Marcus Mathisen (15., Eigentor) lenkten die Partie frühzeitig in die gewünschten Bahnen. Erneut Königsdörffer (53.) mit seinem elften Saisontor entschied die Partie frühzeitig.
Mit einer Demonstration seiner gegenwärtigen Klasse machte der HSV allen Bemühungen der Gastgeber von der ersten Minute an einen Strich durch die Rechnung. Vor allem Königsdörffer, der den gesperrten Davie Selke vertrat, bekamen die Magdeburger nicht unter Kontrolle. Bereits vor seinem 1:0 hatte er eine sehr gute Möglichkeit, das Eigentor provozierte er mit einem Solo auf dem linken Flügel und einer scharfen flachen Eingabe.
HSV zieht sich nach einer halben Stunde etwas zurück
Auch nach der Führung blieb der HSV die spielbestimmende Mannschaft, zog sich aber nach einer halben Stunde zurück und gestattete danach dem FCM mehr Spielanteile. Bis auf eine Chance von Livan Burcu (33.) sprang aber nichts Nennenswertes für die Gastgeber heraus. Auch nach der Pause versuchten die Magdeburger mit drei Wechseln noch einmal Druck zu erzeugen. Doch genau in diese Phase hinein konnte Königsdörffer wieder die FCM-Abwehr nach Belieben viel zu simpel austanzen und ins kurze Eck einschieben. Königsdörffer (68.) hätte das Ergebnis fast noch einen Treffer hochgeschraubt, traf aber nur den Außenpfosten.
DIE EINZELKRITIKEN:
Daniel Heuer-Fernandes: Er wurde Ewigkeiten nicht gefordert und war dann nach 68 Minuten beim ersten echten Torschuss sofort da. Auf ihn ist Verlass. Note: 2
William Mikelbrencis (bis 45.): Die Gelbe Karte in der Anfangsphase war unnötig, da muss er nicht am Trikot ziehen, sondern den Gegenspieler einfach ablaufen und dann stellen. Auch, wenn sie diesmal nicht bestraft wurden: Defensiv macht er weiterhin viel zu viele Fehler, die gefährlich werden können/müssten. Wie Muheim auf der anderen Seite (wobei sie beide in der Anfangsphase oft die Seiten wechselten) lässt er einfach zu viele Flanken und Pässe in den eigenen Sechzehner zu. Aber: Offensiv ist er einfach gut geworden. Schade, dass ihm das Tor heute nicht vergönnt war. Note: 3,5
Silvan Hefti (ab 46.): Er ist im Vergleich mit Mikelbrencis sicher die etwas defensivere Variante. Dementsprechend sollte er die Defensive stabilisieren – was ihm aber wieder nur bedingt gelang. Er ist auch immer ein Stück zu weit weg von seinem Gegenspieler
Denis Hadzikadunic: Er macht sein Ding. Von Spiel zu Spiel in extrem konstant guter Manier. Für mich ist er tatsächlich einer der größten Gewinner des Trainerwechsels, denn seitdem blüht er immer mehr auf und strahlt neben Elfadli inzwischen eben jene Souveränität aus, die gute Spiele bei ihm zum Standard haben werden lassen. Note: 2
Daniel Elfadli: Er war besonders heiß und ackerte in der ersten Halbzeit so viel auch offensiv mit, dass ich Befürchtungen hatte, es könnte ihm zu viel Kraft kosten, die er hintenraus bräuchte. zum Spielende hin irgendwann die entscheiden Prozentpunkte Note: 2
Miro Muheim: Auch bei ihm muss man defensiv noch mehr erwarten dürfen. Er lässt seine Gegenspieler noch zu oft flanken. Er hielt sich heute weitestgehend zurück, hatte aber auch gute Aktionen dabei. Note: 3
Jonas Meffert (bis 54.): In der ersten Halbzeit habe ich ihn überhaupt nicht wahrgenommen – was nicht gegen ihn spricht, sehr wohl aber für seine Mitspieler im Zentrum, Karabec und noch mehr Reis. Musste angeschlagen vom Platz. Note: 3
Marco Richter (ab 54.): Seine Erfahrung macht ihn für den HSV wertvoll. Heute half er, das quasi schon entschiedene Spiel ins Ziel zu retten. Das war okay! Note: 3
Ludovit Reis: Er setzte gleich wieder da an, wo er gegen Düsseldorf aufgehört hatte! Er gewann wichtige Zweikämpfe (so auch vor dem 1:0) und war im Zentrum extrem präsent – offensiv wie defensiv. Zusammen mit Königsdörffer für mich der entscheidende Faktor, weshalb der HSV die ersten 20 Minuten so dominierte, dass sich der FCM davon gar nicht mehr erholte. Note: 1,5
Adam Karabec (bis 88.): Nach wie vor bleibe ich dabei: Ihm fehlt bei allem, was er schon wirklich gut macht, trotzdem noch eine Portion Entschlossenheit. Beim letzten Pass und vor allem, wenn er selbst den Anschluss suchen müsset. Dafür arbeitet er defensiv stark mit. Note: 2,5
Robert Glatzel (ab 88.): Welcome back!
Jean-Luc Dompé: Immer gefährlich und mit einigen sehr schlauen Steckpässen in der ersten Halbzeit. Aber längst nicht so effektiv wie sonst. Seine Pseudo-Defensiv“zweikämpfe“ sind so niedlich, dass es schon fast lustig wäre, wenn es hier nicht um Profifußball gehen würde… Note: 3
Emir Sahiti (bis 72.): Da ist sicherlich richtig was drin, aber nicht, wenn er so unkonzentriert und oft wild - und vor allem im Passspiel komplett undiszipliniert. Da ist zu viel Hacke, Sohle mitnehmen, Außenrist und zu wenig angekommenes Passspiel. Note: 3
Adedire Mebude (ab 72.): Unauffällig, aber noch dabei. Note erspare ich uns allen.
Ransford Yeboah Königsdörffer (bis 72.): Wow!!! Was für ein Start als Selke-Ersatz!! So schwer dieses Erbe auch wog – er stemmte es mit Bravour. Erst traf er mit aller Entschlossenheit zum 1:0, dann erzwang er mit seinem sehr durchsetzungsstarken, ebenso entschlossenen Konterlauf das Eigentor zum 2:0. Besser kann man nicht starten! Er war mit seiner Physis ein immer gefährlicher Konterspieler. Selbst seine (meiner Meinung nach) größte Schwäche war heute wie verflogen: Heute stimmte fast jeder erste Ballkontakt. Wie leichtfüßig er das 3:0 – und damit schon sein 11. Saisonstor!!! – machte, war einfach stark! Wenn er es selbst nicht wollte, hätte ich ihn heute nicht runtergenommen, weil er es verdient hatte, diesen Abend bis zum Schluss zu genießen… Note: 1+
Immanuel Pherai (ab 72.): Endlich wieder auf dem Feld! Willkommen zurück! Denn er könnte ebenso wie Reis in den letzten Wochen noch ein ganz wesentlicher Faktor werden, weil er das Eins-gegen-Eins vorn mehr sucht. Eine Note erspare ich auch ihm – ich freue mich einfach, dass er wieder da ist.
Trainer Merlin Polzin: Taktisch war der HSV heute eine glatte eins. Er hat das Team zusammen mit seinen Cotrainern und allen anderen im Staff absolut hinter sich und schafft es immer wieder, weil er inhaltlich und mit Lösungen überzeugt! Er schafft es auch, vergleichsweise schwierige Ausfälle zu kompensieren. Noch wichtiger: Er macht viele Spieler besser bzw. schafft es, dass sie alle an ihre Leistungsgrenzen gehen. Ob sie Stammspieler sind oder langsam wieder herangeführt werden. Und: Wer heute genau hingesehen hat, der weiß jetzt, wie positiv sich gelebter Teamgeist auf dem Platz auswirken kann. Note: 1
STIMMEN ZUM SPIEL:
Ludovit Reis: „Wir wussten, dass Magdeburg eine sehr starke Mannschaft hat, aber wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt, hatten in der ersten Hälfte viel Ballbesitz, haben in der zweiten Halbzeit gut verteidigt und am Ende verdient gewonnen. Wir haben heute einfach gezeigt, wie viel Qualität wir in der Mannschaft haben. Wir freuen uns über diesen Sieg und den Bonus, dass Bobby wieder zurück ist.“
Daniel Elfadli: „Das war ein sehr dominanter Auftritt von uns. Wir sind stark gestartet und haben später sehr gut verteidigt. Ich kenne die Magdeburger Mannschaft bestens und wusste, was auf uns zukommt, aber wir haben es sehr gut gemacht, haben das Spiel bestimmt. Und wir hatten heute Ransi, der ein überragendes Spiel gemacht hat. Und natürlich freuen wir uns sehr für Bobby, dass er heute zurückgekommen ist.“
Miro Muheim: „Wir sind hierhergekommen, um dieses Spiel zu gewinnen und haben es auf sehr dominante Weise geschafft. Das Trainerteam hatte sich für die Außenverteidiger-Positionen etwas ausgedacht, dass ich auch mal auf der rechten Seite spiele. So haben wir die ganze Woche auch trainiert und es ist natürlich schön, dass das so aufgegangen ist. Wie viel Qualität wir nach vorne haben, hat man natürlich auch an Ransi gesehen, der es heute großartig gemacht hat.“
Ransford Königsdörffer: „Wir haben heute eine starke Leistung gezeigt – sowohl offensiv als auch defensiv haben wir als Team großartig agiert. Ich wusste, dass ich heute die Chance habe, alles zu zeigen, und genau das wollte ich nutzen. Das Spiel hat heute perfekt zu mir gepasst, und ich konnte die Räume gut nutzen. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Jetzt gehen wir als Tabellenführer in die Länderspielpause. Das gibt uns die Möglichkeit, die Köpfe freizubekommen, bevor wir im Endspurt noch einmal alles raushauen.“
Robert Glatzel: „Es war für mich besonders, wieder dabei zu sein. Mit der Mannschaft in der Kabine zusammen zu sein, nach dem Spiel mit den Fans zu feiern, dazu dann noch die Fans, die bei der Einwechslung meinen Namen gerufen haben - das war sehr emotional. Am wichtigsten ist aber, dass die Mannschaft heute stark gespielt hat, darüber und vor allem über die tolle Leistung von Ransi freue ich mich heute Abend am meisten.“
Merlin Polzin: „Für uns war es ein sehr gelungener Abend, denn es ist viel von dem aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben teilweise sehr hoch verteidigt und wichtige Ballgewinne generiert, später dann haben wir etwas kompakter verteidigt, da der Fußball des FCM schwer zu verteidigen ist. Deshalb ein großes Kompliment an die Mannschaft und ans Trainerteam, das dieses Spiel die gesamte Woche akribisch vorbereitet hat. Schön, dass alles so aufgegangen ist und die Mannschaft mit drei Punkten belohnt wurde.“
Christian Titz: „Wenn man gegen einen so starken Gegner so früh schon 0:2 zurückliegt, dann wird es natürlich sehr schwer. Die Tore haben wir nicht gut verteidigt, so wie uns insgesamt eine fehlerfreiere Leistung am heutigen Abend gefehlt hat. Zur zweiten Hälfte haben wir dreimal gewechselt und wollten nochmal neue Energie entfachen, aber mit dem 0:3 war das Spiel eigentlich entschieden.“
DAS SPIEL IM STENOGRAMM:
1. FC Magdeburg: Reimann - Hugonet (83. Michel), Mathisen (46. Pfeiffer), Müller - Loric (46. Hercher), El-Zein, Gnaka, Nollenberger, Burcu (46. Amaechi), Atik (70. Holström) - Kaars
HSV: Heuer Fernandes - Mikelbrencis (46. Hefti), Hadzikadunic, Elfadli, Muheim - Meffert (55. Richter), Karabec (88. Glatzel), Reis - Sahiti (73. Mebude), Königsdörffer (73. Pherai), Dompe
Tore: 0:1 Königsdörffer (10.), 0:2 Mathisen (15., ET), 0:3 Königsdörffer (53.)
Zuschauer: 30.098 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Sölden/Schwarzwald)
Gelbe Karten: Loric / Mikelbrencis, Elfadli
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