Der HSV braucht DIESEN Aaron Hunt
Er hat es seinem Namensvetter gleich gemacht und eine richtig starke Leistung abgerufen. Eine Leistung, auf die es aufzubauen gilt, da das erkennbare Potenzial noch nicht…

Er hat es seinem Namensvetter gleich gemacht und eine richtig starke Leistung abgerufen. Eine Leistung, auf die es aufzubauen gilt, da das erkennbare Potenzial noch nicht einmal im Ansatz ausgeschöpft scheint. Oder anders formuliert: Ganz großer Sport, Joscha!! Deine Premiere ist definitiv gelungen. Und das Beste dabei: So oft wir zwei inhaltlich über HSV-Themen auch kontrovers diskutieren, in diesem Punkt waren wir uns komplett einig. Wobei, fast noch besser: Ich habe schon etliche Rückmeldungen bekommen, de Dich fordern, Joscha!! Und ganz ehrlich: So ein paar Tage freimachen könnte ich langsam mal...
Aber im Ernst: Joschas Einsatz war ja so ja (noch) nicht geplant. Joscha war aber so gut, mir zu helfen, da ich aktuell einige Termine habe, die sich nicht aufschieben lassen. Auch privater Natur. Von daher seht es mir bitte nach, dass ich in dieser Woche leider die Blogs etwas kürzer halte. Und das sogar noch mit erfreulichen Themen. Zum einen der Gruß von Sven am Textende, zum anderen die Erkenntnisse aus dem Spiel gegen Holsten Kiel am Montag. Denn neben Josha Vagnoman haben noch viele andere eine richtig gute Leistung gezeigt, mal abgesehen von der leider mangelhaften Chancenverwertung. Trainer Daniel Thioune sprach nach dem Spiel von einer mannschaftlich geschlossenen Leistung. Und das würde ich auch so stehen lassen.
Allerdings gibt es halt auch in solchen Spielen dann noch einmal Auffälligkeiten. In diesem Fall ist es Aaron Hunt. „Wenn wir so dominant sind, mehr Ballbesitz haben und es im Mittelfeld ein paar mehr Räume gibt, dann ist Aaron ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Ich finde es gut, wie er diese Rolle annimmt. Gegen Kiel hat es gut gepasst. So darf er gerne weitermachen“, sagte Sportdirektor Michael Mutzel. Und auch Torjäger Simon Terodde schwärmte nach dem Kiel-Spiel: „Es ist ein Genuss, mit ihm auf dem Platz zu spielen.“
Hunt ist so fit wie nie - sagt der Trainer
Die Frage, die ich dem Trainer nach dem Spiel gegen Kiel gestellt habe, war, ob er daran glaubt, durchgehend so gute Leistungen von Hunt erwarten zu können. Wenn man ehrlich ist, fast eine rhetorische Frage. Schließlich kann Thioune seinen Exkapitän ja nicht öffentlich die Fitness dafür absprechen. Dementsprechend antwortete er dann auch. Hunt sei so fit wie noch nie und: „Ja. Ich traue ihm absolut zu, bis zum Saisonende konstant so gut zu performen. Er kann unser Spiel noch besser machen.“
Stimmt. Wie gegen Kiel zu sehen. Da agierte Hunt defensiv aggressiv, er zog mehr Sprints als sonst und wirkte aufgedreht. Fußballerisch gibt es über ihn eh nichts zu sagen. Mit dem Ball umgehen kann er. In der Verfassung vom Montag könnte er auch gegen den VfL Bochum eine echte Verstärkung sein. Dort dann allerdings ein kleines Stück weiter vorn, denn eine Position muss überdacht werden: die von David Kinsombi.
Denn der hat sich gerade in einem kleinen Tief festgefahren. Gegen Kiel war er zwar schon besser als zuvor gegen den FC St. Pauli und vor allem in Würzburg. Aber wirklich zufrieden sein kann man damit nicht. Zumindest kann ich nicht nur nachvollziehen, dass Amadou Onana mit den Hufen scharrt. Der junge Sechser gehört auch ehrlich gesagt auf den Platz. Nicht, dass er jetzt gegen Kiel überragt hätte. Aber er hat einfach ein unfassbares Potenzial, das nur dann wirklich freigesetzt werden kann, wenn er es im Spiel auf den Platz bringen darf.
Und das alles inklusive der üblichen Fehler bei jungen Spielern, womit wir zu meinem Ansatz kommen. Denn ich glaube, dass der HSV am Freitag im Mittelfeldzentrum mehr gefordert wird, als gegen Kiel. Da reichen Hunt und ein formschwacher Kinsombi nicht. Da braucht der HSV vielmehr die jugendliche Athletik, das Tempo und die Zweikampfstärke von Onana neben einem erfahrenen Mann wie Aaron Hunt, der ihn auf dem Platz leitet. Und das kann Hunt. Die größte Frage, die sich mir heute am meisten, aber eh schon seit vielen Jahren stellt, ist aber: Kann er das auch mal über zwei, der oder sogar vier Spiele am Stück? Gerade jetzt bräuchte der HSV nämlich genau das. Noch zehnmal, um dem HSV zum Aufstieg zu verhelfen – und für sich selbst den schönsten Abschiedsmoment zu finden.
Apropos schön: Auch auf die Gefahr hin, mich hier zu wiederholen, das was wir auf den Hilferuf von Sven hin hier alle zusammen abgerissen haben, macht mich immer noch richtig stolz. Vor allem heute, wo ich diesen schönen Brief von Sven bekommen habe, den ich hier mit Euch teilen möchte:
Moin liebe HSV Freunde,
kürzlich hat Marcus hier zu einem Hilferuf aufgerufen - der nun erfolgreich abgeschlossen ist.
Ich wollte lediglich das schwarze HSV-Trikot aus der letzten Saison, die Gründe hierfür sind ja bekannt.
Es ist echt verrückt, Du bekommst Trikots aus jeder Saison und in jeder Farbe, aber dieses ist einfach so rar gesät und nirgends im Internet zu finden...
Durch Scholles Aktion hat es letztendlich aber geklappt und es wurde ein Trikot aufgetrieben. Es gab sogar noch einen zweiten Blog-User, wie Scholle sagte, der mir sein Trikot kostenfrei angeboten hat. Dafür noch einmal – und das geht natürlich an alle: Vielen Danke!
Was mich aber - neben Eurem Engagement, dieses Trikot aufzutreiben - am meisten berührt hat, waren Eure Anteilnahme und Eure herzlichen Worte. Ich habe diese natürlich an seine Familie weitergegeben und soll Euch auch von der Seite nochmal den allerherzlichsten großen Dank aussprechen.
Es waren auch Vorschläge wie Spenden und Hilfsfonds dabei, aber glaubt mir, das hätte ich nie geduldet und war auch nie in meinem Sinn. Es ging hier nicht um Geld oder den materiellen Wert. Es ging um das Trikot - um L. letztes Trikot!
Liebe Grüße aus dem Herzen Oberschwabens
Sven!
In diesem Sinne, bis morgen! Da gibt es dann auch wieder den nächsten Communitytalk, die Pressekonferenz mit Trainer Daniel Thoune und das nächste HSV-Orakel. Bis dahin!
Scholle
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