Denkt doch (noch) mal nach - für den HSV!
So, das lässt mich dann auch nicht ruhig Urlaub machen. Diese unsägliche Diskussion über diese unsägliche Beirats-Entscheidung. Mit einem guten HSV-Freund habe ich diese…

So, das lässt mich dann auch nicht ruhig Urlaub machen. Diese unsägliche Diskussion über diese unsägliche Beirats-Entscheidung. Mit einem guten HSV-Freund habe ich diese Diskussion so lange geführt, bis ich gemerkt habe, dass wir egal wie nicht auf einen Nenner kommen werden. Sein Tenor: Wer Bedingungen stellt, darf sich nicht wunder, wenn er daran scheitert – von daher sei die Beirats-Entscheidung die einzig richtige gewesen. Ich hingegen hatte es anders gehört und bis dato verstanden, dass man dem Team um Marinus Bester (denn darauf beschränken sich die allermeisten Diskussionen inzwischen) gar nicht die Möglichkeit gegeben hatte, auch für eine Einzelwahl zur Verfügung zu stehen. Von daher kann man auch bei der Bewerbung von bester, Philipp Wenzel und Edina Müller nicht von „Bedingungen stellen“ sprechen. Meine ich zumindest.
Beirat sollte sein Vorgehen überdenken - und nachbessern
Nein, man hat das Team erst gar nicht über die Möglichkeit informiert bzw. diesem Team gar nicht erst die Möglichkeit eröffnet, sich zu entscheiden. Von daher kann ich Besters Reaktion heute im Hamburger Abendblatt nicht nur verstehen, sondern sie auch als logisch einstufen und den Fehler dem Beirat weiter anlasten: „Wie glaubwürdig wären wir gewesen, wenn wir uns als Team bewerben und wir bei der ersten Nachfrage dann um- kippen und sagen: April, April, wir treten auch einzeln an? Hätte aber der Beirat zum Telefon gegriffen und uns darüber informiert, dass nur die Einzelwahl zugelassen ist – und das wäre der einzig logische Schritt gewesen –, hätten wir die Köpfe zusammengesteckt. Und ich behaupte, dass wir zu 100 Prozent zu dem Entschluss gekommen wären: In Ordnung, dann treten wir eben einzeln an.“
Und das wäre gut gewesen. Zumindest hätten die Mitglieder so überhaupt erst eine Wahl gehabt. Aktuell beschränkt sich diese Auswahlmöglichkeit auf den Posten des Vizepräsidenten, für den der als unschlagbar eingestufte Bernd Wehmeyer antritt. Auch wegen dieses Umstandes hatte sich Dr. Ralph Hartmann bei seiner Vorstellung beim Beirat dazu entschlossen, nicht als Vizepräsident sondern als Schatzmeister anzutreten. Ich habe versucht, Hartmann zu erreichen und bekam zuletzt immer wieder nur Nachrichten, dass er aktuell nichts zu diesem Thema sagen wolle, weil schon genug darüber diskutiert würde.
Leider. Denn Hartmann gilt als Vollblut-HSVer mit einem feinen Gespür für die Situationen. Umso bitterer wäre es, wenn der Beirat ihn tatsächlich nur gegen Bernd Wehmeyer antreten ließe. Denn dann hätten die Mitglieder nur die Wahl zwischen einem der verdientesten HSV-Mitarbeiter der letzten Jahrzehnte und einem Experten für das Präsidiumsamt. Denn das kennt Hartmann aus seiner Zeit im Team mit Jens Meier und Henning Kinkhorst. Zudem verstehen sich Marcell Jansen und Hartmann im Gegensatz zu anderslautenden Schilderungen zuletzt seit vielen Jahren sehr gut. Der Team-Frieden wäre also alles andere als gefährdet.
Nicht nur meckern, sondern in Lösungen denken
Aber, um es auch klar zu sagen: Meckern allein bringt nichts. „Du darfst nicht nur gegen etwas sein, sondern musst immer auch einen eigenen Lösungsweg parat haben“ hat mir meine Mutter immer wieder gesagt, wenn ich mich über irgendwelche Dinge geärgert hatte. Und auch hier gilt es nun, nicht mehr nur zu meckern, sondern eigene Wege vorzuschlagen. Wobei ich nicht die ganze Satzung im Kopf habe und daher nicht weiß, ob alles, was ich vorschlage auch satzungskonform ist. Aber einen Versuch ist es wert.
Idee 1: Der Beirat lässt alle Teams (sofern es neben dem Team Bester noch weitere gab) darüber entscheiden, ob sie denn letztlich auch für Einzelwahlen zur Verfügung stehen wollen. Im Zuge dessen überlässt man auch den einzeln angetretenen Kandidaten die Wahl, für welchen Posten sie kandidieren. Letzteres wäre Stand jetzt ohne großen Aufwand, da hier nur ein einzeln angetretener Kandidat überhaupt zugelassen wurde.
Idee 2 für den Fall, dass Idee 1 satzungsgemäß gar nicht durchsetzbar ist: Das Team Jansen und der Einzelkandidat Hartmann setzen sich zusammen und finden eine außer-beiratliche Lösung für sich in Form einer Kooptierung. Was bitte spricht denn gegen noch mehr Qualität in dem Gremium, das letztlich die Kontrollfunktion über das große Ganze hat? Denn eines dürfen wir bei aller Diskussion nicht vergessen: Der HSV e.V. ist als Hauptanteilseigner der HSV AG immer noch der Herr im Haus, wenn es um die Finanzen geht, die sowohl der AG als auch dem e.V. am Ende den Garaus machen könnten.
Idee 3 (bewusst als letzte Möglichkeit genannt): Der Beirat setzt die Bewerbungsfrist neu auf und formuliert alle Bedingungen klar und nicht mehr missverständlich. Das wiederum würde auch eine Verschiebung der Wahlen nach sich ziehen und somit auch die Mitgliederversammlung terminlich nach hinten verschieben.
Und ja, auch ich finde für alle drei Ideen Gegenargumente. Klar. Aber Fakt ist eben auch, dass die Wahlen in der aktuell offiziellen Form auf der Mitgliederversammlung mehr strukturell als personell diskutiert werden. Es würde wieder nicht mit dem Blick in die Zukunft inhaltlich über Strategien und Wege diskutiert werden können, weil es unter den Kandidaten keine Konkurrenz gibt. Diese aber wird dringend benötigt, damit man nicht mit hohlen Phrasen allein schon gewinnen kann, weil es gar keine Gegenkandidaten/innen gibt. Und nur, um das noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen:
Damit meine ich ganz explizit NICHT Marcell Jansen und sein Team.
Denn das Team Jansen kann absolut nichts für die Entscheidung des Beirates. Im Gegenteil: Ich glaube sogar, dass der Beirat ihnen einen Bärendienst erwiesen hat, weil viele ihnen jetzt Unrecht tun, indem sie Jansen, Wehmeyer und Papenfuß mit dem Begriff „durchgewinkt“ abqualifizieren. Das Standing des Teams um Marcell Jansen würde in jedem Fall schon wegen der fehlenden Konkurrenz leiden. Zu Unrecht.
Und: Egal wie wir zu dieser Beiratsentscheidung auch stehen mögen, wir sind uns doch alle einig, dass es eine elendige und aller Voraussicht nach unnötig überhitzte Diskussion über Sinn und Unsinn des Beirates geben wird. Denn das Geschmäckle, das die aktuell noch gültige Entscheidung des Beirates mit sich bringt, ist zu schwerwiegend, als dass er HSV auf der Mitgliederversammlung auf eine ruhige Veranstaltung hoffen darf. Im Gegenteil: Aktuell würde sich die MV wieder zu einer Farce entwickeln und den HSV öffentlich wieder als zerstritten und unheilbar darstellen. Von daher hoffe ich inständig, dass hier noch einmal nachgedacht und am besten auch nachgebessert wird. In etwa so, wie es der Bezirk Altona mit seiner revidierten Entscheidung, nur Hamburger für das HSV-Heimspiel zuzulassen, gemacht hat…
In diesem Sinne, morgen wird es an dieser Stelle wieder sportlicher. Versprochen! Denn am Mittag tritt der HSV zum Abschluss seines Trainingslagers gegen den FC Augsburg an. Zudem wird Joscha an dieser Stelle am Donnerstag noch einmal alle Eindrücke sammeln und seine persönliche Bewertung abgeben. Euch allen bis dahin erst einmal einen schönen Tag mit einem hoffentlich wieder sehr spannenden EM-Spieltag!
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