Das teure Missverständnis in der Winterpause
Sommerpause. Nach der Verlängerung mit der Relegation heißt das auch, dass die Zeit für Veränderungen gekommen ist. Veränderungen, die sich durch den Saisonverlauf aufgezwungen…

Sommerpause. Nach der Verlängerung mit der Relegation heißt das auch, dass die Zeit für Veränderungen gekommen ist. Veränderungen, die sich durch den Saisonverlauf aufgezwungen haben. Im Auffälligen sind das selbstverständlich die Personalien. Welche Spieler gehen, wer kommt? Aber auch im Hintergrund werden neue Weichen gestellt. Beim HSV im Speziellen betrifft das die Gesellschaftsform der HSV Fußball AG. Denn der HSV braucht wieder Geld. Und das, obwohl in den letzten Tagen die Kollegen der BILD vom „Kohle-Wunder“ beim HSV geschrieben hatten.
Dieses Wunder setzt sich vor allem aus den Mehreinnahmen zusammen, die der HSV durch den Zuschauerzuspruch generiert hat. Mit 40.000 Zuschauer hatte man kalkuliert – am Ende war es ein durchschnittlicher Zuschauerzuspruch von 53.470 pro Spiel, also 908.982 Zuschauer in den 17 Liga-Heimspielen zusammen. Wahnsinn! Und dann noch das ausverkaufte Relegationsrückspiel – da bleibt was übrig. So viel, dass alle Beteiligten beim HSV mit einem positiven Geschäftsergebnis rechnen. Es wäre das zweite in Folge. Dennoch heißt das noch nicht, dass der HSV im Geld schwimmt – im Gegenteil. Der HSV muss weiterhin neue Geldquellen erschließen, um seinen jährlichen Verpflichtungen nachkommen zu können. Und vor allem: Um sein Ziel Wiederaufstieg erneut in Angriff nehmen zu können.
Was mich wiederum zu der Frage kommen lässt, warum man im Winter nicht das finanzielle Risiko genommen und einen starken Innenverteidiger verpflichtet hat. Immerhin war seit September davon auszugehen, dass Mario Vuskovic lange gesperrt sein würde. Ich hatte es in verschiedenen Blogs geschrieben, dass genau solche Momente für mich die sind, in denen sich Kühne-Millionen lohnen würden. Oder zweifelt hier jemand daran, dass der HSV aufgestiegen wäre, wenn man einen halbwegs adäquaten Ersatz für den Kroaten verpflichtet hätte?
Nein, eher nicht. Und diese neuerliche Zweitligazugehörigkeit kostet den HSV wieder sehr viel Geld. Gelder aus TV-Einnahmen, aber auch Gelder in der allgemeinen Vermarktung. Zudem steht personell ein weiterer Umbruch im Kader bevor, da im Verlauf der Rückrunde zu erkennen war, dass Walter nach den Ausfällen von Andras Nemeth und Noah Katterbach nur noch 15 bis 16 Spieler im Kader hatte, denen er die Zweite Liga zugetraut hat. Z wenig, um immer wieder auch von der Bank aus noch mal Druck aufbauen zu können. Vor allem aber war erkennbar, dass in der Defensive die nötige Qualität für die nötige Stabilität fehlte. Denn noch mal: Wer 70 Tore schießt, sollte damit aufsteigen können. Wer aber 45 Gegentreffer kassiert, hat eine zu schwache Defensive, um große Ziele zu verfolgen.
Von daher hätten sich ein, zwei oder langfristig orientiert vielleicht auch drei Millionen Euro im Winter für den HSV bezahlt gemacht – wenn dort alle an einem Strang ziehen würden. Denn gerade in solchen Momenten, wo man nur kleine Stellschrauben nachziehen muss, um den nächsten Schritt gehen zu können, da muss der Draht zu den (strategischen) Partnern wie beispielsweise Klaus Michael Kühne eng sein. Okay, leider musste im Winter erst die Stadionfinanzierung sichergestellt werden. Aber: Personell hat sich der HSV im Winter leider verhoben. So viel steht inzwischen fest.
Aber Profifußball hat im Kern nichts mit Romantik zu tun. Da geht’s ums Geschäft. Geschenkt wird da nichts. Und das hat der HSV nicht exklusiv. Gelder gibt es immer nur für Gegenleistung. Zumeist für Mitspracherecht und/oder Anteile. Und da der HSV seine Höchstgrenze erreicht hat, muss man kreativ werden. Auch deshalb überlegt der HSV weiterhin, seine Geschäftsform in einem KG auf Aktien zu verändern. Dafür allerdings muss auch das Votum der Mitglieder eingeholt werden. Und: Klaus Michael Kühne hat dem HSV für die Stadionrenovierung bereits einen Kredit eingeräumt, den er bei einer solchen in Anteile eintauschen könnte.
Aber um noch einmal auf meinen Kernpunkt zurückzukommen: Anstelle eines neuen Innenverteidigers im Winter muss der HSV nun einen neuen Kader für die Zweitligasaison Nummer sechs zusammenstellen – und jetzt den Innenverteidiger holen, den man im Winter nicht gefunden/geholt hat. Parallel hierzu bedarf es meiner Meinung nach eines starken Außenverteidigers als Backup oder Soforthilfe. Zudem einen starken Sechser und bei einem Wechsel von Ludovit Reis auch einen neuen Leader auf der Acht. Geht Glatzel, braucht man für die Neun einen Top-Mann – alles sicherlich auf Zweitliganiveau, weil Erstliganiveau zu teuer würde. Aber, und hier komme ich wieder dazu zurück, dass man Im Winter mit etwas Risiko (und beispielsweise der strategischen Hilfe Kühnes) viele Millionen hätte sparen können: Denn von den Spielern, die man jetzt verpflichtet, würde auch wieder nur ein Teil bei einem Aufstieg mit in die Erste Liga genommen werden.
Ich persönlich werde die Sommerpause nutzen, um mich um die Dinge zu kümmern, die ansonsten zu kurz kommen. Ich werde immer wieder mal Tage dazwischen haben, wo ich keine Blogs veröffentliche. Ich werde auch noch einen Urlaub mit der Familie machen, sobald die Sommerferien beginnen. Ob und inwieweit dann Cornelius hier einspringt, ist noch zu klären. Aber eines ist sonnenklar: Ich werde mich nicht dafür entschuldigen. Und ich habe absolut gar kein Problem dabei, auf Klicks zu verzichten und anmaßende User und Userinnen zu sperren. Zumal ich denen ja helfe, weil sie sich hier schlecht behandelt fühlen.
Aber das nur in aller Kürze. Am Montag kommt das nächste Video mit Cornelius. Und vielleicht auch der nächste Blog. Ich mache das in den Pausen mehr denn je von den aktuellen Geschehnissen abhängig. Und jetzt wünsche ich Euch allen erst einmal ein schönes Wochenende!
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden