Das Jahresfinale 2024 des HSV wird extrem spannend
Kurz vor Jahresende werden beim HSV noch mal alle Kräfte gebündelt. Und obgleich Interimstrainer Merlin Polzin gestern noch vor einem kompletten Kader sprach, musste er heute…

Kurz vor Jahresende werden beim HSV noch mal alle Kräfte gebündelt. Und obgleich Interimstrainer Merlin Polzin gestern noch vor einem kompletten Kader sprach, musste er heute einen Rückschlag hinnehmen. Ransford Königsdörffer musste erneut wegen anhaltender Knieprobleme das Training vorzeitig abbrechen und droht im Jahresfinale gegen Greuther Fürth auszufallen. Ansonsten sind bis auf den gesperrten Daniel Elfadli alle Mann an Bord.
Tags zuvor demonstrierte man beim HSV während der Pressekonferenz noch Zusammenhalt. Zumindest ist es nicht immer so, dass bei einer Pressekonferenz vor einem Spiel alle sportlichen Verantwortlichen vorbeischauen. Gestern aber waren Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa beide da, während Polzin auf dem Podium referierte. Auch darüber, dass es ihn aktuell noch nicht interessieren dürfe, wie es nach der Partie gegen Fürth für ihn auf der Cheftrainerposition weitergeht.
Polzin macht sich laut eigener Aussage keine Gedanken um seine Zukunft. Sein Fokus liegt auf Fürth. Sätze, die er sagen muss, die ihm wie allen anderen vor ihm in identischer Situation niemand wirklich glaubt. Professionell einfach. „Wir wollen alles noch mal raushauen. Wir wollen ein erfolgreiches Spiel liefern, was die Leistung angeht“, er zwei Tage vor dem Spiel. Gedanken, wie es mit ihm weitergehe, kämen nicht in ihm auf. „Das kann ich auch so versprechen und so sagen, dass es jetzt wirklich darum geht, dass wir das Stadion noch mal anzünden wollen“, so Polzin.
Was aber bitte schön soll er auch sonst sagen? Polzin ist kein gestandener Cheftrainer, dem die Leute mit großem Vertrauensvorschuss folgen. Im Gegenteil, der junge Hamburger ist auf Bewährung und gewillt, den Startschuss für eine Cheftrainerkarriere zu setzen. Und angesichts der alles offenlassenden Aussagen der Sportlichen Leitung kann ich es bestens nachvollziehen, dass Polzin nur sagt, was er sagen darf, ohne irgendein Risiko einzugehen. Immerhin muss er versuchen, sich sowohl die Cheftrainerrolle wie auch die Rolle des Cotrainers ofenzuhalten. Polzins oberflächliche Aussage: „Es geht jetzt nicht darum, weit in die Zukunft zu schauen, sondern es geht darum, dass wir drei Punkte holen wollen. Das mit einer ansprechenden Leistung.“
Der Rest kommt danach. Am Sonntag schon wollen sich Polzin und Kuntz zusammensetzen und analysieren, was passiert ist und wie es weitergeht. Für Gespräche mit Sportvorstand Stefan Kuntz gebe es seinerseits genug Zeit um Weihnachten, meinte Polzin. „Wir haben uns darauf verständigt, dass wir den Samstag das Spiel komplett angehen. Dann nehmen wir uns die Zeit, die es dann benötigt, auch um in Ruhe alles aufzuarbeiten.“
Dabei gehe es nicht darum, die letzten drei Wochen Revue passieren zu lassen, sondern darum, wie der Fahrplan des Vereins für das nächste Halbjahr aussähe. „Unser Ziel ist es, mit einem Sieg und mit einer guten Leistung in die Winterpause zu gehen, um den Fans was zurückzugeben. Aber vor allem auch, um in der Situation zu sein, dass wir ab Januar maximal angreifen können“, sagte Polzin, der zum zweiten Mal in seiner Trainer-Laufbahn interimsmäßig als Chef an der Seitenlinie der HSV- Profis steht – und dort zu gern auch nach der Winterpause noch als Verantwortlicher Chefcoach stehen will.
Ob das die beste Idee ist. Meine Meinung dazu ist einfach: Ich würde alles lieber sehen als irgendeine einfallslose und von vornherein nur auf absehbare Zeit ausgelegte Lösung. Dass der HSV den Kollegen von kicker und BLD nach dem jungen Cheftrainer Danny Röhl (aktuelle Sheffield Wednesday, 2. Englische Liga) bereits ein schriftliches Angebot vom HSV bekommen haben soll, werte ich als ein Zeichen dafür, dass man sich beim HSV auch für etwas innovativere Modelle interessiert als nur für Altbekanntes. Dass man Röhl am Ende wahrscheinlich ob der Konkurrenz nicht bekommt – das ist dann so! Mir ist wichtig, dass es versucht wird.
Es sind nur drei Punkte zum Tabellenersten und es ist trotz des miesesten Abschneidens seit Abstieg definitiv noch alles drin. Trotzdem bin ich sicher, dass die bisherige Flickschusterei eine neue, erfolgreiche Zukunft verhindert. Selbst, wenn man jetzt beispielsweise einen Labbadia holt und dieser den Aufstieg erreicht, bringt das den HSV nicht auf einen Weg mit ausreichend Zukunftspotenzial. Nein, es würde nur die Fehler im System kaschieren. Denn dieser HSV ist festgefahren in einer Fehlplanung, die man nicht korrigiert bekommt, weil auf dem Weg zu viele Menschen gefährdet sind, die sich aktuell noch beim HSV wohlfühlen.
Fakt ist aber, da lege ich mich fest, dieser HSV muss sich neu ausrichten. Von oben beginnend, wo eine klare Marschroute ausgegeben werden muss, nach der man sein Personal aussucht. Röhl, Rydström und Co. wären zumindest spannende Anfänge von Kuntz, einen neuen Weg einzuschlagen. Und Kuntz darf bis dahin sehr glücklich sein, sich mit Polzin weiter Zeit zu verschaffen. Zumal das die Option beinhaltet, dass dieser am Ende so gut funktioniert, dass er selbst zu einer Dauerlösung wird…
Abwarten also. Mal sehen, wie sich der HSV am morgigen Sonnabend gegen Fürth schlägt. In Sachen Polzin würde mich ein mega-überragendes Spiele ebenso wenig tangieren wie 90 Minuten auf Niveau der ersten Halbzeit in Ulm. Dieses eine Spiel darf nicht entscheidend sein für die Entscheidung Kuntz‘. Vielmehr müssen alle Beteiligten schon jetzt wissen, ob sie von Polzin überzeugt sind oder nicht. Vier Jahre beim HSV als Cotrainer sowie die zwei Interims-Chef-Zeiten MÜSSEN dafür ausreichen!
Von daher: Hoffen wir auf einen erfolgreichen Jahresabschluss und darauf, dass Kuntz den Mut dazu hat, den HSV mit einer komplett neuen Ausrichtung aus seiner Nichtaufstiegs-Dauerschleife herauszuholen. Morgen noch mit Polzin als Chef. Und der hat schon verstanden, worum es geht. Er sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass wir das besser umsetzen werden. Wir sind definitiv hier in der Situation, wo wir eher ins Zeigen als ins Reden kommen wollen.“ Na, dann mal los, Merlin und Co.! Ich freue mich auf den letzten Auftritt des HSV 2024 und melde mich selbstverständlich nach dem Spiel mit dem Blitzfazit wieder bei Euch!!
In diesem Sinne, bis dahin Euch allen einen schönen Wochenendbeginn!
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden