Darum ist der Nachbar aktuell besser als der HSV
Liebe Leute, mit viel Freude, noch mehr Erstaunen und teilweise auch einer gewissen Portion Unverständnis habe ich Eure Kommentare nach dem Spiel in Wiesbaden gelesen. Ich…

Liebe Leute,
mit viel Freude, noch mehr Erstaunen und teilweise auch einer gewissen Portion Unverständnis habe ich Eure Kommentare nach dem Spiel in Wiesbaden gelesen. Ich werde die Länderspielpause auch dazu nutzen, darauf einzugehen. Allerdings nicht heute. Denn heute will ich nur vorab über den Gedanken sprechen, ich hätte irgendwas „schöngeredet“. Denn hier scheinen viele von Euch nicht bemerkt zu haben, dass Blitzfazits und auch Spielberichte vor allem Momentaufnahmen sind. Und in diesem Fall hat der HSV in Wiesbaden sehr vieles von dem umgesetzt, was ich nach Elversberg und Osnabrück so kritisiert hatte. Aber der Reihe nach.
In Wiesbaden hat der HSV nicht deshalb zwei Punkte zu wenig geholt, weil er ins offene Messer gerannt ist, wie zuvor des Öfteren bei den sehr tief stehenden Gegnern der Fall war. Im Gegenteil: In Wiesbaden hat der HSV sehr konsequent verteidigt, stand sicher und stabil – allein die Tore zu schießen wurde verpasst. Und dann kam, was immer passiert, wenn man sich zu oft über etwas unterhält: Es tritt genau das ein, was nicht eintreten darf – in diesem Fall der Rückstand mit dem in der 81. Minute gerade erst zweiten (!) Schuss aufs HSV-Tor – oder besser gesagt: per Kopfball, den Robert Glatzel nicht zu verhindern wusste, während Heuer Fernandes den Ball prallen lässt und van der Brempt nicht auf den Abpraller reagiert. Ergo: Es kam sehr viel zusammen, was taktisch nicht zu vermeiden ist.
Deshalb habe ich das Spiel auch nicht in Gänze schlecht gesehen, sondern als Fortschritt. Denn so muss der HSV spielen, wenn er gegen Aufsteiger und andere Defensivkünstler dauerhaft punkten will. Diese Geduld braucht es – und die war weder in Elversberg noch in Osnabrück vorhanden. Dass ein Punkt in Wiesbaden enttäuschend ist – keine Frage. In meinem Fazit und in meinem Blog aber bewerte ich den Spielverlauf. Und wenn wir ganz ehrlich sind: Der HSV hätte auch dieses Spiel gewinnen MÜSSEN. Ebenfalls sicher ist: Hätte Benes wie sonst sicher verwandelt, hätten sich auch die Kommentare hier gänzlich anders gelesen.
Ich sehe meine Aufgabe aber nicht darin, nach Siegen zu jubeln und nach Niederlagen zu pöbeln. Denn es gibt ebenso schlechte Spiel, die zum Sieg führen, wie es gute Spiele gibt, die im Misserfolg enden. Ich habe in den Siegphasen mit Walters Hurra-Fußball eben diesen als untauglich für den Aufstieg kritisiert, wie ich das Spiel in Wiesbaden jetzt verteidige. Ich fordere seit jeher Stabilität im Spiel mehr als alles andere. Denn so spannend Spiele wie gegen Schalke auch sein mögen – das darin enthaltene Risikospiel ist zu hoch.
Wer mal beim Nachbarn hingeschaut hat, wird gesehen haben, wie es geht. Denn der FC St. Pauli hat trotz der vielen Unentschieden zu Saisonbeginn immer das Gleiche gespielt. Und das war aus einer sicheren Defensive heraus der Fußball, den Walter auch sehen will. Ein Spiel, in dem jeder Spieler auf dem Platz zu jeder Zeit den Ball haben möchte, was automatisch zu viel Ballbesitz führt, wenn man gut in Bewegung ist. Der FC St. Pauli ist offensiv flexibel, defensiv stabil. Das ist die Mischung, die es braucht, um aufzusteigen.
Und obgleich es nur zwei Punkte Unterschied sind, ist der FC St. Pauli dem HSV trotz eines deutlich geringeren Kaderwertes eines voraus: Die Mannschaft hat die weitaus variablere Taktik automatisiert. Das wiederum führt dazu, dass sich alle Spieler im System ihres Coaches wohlfühlen und sicherer werden. Anders als ein Levin Öztunali beispielsweise. Aber, um das auch in diesem Zusammenhang klar zu sagen: Der HSV ist individuell keinen Deut schwächer als der FC St. Pauli oder alle anderen Zweitligisten. Er ist allerdings nicht so stabil. Weil Walter diese Stabilität erst in dieser Saison spielen lässt – und auch das auch noch nicht durchgehend. Aber genau das ist das vorrangige Thema für den Trainer. Schon lange.
In diesem Sinne, ich werde in den nächsten Tagen auf einzelne Posts eingehen. Sicher nicht auf alle. Aber auf einige von denen, die diskutabel sind. Euch allen einen schönen Mittwochabend!
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden