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Darf der HSV auf 10.000 Zuschauer hoffen? Kommt ein Angreifer aus Belgien?

Diese Meldung kam heute von meinen Freunden von HSV1887tv: Laut unseren Informationen liegt dem Gesundheitsamt Hamburg ein Hygienekonzept des HSV vor, dass 5000-10.000…

Darf der HSV auf  10.000 Zuschauer hoffen?  Kommt ein Angreifer aus Belgien?

Diese Meldung kam heute von meinen Freunden von HSV1887tv: 

Laut unseren Informationen liegt dem Gesundheitsamt Hamburg ein Hygienekonzept des HSV vor, dass 5000-10.000 Zuschauer im Stadtderby am 21.01 zulassen würde. Eine Entscheidung über die genaue Zahl erwarten wir Ende der Woche. Eine Zustimmung scheint nahezu sicher, es geht nur noch um die genaue Zahl.

Nun denn – für die Stimmung beim Spiel wäre das sicher super. Aber ist es auch sinnvoll? Vor allem: Ist es auch realistisch? Ich habe nämlich genau gegenteilige Informationen bekommen.

Hamburgs Bürgermeister dämpft jegliche Hoffnung

Angesichts der Corona-Lage hat zumindest Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher dem HSV und FC St. Pauli sowie den anderen Profivereinen in der Stadt wenig Hoffnung gemacht, in nächster Zeit wieder eine größere Zahl von Zuschauern in ihre Stadien oder Hallen zu lassen. „Mein Wunsch ist es, dass noch einmal mit den Vereinen gesprochen wird und dass wir einen Weg finden, der für alle vertretbar ist“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag. Aber es werde keine Stadien mit Tausenden Zuschauern geben, betonte er. „Das geht eben nicht. Das kann auch nicht das Ergebnis dieser Gespräche sein.“

Ergo: Auch dieses Jahr werden wir wieder leere Ränge im Volksparkstadion haben – selbst im Derby gegen den FC St. Pauli. Tschentscher verwies dafür auf Vereinbarungen der anderen Bundesländer. „Kein Bundesland wird meiner Einschätzung nach Zuschauer in einem nennenswerten Umfang in den Bundesliga-Stadien zulassen können, weil wir befürchten, sonst aus der Bahn geworfen zu werden und drastischere Maßnahmen wieder nötig werden.“

Die in Hamburg seit diesem Montag für vier Wochen geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sehen Geisterspiele für den Profisport vor. Im Amateursport dürfen bis zu 200 Zuschauer in Hallen und 1000 in Stadien sein. Auch in Kulturstätten wie der Elbphilharmonie ist eine größere Ansammlung von Menschen zugelassen, was für mich bis heute unfassbar ist. Nicht, weil ich behaupte, der HSV müsse auf Zuschauer pochen dürfen. Angesichts der Pandemie-Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten wir alles in Kauf nehmen, damit der Sport an sich nicht wieder per Lockdown ausgesetzt wird. Und dabei darf  auch für ein Hamburger Prestigeobjekt wie die Elbphilharmonie keine Ausnahme gemacht werden.

Das hatten auch der HSV und der FC St. Pauli, Basketball-Bundesligist Hamburg Towers, Handball-Bundesligist HSV Hamburg und Eishockey-Oberligist Crocodiles Hamburg kritisiert. In einer gemeinsamen Erklärung vom Freitag hatten sie eine Gleichbehandlung mit dem Amateursport und der Kultur sowie eine Unterstützung wegen der Einnahmeausfälle eingefordert. „Ich verstehe, dass der Profisport sagt: Wieso ist das so?“, sagte Tschentscher. Es ginge nicht, „weil diese großen, überregionalen Veranstaltungen in dieser Lage nicht verantwortungsvoll sind“, gab er zur Antwort und verwies auf die rasante Verbreitung der Coronavirus-Variante Omikron. Eine schwache Replik. Zumal die „Elphi“ als Touristenattraktion gilt und den Tourismus nicht mehr anfeuert, als ein Bundesligaspiel unter Ausschluss von Gästefans. Ergo: Beides dicht machen – oder zumindest beides gleichbehandeln. Alles andere ist nicht nachvollziehbar.

Clubs protestieren gegen Ungleichbehandlung

Zuletzt haben die Clubs am vergangenen Wochenende Vorschläge für eine Zuschauer-Regelung erhalten, die sich an der für den Amateursport anlehnt. Die Innen- und Sportbehörde wolle noch einmal mit den Vereinen sprechen, bestätigte der Bürgermeister: „Wir wollen ja niemanden ins Unglück bringen.“ Es gebe auch wirtschaftliche Hilfen für die Vereine, die jetzt keine Einnahmen bekommen. Er wolle nicht, „dass die Frage weiter konfrontativ als Missachtung der Interessen des Sports oder Ähnliches gesehen wird. Das ist nicht der Ansatz. Kein Bundesland hat das Bedürfnis, dem Profisport Übles zu tun.“

Ich persönlich will und werde hier weiterhin keine Impfdebatte führen, weil es sinnlos ist. Da treffen fertige Meinungen aufeinander, die nicht nur nicht vereinbar sind, sondern auch zu sehr unangenehmen Zusammenstößen führen können. Zuletzt bei mir mit meinen Jungs von Alpha Films. Bis dahin hatten wir es immer vermieden, darüber zu diskutieren. Dafür habe ich, wie Ihr Euch sicher noch erinnert, auch die eine oder andere Auswärtscouch ausfallen lassen. Ich bin in diesem Fall definitiv eher der vorsichtige denn der offensive Typ bin, was den Umgang mit Covid angeht. Aber ich behaupte nicht von mir, die einzige Wahrheit zu kennen – ich vertraue aber auf die Wissenschaft und das, was ich sehe und was mir meine Freunde aus Ihren eigenen Erfahrungen berichten. Deshalb ist es nicht immer möglich, ruhig zu bleiben. Leider auch nicht in diesem Fall, der zur Folge hat, dass Alpha Films und wir erst einmal getrennte Wege gehen.

Daher wird es auch an diesem Freitag keine Auswärtscouch geben, ebenso nicht beim Pokalspiel in Köln. Das schaffen wir leider noch nicht. Aber wir erarbeiten uns gerade Alternativen, um auch bei Auswärtsspielen schnellstmöglich wieder für Euch da zu sein!

Jatta, Kittel und Alidou sind rechtzeitig fit

Apropos Auswärtsspiel: Dafür haben sich heute erfreulicherweise drei Spieler gesund zurückgemeldet. Faride Alidou und Sonny Kittel kehrten aus ihren Verletzungspausen ins Mannschaftstraining zurück, Bakery Jatta hat sich nach seiner Corona-Erkrankungen freitesten können und soll nach Möglichkeit auch Freitag voll mitmischen können. Letzteres aber wundert mich, angesichts der verpassten Vorbereitung bis hierhin. Aber vor allem sehe ich andere, gesunde Spieler vor ihm. Zum Beispiel einen Robin Meißner, der (zu) wenig Einsatzzeiten hatte

Selbstverständlich muss hier das Leistungsprinzip Priorität haben. Und wenn der Trainer Tim Walter aktuell Jatta vor Meißner sieht, muss er so entscheiden wie zuletzt. Und ich gebe zu, dass ich Jatta noch als wichtiger einstufe, als die meisten hier. Denn Jatta ist auch bzw. gerade wegen seines Tempos so unberechenbar, dass niemand (oftmals nicht mal er selbst) wirklich sagen kann, was bei seinen Aktionen herauskommt. Fakt aber ist, dass es in dieser Liga keinen mir bekannten Abwehrspieler gibt, der Jattas Tempo mitgehen kann. Von daher hätte ich Jatta auch immer wieder aufgestellt.

Aber ich sehe in Meißner eben auch einen Stürmer, der zwar nicht Jattas Tempo hat und daher sicher nicht so mühelos die Eins-gegen-Eins-Situationen auf Strecke löst wie Jatta. Und Meißner ist zweifelsfrei auch kein typischer Außenstürmer. Dafür aber hat Meißner den direkten Zug zum Tor. Er schießt, sobald sich die Gelegenheit bietet, und er trifft in der Regel auch besser als Jatta. Prozentual allemal. Einfach schon, weil er die bessere Schusstechnik hat. Vor allem aber hoffe ich bei Meißner auf eine Weiterentwicklung, deren Ende nicht so vorhersehbar ist wie bei vielen anderen. Und diese Entwicklung funktioniert nur über Einsätze.

Meißner braucht mehr Spielzeit - kommt Ngoy aus Belgien?

Mikkel Kaufmann (!6 Einsätze/223 Minuten Spielzeit) wurde Meißner (3 Einsätze/92 Minuten Einsatzzeit) im Sommer vor die Nase gesetzt, was quantitativ auch noch Sinn machte. Man brauchte einen weiteren Stürmer. Und jetzt suchen die HSV-verantwortlichen offenbar erneut nach einem Stürmer, nachdem Kaufmann nicht wie gewünscht gezündet hat und Meißner bei Trainer Tim Walter offenbar einen schweren Stand hat.

Wie das belgische Portal „Walfoot“ berichtet, ist der HSV an Mittelstürmer Julien Ngoy interessiert. Der 24-Jährige, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, spielt seit 2020 in Belgien für KAS Eupen und wurde zuvor bei Club Brügge sowie Sporting Anderlecht ausgebildet. Insgesamt bringt er es für Eupen auf zehn Treffer in 55 Spielen. Anbei ein Video von ihm (in dem die teilweise extrem geile Pässe zu den Toren mich mehr beeindruckt haben als das Tor an sich…), mehr kenne ich von Ngoy nicht. 

In diesem Sinne, bis morgen. Den spannenden Beitrag von Dr. Olaf Ringelband werde ich Euch nicht vorenthalten. Er ist nur noch mal aufgeschoben!

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