Bundesliga 15:30 Uhr: HSV zu Gast in Freiburg – Analyse und Erwartungen
gestern haben wir uns schon mit einer möglichen Startelf beschäftigt, heute schauen wir noch einmal auf den Gegner. Der HSV tritt morgen um 15:30 Uhr beim SC Freiburg an. Das…

Moin zusammen,
gestern haben wir uns schon mit einer möglichen Startelf beschäftigt, heute schauen wir noch einmal auf den Gegner. Der HSV tritt morgen um 15:30 Uhr beim SC Freiburg an. Das Spiel könnt ihr als Einzelspiel bei Sky schauen, in der Konferenz gibt es das Spiel bei DAZN.
Freiburg steht aktuell auf Platz 9 der Bundesliga. Aus 5 Siegen, 5 Unentschieden und 5 Niederlagen ergeben sich 20 Punkte. Freiburg spielt auch noch in der Europa-League und im DFB-Pokal. In der Europa-League steht man aktuell auf Platz 5, im Pokal muss man im Viertelfinale zur Hertha nach Berlin. Man ist also in allen Wettbewerben solide bis gut dabei. Freiburg ist ja bekanntlich ein Verein, der vor allem auf der Trainerposition auf Kontinuität setzt. Man wird im Breisgau selten hektisch. Das hat bisher häufig gut geklappt und so wird man auch jetzt nicht unruhig. Man hat aktuell 6 Punkte auf das internationale Geschäft. Das letzte Spiel vor der Pause gewannen die Freiburger in einem ansehnlichen Spiel beim VfL Wolfsburg mit 3:4.
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Freiburg und dem HSV fand in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison statt. Dort musste sich der HSV am Ende mit 1:5 geschlagen geben. Das Spiel wurde in 2 Halbzeiten bzw. Spiele aufgeteilt. In der ersten „Halbzeit“ hielt der HSV gut mit, ging früh in Führung und kassierte kurz vor Schluss mit dem einzigen Torschuss der Freiburger das 1:1. In der 2. „Halbzeit“, als man durchrotierte, gewann der SC Freiburg mit 4:0. Das Ergebnis scheint also klar. Wenn man sich die einzelnen Halbzeiten und das Personal aber anschaut, blickt man da eventuell etwas anders drauf.
Das letzte Pflichtspiel bestritten die beiden Mannschaften im DFB-Pokal der Saison 24/25. Damals gewann Freiburg mit 2:1 in einem Spiel, in dem für den HSV mehr drinnen gewesen wäre. Freiburg war am Ende effizienter und der HSV schaffte es nicht, den Druck in ein 2:2 umzumünzen, um in die Verlängerung zu gehen. Am Ende sagen auch die Statistiken, dass das Spiel ausgeglichen war, lediglich der xGoals-Wert spricht klar für Freiburg, die allerdings auch einen Elfmeter hatten, bei dem der xGoals-Wert durchschnittlich bei 0,77 liegt.
Der HSV trifft mit Freiburg auf eine Mannschaft, die wahrscheinlich in einem 4-2-3-1-System auflaufen wird. Das ist natürlich nur die Grundformation. Im Spiel verändert sich das ja auch gerne mal.
Die voraussichtliche Startelf ist in der Defensive relativ klar. Atubolu startet im Tor. Vor ihm wird die 4er-Kette wohl aus Kübler, Ginter, Lienhart und Günter bestehen. Lienhart würde dann für Jung in die 4er-Kette rücken.
Davor begannen in Wolfsburg Osterhage und Eggestein. Davor bestand die 3er-Reihe aus Manzambi, Suzuki und Treu. Höchstwahrscheinlich wird Grifo wieder in die Startelf rücken, die Frage ist, für wen. Einige erwarten Grifo auf der rechten Seite für Treu. Gegen Wolfsburg wurde Grifo allerdings für Osterhage eingewechselt. Auch ich erwarte Grifo eher weiter vorne. Im Sturm wird dann wohl wieder Höler beginnen.
Die Freiburger starten ihr Pressing im Durchschnitt ca. 41 Meter vor dem Tor und lassen beim Gegner ca. 14 Pässe zu, bevor sie mit einem Tackling oder Ähnlichem eingreifen. Die Freiburger haben im Verhältnis zur Bundesliga nur durchschnittlich viele hohe Ballgewinne, prozentual endet aber jeder 5. hohe Ballgewinn in einem Torschuss. Bis jetzt haben die Freiburger aus hohen Ballgewinnen 3 Tore erzielt. (Ein hoher Ballgewinn hat keine genaue Definition, wird aber meist als Ballgewinn zwischen Mittellinie und 16er des Gegners gesehen). Der HSV sollte hier also wachsam sein und den Ball nicht in der eigenen Hälfte verlieren.
Warum der HSV schnell spielen sollte
Auf die Startelf bin ich gestern im Detail eingegangen, ich erwarte die Mannschaft folgendermaßen: Heuer Fernandes – Gocholeishvili – Capaldo – Vuskovic – Elfadli – Muheim – Lokonga – Remberg – Viera – Königsdörffer – Dompe.
Ich hatte ja gestern geschrieben, dass der HSV effizient in die Tiefe kommen muss. Was meine ich damit? Der HSV muss mit so wenigen Kontakten wie möglich in die Tiefe und Richtung Tor kommen, da man so am ehesten die unsortierte Defensive des Gegners ausspielen kann. Sicherlich sollte der HSV vor allem im Abschluss und in der Ausführung dieser effektiv sein, das ist ja aber ein Zusammenspiel. Effektiv im Angriff, effizient in der Ausführung des Angriffes. Alle Mannschaften, abgesehen von Bremen, die unterhalb der Ballbesitzmarke von 50 % liegen, spielen mehr Pässe nach vorne als der HSV (33 % Pässe vorwärts). Der Wert sagt natürlich nicht direkt aus, dass der HSV nicht schnell umschaltet, aber er gibt wieder, dass andere Mannschaften mit ungefähr gleichem Ballbesitz strikter den Ball nach vorne tragen. Der HSV spielt prozentual die 5. meisten Pässe nach hinten. Das ist kein Killerkriterium, aber wer sich die Spiele des HSV anschaut, sieht, dass der HSV des Öfteren wieder nach hinten spielt, wenn man die erste Pressinglinie überspielt hat. Faktisch gesehen hat man nach Überspielen der ersten Pressing-Line weniger Gegner vor sich, als wenn man wieder von hinten aufbaut. Und das ist das, was ich damit sagen will. Der HSV muss, nachdem er den Ball gewinnt oder die erste Pressinglinie überspielt, sofort in die gefährlichen Zonen kommen. Ohne viel Schnickschnack. Sicherlich muss man da auch hin und wieder einen Gegner ausspielen, um die Möglichkeit eines Passes in die gefährliche Zone vor dem Tor zu eröffnen, aber man muss hier eben so effizient wie möglich handeln, damit man dem Gegner weniger Zeit zum Sortieren gibt.
Ich nenne mal das Beispiel des Tores von Dompe gegen Mainz. Auch gegen Frankfurt kam man zu guten Möglichkeiten, als man den Ball zügig nach vorne brachte.
Sofern der HSV mit Königsdörffer startet, muss man versuchen, diesen in der Tiefe einzusetzen. Wenn man Flanken in den 16er schlägt, während die gegnerische Kette sortiert vor dem Tor steht, wird es für Königsdörffer mit 1,82 m schwer, viele Kopfballtore zu machen. MMn sollte man möglichst versuchen, ihn flach in Szene zu bringen.
Mit Downs hat man sich dieses Element zumindest von der Größe her in den Kader geholt. Mit ihm kann man sicherlich auch Flanken einstreuen, aber auch hier sollte man vorwiegend versuchen, Downs‘ Tempo auszuspielen. Das gelingt aber nur, wenn die Räume in der Tiefe da sind und man diese auch ausspielt. Diese Räume sind aber häufig nur dann da, wenn der Gegner den Ball hoch verliert oder hoch anläuft. Wenn der Gegner sortiert hinten steht, ergeben sich meistens keine großen Tiefenräume, die belaufen werden können.
Damit der HSV diese Räume aber bespielen kann, muss man den Gegner, gerade wenn er unsortiert ist, schnell attackieren und dann am besten den Ball im Tor versenken.
Schön wäre aber auch mal ein Tor nach einer Ecke. Das gelang bisher noch nicht. Polzin sagte nach dem Trainingsstart, dass man sich hier logischerweise verbessern wolle. Mit Vuskovic hat man jemanden, der den Ball reinköpfen kann, und auch mit Downs holt man sich Größe dazu. Der HSV muss es jetzt aber auch hinkriegen, diese Spieler in Szene zu setzen, indem man den Ball auf ihren Kopf bringt und die Jungs am besten vorher freiblockt, natürlich im legalen Rahmen.
Fazit
Der HSV sollte mMn schnell spielen und die Unsortiertheit des Gegners ausnutzen, weil ich darin die besten Chancen sehe, um ein Tor zu schießen. Anhand der Aussage von Polzin gestern, dass man mit Downs noch mehr die Tiefe attackieren wolle, interpretiere ich, dass er das ähnlich sieht, und hoffe, dass der HSV das auch so umsetzt.
Schreibt doch gerne mal rein, was ihr morgen vom Spiel erwartet, und schreibt auch gerne rein, ob ihr Karten habt und wie der Status eurer Anreise aussieht.
Tom
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