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Bochum gewinnt Topspiel - HSV muss nachziehen

Erst am Mittwoch verstarb der frühere Teamkollege von Fußball-Idol Uwe Seeler Erwin Piechowiak (von 1957 bis 1966 insgesamt 175 Pflichtspiele für HSV) im Alter von 84 Jahren,…

Bochum gewinnt Topspiel - HSV muss nachziehen

Erst am Mittwoch verstarb der frühere Teamkollege von Fußball-Idol Uwe Seeler Erwin Piechowiak (von 1957 bis 1966 insgesamt 175 Pflichtspiele für HSV) im Alter von 84 Jahren, jetzt muss die HSV-Familie auch noch von dem frühere HSV-Präsident und -Generalmanager Peter Krohn Abschied nehmen. Wie der HSV am Freitagabend unter Berufung auf dessen Familie mitteilte, starb Krohn am Donnerstag im Alter von 89 Jahren.

Krohn hatte in den 70er Jahren die Grundlage für die erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Hamburger SV gelegt. Er war 1973 zunächst als Präsident an die Spitze des Traditionsclubs gewählt worden. 1975 gab er sein Amt ab, bis 1977 arbeitete Krohn als Generalmanager. In seiner Zeit als Verantwortlicher gelang ihm die Sanierung des Clubs. Die sportlich größten Erfolge waren der DFB-Pokalsieg 1976 und ein Jahr danach der Erfolg im Europapokal der Pokalsieger.
Fast noch mehr Aufmerksamkeit erzielte Krohn 1977 mit der Verpflichtung des damaligen englischen Superstars Kevin Keegan, den er vom FC Liverpool holte. Auch spätere Club-Idole wie Felix Magath und Willi Reimann kamen in seiner Amtszeit. Der promovierte Volkswirt war der erste im deutschen Profifußball, der das Marketing konsequent vorantrieb. So ließ er die Spieler unter anderem in pinkfarbenen Trikots auflaufen. Um die Jahrtausendwende saß Krohn zudem im HSV-Aufsichtsrat, während sein Vater Hans Krohn in den 20er Jahren für den Verein spielte und 1923 deutscher Meister wurde.

Mit dem Traditionalisten Krohn, der sich bis zuletzt massiv gegen die Ausgliederung gewehrt hatte, verliert der HSV einen der vielleicht verdientesten Ex-Funktionäre. Einen, den ich persönlich über viele Jahre kennen- und auch schätzengelernt habe. Vor allem sein unermüdliches Engagement hat mir immer wieder imponiert, wenngleich es auf eh schon in die Länge gezogenen Mitgliederversammlungen nicht selten auch dazu führte, dass diese Veranstaltungen sehr langatmig wurden. Denn eines war bei Herrn Dr. Krohn immer erkennbar: Das Wohl des HSV war ihm wichtig. Es stand bei ihm trotz der glamourösen Vergangenheit weit über seinem eigenen Ego. Und das können nur sehr wenige von sich behaupten, die so lange und so intensiv beim HSV gewirkt haben.

Vielen Dank dafür, vielen Dank für alles! Ruhen Sie in Frieden, Herr Dr. Krohn!

Den Übergang zu so etwas profanem wie Zweitligafußball zu finden, fällt angesichts solch trauriger Meldungen wirklich schwer. Aber wir müssen ja. Morgen schon geht es für den HSV weiter. In Hannover gilt es, das Ergebnis der direkten Konkurrenz aus Kiel zu nutzen und den Vorsprung um möglichst drei Punkte auszubauen. Parallel wollen Trainer Daniel Thioune und Co. natürlich wieder an Fürth vorbeiziehen, die heute glücklich (aber nicht unverdient) gegen Heidenheim gewinnen konnten. Zudem gilt es, den Abstand auf Karlsruhe (verliert 0:1 gegen Osnabrück) auszubauen und den Rückstand auf den VfL Bochum nach dessen 2:1-Erfolg im Spitzenspiel gegen Kiel wieder zu verkürzen. Und dafür muss der HSV in Hannover eine schwere Hürde nehmen.

Beginnend mit der Kadernominierung, für die Thioune lediglich auf einen Akteur verzichten muss: Toni Leistner. Der Innenverteidiger fällt weiter aus – dafür sind aber 26 andere Profis heiß darauf, zu den besten 20 und damit zum Kader für das Nordderby zu gehören. Sechs Spieler muss der HSV-Coach dementsprechend streichen. Zudem steht die Frage im Raum: Was passiert mit den vor ihren Ausfällen unumstrittenen Leistungsträgern Jeremy Dudziak und Simon Terodde, beide ebenso wie David Kinsombi und Rick van Drongelen wieder einsatzfähig sind? Mein Tipp: Terodde beginnt für Bobby Wood und der Rest bleibt wie gegen Heidenheim. Mit Dudziak , Kinsombi, Wintzheimer und van Drongelen auf der Bank hätte der Trainer für alle Fälle in allen Mannschaftsteilen die Optionen auf spielentscheidende Verbesserungen von außen -  und er würde die Mannschaft nach dem starken 2:0 gegen Heidenheim belohnen. Allein: Muss er das? Ich behaupte nein!

Ich würde auch Terodde für Wood bringen. Ich würde auch weiter auf Leibolds offensive Qualitäten setzen. Das aber kann man auch, wenn man hinten wieder mit einer verkappten Dreierkette sowie mit Leibold und Vagnoman als offensive Außenverteidiger/Mittelfeldspieler setzt. Dass ich viel von Geschwindigkeit im Spiel halte, ist glaube ich inzwischen hinlänglich bekannt. Deshalb würde ich angesichts des Hannoveraner Rechtsverteidigers Muroya (sehe ich als Schwachstelle) dort maximales Tempo setzen. Soll heißen: Vagnoman und Bakery Jatta, dafür würde Kittel auf die linke Seite wechseln und mit Leibold für Druck sorgen. Das wäre zwar bitter für Wintzheimer, aber diese Elf würde ich aufstellen:

Ulreich – Heyer, Ambrosius, Gyamerah – Onana - Vagnoman, Hunt, Leibold -  Jatta, Terodde, Kittel.

Oder seht Ihr das anders? Wie würdet Ihr spielen lassen? Fakt ist auf jeden Fall, dass nichts sicher ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass Thioune nicht allzu viel gegenüber Heidenheim verändert, ist groß. Ebenso wie seine Träume von der Champions League, wie er heute in einem Interview bei „t-online“ sagt: „Mein Traum ist es, eines Tages, wenn diese Hymne läuft, nicht vor dem TV zu sitzen, sondern am Spielfeldrand zu stehen.“ Trotzdem bleibt er Realist: „Du musst dort gut sein, wo du gerade bist. Und das ist der HSV.“ Der wiederum muss zum anderen HSV nach Hannover, was schwer genug wird.

Direkt im Anschluss daran werde ich mich morgen aber auf jeden Fall wieder an dieser Stelle bei Euch melden. In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

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