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Beim HSV stehen Personalentscheidungen an

Der unter Dopingverdacht stehende Mario Vuskovic ist vorläufig gesperrt worden. Erwartungsgemäß. Wie DFB mitteilte, wurde die Suspendierung im Rahmen einer einstweiligen…

Beim HSV stehen Personalentscheidungen an

Der unter Dopingverdacht stehende Mario Vuskovic ist vorläufig gesperrt worden. Erwartungsgemäß. Wie DFB mitteilte, wurde die Suspendierung im Rahmen einer einstweiligen Verfügung ausgesprochen. Sie gilt vorläufig und bis zur Entscheidung des DFB-Sportgerichts. Beim HSV selbst wurde Vuskovic eh schon aus dem laufenden Spiel- und Trainingsbetrieb genommen worden. Auch bei der momentan stattfindenden USA-Reise ist der Kroate nicht dabei. Die Öffnung der B-Probe ist ebenfalls beantragt. Bis zur Auswertung dieser B-Probe ist und bleibt Vuskovic ein Verdachtsfall. Ein Punktabzug droht dem HSV wohl nicht: Strafen gegen einen Verein sollen nur dann erfolgen, „wenn dem Club ein Verschulden nachgewiesen werden kann oder mehr als zwei Spieler der Mannschaft gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen haben“.

Und während Vuskovic eine Strafe von bis zu vier Jahren droht, haben die Kollegen in den USA mächtig Spaß. Aich Sportvorstand Jonas Boldt ist inzwischen angekommen, nachdem er zuvor noch mit seinem Buddy Moritz Fürste das NFL-Spiel in München auf Einladung verfolgt hatte. Im Gepäck des HSV-Vorstandes sind dabei so einige Themen, die in diesem Winter – wie schon im Sommer – wieder aktuell werden: Sein Vertrag, der Vertrag von Trainier Tim Walter – und natürlich neben Mario Vuskovic auch die Spielerpersonalie Sonny Kittel. Bleibt der offensive Mittelfeldspieler – oder muss er gehen?

So titeln auch die Kollegen heute. Und diese Diskussion ist auch alles andere als neu. Sie war für mich in der vergangenen Saison bereits entschieden. Ich hätte ihn gehen lassen. Ebenso wie der HSV übrigens, der einem Wechsel Kittels in die USA nichts in den Weg legte.  Allein die US-Amerikaner zogen in letzter Instanz doch noch zurück und Kittel blieb. Sehr zur Freude von Trainer Tim Walter, der bis zuletzt (und sicher auch weiterhin) zu 100 Prozent hinter Kittel steht und diesen gegen jede Kritik verteidigt.

Aber auch Walter kann nicht verborgen geblieben sein, dass der hochveranlagte Techniker einfach keine Konstanz in sein Spiel bekommt. In den letzten drei Partien zeigte Kittel zweifellos aufsteigende Tendenzen. Ich fand ihn gut – und im letzten Saisonspiel gegen Sandhausen sogar wieder sehr gut. Dort hätte er mindestens einen Treffer verdient. Aber davor, also vor diesen letzten drei Hinrundenpartien, hatte Kittel Aussetzer, die an Arbeitsverweigerung grenzten. Und das nicht zum ersten Mal.

Da ich nicht glaube, dass sich im Gegensatz zum Sommer jetzt in dieser Winterpause ein Käufer für Kittel finden lässt, gehe ich persönlich fest davon aus, dass Kittel bleiben wird. Völlig unabhängig davon, was der HSV primär will. Und da der HSV – zumindest nicht Tim Walter – Kittel eh nicht mit allen Mitteln loswerden will, wird er wohl bleiben. Dennoch muss der HSV sich zwingend nach einem Kittel-Ersatz umschauen. Denn dass er über seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag beim HSV bleibt, erscheint aktuell sehr unwahrscheinlich. Und das erscheint mir auch richtig so.

Bis dahin hat Kittel allerdings noch eine ganze Halbserie Zeit, um sich zu empfehlen. Und vor allem: Um sich gegen seinen potenziellen Ersatz Laszlo Benes durchzusetzen. Der wiederum war vor dieser Saison als potenzieller Kittel-Ersatz geholt worden. Aber noch scheint der Linksfuß diese Rolle nicht komplett ausfüllen zu können. Ihm fehlen im Gegensatz zu Kittel selten bis nie die Motivation und der Fleiß. Aber noch ist auch er nicht konstant genug, sondern profitierte zuletzt im Zentrum davon, dass vernünftige Leistungen reichten. Diese wiederum reichten, weil Jonas Meffert defensiv alles im Griff hatte, während Ludovit Reis als Bester Feldspieler der Hinrunde (für mich!) sowohl nach hinten wie nach vorn die auffälligste Figur abgab.

Angesichts der im Raum stehenden jahrelangen Sperre für Mario Vuskovic muss der HSV eh noch mal umplanen. Anstelle des Mittelstürmer-Backups für Robert Glatzel als Prio Nummer eins wurde jetzt ein Innenverteidiger. Jonas David zeigte neben Sebastian Schonlau zwar, wozu er in einer gut organisierten Abwehr fähig ist. Aber zuvor waren einige Partien dabei, die zumindest zweifeln lassen, dass er allein als Ersatz für Vuskovic reicht. Valon Zumberi, der gegen Sandhausensein Profi-Debüt feierte, zählt eh zu den Spielern, die noch Zeit benötigen und erst noch aufgebaut werden sollen/müssen.

Parallel zu diesen Personalien wird Boldt weiter versuchen, die Vertragsverlängerung des Trainers voranzutreiben. Die scheiterte zuletzt nur am Aufsichtsrat, der sich in der WM-Pause beratschlagen wollte – und das meinen Informationen nach auch machen wird. Aktuell deutet sehr viel auf eine Vertragsverlängerung Boldts hin, die gleichbedeutend mit der von Tim Walter wäre. Ob das auch meine Entscheidung wäre? Dazu werde ich mich an dieser Stelle morgen ausführlich äußern.

Aber bevor ich mich für heute verabschiede, anbei noch ein paar Daten, die die DFL heute bekanntgegeben hat: Hamburger SV am 25. Februar (20.30 Uhr) beim aktuellen Spitzenreiter Darmstadt 98 antreten. Am 18. März (13.00 Uhr) steigt im Volksparkstadion das Nordderby gegen Holstein Kiel. Die weiteren Spiele: 11. Februar (20.30 Uhr) beim 1. FC Heidenheim, am 19. Februar (13.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld, am 4. März (13.00 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg und am 12. März (13.30 Uhr) beim Karlsruher SC.

Bias morgen!

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