Aktuell

Beim HSV rumort es hinter den Kulissen

Beim HSV ist viel los - hinter den Kulissen. Denn während einige Kollegen gestern Abend schon den Bruch innerhalb des Präsidiums diagnostizierten, hat sich das Präsidium des…

Beim HSV rumort es hinter den Kulissen

Beim HSV ist viel los - hinter den Kulissen. Denn während einige Kollegen gestern Abend schon den Bruch innerhalb des Präsidiums diagnostizierten, hat sich das Präsidium des HSV e.V. noch gar nicht final entschieden, wie man mit der Causa Klaus Michael Kühne bzw. mit seinem Vertrauten Hans Walter Peters im Aufsichtsrat umgehen wird. Klar ist dabei weiter nur, dass Bernd Wehmeyer ein klarer Befürworter von Peters‘ Verbleib ist. Zuletzt hatte sich der Vizepräsident bei Spielen des HSV im Volksparkstadion wiederholt lautstark gegenüber seinen Präsidiumskollegen und anderen Gästen und Funktionsträgern dahingehend geäußert.

Der ehemalige Europapokalsieger mit dem HSV hatte sogar persönliche Konsequenzen für den Fall angedroht, dass sich das Präsidium gegen Peters entscheiden würde. Dieses Ausscheiden wiederum will Marcell Jansen, der Vereinspräsident und Aufsichtsratsvorsitzende des HSV erreichen. „Der isolierte Präsident“ titelte heute das Hamburger Abendblatt und beschrieb damit, dass es ihren Informationen zufolge mit Michael Papenfuß eine zweite Stimme im Dreier-Präsidium des HSVe.V. pro Peters und dementsprechend auch pro Kühne-Forderung gibt. Denn der Milliardär hatte seinerseits den Abbruch aller Gespräche angedroht, sollte Peters in dem neu zu konstituierenden Aufsichtsrat keinen Sitz mehr erhalten. 

Noch mal ganz deutlich: Bislang wird hier sehr viel spekuliert und entschieden ist noch nichts. Aber aus allem, was ich gehört habe und all dem, was die Kollegen berichten, deutet sehr viel daraufhin, dass Kühne sich durchsetzt und Jansen hier überstimmt wird. Das wiederum wäre eine herbe Niederlage für Jansen, der sich auf vielen Ebenen heftigem Gegenwind ausgesetzt sieht. In wichtigen Themen überstimmt – wie geht es mit Jansen weiter“ titeln die Kollegen der BILD und geben damit die Richtung vor. Allerdings wird hier erst in ein paar Wochen Klarheit herrschen.

Aber das alles nur für Euch, um die aktuelle Situation aus meiner Sicht ein Stück weit einzuordnen.

Klarer ist die Situation für das DFB-Team in Katar. Am Donnerstagabend deutscher Zeit muss dort gegen Costa Rica gewonnen werden, wenn man ins Achtelfinale einziehen will. Und dementsprechend klar geht Bundestrainer Hansi Flick die Situation auch an. „Wichtig ist für uns, griffig zu sein. Hinten müssen wir gut stehen und vorne alles nutzen, was wir bekommen können“, sagte Flick vor der letzten Gruppenpartie der in Katar noch sieglosen DFB-Elf im Al-Bait-Stadion in Al-Chaur. Vor vier Jahren in Russland war Deutschland erstmals bei einer Weltmeisterschaft in der Gruppenphase gescheitert. „Wir wollen unbedingt gewinnen, wir wollen den ersten WM-Sieg“, sagte Stürmer Niclas Füllkrug, der gegen Spanien den wichtigen Ausgleich zum 1:1 erzielt hatte. Ob der Bremer Angreifer gegen Costa Rica erstmals in der Startelf stehen wird, ließ Flick offen. 

Rechnerisch ist dagegen alles ein Kinderspiel, das weiß auch Flick. Ein 8:0 gegen Costa Rica - und Deutschland steht in Katar sicher im WM-Achtelfinale. Eine Rechnung, die man besser nicht aufmacht. Am wenigsten in Gegenwart des Bundestrainers: „Es wäre sehr vermessen, sehr respektlos Costa Rica gegenüber, wenn wir davon ausgehen, acht Tore zu schießen“, sagte der Bundestrainer vor dem Gruppenfinale am Donnerstag (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV). Der 57-Jährige weiß, dass nach zwei sieglosen Partien trotz des befreienden Füllkrug-Treffers beim 1:1 gegen Spanien das Costa-Rica-Spiel alles andere als ein Selbstläufer wird. „Wir sind froh, wenn wir das Spiel gewinnen.“

Ich auch. Aber aus Katar berichte nicht ich – da haben wir mit unserem Blogfreund und geschätzten Kollegen Wolfgang Stephan jemanden vor Ort, dem eh nichts entgeht. Daher hier seine neue Kolumne. Und Euch allen noch einen schönen, spannenden Fußballabend. Bis morgen!

Kolumne #14 von Wolfgang Stephan

Fallbeil der politischen Korrektheit

Wow, mal wieder ein richtiger Skandal. Die deutschen Moralwächter sind empört, dabei geht es diesmal gar nicht um den angeblichen Schurkenstaat Katar. Eher das Gegenteil. Eigentlich wird Ex-Fußballer Sandro Wagner als ZDF-Experte wegen seiner direkten Art geschätzt. Aber nicht, wenn er die Linie der politischen Korrektheit auf entsetzliche Weise verlässt.  Die Empörung hält auch am dritten Tag noch an: „Vorhin habe ich gedacht, die ganze Kurve ist voller Deutschland-Fans. Dann habe ich erst gemerkt, das sind die katarischen Bademäntel.” Auf der nach oben offenen Richterskala der Gutmenschen ist das ein mittelschwerer Tornado, den der Kommentator beim Spiel gegen Spanien im Repertoire hatte. Oje. 

„Rassistisch und ekelhaft.“ Die Empörung im Netz ist immer noch groß. Das ZDF reagierte umgehend: „Sandro Wagners Aussage über den 'Thawb' ist leider in einer emotionalen Phase des Spiels passiert. Das darf es nicht”, schrieb der Sender, und: „Wir werden das besprechen.“  Gestern Morgen las ich im Netz, dass Sandro Wagners Zukunft beim ZDF gefährdet sei. Ein Rassist am Mikro?

„Rassistisch, große Güte“, sagt mein Freund Hasnain Kazim, der Erfolgs-Autor, der indisch-pakistanische Eltern hat und als Mahner gegen jede Art von Diskriminierung kämpft. „Vielleicht war das abfällig, respektlos, aber gewiss ist es nicht rassistisch. Denn wer permanent mit diesem Begriff kommt, entwertet ihn und macht Kampf gegen Rassismus, wo er nötig ist, unnötig schwer.“ 

Und dann klärt Hasnain Kazim auf seine Art auf: „Und ja, natürlich sieht diese Kleidung aus wie das, was andere als Bademantel kennen.“ Er selbst trage gerne die Standardkleidung „Shalwar Kameez“ aus Südasien, ein weites, bis zum Knie reichendes Hemd und eine lockere Pluderhose. Den Spruch, „na bist du in deinem Pyjama unterwegs“, höre er gelegentlich. Das sei je nach Kontext lustig, ironisch, zeuge auch von Ahnungslosigkeit, aber eines sei es nicht: „rassistisch.“ Sein Rat: „Der Welt, also uns allen, wäre sehr geholfen, wenn wir nicht in jedem Wort immer das Schlimmste annähmen und anderen Menschen immer die übelsten Gedanken unterstellen.“

Also, Sandro, bleib locker. Und ertrage es, wenn sich die Araber mal über deine Kleidung despektierlich zeigen: Du hast schließlich bei einem Klub gespielt hat, bei dem sie komische kurze Lederhosen tragen.

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen