Baumgarts Luxusprobleme vor dem Spiel gegen Regensburg
Jonas Meffert bleibt beim HSV. Zwei Tage vor dem nächsten Heimspiel gegen einen Aufsteiger hat der HSV mitgeteilt, dass der Vertrag mit dem defensiven Mittelfeldspieler…

Jonas Meffert bleibt beim HSV. Zwei Tage vor dem nächsten Heimspiel gegen einen Aufsteiger hat der HSV mitgeteilt, dass der Vertrag mit dem defensiven Mittelfeldspieler verlängert wurde. Der genaue Zeitraum der Vertragsverlängerung wurde dabei allerdings nicht offiziell bekanntgegeben – allerdings verriet Trainer Steffen Baumgart gab jedoch in der Pressekonferenz vor dem Spiel eine ungefähre Richtung vor: „Meffo bleibt uns mindestens zwei weitere Jahre erhalten“, erklärte der 52-jährige Coach.
Meffert verlängert für zwei Jahre „mindestens“
Und allein das „mindestens“ lässt mich aufhorchen. Denn wie vor längerem schon einmal geschrieben, sehe ich den HSV im Falle des Aufstiegs auf sehr vielen Positionen so besetzt, dass er nachbessern müsste. Und auch bei Meffert, den ich in der Zweiten Liga als unumstrittenen Leistungsträger und Stammspieler des HSV sehe, habe ich zumindest leichte Zweifel an der Tauglichkeit für die Erste Liga. Schon deshalb hätte ich ihm einen Vertrag mit Ligaabhängigkeit gegeben.
Aber: Für den Moment ist Meffert aus meiner Sicht unverzichtbar, obgleich mit Daniel Elfadli ein starker Ersatz bzw. Kompagnon gefunden wurde. Schon deshalb ist das eine gute Nachricht. Und auch Baumgart zeigte sich sichtlich erfreut über die Vertragsverlängerung. „Wenn man mit ihm arbeitet, merkt man sofort, wie wichtig er für uns ist“, lobte er Meffert. Der Spieler habe sich über die Jahre hinweg eine herausragende Position im Team erarbeitet. Auch der Direktor des Profifußballs, Claus Costa, äußerte sich positiv: „Jonas ist ein echter Teamplayer und ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Seine Verlässlichkeit und seine fußballerische Intelligenz sind von großem Wert für unser Spiel.“
Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen über einen möglichen Wechsel Mefferts, unter anderem soll der frühere HSV-Trainer Tim Walter versucht haben, ihn zu Hull City in die englische Championship zu holen. Baumgart kommentierte dies jedoch gelassen: „Ich hatte nie den Eindruck, dass Meffo kurz davor ist, den Verein zu verlassen.“ Auch ich hatte diesen Wechsel als höchst unwahrscheinlich erachtet und deshalb kaum eine Silbe über dieses Theater verloren.
Und nein, ich kann dieses Gesabbel von der bedingungslosen Loyalität zum HSV als Arbeitgeber nicht mehr hören. Ich glaube es selten, und manchmal stört es mich sogar. Und nach zuletzt Glatzel legte heute Meffert in diese Richtung nach: „Trotz des zuletzt lukrativen Angebots habe ich immer betont, was mir der HSV bedeutet. Ich freue mich, dass weitere Partien für diesen Club hinzukommen werden. Denn wir haben noch gemeinsame Ziele, die ich unbedingt erreichen will“, so Meffert, der nach eigenen Angaben stolz darauf sei, für den HSV auf „mehr als 100 Pflichtspiele“ zu kommen.
Kuntz: „Vielleicht geht es manchen beim HSV einfach zu gut“
Im Gegensatz zu Meffert hätte der HSV im Sommer gern einige der weniger eingesetzten Spieler abgegeben, doch das gestaltete sich wie (leider inzwischen schon gewohnt) sehr schwierig. Sportvorstand Stefan Kuntz deutete jetzt bei meinen Kollegen der Morgenpost an, was wir hier schon sehr lange vermuten - dass der Reiz der Stadt Hamburg für einige Spieler nicht nur Vorteile bringt: „Vielleicht geht es manchen Spielern beim HSV einfach zu gut“, sagte er. In einer der attraktivsten Städte Deutschlands zu leben, könne dazu führen, dass sich manche Spieler zu sehr auf ihren aktuellen Status verlassen. Siehe auch Robert Glatzels Satz, der HSV fühle sich auch als Zweitligist an wie ein Erstligist. Ein Satz, der sicher nicht so gemeint war – der aber genau das vermuten lassen kann, was auch Kuntz sagte.
Namen nannte Kuntz dabei zwar nicht, doch es wurde deutlich, dass Trainer Baumgart einige Spieler wie William Mikelbrencis, Levin Öztunali und Anssi Suhonen nicht mehr in seinen Planungen berücksichtigt, diese aber entweder nichts fanden oder gar nicht wegwollen, obwohl sie wissen, dass sie kaum bis keine Einsatzzeiten bekommen werden, da der Kader inzwischen so groß und in der Breite auch stark ist, dass es schon jetzt am Sonntag zu ersten Härtefällen kommen wird. Abgesehen von dem weiterhin verletzten Außenbahnspieler Bakery Jatta stehen Baumgart für das Spiel gegen Regensburg alle Stammspieler zur Verfügung.
Baumgart: „Wir wollen einen großen Kader“
Baumgart äußerte sich hierbei nur wenig besorgt über die große Anzahl an Spielern im Kader: „Wir wollten einen breit aufgestellten, aber auch sehr gut strukturierten Kader, der bereit ist, den Aufstieg in die Bundesliga anzugehen. Dafür braucht es viele Optionen.“ Der Trainer betonte, dass die Ausgeglichenheit des Kaders einen positiven Effekt habe: „Jeder hat die Möglichkeit, schnell in die Mannschaft zu rücken, aber genauso schnell kann man auch wieder draußen sitzen – und das sehe ich als Luxus.“ Vor allem wäre das endlich mal das lange vermisste Leistungsprinzip in gelebter Version…
In diesem Sinne, morgen wird Baumgart den Kader der Mannschaft bekanntgeben – und ich bin sehr gespannt.
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