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Ausfälle intern kompensieren oder Neue holen? Der HSV muss seinen Kader sortieren

Es ist tatsächlich mehr als 16 Monate schon her, dass der HSV zuletzt die Tabelle der zweiten Bundesliga angeführt hat. Aber wer sich die aktuelle Tabelle in der zweiten…

Ausfälle intern kompensieren oder Neue holen? Der HSV muss seinen Kader sortieren

Es ist tatsächlich mehr als 16 Monate schon her, dass der HSV zuletzt die Tabelle der zweiten Bundesliga angeführt hat.  Aber wer sich die aktuelle Tabelle in der zweiten Bundesliga anguckt, der weiß auch die Situation sehr gut einzuschätzen. So auch HSV Cheftrainer Merlin Polzin, der die Rolle als Gejagter ja noch nicht annehmen mag. „Bei der Situation, die wir vorfinden, davon zu sprechen, dass die eine Mannschaft die andere jagt, ist vielleicht von außen ein Thema. Intern ist es das nicht“, sagte der 34-Jährige bei der heutigen Vor-Spieltags-Pressekonferenz vor dem Spiel bei Hertha BSC (Sbd., 20.30 Uhr). 

Der ebenso knappe wie verdiente Heimsieg am vergangenen Sonnabend gegen den ersten FC Köln hat den HSV de facto das erste Mal seit September 2023 wieder an die Tabellenspitze der zweiten Bundesliga gespült. Ein trügerischer Zustand, wenn man beachtet, wie eng hier noch alle Mannschaften beieinander sind. Bis Platz 8, wo der SC Paderborn rangiert, sind es gerade einmal 3 Punkte. Polzin: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das ist unser Anspruch. Wir wollen das auf unsere Art und Weise tun. Deshalb ist der Fokus immer auf dem nächsten Spiel.“ Er und die Spieler würden keine Gedanken an die Tabellenkonstellation verschwenden. 

Nach Jatta-Ausfall: Platziert Polzin Transferwünsche beim HSV-Vorstand?

Mehr Gedanken macht sich der Coach des HSV indes um sein Personal. Zumal sich in dieser Woche die Personalsituation noch einmal verschärft hat. Bakery Jatta zog sich am Mittwoch im Training einen Syndesmoseriss am Sprunggelenk zu und fällt für den Rest der Saison aus. Er ist nach Noah Katterbach (Kreuzbandriss) der zweite fehlende Außenbahnspieler, der langfristig fehlt. Ob er bei der sportlichen Leitung bereits Transferwünsche hinterlegt hätte, wurde Polzin heute gefragt - und dieser antwortete ein wenig ausweichend. Er schloss einen oder mehr Zugänge bis zum Ende des Transferfensters am 3. Februar nicht aus, betonte aber zugleich. „Wir haben Flügelspieler im Kader. Wir haben auch Jungs auf anderen Positionen eingesetzt, die auf den Flügelpositionen - links wie rechts - auch schon gespielt haben“, so Polzin.

So schön dieser Vertrauensbeweis in Richtung der eigenen Spieler auch sein mag, er ist nicht ohne Risiko. Rein wirtschaftlich betrachtet ist es nahezu unumgänglich für den HSV, personell zu reagieren. Die Frage, die sich hierbei stellt, ist: haben die Scouting Abteilung im Zusammenspiel mit dem Sportdirektor und dem Vorstand Sport ihre Hausaufgaben gemacht? Ich weiß - und damit geht ein besonders lieb gemeinter Gruß an meinen Freund Marc R.  raus -, ich nerve schon seit Jahren mit der Forderung nach einem schnellen und zweikampfstarken Innenverteidiger als Ersatz für den weiterhin wegen Dopings gesperrten Mario Vuskovic. Aber jetzt noch einmal für die vakante Außenposition nachzulegen und dafür einen kleinen Betrag auszugeben ist allemal günstiger, als im Sommer erneut den Aufstieg in die Bundesliga zu verpassen.

Diskussionen, die Polzin heute nicht groß kommentieren wollte. Jetzt gelte der Fokus auf das Hertha-Spiel. Der junge HSV-Coach sicherte allen Anwesenden heute trotzdem zu: „Im Hintergrund laufen aber die Dinge, dass wir uns so aufstellen, dass wir die Ziele bestmöglich erreichen können.“ Der Austausch mit der Scouting-Abteilung sei sehr intensiv. Und ja, das sind die Worte, die wir in den letzten Jahren immer wieder gehört haben, die allerdings nur selten dazu führten, dass sich der HSV im Winter tatsächlich noch einmal sportlich zu verstärken wusste.

„Anspruch des HSV muss sein, in Hamburg sportlich die Nummer Eins zu sein“

Wobei der HSV in einem weiterhin sehr stark ist: In der Theorie. Genauer gesagt im Reden. „Der Anspruch des HSV muss es sein, in Hamburg sportlich die Nummer Eins zu sein“, sagte HSV-Aufsichtsratsboss Michael Papenfuß jüngst in der aktuellen „Sport Bild“, um dann zumindest noch hinterherzuschicken: „Das müssen wir uns wieder erarbeiten. Worte allein – auch diese hier von mir – bringen uns nicht nach vorne.“ Warum er es dann doch sagt? Ganz einfach: Der Wahlkampf um die neuen Aufsichtsratspositionen beginnt, nachdem die „BILD“ gestern schon zwei potenziell neue AR-Kandidaten (Eric Bussert von Hauptsponsor HanseMerkur und Ex-DFL-Chefin Donata Hopfen) ins Spiel gebracht hatte. Jetzt bringen sich die Kandidaten alle schon mal langsam in Position. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr.

In diesem Sinne, Euch allen jetzt erst einmal einen schönen Abend!

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