Aufsichtsrats-Zoff beigelegt - mit Überraschung
Nach den inzwischen schon monatelangen Querelen hat die Fußball-AG des HSV ihren Aufsichtsrat gefunden. Vorerst zumindest. Denn die angestrebte Lösung mit sieben Kontrolleuren…

Nach den inzwischen schon monatelangen Querelen hat die Fußball-AG des HSV ihren Aufsichtsrat gefunden. Vorerst zumindest. Denn die angestrebte Lösung mit sieben Kontrolleuren wurde nicht beschlossen. Stattdessen sind es vorerst sechs Kontrolleure, die den neuen Rat bilden. Ebenfalls neu: HSV-Präsident Marcell Jansen ist nicht mehr Chef des Kontrollgremiums. Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrats wurde e.V.-Vize Michael Papenfuß. Weitere Mitglieder neben Papenfuß und Jansen sind der stellvertretende Vorsitzende Markus Frömming, sowie die neu gewählten Henrik Köncke und Stephan von Bülow. Sechster Mann im Kontrollrat ist weiterhin Hans-Walter Peters. Darauf einigten sich alle Anteilseigner am heutigen Montag bei ihrer Hauptversammlung.
Dass damit Ruhe einkehrt, dürfte vorerst nur partiell gültig sein. Dass Jansen nach seinem eskalierten Zoff mit Milliardär Klaus Michael Kühne nun an der Spitze des Kontrollgremiums abgelöst wird, darf als Kompromiss gewertet werden. Papenfuß gehört als Schatzmeister zum Präsidium des HSV e.V., der mit 75,1 Prozent größter Anteilseigner der AG ist und zählt inhaltlich als Finanzfachmann. Auch deshalb, so wurde es offiziell verlautbart, habe Jansen seinen Posten ob der bevorstehenden Themen gern für den inhaltlich geeigneteren Kontrolleur freigeräumt.
Papenfuß löst Jansen als AR-Vorsitzender ab
Keinen Platz mehr im Aufsichtsrat hat nun doch und etwas überraschend Andreas Peters. Der Rechtsanwalt galt nach der Aussprache am vergangenen Freitag als von allen Seiten bevorzugte Lösung für den vakanten siebten Sitz im Aufsichtsrat. Peters soll in beratender Form tätig werden, während Lena Schrum nicht mehr dabei ist. Das Mandat des bei Mitgliedern, Fans, Anteilseignern und Aufsichtsratskollegen umstrittenen Detlef Dinsel war schon zuvor abgelaufen – und wurde auf dessen Wunsch und Drängen der Aktionäre nicht verlängert. Dinsel hatte wegen der Kritik an ihm auf eine erneute Kandidatur verzichtet.
Aber es wird sicherlich erst einmal nur ein kurzfristiger Frieden sein. Denn der aktuell freie siebte Sitz soll kurzfristig besetzt werden. Papenfuß via hsv.de: „Wir haben einen festen Prozess, der hinter der Besetzung eines Platzes im Aufsichtsrat steht, an den wir uns gemäß der Satzung unseres Vereins halten werden. Der 68-Jährige hofft, dass nun etwas mehr Ruhe im Umfeld des Traditionsvereins einkehrt: „Es freut mich sehr, dass wir in Abstimmung mit den Gesellschaftern und nach vielen differenzierten, internen Gesprächen einen Konsens erzielen konnten. Es ist gut und wichtig, dass wir einen gemeinschaftlichen Weg gehen, bei dem die Zukunft der HSV Fußball AG und das Zusammenspiel zwischen dem Verein und den anderen Gesellschaftern im Mittelpunkt stehen.“
Wohl gewählte Worte, deren Bedeutung beim HSV in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Wochen nur zu schnell verflogen war. Und auch diesmal dürfen wir aktuell erst einmal nur von einem Burgfrieden ausgehen, der gewählt wurde, um den aktuell anhaltenden sportlichen Erfolg nicht zu gefährden. Immerhin! Denn auch das hat in den letzten Jahren bei vielen Funktionsträgern eine viel zu oft untergeordnete Rolle gespielt. Aber ich bin gespannt, wie es weitergeht. Obwohl: Stimmt gar nicht! Ich befürchte eher etwas…
Sportlich gibt es nach dem Spiel in Darmstadt auch etliche Ansätze, was der HSV besser machen muss. Und damit werde ich mich im Laufe dieser Woche auch beschäftigen, sobald ich wieder voll auf dem Damm bin. Dabei wird es zunächst um die Defensive gehen, die nach der Sperre für Mario Vuskovic leider noch nicht die Stabilität hat, die man braucht, um souverän Spiele über die Zeit zu bringen. Oder seht Ihr das anders?
Euch allen einen schönen Abend! Und: Bleibt gesund!
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