Auch Onana droht gegen Regensburg auszufallen
Wie gern würde ich lieber dem Spieler glauben? Denn Amadou Onana sagte mir heute, als er das Training abbrach und gerade auf dem Weg in die Kabine war, das alles okay sei. Er…

Wie gern würde ich lieber dem Spieler glauben? Denn Amadou Onana sagte mir heute, als er das Training abbrach und gerade auf dem Weg in die Kabine war, das alles okay sei. Er könne am Sonntag gegen Regensburg spielen, so der junge defensive Mittelfeldspieler. Und gerade jetzt nach dem Ausfall von Klaus Gjasula, der mit einem Innenbandriss im Knie wochenlang ausfallen wird, hatte ich darauf gesetzt, dass Onana in den nächsten Wochen für die Startelf gesetzt sei. Ich hatte versucht, das Positive aus der schlechten Nachricht von Gjasula zu ziehen. Denn Onana bedingungslos Spielzeit zu geben, damit dieser seine Entwicklung mit maximaler Spielzeit forcieren kann, ist für mich nicht nur probat – es wäre für mich die absolut richtige Entscheidung. Quasi win-win…
Onana bricht Training ab - und hofft
Dementsprechend entspannt war ich, als mir Onana beim Gang in die Kabine vorhin in die Handykamera sagte, das alles okay sei. Aber leider war der Wunsch hier offenbar Vater des Gedankens. Denn Onana droht für das Spiel am Sonntag gegen Regensburg auszufallen. Denn der defensive Mittelfeldspieler leidet schon seit ein paar Tagen an Adduktorenproblemen. Auch heute schien er im Training nicht voll durchziehen zu können. Von daher rechne ich ganz fest damit, dass Trainer Daniel Thioune ihn im ersten Spiel des Jahres 2021 nicht aufbieten wird. Auf die Frage, wie gefährdet der Einsatz des Youngsters denn sei, antwortete der Trainer uns heute: „Ziemlich!“
Wer bleibt nach diesen Ausfällen noch? Gideon Jung, klar. Das hatten wir gestern an selber Stelle ja schon ausgiebig. Zudem stehen mit Allrounder Moritz Heyer und David Kinsombi zwei Spieler zur Verfügung, die diese Position schon häufiger gespielt haben. Ebenso eine Alternative könnte Aaron Hunt darstellen. Dann zwar deutlich offensiver ausgelegt, als bei den anderen dreien. Aber auch Hunt hat diese Position neben einem Sechser schon häufiger gespielt. Im Training heute mischte Thioune die Mannschaften allerdings wie gewohnt bunt durcheinander beim Abschiedsspiel. Zu erkennen, wer gegen Regensburg in der Startelf steht, war da nichts.
Fakt ist, dass den HSV eine Mannschaft begegnet, deren Trainer von seinen Spielern Mut einfordert. Verstecken werde man sich beim HSV nicht, kündigte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic an. „Wir arbeiten im Training weiter daran, noch mehr Gier und Galligkeit im Spiel nach vorne zu entwickeln. Alle Mannschaftsteile müssen sowohl im Spiel mit dem Ball als auch gegen den Ball funktionieren und sind in der Pflicht, im Detail an beiden Spielphasen zu arbeiten“, sprach Selimbegovic so, wie die meisten gegnerischen Trainer vor ihm auch. Dennoch erwarte ich von den Regensburgern kein besonders offensives Spiel. Zumal auch Selimbegovic weiß, dass der HSV am meisten Probleme hat, wenn der Gegner massiert in der Abwehr steht und auf Konter setzt.
Findet Dudziak wieder zu alter Form?
Und auch Thioune, der das Pressing der Regensburger lobte, scheint auf eher wenige gute Torchancen zu setzen. Zumindest ließ er heute im Training immer wieder Eckbälle üben. Auffällig hierbei wurde mal wieder, dass die jüngere Generation Fußballer das Kopfballspiel nicht mehr wirklich drauf hat. Ihnen wurde zwar Tiki-Taka bis zum Erbrechen eingetrichtert, aber das Kopfballpendel gab es in Ihrer Ausbildung offenbar nicht. Oder deutlich zu selten. Auch heute waren es fast ausnahmslos die Oldies Toni Leistner und Simon Terodde, die offensiv mal einen Kopfball gewann und bei den Ecken einen Hauch von Torgefahr versprühten.
Dennoch: Im ersten Spiel des neuen Jahres erwarte ich dafür einen ansonsten umso offensiveren, mutigeren HSV. Dabei ruht ein Großteil meiner Hoffnungen neben Terodde wieder auf Jeremy Dudziak, der zuletzt zumindest in Teilen wieder andeutete, was ihn auszeichnet. Er muss offensiv Lücken mit Dribblings reißen. Ebenso hoffe ich darauf, dass Thioune über die Außenbahnen wieder auf Tempo setzt und Bakery Jatta hinter/neben Simon Terodde beginnen lässt.
Ich weiß, dass Thioune sehr gern seine Startelfaufstellungen verändert, um dem Profil des nächsten Gegners ein wenig gerechter zu werden. Dennoch würde ich im Vergleich zum letzten Spiel gegen Karlsruhe tatsächlich nicht zu viel verändern. Meine Aufstellung:
Ulreich – Vagnoman, Ambrosius, Leistner, Leibold – Heyer – Kinsombi, Dudziak – Wintzheimer, Terodde, Jatta
Soll heißen: Ich würde Wintzheimer anstelle des zuletzt tatsächlich ordentlich spielenden Khaled Narey bringen. Warum? Weil Wintzheimer einfach mehr „wühlt“. Und da ich über die Außen nicht allzu viel Platz in der gegnerischen Hälfte erwarte, wäre seine Spielart für das Spiel gegen Jahn Regensburg für mich die bessere Alternative. Narey wäre allerdings in dem Moment wieder interessant, wo der HSV führt und der Gegner etwas offensiver agieren muss.
Und während es Spaß macht, Rick van Drongelens Fortschritte im individuellen Training zu sehen, war im Training nicht viel von Sonny Kittel zu sehen. Leider nicht! Denn dessen Spielart ist für tief stehende Gegner eigentlich prädestiniert. Kittel käme wahrscheinlich nicht allzu oft in die Verlegenheit, defensiv gefordert zu werden. Er könnte dafür mit seiner engen Ballführung etliche Eins-gegen-Eins-Situationen offensiv gewinnen und so Räume schaffen. Und Kittel hat es immer drauf, auch mal aus der zweiten Reihe mit seinen platzierten Torschüssen gefährlich zu werden. Oder besser formuliert: Kittel muss endlich wieder dahinkommen, diese Qualitäten auf dem Platz einzubringen.
Oder wie seht Ihr das? Wie würdet Ihr aufstellen?
Ich bin gespannt. Auf Eure Ideen, auf Thiounes Aufstellung – und auf das erste Spiel für moinvolkspark.de, das ich Euch im Anschluss selbstverständlich wieder in meinem persönlichen Fazit zusammenfassen werde. Finden könnt Ihr das Video dann auf unserem moinvolkspark-kanal bei Youtube:
Wobei, bevor ich diesen Blog für heute abschließe, möchte ich noch schnell etwas in eigener Sache loswerden. Denn das, was gestern passiert ist, haben bei uns selbst die optimistischsten nicht erwartet. Weit über 3000 neue Anmeldungen bei Instagram? Und ein Ende ist nicht abzusehen. Unfassbar! Und was hier im Blog seit gestern los ist, spottet eh jeder Beschreibung. Deshalb möchte ich heute schon einmal allen von Euch hier ganz besonders herzlich danken! Denn wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hat, dass es eine gute Idee war, weiterzumachen – dann habt Ihr mir diesen jetzt schon geliefert! Einfach nur sensationell! Bleibt nur zu hoffen, dass der HSV morgen seinen Teil zu einem gelungen Geburtstag unserer Plattform beisteuert. Mein Tipp: 3:1.
In diesem Sinne, bis morgen!
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