Auch Dompé wackelt - Jaro glaubt trotzdem an „einen wilden HSV-Sieg“
Er wollte nicht zu weit vorpreschen. Auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel sprach Merlin Polzin zunächst nur von einer „Vorsichtsmaßnahme“. Als er dann aber erneut und…

Er wollte nicht zu weit vorpreschen. Auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel sprach Merlin Polzin zunächst nur von einer „Vorsichtsmaßnahme“. Als er dann aber erneut und gesondert auf den Zustand von Jean-Luc Dompé angesprochen wurde, klang jedoch eine gewisse Unsicherheit beim Übungsleiter durch: „Er hat versucht, im Trainingslager auf die Zähne zu beißen und jede Einheit mitzumachen. Das hat gestern zum Ende hin einfach nicht mehr gepasst, was aber auch völlig okay ist. Wir haben heute alles dafür getan, dass er bestmöglich versorgt ist, aber ganz genau abschätzen kann ich es natürlich noch nicht.“ Der klare Plan bleibe jedoch ein Einsatz in Nürnberg: „Für mich war es heute eher eine Vorsichtsmaßnahme, um ihn morgen wieder auf dem Platz zu haben. Das ist auch definitiv das Ziel, damit er Samstag aufläuft und uns hilft, bei der herausfordernden Aufgabe bestehen zu können. Aber auch da wollen wir mit ihm in der Absprache sein, was Sinn ergibt.“
Warum die Nachfragenden so hartnäckig waren? Ganz einfach: Es waren Kinder, die fragten. Polzin saß auf dem Podium im Presseraum des Volksparkstadions und blickte auf zahlreiche Kinder, die dort ihren „Girls and Boys Day“ verbrachten und im Anschluss noch vom HSV zu einer Stadiontour eingeladen wurden. Starke Aktion, wie ich finde! Wobei sich die Mädels und Jungs das nach den vielen starken Fragen auch absolut verdient hatten.
Meffert-Einsatz entscheidet sich kurzfristig
Doch noch bevor die jungen Fußballfans ihre Fragen stellen durften, klärte Polzin für die Profi-Fragesteller von den Medien schon einmal die wichtigste Personalie für das Spiel am Sonnabend beim 1. FC Nürnberg: Kann Mittelfeld-Stabilisator Jonas Meffert nach seinem Nasenbeinbruch im Kurz-Trainingslager auf Mallorca spielen? „Da müssen wir ehrlicherweise schauen, wie das zum Wochenende hin aussieht“, sagte der Cheftrainer des Tabellenzweiten – einen Tag vor eben diesem Wochenende. „Er wurde gemeinsam mit der medizinischen Abteilung bestmöglich versorgt. Das ging alles relativ zügig.“ Nun müsse von Tag zu Tag geschaut werden, was für mich nicht danach klingt, dass es klappt. Und das wäre ein harter Ausfall, da Daniel Elfadli (hoffentlich!!) in der Innenverteidigung gebunden ist, nachdem er dort zuletzt für Stabilität sorgte.
Wer für Meffert einspringen könnte? Als erster Spieler kommt mir Lukasz Poreba in den Sinn, der trotz immer wieder sehr ansprechender Leistungen nach seinen Einwechslungen wiederholt keine Chance vom Trainerteam bekam. Der junge Mittelfeldspieler dürfte darauf brennen, endlich mal von Beginn an zu spielen. Zudem könnte er zusammen mit Ludovit Reis eine gute Doppelsechs abbilden, wobei sich beide jeweils den Rücken freihalten, sobald einer von ihnen den Weg in die Offensive sucht. Denn Poreba hat deutlich mehr Offensivpotenzial als Meffert, der eher als reiner Ausputzer agiert.
Polzin hofft weiterhin, auf seinen Routinier zurückgreifen zu können. Wie wichtig der 30-jährige Meffert im defensiven Mittelfeld ist, zeigt sich schon daran, dass er in seinen 23 Spieleinsätzen in dieser Saison 23-mal in der Startelf stand. „Wenn Meffo es bis Samstag schaffen sollte beziehungsweise wenn es Sinn ergibt, dann wollen wir natürlich auch, dass er zum Kader zählt und dann auch seine Leistung bringt, wie er es in der Vergangenheit gemacht hat“, betonte Polzin. Aber es werde auch definitiv kein Risiko eingegangen, „weil wir natürlich auch um die Bedeutung der kommenden Spiele wissen. Für mich ist einfach wichtig, dass – wenn er mit einer Maske aufläuft – er trotzdem optimal seine Leistung bringt und nicht eingeschränkt ist.“ Spätestens zum nächsten Heimspiel am Freitag kommender Woche gegen Eintracht Braunschweig soll Meffert wieder einsatzbereit sein.
Hadzikadunic-Einsatz erscheint eher unwahrscheinlich
Aber Meffert ist defensiv leider nicht der einzige potenzielle Ausfall vor der Partie beim 1. FC Nürnberg, der seinerseits Personalprobleme hat. Auch Innenverteidiger Dennis Hadzikadunic, der sich im vergangenen Spiel gegen die SV Elversberg an der Schulter verletzt hatte, droht auszufallen. Ehrlich gesagt ist dessen Ausfall für mich schon fast sicher.
Dass Polzin die Abwehr umbauen muss, sieht er nicht als echtes Problem. „Das macht mir ehrlicherweise richtig viel Spaß, immer wieder die Breite des Kaders zu betonen“, sagte der junge Trainer. „Nicht nur in dem Moment, in dem alle zur Verfügung stehen, sondern auch in dem Moment, in dem der ein oder andere Ausfall zu erwarten ist.“ Eine mögliche Alternative zu Meffert könnte – wie gesagt – Lukasz Poreba sein. Aber auch Marco Richter kommt infrage. Daniel Elfadli, der ebenfalls auf der Sechs spielen kann, spielte zuletzt in der Innenverteidigung mit Hadzikadunic und stabilisierte die Abwehr.
Für Richter spricht, dass er zuletzt in Magdeburg auf dieser Position zu gefallen wusste. Aber er ist zweifellos die offensivere Lösung, und die Frage, wie offensiv man auftreten sollte, dürfte hier auch für Polzin entscheidend sein. Der HSV-Coach: „Es gibt sicher Gründe dafür, dass Lukasz Poreba da spielt, weil er einfach auf der haltenden Sechser-Position das Spiel gut steuern kann und er immer wieder im Pressing Momente findet, um die Achter zu unterstützen. Marco hat das Ganze in Magdeburg gespielt und da einen richtig guten Eindruck hinterlassen, ist aber eher eine offensive Variante.“
Poreba wird wichtig - weil die Mannschaft ein Wechsel-Veto einreichte
Und wie die BILD-Kollegen berichten, hat diese Personalie eine interessante Vorgeschichte. Denn es ist gerade mal einen Monat her, dass der Pole vor einem Wechsel zum MLS-Klub Vancouver Whitecaps stand – bis sogar das HSV-Team ein Wechsel-Veto einlegte! Sowohl Vorstand, Trainerteam als auch Mannschaft bestanden darauf, Poreba zu halten, um dem möglichen Aufstieg alles unterzuordnen. Für Poreba eine ebenso bittere Absage wie ein erfreulicher Hintergrund! Zumindest weiß er seither, dass er hier beim HSV trotz seines Dauerreservisten-Daseins eine hohe Wertschätzung erfährt.
Und auch unser heutiger Special Guest im neuen Gegner-Check lobt den Polen und sieht ihn als logischen Ersatz, sollte Meffert ausfallen. Aber nicht nur das: David Jarolim sieht den HSV durch das junge Trainerteam das erste Mal auf einem wirklich vielversprechenden Weg und glaubt daran, dass den HSV in Nürnberg ein ziemlich wildes Spiel mit vielen Toren erwartet. „Jaro“ hat auf jeden Fall Respekt vor der Mannschaft, für die er vor seiner Zeit beim HSV auflief. „Beide Mannschaften sind in der Lage, sich viele Chancen zu kreieren. Es wird auf jeden Fall kein 1:0 oder 1:1 …“
Jarolim sieht Nürnberg spielerisch stark und glaubt an „ein wildes Spiel“
Diesen Respekt vor dem FCN und dessen prominenten Trainer Miroslav Klose teilt auch Polzin. Die Nürnberger sind aktuell die drittbeste Rückrunden-Mannschaft. „Sie sind extrem heimstark und es macht einfach richtig Spaß, ihnen zuzuschauen und die Entwicklung unter der Leitung von Miroslav Klose zu sehen. Es ist eine Mannschaft, die einfach viel Freude bereitet“, sagte er, und Jaro ergänzt: „Der FCN hat viel fußballerische Qualität.“ Apropos: Im neuen Video spricht Jarolim auch über einen Spieler im HSV-Kader, dem er noch eine große Karriere zutraut. Wer das ist? Hört mal rein!
In diesem Sinne hoffen wir mal, dass der HSV in Zukunft von schweren Verletzungen verschont bleibt und dass sowohl Dompé (sein Einsatz scheint am wahrscheinlichsten zu sein) als auch Jonas Meffert und Dennis Hadzikadunic spielen können.
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