Alles auf Freitag: Warum das Derby für den HSV richtungsweisend ist
das Wochenende war so semi-erfolgreich. Der HSV holt 2 Punkte zu wenig. Vor allem wenn man auf die Tabelle und den Spieltag schaut, ist das ganz klar eine weitere vergebene…

Moin zusammen,
das Wochenende war so semi-erfolgreich. Der HSV holt 2 Punkte zu wenig. Vor allem wenn man auf die Tabelle und den Spieltag schaut, ist das ganz klar eine weitere vergebene Chance. Vor allem, weil der HSV klar überlegen war. Das Problem ist, dass die Situation mit aktuell 4 Punkten vor dem 16er sicherer aussieht, als sie am Ende ist. Der HSV betritt nun die Phase der Wahrheit. Pauli, Heidenheim, Union, Mainz, Wolfsburg. Alles direkte Konkurrenten, auf die man bis Mitte März trifft. Und diese Phase hätte man direkt mit einem Erfolgserlebnis starten können, vielleicht sogar müssen. Sicherlich muss der HSV über jeden Punkt in der Bundesliga erfreut sein, aber wir reden auch immer vom Maximum, und wenn ihr mich fragt, hat der HSV in diesem Spiel nicht das Maximum geholt. Und ehrlicherweise glaube ich, dass die erste Aktion des Spiels ein Knackpunkt gewesen wäre. Königsdörffer verliert das Kopfballduell, setzt nach und schließt ab. Nicolas lässt den Ball klatschen und Downs rutscht aus. Wenn Downs den reinmacht, gewinnt der HSV m. M. n. dieses Spiel. Vielleicht sogar in gewisser Deutlichkeit. Nun stehst du da, mit einem Punkt, der vielleicht nicht schlecht ist. Gehtst aber in ein Derby, das nicht nur wegen der Rivalität, sondern nun auch wegen der Tabellenkonstellation brisant ist.
Ein Derby darfst du sowieso nicht verlieren, aber dieses Derby musst du gewinnen. Punkt. Ich bin dennoch vom Spielerischen überzeugt, denn bis zum 5er war das echt gut, aber am Ende zählt eben nicht, wie du spielst, sondern wie viele Punkte du holst. Und das waren 2 Punkte zu wenig.
Der HSV braucht Tore und Robert Glatzel
Der HSV steht auch nach 2 Spielen im neuen Jahr wieder vor demselben Problem. Man schießt zu wenig Tore. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass Robert Glatzel am Samstag in den ersten 60 Minuten vielleicht sogar 2 Tore gemacht hätte. Glatzel ist sicherlich noch nicht fit für 90 Minuten, aber ich plädiere dafür, Glatzel am Freitag von Anfang an spielen zu lassen. Glatzel ist dieser 9er, der dem HSV fehlt. Wenn er seine Leistung wie gegen Stuttgart abrufen kann, wird er ein wichtiger Mann am Freitag sein. Und: Es ist Robert Glatzel und es ist ein Derby. Glatzel war in den letzten 6 Stadtderbys, in denen er spielte, an 4 Toren direkt beteiligt. Im letzten Derby hätte er unter normalen Bedingungen einen Doppelpack gemacht. Vielleicht seht ihr das anders, aber wenn ich auf einen Stürmer im Stadtderby vertrauen müsste, gäbe es bei mir zwei Antworten: Mladen Petrić und Robert Glatzel. Also lasst den Jungen starten, ich bin überzeugt, dass er abliefert.
3 potenzielle Ausfälle- Trotzdem gibt es keine Ausreden
Der Kader wird wahrscheinlich ähnlich wie am Samstag aussehen. Poulsen und Lokonga trainierten heute individuell, auch Capaldo trainierte nicht mit der Mannschaft. Normalerweise spielen die Spieler unter Polzin erst von Anfang an, wenn sie 2–3 Einheiten komplett mit der Mannschaft trainiert haben, was bei Lokonga und Capaldo bis Freitag sehr eng wird. Zumindest kann der HSV die beiden Positionen adäquat ersetzen. Vieira hat das am Samstag super gemacht und auch Elfadli kann die Position von Capaldo rechts hinten gut ersetzen. Denn Elfadli war ja auch lange Zeit derjenige, der beim 3er-Aufbau ins Mittelfeld vorgerückt ist. Das machte ja Capaldo nun des Öfteren. Sicherlich bringt Capaldo zum Schluss hin nochmal eine überragende Aggressivität mit, aber mMn kann Elfaldi Capaldo 1 zu 1 ersetzen. Und wenn man die Energie von Capaldo braucht, kann man ihn ja auch reinbringen.
Ich denke, wir können am Millerntor einen dominanten HSV erwarten, der das Spielgeschehen kontrolliert. Vielleicht nicht so sehr wie gegen Gladbach, aber zeitweise. Anders als im Hinspiel hat man nun mit Vieira einen Mann im Zentrum, der mit dem Ball was anfangen kann. Mit Glatzel hätte man dann auch einen Stürmer, der den Ball festmachen kann. Auch das fehlte im Hinspiel. Denn wie sich das Hinspiel entwickelt, war eigentlich im Vorhinein schon klar. Pauli stellt sich hinten rein und kontert und der HSV versucht, umzuschalten. Auf das Umschaltspiel war Pauli aber eingestellt und so dreht man den Spieß um und kontert den HSV eiskalt aus. Das ist eigentlich das Paradebeispiel dafür, wie es der HSV nicht machen darf. Aber das ist ja zum Glück Geschichte. Am Freitag werden die Karten neu gemischt und es wird Zeit, dass der HSV den ersten Bundesliga-Auswärtssieg seit 2018 holt. Und wo wäre dieser Auswärtssieg besser als am Millerntor? Ich habe ehrlicherweise keinen Bock mehr auf die Sprüche von den anderen. Und ihr wahrscheinlich auch nicht.
Tom
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