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Aller guten Dinge sind vier - oder: Amaechi kommt an!

Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass der HSV den englischen Junioren-Nationalspieler Xavier Amaechi für rund 2,5 Millionen Euro vom großen FC Arsenal in die 2.…

Aller guten Dinge sind vier - oder: Amaechi kommt an!

Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass der HSV den englischen Junioren-Nationalspieler Xavier Amaechi für rund 2,5 Millionen Euro vom großen FC Arsenal in die 2. Fußball-Bundesliga holte. Damals wurde der gerade 18 Jahre junge Flügelstürmer als Toptalent gefeiert – und kostete stattliche rund drei Millionen Euro. Zweimal wurde der Linksfuß seither verliehen, weil die hiesigen Trainer nichts mit ihm anfangen konnten. Ein drittes Mal wird es nicht geben. „Natürlich will ich bleiben“, sagte Xavier Amaechi jetzt nach dem Auftaktsieg des HSV bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig.  Und er machte noch einmal deutlich: „Das war erst der Anfang.“

Und tatsächlich: In seiner vierten Saison als HSV-Profi sieht es so aus, als könnte der schnelle Flügelstürmer endlich eine Verstärkung für den Club werden. Beim 2:0-Sieg im ersten Saisonspiel bei Eintracht Braunschweig wurde der 21-Jährige bei dem aus Hamburger Sicht sehr schmeichelhaften Spielstand von 0:0 eingewechselt. Eine Viertelstunde später stand es 2:0 für den großen Aufstiegsfavoriten. Auch, weil Amaechi den zweiten Treffer des Doppel-Torschützen Robert Glatzel mit einem sehenswerten Tempodribbling vorbereitete. „Wie Xavi das Tor vorbereitet hat, das war unfassbar“, lobte Trainer Tim Walte, der Amaechi neuen Mut einimpfte. Sagt zumindest Amaechi selbst.

Amaechis Gespräch mit dem Trainer als Neuanfang

Dass es für den Engländer mit nigerianischen Wurzeln überhaupt nochmal einen Anfang in Hamburg gibt, war vor wenigen Wochen so noch für keinen abzusehen. Der Angreifer wurde in den vergangenen beiden Saisons zunächst an den Karlsruher SC und dann an die Bolton Wanderers ausgeliehen - beides ohne Erfolg. „Und es gab ja wieder klare Tendenzen, dass er weg soll“, sagte Sportvorstand Jonas Boldt am Sonntag in Braunschweig. Doch dann hätten „der Trainer und ich uns mit ihm hingesetzt und ihn gefragt, was er möchte: Nimmst du die Rolle an und willst eine Chance kriegen wie jeder junge Spieler bei diesem Trainer?“, erzählte Boldt. „Natürlich hat er sich Gedanken gemacht aufgrund der Vergangenheit. Aber nach ein paar Nächten darüber schlafen hat er gemerkt, dass der Trainer auch Lust hat auf ihn. Den Weg wollen wir jetzt mit ihm weitergehen. Darauf soll er sich nicht ausruhen.“

Die Gefahr scheint nicht zu bestehen, denn Amaechi sagte am Sonntag klar: „Seit dem ersten Training hat der Coach viel mit mir gesprochen. Er hat mir gesagt, dass es ihm gefällt, was ich mache. Er hat mir das Selbstvertrauen gegeben“, sagte Amaechi nach dem 2:0-Sieg. „Es ist schön, so eine Beziehung zu haben. Man sieht, was dann passiert. Genauso muss ich weitermachen.“ Das Vertrauen des Vereins sieht umgekehrt wohl so aus, dass er dank Amaechis Entwicklung keinen weiteren Flügelspieler mehr verpflichten und sich stattdessen ganz auf die Suche nach einem zweiten Mittelstürmer konzentrieren will. „Es ist genau das, was wir erwartet haben: Dass er jetzt liefert“, sagte Trainer Tim Walter.

Zu früh gefreut? Ich muss zugeben, dass ich mich gleichermaßen freue, wie ich noch unsicher bin. Dass Amaechi alles mitbringt, um richtig gut zu werden, hatte er schon bei seinen ersten Einheiten 2019 im Training bewiesen. Allein auf den Platz bekam er keine gute Mischung aller vorhandener Qualitäten. Im Trainingslager wirkte Amaechi mutiger und traf in den Testspielen zweimal. Jetzt hat er im ersten Spiel binnen 15 Minuten an beiden Treffern mehr oder weniger direkt beteiligt. Die Quote also stimmt schon mal. Und: Wer sich die letzten Monate beim HSV mal genauer angesehen hat, der wird erkannt haben, dass Trainer Tim Walter viele Spieler besser gemacht hat. Nicht zwingend über das Training auf dem Platz. Sehr wohl aber über den Umgang mit seinen Akteuren. Bei Amaechi scheint sich nun ähnliches anzubahnen. Warum also nicht? Ich bin sehr gespannt…

Info in eigener Sache:

Und dann noch kurz etwas in eigener Sache: Louis wird sein Praktikum bei Moin Volkspark leider nicht antreten. Nach dem ersten Tag am Freitag hatte Louis sich Gedanken gemacht und mir dann heute mitgeteilt, dass er das Praktikum trotz aller anfänglichen Euphorie in dem notwendigen Umfang nicht durchziehen könne. Sehr schade für uns, da Louis ein sehr aufgeweckter, fußballbegeisterter junger Mann ist, der uns sicher bereichert hätte. Aber ich werde das selbstverständlich so akzeptieren. Von daher von meiner Seite: Alles Gute, Louis! Und viel Erfolg bei Deiner Marketing-Ausbildung! Louis wollte es sich auch nicht nehmen lassen, sich bei Euch persönlich zu verabschieden. Hier: 

Für mich bedeutet das natürlich, dass ich umplanen muss, da ich mich für die nächsten 14 Tage im Urlaub befinde und diesen selbstverständlich so kurzfristig nicht mehr schieben konnte. Um den Familienfrieden nicht zu gefährden und tatsächlich mal etwas auszuspannen, werde ich den Blogbetrieb in den nächsten Tagen reduzieren und an einigen Tagen auch aussetzen. Ich gehe fest davon aus, dass Ihr das versteht.  Zum Spieltag bin ich selbstverständlich wieder für Euch da! In diesem Sinne, Euch allen jetzt erst einmal einen guten Start in die Woche! 

Scholle

P.S.: Personell wird sich beim HSV noch einiges verändern – behaupte ich. Zum einen, weil Amadou Onana wie hier bereits berichtet unmittelbar vor einem teuren Wechsel vom OSC Lille in die Premier League steht. Dem Vernehmen nach soll West Ham United sein Angebot für den Ex-HSVer auf nunmehr 38 Millionen Euro erhöht haben. Abzüglich der sieben Millionen Euro, die Lille an den HSV gezahlt hatte, wären das bei der vereinbarten Weiterverkaufsbeteiligung von 20 Prozent immer noch satte 6,2 Millionen Euro. Einnahmen, die der HSV in Teilen noch in einen zentralen Stürmer und einen Rechtsverteidiger-Backup für Moritz Heyer investieren möchte. Zumal Robin Meißner vor dem Wechsel vom HSV zu Viktoria Köln steht. Der Drittligist möchte den HSV-Angreifer für eine Saison ausleihen.

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