Spielbericht

Alle Spieler zurück: Für Thioune „Luxus“, aber kein „Problem“

Es war voll auf dem Platz. Was gut ist. Denn so langsam kehren alle wieder zurück. Und damit meine ich nicht nur die Nationalspieler, sondern vielmehr die Rekonvaleszenten.…

Alle Spieler zurück: Für Thioune „Luxus“,  aber kein „Problem“

Es war voll auf dem Platz. Was gut ist. Denn so langsam kehren alle wieder zurück. Und damit meine ich nicht nur die Nationalspieler, sondern vielmehr die Rekonvaleszenten. Toni Leistner beispielsweise, der dem HSV mit einem Muskelbündelriss wochenlang fehlte, trainierte ebenso wie Jeremy Dudziak nach seiner erneuten Schulter-Verletzung. Wobei Dudziak zwischendurch mit dem Rehatrainer auf dem Nebenplatz trainierte. „Jerry hat heute nur im geschützten Raum mitgemacht. Er war der einzige auf dem Platz, den wir noch ein Stück weit rausnehmen mussten“, schränkte Trainer Daniel Thioune nach der Einheit ein.  Beim Training noch nicht dabei war hingegen Top-Torjäger Simon Terodde, der nach überstandener Corona-Quarantäne (heute Nacht um null Uhr läuft seine Quarantäne aus) am Dienstag zunächst noch einen Leistungstest durchführt, bevor er wieder zum Team dazustößt. Für Trainer Daniel Thioune gute Voraussetzungen vor dem Spiel am Sonntag bei Hannover 96.

Und vor allem die Frage, wann Terodde denn wieder voll einsatzfähig ist, beschäftigte heute meine Kollegen in der Fragerunde mit dem Trainer. „Seine Tests sind negativ. Heute null Uhr darf er raus. Morgen untersuchen wir ihn dann und er wird noch individuell trainieren“, so Thioune über seinen Toptorjäger, der zuletzt gegen Heidenheim ausgefallen war und seither nicht auf dem Platz trainieren konnte. Wie der Plan mit ihm aussieht? Thioune: „Am Mittwoch wird er erst mal nur Teile des Trainings mitmachen, weil da unseren Hochbelastungstag haben. Am Donnerstag dann wird er voraussichtlich wieder das Training komplett aufnehmen.“ Erst dann würde man wirklich erkennen können, ob und inwieweit ich n die Pause zurückgeworfen habe. „14 Tage Fahrradfahren zuhause ist halt doch noch was anderes. Wir werden aber schnell sehen, wie er auf die Belastung reagiert. Und eines ist klar: Wir wissen, was wir an ihm haben.“ Und obwohl Heidenheim nicht viel Grund für Veränderungen geliefert hätte, würde Terodde wieder zum Team stoßen. Thioune: „Auf jeden Fall ist er dabei, er wird sofort wieder im Kader stehen.

Insgesamt könnten neben Terodde mit Dudziak (muss man noch abwarten) sowie Leistner und  van Drongelen am Ende gegen Hannover fast alle Profis wieder im Kader stehen. Thioune: „Toni wird am Mittwoch voll in die Belastung mit reingehen, dann sehen wir von Tag zu Tag. Bei Rick gilt dasselbe.“ Ob sie beide für den Kader gesetzt wären? Eher nicht. „Ich weiß gar nicht, ob ich beide brauche. Die anderen haben es ja nicht so schlecht gemacht.“ Den Begriff „Luxusproblem“ nimmt Thioune jedenfalls mit einem Lächeln und sehr gern in Kauf. Er mag diese Situation: „In der Hinrunde hatten wir solche Momente schon mal. Da musste ich auch mal einen Gideon Jung beispielweise aus dem Kader streichen. Und es sind auch noch ein paar Tage Zeit. Es können sich alle noch ein bisschen zeigen, dann treffen wir die Entscheidung.“ Fakt aber ist, dass er seine Mannschaft so am besten auf den jeweiligen Gegner einstellen kann.

Zumindest normalerweise. Denn Hannover 96 ist nicht normal. Sagt Thioune. „Hannover ist schwer einzuschätzen, weil sie auch im System sehr wechselhaft gespielt haben“, verrät der HSV-Trainer. „Sie haben mal mit Raute, mal drei Spitzen, mal mit Dreierkette, die ich nicht erwarte, gespielt.“ Von daher werde er seine Mannschaft diesmal nicht auf ein bestimmtes System vorbereiten, sondern vor allem auf die eigenen Qualitäten setzen und seinem Team eine gewisse Bandbreite an Variationsmöglichkeiten mitgeben. „Diesmal werden wir wohl komplett bei uns bleiben und dann gegebenenfalls auf das reagieren, was sich letztlich auf dem Platz zeugt.“

Kader ist bestens gewappnet für den Saisonendspurt

Apropos auf dem Platz zeigen. Das durften Klaus Gjasula und Josha Vagnoman für die Nationalmannschaften. Und während sich Gjasula eine Gelbe Karte und damit die Sperre für das zweite Länderspiel seiner albanischen Nationalelf einhandelte, ist Josha Vagnoman in der EM-Vorrunde der deutschen U21 gesetzt. Wie Thioune die Auftritte seines Youngsters Josha Vagnoman bislang bewertet? „Solide. Er hat gezeigt, dass es unangenehm ist, gegen ihn spielen zu müssen. Nach vorn kam über die andere Seite sicher noch etwas mehr. Aber wenn er das auch schon hätte, würde er wahrscheinlich nicht bei der U21, sondern der A-Nationalelf spielen.“

Noch gar nicht eingesetzt wurde indes der zweite U21-Nationalspieöer des HSV, Stephan Ambrosius. Irgendwo habe ich heute gelesen, dass das wenige Training und das Banksitzen für den HSV-Innenverteidiger zum Nachteil werden könnte. Aber Thioune erklärte heute, warum dem nicht so ist: „Ich wünsche mir auch, dass er mehr auf dem Platz steht. Aber die auf dem Platz haben brutal hohe Qualität. Die spielen beide in der Ersten Liga“, relativiert Thioune völlig zurecht und fügt hinzu: „Ganz ehrlich:  Bei dem Tempo, das Stephan hier in den letzten Wochen und Monaten an Entwicklung hingelegt hat,  ist es vielleicht auch mal ganz gut, dass er mal etwas Luft bekommt, einmal durchschnauft und dann gegen Hannover wieder voll angreift.“ So ist es. Zumal allein die Nominierung Ambrosius mental weiteren Auftrieb geben wird.

Wie bei Ambrosius bin ich mir übrigens auch bei allen anderen sicher, dass sie positiv gestimmt in das nächste Spiel gegen Hannover gehen. Zumindest könnten das alle. Die einen, weil sie gesund zurück sind. Und die anderen, weil sie es zuletzt wirklich gut gemacht haben. Der Umstand, dass durch die Rückkehr der Rekonvaleszenten die interne Konkurrenz auch auf die zuletzt Guten wächst, dürfte der Faktor sein, den der Trainer am meisten pushen muss. Denn gerade in den letzten Spielen der Saison wird es auf die gesamte Kaderbreite ankommen. Von daher ist die aktuelle Situation für Thioune eher „Luxus“ – aber ganz sicher alles andere als ein „Problem“.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen, erfolgreichen und gesunden Start in die Woche. Ich melde mich dann morgen wieder bei Euch!

Scholle

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