Analyse

„Aber diesmal wird alles anders...“

Ich habe mich beim Thema Aufsichtsrat zuletzt immer wieder aufgeregt. Zu 90 Prozent über die internen Grabenkämpfe – und den Rest darüber, wie teilweise unsachlich und…

„Aber diesmal wird alles anders...“

Ich habe mich beim Thema Aufsichtsrat zuletzt immer wieder aufgeregt. Zu 90 Prozent über die internen Grabenkämpfe – und den Rest darüber, wie teilweise unsachlich und tendenziös berichtet wurde. Heute nun lese ich, dass der HSV in Persona Aufsichtsrat doch etwas Gutes geschafft hat – und dann ist auch noch einer dafür verantwortlich, dem in letzten Wochen immer weder unlautere Beweggründe nachgesagt wurden. Auch von denen, die sich - wie beispielsweise die Aktionäre - so vehement gegen den Investor als Aufsichtsrat ausgesprochen hatten. Dass sie sich letztlich nur dem großen Aktionär blind anschlossen, weil der wiederum Detlef Dinsel nicht haben wollte, wurde von den meisten Kollegen leider nicht genannt. Aus Gründen.

Jetzt aber hat endlich mal einer einen Vertrag so verlängert, wie man es seit Jahren hätte machen sollen – und das war federführend ausgerechnet Dinsel. Und dessen Werk in Kooperation mit Markus Frömming ließ sich nicht mehr unerwähnt. Nach Informationen des Hamburger Abendblattes ist in dem Ende Dezember verlängerten Vertrag mit dem 41-jährigen Vorstand Jonas Boldt eine Klausel verankert, die im Falle eines erneuten Nicht-Aufstiegs auch die sofortige Trennung möglich machen soll. Damit könnte sich der Club eine teure Abfindung für den Fall sparen, dass es im schlimmsten Fall einer fortgesetzten Zweitligazugehörigkeit keine weitere Zusammenarbeit mit Boldt geben sollte. Und obwohl das eigentlich ganz normal klingt, ist es das eben gerade beim HSV nicht. Hier wurden in den letzten Jahr(zehnt)en Abfindungen bezahlt, die andere Vereine nicht als Gesamtetats hatten.

Aber: Dinsel ist weg. Weil man in ihm einen Feind gesehen hat. Oder besser: Weil Klaus Michael Kühne, der paradoxerweise immer nach weiteren Investoren schreit, diese dann aber nicht zu lässt, in ihm einen Feind gesehen hat. Warum? Weil Dinsel aus der Jansen-Ecke stammt und sich davon abgewendet hatte, Anteile von Kühne zu übernehmen. Und ja, ich weiß, dass jetzt viele hier sagen werden: „Wegen so einer kleinen Sache macht der das doch nicht.“ Und leider muss ich antworten: EBEN DOCH! Denn genau so kleingeistig sind eben selbst die erfolgreichsten Menschen, wenn sie beleidigt sind.

Und daran scheitert dieser HSV bekanntermaßen eben immer wieder. An falschen Eitelkeiten. Denn bei allem, was ich über Dinsel gehört habe abseits dieser Vertragsverhandlung mit Boldt, konnte ich nichts finden, was ihn nicht für einen Posten im Aufsichtsrat qualifiziert hätte. Er wollte diesen Posten nicht einmal, sondern war darum gebeten worden, ehe er eine Kampagne über sich erlassen musste. Aus den oben genannten Gründen. Dass sich kurioserweise auch noch die Abteilungsleitung der Supporters einschaltete und sich deutlich gegen Dinsel aussprach, obwohl sie zuvor Kennenlerntermine mit Dinsel ausschlugen, es rundet dieses Szenario nur ab.

Die Fans des HSV plädieren ''Für einen Dinsel freien Aufsichtsrat'', ''Kühne oder Profit Dinsel, kein Platz für Investoren'' am 11. Februar in Heidenheim

Und für alle zum klareren Verständnis: Mir geht es bei diesem Beispiel nicht um Detlef Dinsel als Person. Mir geht es um das grundlegende Problem, wie sich dieser HSV immer wieder in den verschiedenen Gremien aufstellt. Qualität zählt halt immer nur bis zu dem Punkt, wo es einem selbst Vorteile nehmen könnte. Und genau jetzt will sich der neue AR-Vorsitzende Michael Papenfuß um den Vorstand der Zukunft kümmern. Und diesmal wird alles anders, sagen sie. Wie immer.

Ich bin gespannt…

Sportlich hat der HSV eine lange Auszeit angeordnet. Erst am Montagnachmittag soll es weitergehen. Kann man so machen. Muss man aber nicht. Zumindest nicht dann, wenn man sich hinten erst noch einspielen muss, wie auch die Partie gegen Braunschweig mehr als deutlich gemacht hat…

In diesem Sinne, ich werde das Bundesliga-freie Wochenende mit meinen Kindern nutzen, um ihnen beim Sport zuzusehen. Das ist nämlich noch unverdorbener, ehrlicher Fußball (und Handball). 

Bleibt gesund!

Scholle

P.S.: Gute Nachrichten für alle diejenigen, die sich zuletzt nicht registrieren konnten. Janik konnte das Problem beheben. Ihr könnt Euch also alle wieder ganz normal anmelden.

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen