60 Millionen Mindereinnahmen - HSV sucht neue Geldquellen
Das sind die Worte von Frank Wettstein, der heute proaktiv ein Interview via Vereinshomepage veröffentlichen ließ. Hintergrund ist die Gesellschafterversammlung, auf der…

„Mittlerweile beträgt der durch Corona bereits realisierte oder noch zu erwartende Umsatzeinbruch für den HSV mehr als 60 Millionen Euro“, berichtete Finanzvorstand Frank Wettstein im „HSV.de“-Interview. Das sei für den Klub sogar deutlich teurer als ein Abstieg. Noch könne der HSV ganz gut damit umgehen, doch Wettstein warnt: „Bisher gelang uns der Ausgleich zu jeweils einem Drittel aus Finanzierungsmaßnahmen, aus Kostenreduktionen und zu Lasten unserer angesparten Reserven. Das lässt sich aber nicht ins Unendliche fortsetzen.“
HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein via HSV.de
Das sind die Worte von Frank Wettstein, der heute proaktiv ein Interview via Vereinshomepage veröffentlichen ließ. Hintergrund ist die Gesellschafterversammlung, auf der Wettstein die Zahlen vorlegen musste und die dazu führte, dass sich einer der Gesellschafter zu Wort meldete. „Die Enttäuschung ist sehr groß, aber was sollen wir machen? Die Situation wird von Jahr zu Jahr schwieriger“. Ein Rekord-Minus von prognostizierten 21 Millionen Euro konnte der HSV nur durch die ausbleibenden Aufstiegsprämien abwenden.
HSV braucht Sondereinnahmen - durch Anteilsverkäufe?
Und wie in den letzten Jahren hat der HSV auch im Jahr 2021 wieder eine Sondereinnahme im zweistelligen Millionenbereich. Nach den Anleihen und den Kühne -Darlehen ist es diesmal der Grundstücksverkauf an die Stadt. 23 Millionen Euro spült dieser dem HSV in die Kasse. Ein Prozedere, das endlich ist, wie jetzt auch Wettstein mahnend anführt: „Bisher gelang uns der Ausgleich zu jeweils einem Drittel aus Finanzierungsmaßnahmen, aus Kostenreduktionen und zu Lasten unserer angesparten Reserven. Das lässt sich aber nicht ins Unendliche fortsetzen.“ Soll heißen: Die eh schon seit Jahren latent angeführte Diskussion über weitere Anteilsverkäufe wird von Wettstein weiter befeuert.
Satzungsgemäß hat der HSV den Anteilsverkauf auf maximal 24,9 Prozent begrenzt. Der Verein dürfte also nur noch 0,63 Prozent der Anteile verkaufen oder müsste eine Mehrheit von einer Satzungsänderung überzeugen. Investor Bohnhorst würde gerne mit den Supporters sprechen. „Wir müssen alle zusammen herausfinden, wie der HSV in der Zukunft besser aufgestellt werden kann“. Seiner Meinung nach offensichtlich über weitere Anteilsverkäufe.
Der HSV endlich mehr auf Ausbildung setzen
Ein trauriges Bild, das allerdings alles andere als neu ist. Aber es macht noch einmal deutlich, wohin der HSV steuern muss: Weniger Kosten, höhere Einnahmen. Oder um es aufs Sportliche runterzubrechen: Der HSV muss endlich ein Ausbildungsverein werden, der auch wirklich Talente so ausbildet, dass man sich durch ihre Qualitäten sportlich verbessert und anschließend über ihre Verkäufe finanziell saniert. Auch wenn Wettstein vorrechnet: „Andere Clubs wie der VfL Bochum haben deutlich länger in der zweiten Bundesliga gespielt und dennoch den Aufstieg für sich entschieden. Auch wir wollen immer sportlich erfolgreich sein, ohne die Existenz des HSV zu gefährden.“
Wird Zeit, dafür einen gangbaren Weg zu finden. Einer, der diesen Weg mit ebnen soll, ist Horst Hrubesch. Und der Nachwuchschef sortiert die eigene Abteilung Nachwuchs gerade neu. Heute wurde bekannt, dass Oliver Kirch die U19 des HSV übernimmt. Der 38-Jährige Exprofi kommt von Arminia Bielefeld, wo er zuletzt die U19 trainierte und unterschreibt einen Vertrag bis 2023. „Mit Oliver konnten wir einen erfahrenen Nachwuchstrainer für unser NLZ gewinnen, der sowohl fachlich als auch menschlich sehr gut zu uns passt. Oliver kennt sich in der Arbeit mit Jugendlichen bestens aus und kennt aus seiner eigenen Erfahrung auch die Anforderungen, die der Lizenzfußball mit sich bringt“, freut sich Hrubesch. „Deshalb sind wir davon überzeugt, dass er unseren jungen Spielern beim Übergang in den Herren- und Profibereich entscheidend helfen kann.“
Na dann, herzlich Willkommen, Oliver Kirch!
Aber dazu morgen mehr. Wie viele von Euch wissen, habe ich derzeit ein paar private Dinge zu erledigen. Aber für morgen sind wir bestens gerüstet. Denn sollte alles nach Plan verlaufen, werde ich morgen selbst einen Blog verfassen können. Sollte es sich unerwartet länger hinziehen oder andere Probleme geben, habe ich einen sehr interessanten Gastbeitrag von Robert Hoyer für Euch.
In diesem Sinne, bis morgen!
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