5:0-Gala in Darmstadt - der HSV kontert Druck-Gesabbel mit einer klaren Ansage
Der Blog heute passt sich dem Spiel an – er ist einfach anders als sonst. Feierlicher, weil er die Protagonisten in den Vordergrund stellt, die heute in Darmstadt eine Gala…

Der Blog heute passt sich dem Spiel an – er ist einfach anders als sonst. Feierlicher, weil er die Protagonisten in den Vordergrund stellt, die heute in Darmstadt eine Gala abgeliefert haben und allen bewiesen haben, dass das typische „immer, wenn der HSV muss, dann verkackt er“ nicht für sie zählt. Dieser HSV unter Trainer Tim Walter ist endlich da angekommen, wo man in den letzten drei Jahren gefühlt nie war: Er ist mental stabil. Und inzwischen auch zunehmend erfolgreich. Heute „musste“ der HSV liefern – und er lieferte mit dem 5:0 in Darmstadt eine Ansage von Glatzel an seine Kritiker – aber vor allem eine Ansage vom HSV an die ganze Liga, dass man diese Saison bis zum Ende ernst zu nehmen ist.
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Die Einzelkritik, Trainer Tim Walters Zusammenfassung - und natürlich das Blitzfazit:
Daniel Heuer Fernandes: War heute mehr als spielender Mitspieler denn als Torhüter gefragt – und löste seine Aufgabe wie zuletzt immer bravourös. Seine Sicherheit überträgt sich auf die gesamte Defensive. Da passte es auch, dass der Treffer von Seidel in der zweiten Hälfte, bei dem Heuer Fernandes nicht ganz so glücklich aussah, nicht zählte. Der HSV-Keeper musste sich lange Zeit sehr viel gefallen lassen und blieb loyal – diese Saison sowie die Vertragsverlängerung sind der verdiente Lohn für seine vorbildliche Einstellung.
Moritz Heyer: In der ersten Halbzeit ein bärenstarker Antreiber, Vorbereiter, Verteidiger – einfach ein MVP auf dem Platz. In der zweiten Hälfte sehr ökonomisch unterwegs, und immer noch stark.
Mario Vuskovic: Räumte ab, was es abzuräumen gab. Zusammen mit seinem Innenverteidiger-Kompagnon ließ er den Darmstädtern von der ersten Sekunde keine zwei Meter Freiraum. Souverän und aus der HSV-Elf nicht mehr wegzudenken.
Sebastian Schonlau: Der Kapitän hatte einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag und immer alles im Blick. Seine ruhige Art gepaart mit der Aggressivität von Vuskovic ist die bislang beste Mischung in der Innenverteidigung seit dem Abstieg. Finde ich…
Miro Muheim: Der Schweizer schlägt hammergeile Standards und wird von Woche zu Woche nicht nur defensiv stabiler, sondern offensiv auch immer mutiger. Geht das so weiter, wird der HSV die Kaufoption über 1,5 Millionen Euro für den Linksfuß ziehen. Alles andere wäre dumm.
Jonas Meffert: Nie spektakulär, aber immer ein Garant für Stabilität im Mittelfeld. Auf die Saison gesehen ist der Zugang von Holstein Kiel für mich zusammen mit Sonny Kittel und Daniel Heuer Fernandes der wichtigste Mann im „System Walter“. Er ist nach hinten wie nach vorn Taktgeber und Organisator in Personalunion. Der Chef.
Ludovit Reis (bis 78.): Heute noch nicht einmal wirklich glücklich beim letzten Ball, beim letzten Pass. Und trotzdem ist der Niederländer heute gerade in der ersten Halbzeit mit seinem nimmermüden Einsatz entscheidend dafür gewesen, dass der HSV immer wieder gefährlich nach vorn spielte. Dass er von Woche zu Woche mutiger wird macht mir persönlich riesengroßen Spaß und weckt meine Fantasie. Denn sein Leistungslimit kann auf einer Ebene liegen, in die der HSV sportlich erst noch aufsteigen muss…
Jonas David (ab 78.): Endlich wieder gesund zurück und vom Trainer auf der zentral-defensiven Mittelfeldposition gebracht. Das darf der Youngster, der seinen Platz in der Innenverteidigung bis auf Weiteres an Vuskovic verloren hat, als Zeichen verstehen, dass der Trainer nach einem Platz für ihn sucht. Auch eine Art, wie man als Trainer seinem Spieler deutlich macht, wie viel man von ihm hält.
David Kinsombi (bis zur 86.): Schwere Rolle, gut gelöst. Ich hätte ihm den (aberkannten) Treffer heute gegönnt. Vor allem aber war das endlich mal ein guter Auftritt in einem Spiel, in dem man auf ihn angewiesen war.
Elijah Krahn (ab 78.): Hat sich mit starken Trainings- und Testspieleindrücken beim Trainer ganz oben in der Youngster-Liste gespielt. Und wurde dafür heute mit den ersten Zweitligaminuten belohnt. Ein Riesentalent, an dem der HSV noch viel Freude haben wird. Sein Pass zum 5:0 war einfach traumhaft…!
Bakery Jatta (bis 78.): Heute leider wieder der Unvollendete. aber auch unendlich wichtig für das Offensivspiel. Sein Tempo, seine vielen Sprints lassen keinen Gegner ruhig. Auch das ist eine Qualität. Trotzdem muss er im letzten Drittel einfach noch konsequenter, noch klarer werden. Schafft er das irgendwann, ist er eine Waffe.
Giorgi Chakvetadze (ab 78.): Durfte erste Minuten Zweitligaluft schnuppern. Allerdings auf der Außenbahn, die ihm offen erkennbar nicht wirklich liegt.
Robert Glatzel: Der Rekord-Hattrick-Torschütze brachte 7:45 Minuten, um das Spiel zu entscheiden. Niemand traf schneller dreimal in Folge in der Zeiten Liga – und er steuerte gleich noch seinen persönlichen Rekordtreffer zum 5:0 bei. Denn mit 14 Buden hat er seinen eigenen Saisonrekord eingestellt.
Faride Alidou (bis 70.): Bemüht, aber nicht wirklich glücklich. Er fiel dabei nie ab – aber eben auch noch zu selten auf. Abgesehen natürlich von der Szene, die zum Elfmeter und damit zum 1:0 führte. Ich glaube zwar, dass er hier nicht elfmeterwürdig getroffen wurde. Aber er nutzte die Schläfrigkeit der Darmstädter Defensive und holte gekonnt den Elfer raus.
Manuel Wintzheimer (ab 70.): Er kam, sah und traf. Und damit machte Wintzheimer noch einmal deutlich, was man von ihm erwarten kann: Abschlussqualität.
Und zum Abschluss dieses etwas anderen Blogs möchte ich noch einmal den Trainer zu Wort kommen lassen, der das Spiel gewohnt ruhig und gefast analysierte: „Wir haben uns heute für einen starken Auftritt belohnt und einen verdienten Sieg eingefahren. Wichtig war, dass wir die Phase nach der Pause überstanden haben.In der Hinrunde haben wir uns häufig nicht belohnt. Heute waren wir effizienter. Die vier Treffer von ‚Bobby‘ Glatzel stehen sinnbildlich für die Leistung der gesamten Mannschaft. Das war eine besondere Teamleistung. Man darf nicht vergessen, dass Darmstadt eine brutale Qualität hat. Aber wir haben es heute einfach besonders gut gemacht. Jetzt stehen noch weitere schwierige Spiele an, aber wir gucken nur auf uns, nicht auf die Tabelle.“
Stimmt. Ich bin sehr zufrieden. Und ich wünsche Euch einen schönen Restsonntag, einen guten Start in die Woche – und vor allem, dass Ihr gesund bleibt!
Scholle
Die Daten zum Spiel:
SV Darmstadt 98: Schuhen - Bader (78. Ronstadt), Pfeiffer, Isherwood (46. Riedel), Holland - Gjasula (70. Schnellhardt), Skarke, Kempe, Mehlem (46. Honsak) - Pfeiffer (46. Seydel), Tietz
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis (78. David), Kinsombi (86. Krahn) - Jatta (78. Chakvetadze), Glatzel, Alidou (70. Wintzheimer)
Tore: 0:1 Glatzel (5.), 0:2 Glatzel (10.), 0:3 Glatzel (13.), 0:4 Wintzheimer (76.). 0:5 Glatzel (88.)
Zuschauer: 1.000
Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Müllheim)
Gelbe Karten: Gjasula (58.) / -
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