4:3 Derbysieger - heute dürfen sich alle einmal einfach nur freuen
Der HSV gewinnt in einem spannenden Spiel 4:3 gegen den FC St. Pauli. Heute sollte deshalb an dieser Stelle nichts anderes Stehen als großer Jubel und Freude darüber, dass man…

Der HSV gewinnt in einem spannenden Spiel 4:3 gegen den FC St. Pauli. Heute sollte deshalb an dieser Stelle nichts anderes Stehen als großer Jubel und Freude darüber, dass man dieses wichtige Spiel mit viel Leidenschaft angegangen ist und am Ende auch gewonnen hat. Deshalb belasse ich es auch beim Blitzfazit.
DIE EINZELKRITIK:
DANIEL HEUER FERNANDES: Er war da, wenn er da sein musste. Beim 0:1 chancenlos und beim zweiten Gegentreffer schuldlos. Ansonsten wieder bärenstarke Reflexe und schieres Aufbauspiel. Note: 2
MORITZ HEYER: Was für eine selten dämliche Gelbe Karte in der 26. Minute? Was hat ihn denn da geritten?? Und was war das für ein Querschläger vor dem 0:1. Nur gut, dass er wusste, wie man sowas wiedergutmacht – dachte ich. Und dann war es seine Seite, die völlig offen war beim zweiten Treffer des FC St. Pauli. Bei aller Freude über seinen Treffer, er selbst weiß, dass er mehr zeigen muss. Note: 4
SEBASTIAN SCHONLAU: Ich wollte einen guten Text über ihn schreiben, als er beim 3:4 gegen Irvine patzte. Am Ende haute er sich in jeden hohen Ball und rettete das 4:3 mit über die Zeit. Note: 3
JONAS DAVID: Er will unbedingt – aber leider zu oft zu ungestüm. Wieder nach 24. Minuten gelbverwarnt in so einem Derby – das ist gefährlich. Und das trotz wirklich sehr ordentlichem Start, denn David gewann seine Zweikämpfe. Und dann das! So ein schönes – und so wichtiges Tor von dem Mann, über den in den letzten Wochen selten ein gutes Wort verloren wurde. Am Ende war er der zweikampfsicherste HSVer und wurde völlig zurecht von seinen Mannschaftskollegen gefeiert! Sein bestes Spiel im HSV-Trikot. Das war richtig gut und soll ihm Schwung für die letzten fünf Spiele geben! Note: 2
MIRO MUHEIM: Mich hat seine Startelfnominierung sehr gewundert. Obwohl: Nee, nur sportlich. Denn Noah Katterbach war in den letzten Wochen zweifelsfrei der bessere Linksverteidiger. Vor allem einer, der Mentalität mitbringt – und die war heute gefordert. Und Muheim begann dann auch so, wie ich es befürchtet hatte. Sogar noch schlimmer. Er hatte Glück, dass Afolayan ihm nach seinem üblen Ballverlust unnötig ins Gesicht fasste, bevor er das vermeintliche 0:1 erzielte. So zählte der Treffer - zurecht! - nicht. Aber das machte seine Aktion nicht weniger schlecht. Desaströs sein Stellungsspiel und Zweikampfverhalten in den ersten 45 Minuten. Zweite Seite wurde er zum Glück besser. Note: 4,5
JONAS MEFFERT: Er ist soooooo wichtig fürs HSV-Mittelfeld. Wenn er da ist, ist Reis eine Klasse besser – und das macht den HSV eine Klasse besser. Auch heute haute er sich in jeden Ball und langte mal dazwischen, wenn es nötig war. Leider mit der 5. Gelben jetzt in Magdeburg gesperrt. Note: 2
SONNY KITTEL (bis 89.): Begann gut und hatte in der 14. Minute die erste richtig gute Chance, als er aus halbrechter Position knapp vorbeizielte. Und das Beste: Er wurde sogar noch besser. So engagiert, so lauffreudig habe ich ihn lange nicht mehr gesehen. Er war es auch, der mit seinem schlauen Pass auf Reis das 3:1 einleitete und das 4:2 mit seinem Querpass „provozierte“. So, in dieser Verfassung ist er eine absolute Verstärkung! Bleibt nur zu hoffen, dass er endlich merkt, dass er es leichter als die allermeisten Fußballer dieser Liga hat, gut zu sein… Note: 2
ANSSI SUHONEN (ab 89.): Wirbelte munter mit, ohne wirklich Zugriff aufs Spiel zu bekommen.
LUDOVIT REIS: Er war endlich wieder bärenstark! Denn wenn er funktioniert, funktioniert der HSV offensiv. Seine Mentalität macht ihn schon zum stärksten HSVer. Dass er das Ganze auch noch mit fußballersicher Finesse garniert – sackstark. Er wird immer schwerer zu halten. Zumindest würde ich mir als Erstligist Reis holen wollen.
BAKERY JATTA (bis 60.): Enge Räume sind nichts für ihn, das zeigten die ersten 15 Minuten, in denen Jatta viele einfache Bälle verlor. Aber er war wieder da und traf zum Spiel drehenden 2:1 (48.). Schade, dass er sich dabei verletzte. Humpelte als gefeierter Mann vom Platz.
LASZLO BENES (ab 61.): Er haut sich in die Zweikämpfe, findet aber aktuell am Ball zu wenig statt. Heute war das vielleicht auch gar nicht mehr so gefragt – aber grundsätzlich darf man sich von ihm noch mehr erwarten. Note: 3,5
JEAN-LUC DOMPÉ (bis 45.): Teil zwei des „linken Desasters“. Er ist im direkten Zweikampf offensiv sicher ein Unruheherd, aber im Passspiel um im defensiven Zweikampfverhalten muss er sich noch mächtig steigern. Nein! Er muss damit anfangen. Er war es, der den 1:0-Torschützen Saliakas einfach mal ziehen ließ. Das geht gar nicht. Seine Auswechslung war die logische Folge. Sollte Jatta nicht verletzt ausfallen in Magdeburg, dürfte er sich die Startelf bei Walter verscherzt haben. Note: 5
RANSFORD YEBOAH KÖNIGSDÖRFFER (ab 46. Bis 89.): Brachte sofort Tempo und Gefahr ins Spiel. Allerdings auch ein paar Stockfehler zu viel. Note: 4
ELIJAH KRAHN (ab 89.): Dabei.
ROBERT GLATZEL: Engagiert – aber weiter unglücklich in seinen (Ball)Aktionen. Er ist kein Dribbler, und trotzdem versucht er es immer wieder. Er muss endlich wieder in den Sechzehner, anstatt sich in Situationen aufzureiben, für die er nicht gemacht ist. Und damit meine ich heute wirklich fast alle Ballaktionen mit dem Fuß. Note: 5
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, David, Schonlau, Muheim - Reis, Meffert, Kittel - Jatta (60. Benes), Glatzel, Dompe (46. Königsdörffer, 90.+5 Krahn)
FC St. Pauli: Vasilj - Medic, Smith, Mets - Saliakas (89. Beifus), Irvine, Hartel, Paqarada - Aremu (59. Saad), Daschner (85. Otto), Afolayan (59. Metcalfe)
Tore: 0:1 Saliakas (36.), 1:1 David (44.), 2:1 Jatta (48.), 3:1 Heyer (52.), 3:2 Saad (71.), 4:2 Medic (ET, 78.), 4:3 Irvine (80.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Gelbe Karten: David, Heyer, Schonlau, Meffert / Paqarada, Afolayan, Smith
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