4:1 gegen Regensburg - endlich der zweite Heimsieg! Und was für einer...!
Endlich! Endlich hat der HSV mal ein Spiel über die komplette Distanz hervorragend dominant gespielt. Und dann am Ende auch noch den bisherigen Tabellenzweiten SSV Jahn…

Endlich! Endlich hat der HSV mal ein Spiel über die komplette Distanz hervorragend dominant gespielt. Und dann am Ende auch noch den bisherigen Tabellenzweiten SSV Jahn Regensburg mit 4:1 auch in der Höhe zurecht geschlagen. Endlich also der zweite Heimsieg im schon siebten Heimspiel. „Wenn wir die Leistung defensiv und offensiv bringen und wie immer unsere Bereitschaft in die Waagschale werfen, dann können wir uns belohnen. Es ist wichtig, dass wir immer die Leistung bewerten und nicht nur das Ergebnis“, freute sich Trainer Tim Walter nach Schlusspfiff und wollte nach einem Lob für das Kollektiv bloß niemanden vergessen. Noch weniger wollte er einen einzelnen herausheben. Abgesehen von Sonny Kittel. Denn der machte heute ein herausragendes Spiel mit drei Assists und einem eigenen Treffer. „Sonny ist unheimlich gereift. Menschlich und sportlich“, so Walter sichtlich begeistert von seinem Zehner.
Vor Walter hatte bei der Pressekonferenz auch schon Gästetrainer Mersad Selimbegovic gesprochen und dabei keinen Hehl daraus gemacht, dass für sein Team hier und heute in Hamburg nichts drin war. Auch, weil er zu Beginn dieser Partie gleich drei Stammspieler ersetzen musste. Und das war überraschend, da sie allesamt noch mitgereist waren. Ebenso überraschend wie die offizielle Erklärung des Gastes, der mitteilte, die drei sonstigen Stammspieler seien „erkältet“ – was sich nach dem Spiel übrigens bestätigte. Zum Glück. Ob diese Ausfälle allerdings sportlich dafür verantwortlich waren, dass der HSV die Regensburger förmlich überrannte – das lasse ich dahingestellt. Denn der HSV spielte heute richtig gut, zielstrebig vorn, ballsicher hinten. Dass man sich hinten manchmal etwas zu sicher fühlte – mich nervt das zwar immer wieder mal. Aber es ging diesmal zumindest nicht schief.
Der HSV dominiert und trifft im x-ten Anlauf
Dennoch dauerte es vorn wieder eine gefühlte Ewigkeit, bis sich der HSV endlich belohnte. Der wieder einmal bärenstarke Faride Alidou steckte auf Ludovit Reis durch und der Niederländer traf (31.). Endlich für den HSV, der sich bis hierhin schon fünf richtig gute Torchancen herausgespielt hatte. Und auch „endlich“ für Reis, der mit diesem Schuss aufs kurze Eck endlich zeigte, dass er auch offensiv kann - nicht nur defensiv.... Es war eine gefühlte Erlösung, nachdem zuvor schon beste Gelegenheiten liegengelassen worden waren.
Alidou (2.). Glatzel mit zwei richtig guten Kopfballchancen in der 6. Und in der 9. Minute, noch mal Alidou nach einem geilen Dribbling in der 9. Minute und noch mal Glatzel in der 18. Minute, wo der Angreifer einen Chip-Ball von Kittel nur noch gegen die Laufrichtung des Regensburger hätte köpfen müssen. Aber: Hätte, wenn und andere Konjunktive nützen nichts, der HSV führte nur 1:0. Und das auch nur 120 Sekunden lang, denn dann glichen die Gäste wie aus dem Nichts aus.
Ein simpler, harmlos wirkender Ballverlust im Mittelfeld, ein schneller Pass, schon steht‘s 1:1, weil Jan-Niklas Beste aus 18 Metern zu platziert für Johansson abzieht. Das 1:1 in der 33. Minute – und ein Nackenschlag, wie ihn der HSV in dieser Saison fast schon gewohnt ist. Zumal der HSV wiederum nur fünf Minuten später Glück hatte, dass der Schuss von Carlo Boukhalfa gerade noch geblockt werden konnte. Ansonsten hätte der HSV hier sogar plötzlich zurückgelegen. Aber auch diesmal galt: Konjunktive zählen nichts.
Kurzer Schock - aber HSV dominiert sofort wieder
Es wäre auch massiv unverdient gewesen. Denn der HSV kam richtig gut zurück. Und er traf nach einer traumhaften Kombination zum 2:1 (42.). Bakery „der Unvollendete“ Jatta brachte endlich einmal eine gute Aktion erfolgreich zum Abschluss! Nach einem tollen Doppelpass mit Kittel kommt Glatzel in der Mitte frei zum Abschluss. Jahn-Keeper Kirschbaum wehrt nach rechts ab, wo Jatta lauert und abstaubt. „Endlich“ auch für Jatta mal ein Erfolgserlebnis.
Dachte ich. Dachten alle. Die Stadionsprecherin Christina Rann und Christoph „Stübi“ Stübinger zelebrierten schon ihre Jubelansagen durch, ehe per Videobeweis klar wurde, dass Kittel vor dem Tor im Abseits stand. Eine korrekte Entscheidung, die den HSV aber nur wütend machte. Wieder ist es der alle überragende Kittel, der auf den direkt nach ihm zu lobenden Alidou durchsteckt - und der Youngster trifft von rechts mit rechts ins linke Eck zum 2:1. Die perfekte Antwort auf das nicht gegebene Tor und zugleich auch „endlich“ Alidous erster eigener Treffer. Denn den hatte dieser junge Mann sich redlich verdient. Nicht nur heute - aber heute ganz besonders. Aber zu ihm nachher noch mehr.
Mehr hätte auch der HSV haben müssen. Denn auch Robert Glatzel hätte sich und die Mannschaft „endlich“ belohnen müssen, als er in 45. Minute nur leicht bedrängt und keine fünf Meter vor dem Tor zum Kopfball kommt – und drüberköpft. Unfassbar, spätestens diesen Ball hätte Glatzel zwingend machen müssen…! So aber ging der HSV tatsächlich nur mit 2:1 statt 5:1 oder 6:1 in die Halbzeitpause. Gefeiert wurde die Mannschaft beim Gang in die Kabinen dennoch – und das auch zurecht.
Denn bis auf die zwei, drei Minuten rund um den Ausgleich spielte der HSV durchgehend richtig gut. Und das angefangen bei Johansson über einen extrem bissigen Miro Muheim, einen richtig starken und souveränen Abräumer Mario Vuskovic, der meine bisherigen Eindrücke bestätigte. Ich glaube, dass der HSV mit dem 20 Jahre jungen Kroaten einen richtig guten Mann hat, der mit jedem Spiel sogar noch besser werden wird. Mark my words…
Vuskovic und Alidou begeistern - Kittel überragt alle(s)
Aber zurück zum Spiel, das in der zweiten Halbzeit ein Abziehbild der ersten wurde. Nur diesmal ohne Gegentreffer. Denn der HSV spielte diese Partie „endlich“ einmal über die kompletten 90 Minuten souverän und dominant runter. Das erste Mal, wie ich meine, zu erinnern, ließ der HSV bis auf einen Albers-Distanzschuss (54.) und einen Konter und eine Unachtsamkeit in der Schlussminute nichts zu. Im Gegenteil: Er legte sogar noch dreimal nach und ließ die Fans „Oh, wie ist das schön“ singen. Endlich mal wieder.

Sonny Kittel drückte auch diesen 45 Minuten seinen Stempel auf, indem er erst selbst einen Foulelfmeter rausholte, diesen dann auch noch selbst sicher verwandelte (63.), um mit dem Zuspiel auf den eingewechselten Torschützen Anssi Suhonen (87.) seinen Zuspielhattrick perfekt zu machen. So schön dieser wirklich überlegte Schlenzer des jungen Finnen auch war, an Sonny Kittel kam heute keiner vorbei.
Schade nur, dass es heute nur 23.505 Zuschauer waren, denn diese Partie hätte mehr Zuschauer verdient. Die Fans haben uns heute wie immer super unterstützt“, lobte Walter zurecht. Und er fügte genauso korrekt hinzu: „Dass Christoph Moritz, der auch für diesen Verein gespielt hat und alles gegeben hat, bei der Einwechslung ausgepfiffen wird, ist aber wirklich eine Unart. Das gehört sich nicht.“ Von daher auch für Walter heute die volle Punktzahl. Was ein schöner, erfolgreicher Nachmittag im nasskalten Volksparkstadion.
Alidous gefeierter, gestenreicher Abgang lässt HSV-Fans hoffen
Und bevor ich diesen Blog beschließe, noch eine Notiz am Rande, die in das Gesamtbild des heute starken HSV wunderbar einzufügen ist. Denn der heute wieder starke Faride Alidou nutzte den weiten Gang von der Westtribünen-Seite an der Nordtribüne vorbei bis zur Bank, um sich zuerst ordentlich feiern zu lassen und dann demonstrativ die Raute seines Trikots zu küssen. Eine Geste, die andeuten soll, wie sehr er zum HSV steht und für die Fans ein Grund zu hoffen, dass Alidou „endlich“ seinen Vertrag beim HSV verlängert.
In diesem Sinne, ich mache jetzt endlich Feierabend. Genießt diesen Sieg, genießt diesen Sonnabend und habt alle ein schönes Wochenende. Vor allem aber: Bleibt gesund!
Scholle
DIE DATEN ZUM SPIEL:
HSV: Johansson - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Meffert (88.Kinsombi) - Reis, Kittel (88.Doyle) - Jatta (81.Suhonen), Glatzel (88.Kaufmann), Alidou (73.Wintzheimer)
Jahn Regensburg: Kirschbaum - Faber, Kennedy, Nachreiner, Wekesser - Gimber (41.Moritz), Besuschkow - Beste, Boukhalfa (80.Zwarts), Singh (80.Otto) - Albers (80.Makridis)
Tore: 1:0 Reis (31.), 1:1 Beste (33.), 2:1 Alidou (45.), 3:1 Kittel (FE., 65.), Suhonen (87.)
Zuschauer: 23.505
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Gelbe Karten: Suhonen (83.) / Kennedy (61.), Moritz (85.)
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden