4:0-Heimsieg: Reifer, effizienter HSV überrollt Mainz 05
Mit seiner bislang besten Saisonleistung hat der HSV in der Bundesliga ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Das 4:0 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 war in seiner Entschlossenheit,…

Mit seiner bislang besten Saisonleistung hat der HSV in der Bundesliga ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Das 4:0 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 war in seiner Entschlossenheit, Cleverness und Stabilität ein Auftritt, der Lust auf mehr macht – und in der Höhe vollkommen verdient. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion präsentierten sich die Rothosen als Mannschaft mit Plan, Geduld und Effizienz – und zeigten endlich jene spielerische Reife, die man in Hamburg so lange vermisst hatte. Es war – so der einhellige Tenor im Volkspark – das erste Mal in dieser Saison, dass der HSV ein Spiel von der ersten bis zur letzten Minute so bestritt, wie man es in der Bundesliga tun muss.
RAYAN PHILIPPE MIT EINEM DOPPELPACK (10./61.), SAMBI LOKONGA (6.) UND JEAN-LUC DOMPÉ (52.) SORGTEN FÜR DEN ZWEITEN BUNDESLIGA-HEIMSIEG DER ROTHOSEN, DER AUCH IN DIESER HÖHE VERDIENT WAR.
Der HSV konnte am 6. Bundesliga-Spieltag seinen zweiten Heimsieg einfahren. Gegen den 1. FSV Mainz 05 gewannen die Rothosen am Sonntagabend (5. Oktober) mit 4:0 (2:0). Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion gingen die Hamburger durch einen Doppelschlag von Sambi Lokonga (6.) und Rayan Philippe (10.) schon nach zehn Minuten mit 2:0 in Führung. Dasselbe Kunststück gelang nach der Pause, als zunächst Jean-Luc Dompé (52.) und kurz darauf erneut Philippe (61.) trafen.
Im Vergleich zum 0:0 bei Union Berlin musste HSV-Coach Merlin Polzin zweimal umbauen: Statt Warmed Omari (Sprunggelenksverletzung) und Fabio Vieira (Rotsperre und Knieblessur) begannen Sambi Lokonga und Neuzugang Nicolás Capaldo – und beide rechtfertigten ihre Aufstellung eindrucksvoll.
Gleich der erste gefährliche Angriff brachte die Führung: Elfadli leitete in der siebten Minute mit einem energischen Lauf über die linke Seite ein. Gocholeishvili zog am Strafraumrand mit links ab, Rieß lenkte den Ball an den Innenpfosten – und Lokonga stand goldrichtig, um den Abpraller aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie zu drücken. Sein erstes Tor im HSV-Trikot – und der perfekte Start in ein Spiel, das früh in die richtige Richtung lief.
Nur drei Minuten später legte der HSV nach. Königsdörffer setzte sich auf der rechten Seite stark durch, flankte ins Zentrum, wo Philippe den Ball behauptete, sich blitzschnell drehte und aus spitzem Winkel eiskalt zum 2:0 abschloss. Ein Doppelschlag, der das Stadion beben ließ – und dem HSV früh die Sicherheit gab, das Spiel kontrolliert anzugehen. Der Franzose blieb auch danach auffällig, prüfte Rieß in der 16. Minute erneut, ehe Königsdörffer kurz darauf eine weitere Großchance ausließ. Der HSV war dominant, druckvoll und endlich effizient.
Wir haben genau den Matchplan umgesetzt, den uns das Trainerteam mit auf den Weg gegeben hat"
Daniel Heuer Fernandes
Mainz fand erst nach gut 20 Minuten besser ins Spiel, kam durch einen Amiri-Freistoß (19.) und einen Fernschuss von Sanó (30.) zu Möglichkeiten, die Heuer Fernandes jedoch stark parierte. Hinten stand der HSV sicher, vorne blieb er gefährlich: Muheim verzog nur knapp (36.), sodass es mit einem verdienten 2:0 in die Pause ging.
Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte – mit mutigem, zielstrebigem HSV-Fußball. In der 49. Minute prüfte Philippe den Mainzer Keeper mit einem satten Schuss, kurz darauf verfehlte Dompé knapp. Doch der Franzose machte es in der 52. Minute besser: Nach Ballgewinn im Mittelfeld und präzisem Pass von Capaldo startete Dompé über links durch und hämmerte den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte – 3:0, der Volkspark stand Kopf.
Neun Minuten später machte Philippe endgültig den Deckel drauf. Nach einem blitzsauberen Konter über Remberg enteilte der Franzose seinem Gegenspieler Kohr und lupfte den Ball abgeklärt über den herausstürzenden Rieß – 4:0 (61.). Pure Spielfreude, pure Entschlossenheit.
Polzin wechselte anschließend durch und brachte unter anderem Robert Glatzel, der nach seiner Einwechslung mit einem gefährlichen Fernschuss beinahe das 5:0 erzielte (72.). Mainz versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, doch die HSV-Abwehr um Elfadli, Vuskovic und Capaldo stand sicher, strahlte Ruhe und Stabilität aus – ein Bild, das man im Volkspark in dieser Form lange nicht gesehen hatte.
Kurz vor Schluss verpasste Baldé nach einem schnellen Konter das 5:0 nur um Zentimeter (86.), doch das änderte nichts am verdienten Endstand. Das 4:0 war nicht nur ein klarer Sieg, sondern Ausdruck einer reifen, geschlossenen Mannschaftsleistung – defensiv stabil, offensiv effizient und taktisch klug.
Mit diesem Erfolg kletterte der HSV vor der Länderspielpause auf acht Punkte und ins Tabellenmittelfeld. Mainz dagegen bleibt mit vier Zählern im Tabellenkeller stecken. Für den HSV aber war dieser Abend weit mehr als nur ein weiterer Sieg: Es war ein Statement. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie verstanden hat, was es braucht, um in dieser Liga zu bestehen – mit Herz, Struktur und Mut. Ein Sieg, der Hoffnung macht. Ein Sieg, der zeigt: Der HSV ist angekommen.
DIE STIMMEN ZUM SPIEL:
Sambi Lokonga: Wir haben stark begonnen, sind früh in Führung gegangen und ich bin froh, dass ich helfen konnte, indem ich das erste Tor geschossen habe. Es hat unglaublich viel Spaß gebracht heute, wir waren sehr intensiv und haben den Plan des Trainerteams super umgesetzt. Und die Fans sind natürlich überragend, sie haben für eine großartige Atmosphäre gesorgt. Was für eine Unterstützung! Es war lauter als in der Premier League, wenn ich ehrlich bin. Unglaublich!
Daniel Elfadli: Die Fans haben uns heute extrem nach vorn gepeitscht und ich bin froh, dass wir das mit einer guten Leistung zurückzahlen konnten. Ich fand uns heute sehr stabil, sehr reif. Man konnte sehen, wie überzeugt wir von unserem Weg sind, den wir konsequent weitergehen, und dass wir viel Qualität in der Mannschaft haben. So wollen wir weitermachen.
Jonas Meffert: Wir haben uns für einen neuen Weg entschieden, den wir entschlossen und geschlossen weitergehen. Dieser Weg war nicht einfach, wir haben in der Vorbereitung ja auch viele Spiele verloren. Aber wir haben das gebraucht, um zu lernen. Das hat geklappt, es wurde Schritt für Schritt besser, wir haben uns immer weiterentwickelt und machen aktuell sehr schnell Fortschritte. Wir haben viel Qualität hinzubekommen, das sieht man, und wir wachsen auch immer mehr als Team zusammen. Wir haben uns heute sehr gut an den vorgegebenen Plan des Trainerteams gehalten, dazu die toll herausgespielten Tore und diese großartige Stimmung - das hat heute einfach Spaß gemacht.
Daniel Heuer Fernandes: Wir haben genau den Matchplan umgesetzt, den uns das Trainerteam mit auf den Weg gegeben hat. Wir wissen, dass Mainz sehr gut im Anlaufen und im Pressing ist und dem Gegner kaum Platz lässt. Deswegen sind wir es anders angegangen, als in den letzten Wochen und haben viel auf lange und zweite Bälle gesetzt. Ich bin sehr froh über die Art und Weise, wie wir offensiv agiert haben. Die Spieldynamik mit den beiden schnellen Toren hat uns geholfen. Wir haben über 90 Minuten eine sehr gute Leistung gebracht.
Nicolas Capaldo: Wir haben heute wieder eine tolle Team-Leistung gezeigt. Wir werden immer kompakter und es ist schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen. Ich bin ein Spieler, der immer offen dafür ist, auf jeder Position zu spielen. Wenn mich das Team wie heute auf einer anderen Position braucht, dann bin ich da, um zu helfen. Es war mein erstes Spiel in dieser Rolle, aber es hat gut geklappt. Die anderen haben mir sehr gut geholfen.
"Wenn wir alle in eine Richtung laufen, dann können wir erfolgreich sein" Merlin Polzin
Merlin Polzin: Wir sind sehr froh über die gezeigte Leistung und über das Endergebnis. Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und es hat sich sehr viel von dem widergespiegelt, was wir uns vorher vorgenommen hatten. Wir wollten direkt zeigen, dass heute mit uns zu rechnen ist. Wenn die gute Arbeit vorher mit Trainer- und Analyseteam und Mannschaft aufgeht, dann macht es das Spiel auf jeden Fall einfacher. Wir haben aber im Laufe der ersten Halbzeit auch zu spüren bekommen, was die Qualität der Mainzer angeht. Da haben wir es nicht mehr geschafft, einige gefährliche Räume zu schließen. Das hat mir weniger gut gefallen. Das war auch Thema in der Halbzeit. Mit dem nächsten Tor nach der Halbzeit war das Spiel dann auch entschieden, nichtsdestotrotz haben alle, die reingekommen sind, eine gute Energie ausgestrahlt, um am Ende auch die Null zu halten. Das hat mir gut gefallen. Wenn wir alle in eine Richtung laufen, dann können wir erfolgreich sein. Wenn wir es nicht tun, dann wird es in keinem Bundesligaspiel funktionieren. Heute hat's funktioniert und darum bin ich sehr zufrieden.
Bo Hendriksen: Wir sind sehr schlecht gestartet und so war das Spiel eigentlich nach zehn Minuten mit dem 0:2 für uns vorbei. Insofern haben wir einen verdienten Sieg des HSV gesehen, der heute in allen Belangen die bessere Mannschaft war. Wir haben zu Beginn maximal zehn Prozent unserer Zweikämpfe gewonnen, so kann man natürlich kein Spiel gewinnen. Ich denke, für uns ist es sehr gut, dass wir jetzt eine Länderspielpause haben.
DAS SPIEL IM STENOGRAMM:
HSV: Heuer Fernandes – Capaldo, Vuskovic, Elfadli – Gocholeishvili (82. Mikelbrencis), Remberg, Lokonga (62. Meffert), Muheim – Philippe (82. Rössing-Lelesiit), Königsdörffer (68. Glatzel), Dompe (68. Balde)
1. FSV Mainz 05: Rieß - da Costa, Hanche-Olsen, Kohr (62. Bell) - Nordin, Kai. Sano, Amiri (82. Maloney), Mwene (46. Weiper), Nebel, J.-S. Lee (71. Veratschnig) - Hollerbach (61. Sieb)
Tore: 1:0 Lokonga (6.), 2:0 Philippe (10.), 3:0 Dompe (52.), 4:0 Philippe (61.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)
Gelbe Karten: Elfadli (17.), Remberg (65.) / Lee (42.), Kohr (45.+3), Amiri (65.)
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