Spielbericht

3:1-Sieg gegen Regensburg - HSV trotzt frühem Rückstand und verschossenem Elfer

Die Zufriedenheit war Tim Walter nicht nur deutlich anzusehen, sondern auch absolut gerechtfertigt. Denn eine Woche dem wichtigen Auswärtssieg beim SC Paderborn erkämpften sich…

3:1-Sieg gegen Regensburg - HSV trotzt frühem Rückstand und verschossenem Elfer

Die Zufriedenheit war Tim Walter nicht nur deutlich anzusehen, sondern auch absolut gerechtfertigt. Denn eine Woche nach dem wichtigen Auswärtssieg beim SC Paderborn erkämpften sich Walters Mannen einen schwer erarbeiteten und verdienten 3:1-Heimsieg gegen den SVV Jahn Regensburg. „Wir haben super gekämpft heute. Wir haben uns das einfach verdient“, sagte Torschütze Ransford Königsdörffer, der heute auf der Rechtsverteidigerposition zum Einsatz kam – und seine Aufgabe zusammen mit seinen Kollegen im Kollektiv gut erledigte.

Die Zufriedenheit war Tim Walter nicht nur deutlich anzusehen, sondern auch absolut gerechtfertigt. Denn eine Woche dem wichtigen Auswärtssieg beim SC Paderborn erkämpften sich Walters Mannen einen schwer erarbeiteten und verdienten 3:1-Heimsieg gegen den SVV Jahn Regensburg. „Wir haben super gekämpft heute. Wir haben uns das einfach verdient“, sagte Torschütze Ransford Königsdörffer, der heute auf der Rechtsverteidigerposition zum Einsatz kam – und seine Aufgabe zusammen mit seinen Kollegen im Kollektiv gut erledigte.

Dabei hatte es für den HSV mitvei9nem Rückschlag begonnen. Kaan Caliskaner (7.) hatte die Gäste früh in Führung gebracht. Aber nur fünf Minuten lang, denn dann erzielte Mario Vuskovic (12.) den schnellen Ausgleich. Der oben erwähnte Königsdörffer (79.) und Robert Glatzel (90.) belohnten am Ende den HSV für eine erneut sehr willensstarke, intensiv geführte Partie, in der Glatzel zuvor noch einen Elfmeter verschossen hatte. Einen, um den er sich erneut mit Laszlo Benes gestritten hatte. „Slapstick“, nannte Trainer Tim Walter im Abschluss das kindische Gezanke der beiden HSV-Profis um den Ball – zumal dies nicht zum ersten Mal der Fall war. Ob er ab sofort den Schützen festlegen wolle? Walter lächelnd: „Nein. Das müssen die Jungs selbst klären.“ Nun denn…

„Wir sind besser ins Spiel gekommen. Der Gegentreffer darf uns aber so nicht passieren“, meinte Trainer Tim Walter. „Trotzdem sind wir danach weiter drangeblieben, haben uns Torchancen erarbeitet und nicht mehr viel zugelassen.“ Nach vorne lief das Spiel allerdings deutlich besser. Immer wieder angetrieben von Ludovit Reis, dessen Vertragsverlängerung bis 2026 wenige Stunden vor dem Spiel verkündet worden war, erspielte sich der HSV mit zunehmender Spielzeit ein immer größeres Übergewicht. Glatzel (25.) und der stark verbesserte Sonny Kittel (36.) verpassten zunächst knapp die Führung. Zudem hielt Regensburgs Torwart Kirschbaum heute wirklich überragend – und das nicht allein wegen des gehaltenen Foulelfmeters. Beim Pfostenschuss durch Laszlo Benes (66.) wäre Kirschbaum aber chancenlos gewesen.

„Insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir haben heute aber extrem viele Chancen ausgelassen. Wir hätten den Sack früher zumachen müssen. In ein paar Wochen ist es aber egal. Es ist extrem bitter, dass ich den Elfmeter nicht reinmache, dann wäre das Spiel vielleicht leichter geworden. Das hat mich richtig geärgert. Ich habe, wie die Mannschaft dann auch ein paar Minuten gebraucht, um wieder ins Spiel zu finden“, sagte Torschütze Glatzel nach der Partie und der Führungstorschütze Königsdörffer flachste: „Bobby ist wohl erstmal durch mit Elfern“, um dann ernsthafter hinzuzufügen: „Ich kannte meine Position schon von letzter Woche. Die Mannschaft hat es mir auch leicht gemacht. Ich habe draufgeschossen und dann war der Ball drin. Ich bin echt erleichtert darüber, weil das Spiel anstrengend war. Hinten heraus haben wir es gut verteidigt und auch Bobby hat seinen verschossenen Elfmeter wieder wettgemacht. Darüber freuen wir uns alle. Jetzt zählt Fürth.“ 

Zwei Spiele bleiben dem HSV bis zur langen Winterpause noch. Am Mittwoch müssen Walter und Co. bei der SpVgg Greuther Fürth und am Sonnabend zuhause gegen den SV Sandhausen ran. Ziel bleibt es, in diesen beiden Partien den einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Darmstadt aufzuholen und den Vier-Punkte-Vorsprung auf Rang drei (Heidenheim) weiter auszubauen. Das Schlusswort aber gehört heute dem mann des Tages, Ludovit Reis: "Als ich hierhergekommen bin, habe ich mich sofort heimisch gefühlt. Es ist ein toller Club mit tollen Fans, in dem ich mich sehr gut weiterentwickelt habe, deshalb habe ich auch meinen Vertrag verlängert. Mein großes Ziel ist es, mit dem Verein aufzusteigen. Heute können wir sehr zufrieden sein. Es war ein hartes Stück Arbeit. In der Liga kann jeder jeden schlagen. Die Saison ist noch lang. Wir müssen weiter hart arbeiten." Stimmt.

Die Einzelkritiken:

Daniel Heuer Fernandes: Sensationelle Rettungsaktionen in der 14. Und 16. Minute. Er war da, wo er sein sollte und chancenlos beim 0:1! Note: 2 

Ransford Königsdörffer (bis 90.): Er ist ein Offensivspieler, das wurde selten so deutlich, wie heute in den ersten Minten, wo er nach von alles richtig machte, nach hinten aber (im Zusammenspiel mit Reis) zu viele Lücken offenließ. Das wurde besser und nach vorn blieb er gefährlich – und traf. Weil er aus dem Stand auf Schussstärke 300 Km/h kommt. Note: 2

Bent Andresen (ab 90.): Endlich sein Debüt. Glückwunsch, Bent!

Sebastian Schonlau: Er brauchte eine ganze Zeit, um sich einzuleben – und, um die Organisation hinten wieder zu übernehmen. Er war mit etwas Verspätung wieder da, als er gebraucht wurde. In der zweiten Halbzeit rettete er in höchster Not (86.). Gutes Comeback mit leichter Verzögerung. Erste Halbzeit Note 3,5, zweite Hälfte Note zwei – ergibt Note: 2,5

Mario Vuskovic: Schießen kann er einfach! Was für ein geiles Tor – und vor allem: was für eine schnelle, wichtige Antwort auf das 0:1. Dass er defensiv nichts zuließ, ist man nicht minder gewohnt. Note: 2

Miro Muheim: Rettete in der 28. Minute stark als letzter Mann – seine Initialzündung. Von da an war er im Spiel und wurde besser. In der zweiten Halbzeit war er sogar gut – abgesehen von der Wackelaktion in der Nachspielzeit. Note: 3

Jonas Meffert: Das Mittelfeld war in den ersten 20 Minuten komplett unsortiert und gehört komplett den Gästen aus Regensburg. Das muss er sich ankreiden lassen. Aber es spricht ebenso für ihn, dass er sich sammelte und den Überblick gewann. Ab der 21. Minute sah das dann deutlich sortierter aus – trotz seines Fehlpasses in der 26. Minute, der fast das 1:2 bedeutet hätte. Er kann es besser – aber das ist bei ihm schon Meckern auf hohem Niveau. Note: 3

Ludovit Reis: Neuer Vertrag bis 2026, neue Position (rechte Seite zumeist defensiv - im Wechsel mit Königsdörffer) – alte Leistung: Der Niederländer ist aktuell der formstärkste, spielerisch und kämpferisch beste Mann im HSV-Mittelfeld. Auch heute in Teilzeit-Doppelfunktion funktionierte er. Allein, dass er jedes Mal das Tempo im Aufbauspiel mitzunehmen weiß, macht ihn schon unentbehrlich in dieser Mannschaft. Er ist Antrieb und Taktgeber (zusammen mit Meffert) in einem und rechtfertigte seine Vertragsverlängerung heute zum 15. Mal im 15. Saisonspiel zu 100 Prozent. Note: 1,5

Laszlo Benes: In den ersten 45 Minuten war er zwar viel unterwegs, aber zu wenig am Ball und zu wenig am Offensivspiel beteiligt. Er wollte den Elfer unbedingt schießen und bekam ihn. Abgenommen – von Glatzel. Ein Fehler. Also der Streit um den Elfer. Denn sowas führt fast immer dazu, dass verschossen wird. Und ich bleibe dabei: Wenn sich ein Spieler den Ball schnappt und sicher ist – dann sollte man ihn schießen lassen. Sorgte in der 60. Minute für die artistischste Aktion des Spiels, traf zudem den Pfosten und war in der zweiten Halbzeit nach dem verschossenen Elfer auffällig stärker. Note: 2,5

Jean-Luc Dompé (bis 72.): Hatte sich die Kritik des Trainers an seinem Defensivverhalten zu Herzen genommen und attackierte früh aggressiv. Und er hatte die erste Großchance nach toller Vorarbeit von Reis und Königsdörffer (4.). War anspielbar, bewegte sich gut – allein seine Flanken kam nicht an. Baute mit zunehmender Spielzeit deutlich ab und hatte seine beste Szene in der 71. Minute – unmittelbar vor seiner Auswechslung. Note: 3

Xavier Amaechi (ab 72.): Kam spät, versuchte einiges, manches gelang. Note:3

Sonny Kittel (bis 60.):  Er wird besser. Noch nicht wirklich gut – aber deutlich besser. Heute hatte er sogar den (unabsichtlichen) Assist zum 1:1 und weitere gute Aktionen. Note: 3

Anssi Suhonen (ab 61.): Er sollte frischen Wind bringen und wirbelte viel – aber heute nicht effektiv. Er braucht noch zu oft zu lange am Ball. Note: 4

Robert Glatzel: Warum nutzt er das Foul seines Gegenspielers in der 11. Minute nicht, als der an seinem Trikot hing und Glatzel stehen blieb. Er wollte Verantwortung übernehmen und nahm Benes den Ball beim Elfer weg, woraufhin die Diskussion entstand, die vor einem Elfer NIE entstehen darf! Sollte er nicht vorher eingeteilt gewesen sein, war es sein Fehler. Einer mit Ankündigung - denn er verschoss. Auch sonst galt für ihn heute bis kurz vor Schluss: Sehr aktiv, aber mindestens genauso glücklos. Bis genau das Gegenteil der Fall war und er per abgefälschten Schuss zur Entscheidung traf.  Note: 3

Trainer Tim Walter: Fand gegen alles andere als schwache Regensburger die richtige Mischung aus Offensive und Defensive – indem er gnadenlos offensiv aufstellte. Auch die Wechsel passten heute – obgleich weder Amaechi noch Suhonen entscheidende Impulse brachten. Aber: Drei Heimtore, ein saustarker Keeper und eine Mannschaft, die erkannt zu haben scheint, dass man in jedem Spiel neben spielerischen eben auch kämpferische Qualitäten auf den Platz bringen muss. Es passt gerade mal wieder gut. Und das gilt es jetzt zu konservieren. In Fürth – und dann im letzten Heimspiel 2022 gegen Sandhausen. Note: 2

Schiedsrichter Stegemann: Ich gebe gern zu, dass ich ihn immer sehr kritisch sehen. Aber: Er ist und bleibt aber aus meiner Sicht auch einfach unsouverän. In beide Richtungen wohlgemerkt. Selbst in einem so selten harmlosen Spiel wie heute. Note: 4,5

DIE DATEN ZUM SPIEL:

HSV: Heuer Fernandes - Vuskovic, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis, Benes, Kittel (60. Suhonen) - Königsdörffer (90.+2. Andresen), Glatzel, Dompé (72. Amaechi)

SSV Jahn Regensburg: Kirschbaum - Faber, Elvedi, Nachreiner, Günther - Thalhammer, Viet (83. Idrizi), Makridis (76. Gouras), Mees (63. Shipnoski) - Caliskaner (83. Vizinger), Albers (76. Owusu)

Tore: 0:1 Caliskaner (8.), 1:1 Vuskovic (12.), 2:1 Königsdörffer (79.), 3:1 Glatzel (90.)

Zuschauer: 51.314

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Gelbe Karten: Schonlau / Elvedi, Nachreiner, Shipnoski

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen