2:2 gegen Paderborn - HSV lässt weiter Federn
Liebe Leute. Der HSV verpasst den direkten Aufstieg. Da lege ich mich fest, ohne damit zu pessimistisch zu sein, glaube ich. Und der HSV verpasst die Chance, sich von den…

Liebe Leute. Der HSV verpasst den direkten Aufstieg. Da lege ich mich fest, ohne damit zu pessimistisch zu sein, glaube ich. Und der HSV verpasst die Chance, sich von den Verfolgern abzusetzen. Die beiden Trainersprachen von Werbung für den Fußball und von einem Spiel mit offenem Visier. Viele schöne Worte für einen Misserfolg. Denn beide Seiten brauchten den Sieg. Und beide haben ihn verpasst. Deshalb lasse ich es jetzt auch, hier viele Worte zu finden für etas, was vom HSV verklärt und mit pathetischen Worten fast noch gefeiert wird. Für mich war das Spiel enttäuschend. Vor allem, weil man dem Gegner in den ersten 15 Minuten so viele Chancen auf dem Silbertablett servierte, dass das Spiel dort schon hätte entschieden werden können. Anbei das Blitzfazit und die Einzelkritik:
DANIEL HEUER FERNANDES: Einmal auf dem falschen Fuß erwischt (bim 1:1), ansonsten der beste Mann im HSV-Dress. Mal wieder. Er rettete, was zu retten war. Note: 2
MORITZ HEYER: Ich habe ihn selten so schwach gesehen wie in den ersten 45 Minuten. Das war eine sehr wackelige erste Halbzeit. Er wirkt nicht frisch, nicht gedankenschnell – irgendwie müde. Sein Alptraum heiß Florent Muslija – denn der verarschte ihn (und auch alle anderen HSVer) im Eis gegen Eins nach Strich und Faden. Heyers Pech, dass er eine Fußlänge im Abseits stand bei seinem Treffer in der 45. Minute und die vergebene hundertprozentige Chance in der 59. Minute passten leider zu seinem heute sehr unglücklichen Spiel. Note: 5
SEBASTIAN SCHONLAU: Im Zweikampf stark – aber eben nicht der schnellste. Warum er als letzter Mann gegen den pfeilschnellen Conteh ohne Absicherung steht, das weiß nur Walter. Das ist fahrlässig und hätte nach einer Viertelstunde schon zwei, drei Gegentreffer mit sich bringen können, wenn Paderborn effektiver gespielt hätte. Siehe gleich die allererste Minute. Er MUSS die Viererkette stellen, und das macht er nicht gut. Früh verwarnt (27.) wurde er immer stärker. Note: 3
JONAS DAVID: Er rettete in der 13. Minute stark gegen Conteh – allerdings auch nur, weil die Abwehr vorher wieder schlecht gestaffelt stand. Aber er kam heute richtig auf Temperatur – und wehrte sich mit allem, was er hat. In der zweiten Halbzeit gut. Note: 3
MIRO MUHEIM: Er hatte eine gute Szene in der zweiten Halbzeit und ist nach dem Ausfall von Katterbach leider alternativlos. Aber: Das ist insgesamt einfach zu wenig. Das reicht nicht. Sein dummes Foul zum Elfer, seine Fehlpässe, seine Zweikampfschwäche - Note: 5,5
JONAS MEFFERT: Die ersten 15 Minuten liefen komplett an ihm vorbei und sorgten für Chaos in der eigenen Defensive. Aber er fing sich im Laufe der ersten 45 Minuten, wurde aggressiver und besser. Was das fürs HSV-Spiel bedeutet, muss ich hier nicht mehr erwähnen. Note: 3
SONNY KITTEL: Konnte als Rechtsaußen nicht die Gefahr, die über Jattas Sprints entsteht, entfachen. Aber am Ball ist er immer noch einer der Besten – wenn er Bock hat. Heute hatte er Bock und diesen einen, genialen Moment, als er sich den Ball von Paderborns Müller schnappte, SCP-Keeper Huth umkurvte und zum 2:1 einschob, weil er einfach einen genialen Moment hatte. Note: 3
LUDOVIT REIS (bis 76.): Der einzige im Mittelfeld mit Zug nach vorn. Aber auch bei ihm stottert es derzeit. Note: 4
ANSSI SUHONEN (ab 76): Zu wild. Wollte zu viel. Note: 4
LASZLO BENES: Er brauchte eine ganze Weile, um ins Spiel zu finden. Er arbeitet viel, läuft viel – aber wirklich zielführend ist es selten. Note: 4
JEAN-LUC DOMPÉ (bis 82.): Wirkungslos bis zur 39. Minute und der Flanke zum 1:90 von Glatzel. Danach? Wieder wirkungslos. Bis zu seiner Auswechslung in der 82. Minute. Note: 4,5
RANSFORD KÖNIGSDÖRFFER (ab 83.): Kam viel zu spät für den in der zweiten Halbzeit schwachen Dompé. So fand er keinen Bezug mehr zum Spiel. Daher auch keine Note.
ROBERT GLATZEL: Er erarbeitet sich die Bälle weiterhin außerhalb des Sechzehners – aber diesmal war er trotzdem im entscheidenden Moment an entscheidender Stelle im Sechzehner und traf zum 1:0 (39.). Ansonsten viel unterwegs, aber zu selten im Sechzehner zum Abschluss gekommen. Note: 3
DIE DATEN ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, David, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis (75. Suhonen), Benes - Kittel, Glatzel, Dompe (82. Königsdörffer)
SC Paderborn: Huth - Heuer, Müller, Humphreys - Justvan, Schallenberg, Rohr (64. Klefisch), Obermair - S. Conteh (59. Pieringer), Leipertz (64. Nadj), Muslija (83. Srbeny)
Tore: 1:0 Glatzel (39.), 1:1 Justvan (43.), 2:1 Kittel (49.), 2:2 Muslija (73., FE)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Robin Braun (Wuppertal)
Gelbe Karten: Schonlau, Heyer, Muheim, Benes / Nadj
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