Spielbericht

1:1 beim SV Sandhausen - eine gute Halbzeit reicht nicht

Tabelle stehen sieht oft so aus. Und wenn die favorisierte Mannschaft nicht schnell genug umschaltet, dann passiert, was dem HSV heute in der ersten Halbzeit passiert ist: Dann…

1:1 beim SV Sandhausen -  eine gute Halbzeit reicht nicht

Nur 1:1 beim 15. - das war definitiv ein erster, sehr realistischer Vorgeschmack auf das, was jetzt noch auf den HSV kommt. Viele Zweikämpfe, wenig Raum, fast schon Manndeckung über das gesamte Feld – Fußball von Mannschaften, die unten in der Tabelle stehen sieht oft so aus. Und wenn die favorisierte Mannschaft nicht schnell genug umschaltet, dann passiert, was dem HSV heute in der ersten Halbzeit passiert ist: Dann liegt der HSV plötzlich zurück. Nimmt der HSV die Härte aber an und zieht trotzdem sein Spiel weiter auf, dann passiert, was in der zweiten Halbzeit passiert ist: Dann ist der HSV überlegen und trifft. Mit anderen Worten: Dieses Remis beim SV Sandhausen darf der HSV tatsächlich als Blaupause nehmen für die Wochen nach dem Nordderby am kommenden Wochenende. Mit allem, was gut war (2. Halbzeit) – aber auch alledem, was schwach war (1. Halbzeit).

Das Blitzfazit und die Bewertungen:

Daniel Heuer Fernandes: Spielte gut mit und war beim Gegentor machtlos. Note: 3

Heyer: Pennte – auch beim ersten Gegentor, als er Testroet den Weg zum Tor völlig frei ließ. So verteidigt man nicht im Sechzehner! Stand insgesamt heute oft falsch und wurde zurecht ausgewechselt. Note: 5

Gyamerah (ab 46.): Spielte mit. Wirklich viel mehr fällt mir nicht ein. Er lässt sich nicht hängen – absolut nicht. Aber er wirkt auch nicht besonders motiviert, sich als Einwechselspieler für mehr empfehlen zu wollen. Er wirkt ein bisschen so, als würde er alles austrudeln lassen, bevor er den HSV im Sommer verlässt. Note: 4

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Schonlau: War in der ersten Halbzeit nicht gedankenschnell genug, sortierte nicht – und wachte erst mit Apfiff der ersten Halbzeit endlich auf, als er das erste Mal ordentlich im Zweikampf dazwischenhaute. Note: 4

Vuskovic: Irgendwann musste es ja mal passieren – leider war das heute. Nahm sich zweikamptechnisch seine Auszeit nehmen. Tat das leider heute in Sandhausen. Note: 4

Muheim: Beim 0:1 nicht auf der Höhe, danach zwar besser, aber nicht ganz so zielführend nach vorn. Defensiv war das auf seiner linken Seite nach dem 0:1 wieder sehr in Ordnung, deshalb liefen gefühlt zwei von drei Sandhausen-Angriffe über die rechte HSV-Seite. Ihm fehlt meiner Meinung nach aber noch die Klarheit in der Offensive. Note: 4

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Meffert: Ungewohnt fahrig in den ersten 30 Minuten. Bekam weder in sein und dementsprechend auch nicht in das HSV-Spiel Ordnung, war immer wieder zu langsam. Das änderte sich mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit komplett. Da war er wieder alte Meffert – das Gehirn des Spiels beim HSV. Schade ist nur, dass er so abschlussschwach ist. Denn gerade in Powerplay-Situationen wie heute bieten sich immer wieder gute Möglichkeiten, auch mal aus der zweiten Reihe abzuschließen – das aber vermeidet Meffert leider. Trotzdem für mich einer der wichtigsten Spieler im Team. Gut, dass er noch nicht seine 5. Gelbe gesehen hat und dementsprechend gegen Werder (27. Februar) dabei sein kann. Note: 3,5
Reis: Er musste von Anfang an mächtig einstecken – wehrte sich aber wenigstens. Den Kopfball in der 43. Minute, als er völlig frei zum Kopfball kommt, hätte er aber mindestens aufs Tor bringen müssen. Seine Auswechslung dürfte einer Verletzung geschuldet sein. Note: 3,5

Kinsombi (ab 46.): Bereitete gleich eine große Chance vor und hätte in der 50. Minute das 1:1 machen MÜSSEN. War aber von seiner ersten bis zur letzten Minute ein Aktivposten und bewies, dass er offensiv den Riecher für gefährliche Aktionen hat. Seine Qualitäten könnten gerade in der Schlussphase dieser Saison gegen tief stehende Teams noch sehr wertvoll werden. Hoffen wir mal, dass er weiter durchzieht. Heute war ein guter Beginn. Note: 2,5
Kittel:
 In solchen Spielen (ver)zweifelt man immer wieder mal an ihm. Er ist kein Zweikämpfer, das wissen wir. Aber wenn der Gegner mal mit Härte zu punkten versucht, muss man mehr Gegenwehr erwarten. Nur den schönen, finalen Pass spielen zu wollen ist in solchen Partien – und solche stehen dem HSV bis Saisonende fast ausschließlich bevor – nicht der richtige Weg. In der zweiten Halbzeit war er sofort körperlich und am Ball präsent, und dadurch wurde das Spiel des HSV sofort stärker. Sein Treffer zum 1:1 war ebenso verdient wie wichtig. Erste Halbzeit 4,5, zweite Halbzeit 2, das ergibt eine Note: 3

Jatta (bis 85.): Warum er so viel haderte, erschloss sich mir nicht. Sollte sich mehr auf sein Spiel konzentrieren, dann kann er helfen. Zumal dann, wenn er wie heute immer wieder gedoppelt wird. Note: 4,5

Wintzheimer (ab 85.): Das Spiel an sich war eigentlich wie auf ihn zugeschnitten. Er brachte nach seiner Einwechslung durchaus Schwung – aber hatte zu wenig Zeit für Zählbares. Note: 3

Glatzel: Hing ewig lange in der Luft, bekam kaum Bälle. Die Bälle, die er mal bekam, bekam er mit dem Rücken zum Tor und verlor sie zu oft. Nicht sein Spiel heute. Note: 4,5

Alidou: Ihm fehlt in der Rückrunde 2022 noch jeglicher Bezug zum Spiel. Zudem kam er zu Beginn der Partie mit der Härte und dem aggressiven Verteidigen der Sandhäuser nicht zurecht und prallte immer wieder einfach ab. Defensiv war er überfordert. Das war viel zu wenig. Dass er raus musste, war logisch. Note: 5

Chakvetadse: Er ist noch nicht da, wo ihn alle erhoffen. Aber: Das war sein nächster Schritt nach vorn. Durfte 45 Minuten ran und war nach einer kurzen Anlaufphase immer wieder auffällig. Hätte in der 84. Minute nach seinem schönen Solo treffen können/müssen. Aber: Der Georgier wird dem HSV helfen können, da er die Eins-gegen-Eins-Situationen beherrscht und besser wird.  Note: 3

STATISTIK ZUM SPIEL:

SV Sandhausen: Drewes - Okoroji, Zhirov, Dumic, Diekmeier - Berko (62. Kinsombi), Bachmann (92. Seufert), Trybull, Zenga (77. Ritzmaier), Ajdini - Testroet (62. Deville)

HSV: Heuer Fernandes - Muheim, Schonlau, Vuskovic, Heyer (46. Gyamerah) - Kittel, Meffert, Reis (46. Kinsombi) - Alidou (46. Chakvetadze), Glatzel, Jatta (85. Wintzheimer)

Tore: 1:0 Testroet (15.), 1:1 Kittel (59.)

Zuschauer: 7.500

Schiedsrichter: Christof Günsch

Gelbe Karten: Trybull (23.), Ajdini (41.), Deville (64.) / Alidou (45.), Polzin (84.)

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