Spielbericht

0:1 gegen Holstein Kiel - dieser HSV ist komplett gescheitert

Die Marschrichtung war schon vor dem Spieltag klar. Und sie war nach dem 1:0-Sieg der Fortuna Düsseldorf noch deutlicher: Sechs Punkte lagen die Rheinländer vor dem HSV, dazu…

0:1 gegen Holstein Kiel - dieser HSV ist komplett gescheitert

Die Marschrichtung war schon vor dem Spieltag klar. Und sie war nach dem 1:0-Sieg der Fortuna Düsseldorf noch deutlicher: Sechs Punkte lagen die Rheinländer vor dem HSV, dazu ein deutlich besseres Torverhältnis, das eigentlich einen siebten Punkt Vorsprung darstellt. Insofern wussten alle beim HSV, was die Uhr geschlagen hatte, als sie um 20.30 Uhr den Rasen des Volksparkstadions betraten: Sie MUSSTEN Gewinnen, wenn sie sich nicht heute schon endgültig von allen Aufstiegsträumen verabschieden wollten.

Und dafür bot HSV-Trainer Steffen Baumgart eine für mich zunächst negativ überraschende Startelf auf. Mit Öztunali, ohne Dompé – allein das reichte mir schon. Dass zudem auch noch Topscorer Laszlo Benes angeschlagen ganz ausfiel, machte es sogar noch etwas schlimmer – und es bestätigte sich alles. Der HSV verlor am Ende 0:1, obgleich er nach einer schwierigen Startphase über 90 Minuten zweifellos das aktivere Team war. Aber eben offensiv nicht zielsicher genug. Und so reichte es den Kielern, Die Kieler verlegten sich auf ihre stabile Defensive (zuvor schon fünf, jetzt sechs Spiele ohne Gegentor!) und hatten das Glück, sogar selbst einen Treffer zu erzielen.

Für den HSV bedeutet das, dass er mit sechs Punkten und 16 Toren Rückstand auf den Relegationsplatz eigentlich nur noch rechnerisch Chancen hat, aufzusteigen. Ein Moment, in dem man sich intern vielleicht wirklich einmal „detailversessen“ zur Analyse zusammensetzen sollte, um die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Denn die sind nach dieser Saison zwingend nötig. Welche? Schaut und hört Euch das Blitzfazit an. Mich nervt es nur noch, darüber zu schreiben. Trotzdem werde ich es (wie gestern) in den nächsten Tagen machen, versprochen.

SPIELERBEWERTUNGEN:


MATHEO RAAB: 
Er musste in der Anfangsphase ein paarmal zugreifen – und tat das. Beim Gegentor monierte er, behindert worden zu sein – zurecht! Ansonsten ohne Fehler. Note: 3

IGNACE VAN DER BREMPT (bis 76.): Sein Comeback nach der Verletzung war sehr durchwachsen. Mit Öztunali vor ihm ging nach vor gar nichts – und nach hinten ließ er Kiel zu viel Platz. Seine Auswechslung für einen noch wirkungsloseren Jatta war allerdings ein Fehler. Note: 4

BAKERY JATTA (ab 77.): Meine Güte, was ist mit dem Gambier los? Hat er keine Lust? Kann er nicht mehr? Seit seiner Vertragsverlängerung bekommt der Außenstürmer wirklich gar nichts mehr auf die Kette. Was für ein bockloser Auftritt. Note: 6

DENNIS HADZIKADUNIC: Ich lege mich fest, dass er nicht der Grund ist, weshalb der HSV zu viele Gegentore fängt. Aber er verhindert auch zu wenig. Note: 4
SEBASTIAN SCHONLAU: 
Macht auf mich nicht den Eindruck, als hätte er alles mobilisiert, im Gegenteil: Er wirkt auf mich wenig überzeugt von dem, was der HSV aktuell unter Baumgart abliefert.! Note: 4

MIRO MUHEIN: Spielte solide, aber ohne den Zug und Druck nach vorn, der ihn in dieser Saison immer wieder hat überzeigen lassen. Heute kam keine Flanke, kein Pass in die Tiefe – das reicht dann leider nicht.  Note: 4

JONAS MEFFERT (bis 82.): Oha, das war deutlich zu wenig. Kam immer wieder zu spät, hatte keinen Zug nach vorn und wirkte am Ball zu wenig.  Note: 4

ANSSI SUHONEN (ab 83.): Durfte noch ein wenig mitspielen, blieb aber ohne Wirkung. Und heute auch ohne Note.

IMMANUEL PHERAI (bis 77.): Er ist für mich neben Öztunali die größte Enttäuschung dieser Saison. So ineffektiv ist er keine Verstärkung – obwohl er es zweifellos besser kann! Aber wie lange hält man an einem Spieler fest, der von Spiel zu Spiel enttäuscht? Dass er heute begonnen hat, lag an der Verletzung von Laszlo Benes, das möchte ich zumindest glauben. Aber dass er trotzdem so lange auf dem Platz bleiben durfte, kreide ich Baumgart an. Note: 5

ANDRAS NEMETH (ab 78.): Die Wirkungslosigkeit seines Spiels ist beeindruckend konstant. Schade, weil er wirklich viele Zutaten eines richtig guten Stürmers mitbringt. Aber für Konjunktive bekommt man eben nichts.Note: 5

LEVIN ÖZTUNALI (bis 70.): Weshalb er beginnen durfte, werde ich nie verstehen. Ich werte es als Experiment des Trainers, der sich eine „Wunderheilung“ Öztunalis erhoffte – vergeblich! Auch heute war Öztunali trotz mutigerer Aktionen absolut nie in der Lage, seine Ligatauglichkeit zu beweisen. Note: 5

MASAYA OKUGAWA (ab 71.): Die Leihgabe kommt nicht in Schwung. Ich befürchte, dass in drei oder vier Jahren der Großteil der HSV-Interessierten seinen Namen nicht mehr erinnern werden, so wenig bewirkt er. Auch heute war er bemüht, aber wirkungslos. Note: 4

RANSFORD KÖNGSDÖRFFER (bis 70.): Er will, er arbeitet – aber er bekommt es nicht hin. Sein erster Ballkontakt ist noch immer eine Katastrophe (bis auf eine Ausnahme). So wird er es schwer haben, seinen Startelfplatz zu behalten.  Note: 2

JEAN-LUC DOMPÉ: Konnte sich heute nicht so einbringen, wie zuletzt nach seiner Einwechslung in Magdeburg. Aber: Weshalb er heute nicht beginnen durfte, wird Baumgart beantworten müssen. Was für eine katastrophale Entscheidung des Trainers! Note: 4

ROBERT GLATZEL: Wer auch immer ihm gesagt hat, dass er dribbeln soll, gehört weggesperrt. Anstatt sich dauerhaft im Sechzehner aufzuhalten und auf Flanken sowie Zuspiele zu warten, agierte der Toptorjäger des HSV zu viel um den Sechzehner herum. Der unbedingte Wille fehlt bei ihm im Moment.. Note: 4

TRAINER STEFFEN BAUMGART: Er würfelte heute mal die Außenpositionen – und verzockte sich damit mächtig. Dass er mit dem bisher komplett versagenden Öztunali statt des zuletzt saustarken Dompés in der Startelf falsch lag, war vorher klar. Dass er diesen Fehler aber erst nach 70 Minuten korrigierte ist dramatisch schlecht. Spielerisch ist seit seinem Antritt und Hamburg nichts zu erkennen – abgesehen von einer rückläufigen Entwicklung. Note: 6

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV: Raab - van der Brempt (76. Jatta), Hadzikadunic, Schonlau, Muheim - Meffert (82. Suhonen), Reis, Pherai (76. Nemeth) - Königsdörffer (69. Dompe), Glatzel, Öztunali (69. Okugawa)

Holstein Kiel: Weiner - Johansson, Erras, Ivezic - Becker, Sander, Holtby, Porath (24. Rothe), Skrzybski (72. Remberg) - Bernhardsson (80. Komenda), Machino (80. Pichler)

Tore: 0:1 Rothe (59.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Gelbe Karten: Meffert / -

Gelb-Rote Karten: - / Holtby (73.)

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