0:1 bei Hannover 96 - Kölner Keller und eigene Unzulänglichkeiten entscheiden Nordderby
Der HSV hat sicherlich nicht sein bestes Spiel gemacht und mit 0:1 bei Hannover 96 verloren. Dienerte N Niederlage nach 12 Spielen zuletzt ohne Niederlage. „Zurecht“ sagen die…

Der HSV hat sicherlich nicht sein bestes Spiel gemacht und mit 0:1 bei Hannover 96 verloren. Dienerte N Niederlage nach 12 Spielen zuletzt ohne Niederlage. „Zurecht“ sagen die einen. Aber denen entgegne ich: Warum zurecht? War Hannover besser? Haben die den Sieg „verdient“, obwohl nicht einmal das Tor hätte gelten dürfen? Nein, so gern ich einfach mal eine verdiente Niederlage sportlich fair hinnehmen würde, dieses Mal kommt man mal wieder nicht um eine Diskussion über den Videoschiedsrichter herum. „Wir können trotzdem Tore schießen“, sagte Walter im Nachgang und wirkte ein wenig resignierend, auf den Videoschiedsrichter angesprochen. Er hatte keine Lust, sich über den Videoschiri zu ärgern. „Darüber ist alles gesagt“, so Walter auf die Frage, ob ihn die Häufung der Fehlentscheidungen ärgere. „Wir haben heute ein gutes Auswärtsspiel gemacht – nur nicht gewonnen. Das hätten wir verdient gehabt.“
Der Videoschiri und ich - wir werden keine Freunde mehr...
Dass ich mit dem Videoschiedsrichter nicht auf Du bin, ist hier bekannt. Und das Spiel heute hat meine „Freundschaft“ mit dem Kölner Keller nicht wirklich vertiefen können. Im Gegenteil. Das Abseits von Bakery Jatta vor dem eigentlichen 1:0 für den HSV (11.) kann man geben – muss man aber nicht. Entscheidend hierbei ist eine Linie, die in Köln gezogen wird. Und es sollte die Linie zu genau dem Zeitpunkt sein, in dem der Ball gespielt wird. Und ich habe mir die Szene jetzt wirklich x-mal angesehen und immer wieder gestoppt – es ist niemals eindeutig zu erkennen, da genau im Moment des Passes Jatta und der Hannoveraner entgegengesetzt laufen. Trotzdem zählte das Tor nicht, was schon ärgerlich genug ist. Dass sich einer der schlechtesten Schiedsrichter im deutschen Fußball aber die Szene vor Hannovers Führungstreffer gar nicht erst selbst ansah, war erschütternd. Denn diese Szene war verdächtig und in Realzeit sicher nicht eindeutig zu erkennen. Sie war genauso undeutlich wie das Abseits. Ergo: Videobeweis! Und dann: Elfmeter. Zumindest dann, wenn man bei beiden Szenen das identische Maß walten ließe.
Quatsch? Stimmt. Alles scheiße! Allein diese Diskussion zu führen ist schon Bullshit. Ich bin nicht kategorisch gegen den Videoschiedsrichter. Gut eingesetzt sorgt er für mehr Gerechtigkeit. Aber ich bin gegen so unfassbar schlechte Videoanalysten im Kölner Keller (das ging in der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten munter weiter) wie heute Dr. Robert Kampka und Co. Soll heißen: Wenn der Videobeweis so praktiziert wird wie hier und heute in Hannover, dann sollte man es lieber sein lassen.
Das Problem für den HSV: Es zählte zunächst nur das Tor von Hannover. Dass die Gäste diese 1:0-Führung mit in die Halbzeit nehmen konnten lag allerdings nicht an Schiri Stegemann, sondern auch daran, dass der HSV seine guten Chancen vergab. Robert Glatzel hatte neben seinem aberkannten Treffer noch zwei weitere gute Szenen. Einmal köpfte er knapp vorbei (41.), einmal spielte er lieber einen Pass, anstatt selbst aus torgefährlicher abzuziehen. Und deshalb führte Hannover 96 zur Halbzeit mit 1:0. Da halfen auch 62 Prozent Ballbesitz für den HSV nichts.
Ebenso wenig helfen Flanken, wenn in der Mitte kein Abnehmer ist. Okay, Glatzel war immer wieder mal da, aber ich hätte in so einem flankenintensiven Spiel gern eine zweite Spitze gesehen. Und das nicht erst in der 80. Minute (Kaufmann – warum nicht Meißner??? - kam für Reis). Denn so blieb es bis zum Schluss ein Spiel auf schwierigem Geläuf, in dem der HSV drückte, während sich Hannover tief hinten reinstellte und auf den einen Konter wartete, mit dem sie das Spiel für sich entscheiden wollten.
Der HSV trifft nur einmal - aber das zählt nicht
Beides gelang nicht. Leider. Denn das bedeutete eine ganz bittere 0:1-Pleite für den HSV, der mit einem Sieg tatsächlich mit Rang zwei punktgleich gewesen wäre und so stattdessen auf Rang sieben abrutschte. Nicht allein wegen des Videoschiris, denn der HSV spielte heute nicht so zielstrebig wie zuletzt – aber doch schon stark beeinflusst von meinen „Freunden“ in Köln. Und trotzdem möchte ich es am Ende dieses Blogs nicht vergessen, meinen echten Freunden in Hannover ehrlich und vom Herzen kommend zum Sieg zu gratulieren.
Das Schlusswort überlasse ich dann mal dem Trainer, damit dieser Blog wenigstens ein bisschen sportlich endet: „Freud und Leid liegen manchmal nah beieinander, das sieht man zum Beispiel an den Szenen vor dem 0:1. Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf – die Jungs haben es bis zum Ende probiert, aber am Ende haben wir keine Punkte im Gepäck. Wir müssen schauen, dass wir uns selber mit einem Tor belohnen. Meine Mannschaft hat trotz des Platzes ein gutes Spiel gemacht. Wir haben Fußball gespielt, haben fast nix zugelassen. Auch beim Tor sind wir gut dabei. Der Ball prallt so ab, dass er zu Maina kommt. Vorne hatten wir dann oft Pech. Das ist so im Fußball. Das akzeptieren wir und weiter geht’s.“
In diesem Sinne, bis morgen! Bleibt alle gesund und kommt gut in die neue Woche!
Scholle
Die Daten zum Spiel:
Hannover 96: Hansen - Muroya, Franke, Krajnc, Hult - Ondoua, Kaiser, Beier (71.Stolze), Maina (71.Ennali), Ochs (86.Frantz) - Hinterseer (90.+3Weydandt)
HSV: Johansson - Gyamerah (80.Suhonen), Vuskovic, Schonlau, Heyer - Meffert - Reis (80.Kaufmann), Kittel - Jatta, Glatzel, Alidou (71.Wintzheimer)
Tore: 1:0 Maina (13.)
Zuschauer: 22.500
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Gelbe Karten: - / -
Gelb-Rote Karten: Hansen (89.), Stolze (90.+7) / Meffert (27.), Heyer (82.)
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