Analyse

Statistiken und Zahlen belegen: Der HSV befindet sich sportlich im Aufschwung

h hatte es Euch angekündigt: Neben meinen Meinungsbildern, die sich aus der reinen Beobachtung gepaart mit den groben Daten ergeben, gibt es immer auch eine wissenschaftliche…

Statistiken und Zahlen belegen: Der HSV befindet sich sportlich im Aufschwung

Ich hatte es Euch angekündigt: Neben meinen Meinungsbildern, die sich aus der reinen Beobachtung gepaart mit den groben Daten ergeben, gibt es immer auch eine wissenschaftliche Herangehensweise. Eben so wie die von unseren Freunden von Createfootball.com , die sich für uns einmal die Mühe gemacht haben, die signifikanten Veränderungen im Laufe der Hinrunde beim HSV zum Einen zu benennen und sie zum anderen auch mit den dazugehörigen Fakten statistisch einzuordnen. Und das mit recht eindeutigen und überraschenden Ergebnissen, wie Ihr hier und heute lesen könnt. Viel Spaß bei unserem faktischen, statistisch untermauerten und mit Zahlen belegten Hinrundenfazit:

Mit nur einem Sieg in den ersten 5 Spielen ist der Hamburger SV unter dem neuen Trainer Tim Walter schleppend in die diesjährige 2. Liga-Saison gestartet. Auch wenn der HSV vom 6. bis zum 15. Spieltag in 10 Spielen ungeschlagen blieb, lief der Nordklub seinen eigenen Ansprüchen hinterher – ein Grund: in dieser Saison spielt das Team von Trainer Walter zu häufig unentschieden (insgesamt 9mal). Auch in der letzten Partie vor der Winterpause gegen den Mitfavoriten auf den Aufstieg - den FC Schalke 04 - wurde der Sieg in den letzten Minuten hergeschenkt. Ein weiterer Grund ist die schwache Chancenverwertung (22%). Hier fallen besonders Glatzel (nur 9 von 42 Chancen genutzt) und Jatta (13%) negativ auf.

Weshalb die Fans des HSV allerdings Hoffnung schöpfen können, dass es diese Saison mit dem Aufstieg funktioniert, lässt sich anhand von einigen Personalveränderungen erklären.

Torwartwechsel - Johansson übernimmt von Heuer Fernandes

Daniel Heuer Fernandes (l.) musste nach dem Pokalspiel mit einer Knieverletzung verletzt raus und wurde durch Marko Johansson (r.) stark vertreten. HSV-Trainer Tim Walter legte sich dennoch schon jetzt auf Heuer Fernandes als Nummer eins für 2022 fest
 Heuer FernandesJohansson
Punkte pro Spiel1.641.71
Pässe42.334.0
Verhinderte Tore pro 90min0.010.42
Verhinderte Tore0.173.11
Kassierte Tore pro 90min1.070.68

Seit dem Torwartwechsel am 12. Spieltag von Daniel Heuer Fernandes zu Neuzugang Marko Johansson kassiert der HSV viel weniger Gegentore. Das liegt unter anderem an den starken Leistungen des 23 Jahre alten Schweden, der in dieser Saison von Malmö FF verpflichtet wurde. Der 1.93m große Torwart ist zwar weniger in den Spielaufbau integriert als Heuer Fernandes, konnte in nur 7 Spielen aber bereits 3.11 xG verhindern. Auch aufgrund seiner Paraden ist der HSV erfolgreicher in Spielen, in denen Johansson startete (1.71 Punkte pro Spiel).

Die Verletzung von Tim Leibold

Bitter: Die Szene zur Verletzung von Tim Leibold (HSV) im Pokalspiel am 26.10. beim 1. FC Nürnberg: Tom Krauss foult Leibold hart. Und der Linksverteidiger zieht sich einen Kreuzbandes zu.
 LeiboldOhne Leibold(Muheim/Gyamerah)
Punkte pro Spiel1.641.75
Gegentore1.140.80
Pässe69.850.6 / 47.0
Erfolgreiche Flanken1.30.4 / 0.3
Kreierte Chancen0.90.5 / 0.3
xA0.40.2 / 0.2
Gewonnene off. Zweikämpfe2.81.6 / 3.0
Gewonnene def. Zweikämpfe3.95.4 / 4.0
Interceptions4.35.8 / 4.3

Ungewollt war der Tausch von Leibold auf Muheim bzw. Gyamerah. Am 11. Spieltag wurde Tim Leibold zur Halbzeit ausgewechselt. Der Grund: Kreuzbandriss. Dass dieser Personalwechsel allerdings keineswegs einen Qualitätsverlust bedeutete, zeigen 1.75 Punkte pro Spiel (im Gegensatz zu den Spielen in denen Leibold startete (1.45 PPS)). Muheim und Gyamerah denken deutlich defensiver (weniger Off. Zweikämpfe, mehr Def. Zweikämpfe), sind nicht so sehr im Spielaufbau mit eingebunden (fast 20 Pässe pro 90min weniger) und sind offensiv nicht so aktiv wie Leibold (0.4 anstatt von 1.3 Flanken). Neben den starken Leistungen von Johansson führt auch die defensive Denkweise von Muheim/Gyamerah dazu, dass der HSV seit dem 11. Spieltag nur 0.80 anstatt 1.14 Tore pro Spiel kassierte.

Der Partner von Sebastian Schonlau

Zunächst agierte Jonas David (l.) neben Sebastian Schonlau, erst durch seine Verletzung rückte Mario Vuskovic(r.) neben Abwehrchef Sebastian Schonlau in die Stammelf
 DavidVuskovic
Punkte pro Spiel1.542.13
Gegentore1.150.60
Pässe58.859.7
Gewonnene def. Zweikämpfe4.84.3
Gewonnene Luftzweikämpfe3.13.8
Interceptions3.46.3

Der Personalwechsel von Eigengewächs Jonas David zu Neuzugang Mario Vuskovic dauerte bis zum 14. Spieltag – in den folgenden 5 Spielen startete jeweils der 20jährige Kroate Vuskovic neben Schonlau in der Innverteidigung. Beide Spieler sind defensiv stabil (gewinnen ähnlich viele Zweikämpfe), allerdings fängt Vuskovic deutlich mehr Bälle ab (6.3 vs 3.4 Interceptions). Zudem kassierte der HSV deutlich weniger Gegentore in den Spielen, in denen der Kroate spielte und war dadurch erfolgreicher (2.00 Punkte pro Spiel).

Sonny Kittel rückt ins Zentrum

Trainer Tim Walter (l.) scheint Sonny Kittel in die Spur gebracht zu haben. Seitdem Kittel im Mittelfeldzentrum agiert, ist er effektiver und der HSV erfolgreicher.
 Kittel auf dem Flügel(10 Spiele)Kittel im Zentrum(8 Spiele)
Punkte pro Spiel1.21.6
Tore pro Spiel1.11.6
xG0.20.4
xA0.30.5
Pässe27.936.3
Torschussvorlagen2.33.1
Erfolgreiche Dribblings1.32.1
Schüsse1.22.8

Seit dem 10. Spieltag wurde Kittel (mit einer Ausnahme) von Trainer Walter vom linken Flügel ins Zentrum auf die 8 bzw. 10 gezogen. Insgesamt startete Kittel seitdem 8mal im Zentrum und steigerte alle wichtigen, individuellen Offensivstatistiken. Er wird viel mehr ins Spiel mit einbezogen (27.9 -> 36.3 Pässe), ist deutlich gefährlicher (3.1 Torschussvorlagen, 2.1 erfolgreiche Dribblings und 2.8 Schüsse) und ist auch in den entscheidenden Aktionen effizienter (0.4 xG und 0.5 xA).

Fazit

Die Personalien Johansson, Vuskovic und Kittel bedeuteten alle eine positive Entwicklung und auch der Ausfall von Leibold konnte gut aufgefangen werden. Sollte diese Entwicklung weiter anhalten und die schwache Chancenverwertung verbessert werden, wird es dieses Jahr im vierten Anlauf mit dem Aufstieg in die Bundesliga funktionieren.

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DAILY UPDATE:

Heute hat die Mannschaft um Trainer Tim Walter das Training wieder aufgenommen. Nicht dabei war selbstverständlich der Langzeitverletzte Tim Leibold, der zu seiner Kreuzbandverletzung jetzt auch noch positiv auf Corona getestet wurde, wie der HSV heute mitteilte. Leibold befindet sich bereits in Quarantäne, während alle anderen Spieler heute negativ getestet wurden.

Ebenfalls nicht dabei war Tommy Doyle. Und vieles deutet darauf hin, dass das auch so bleibt. Zumindest wurde Trainer Walter heute recht deutlich: „Es kommen viele Dinge zusammen, die man beurteilt. Tommy hat Potenzial und das hat man auch gesehen. Aber man muss auch weiter an Dingen arbeiten, die man noch nicht so gut kann. Ich habe da einige Dinge als Trainer gesehen und die wurden nicht so wahrgenommen. Da geht es nicht nur um die defensive Arbeit. Wenn Tommy zurück kommt dann arbeite ich mit ihm, aber er muss auch die Bereitschaft haben, arbeiten zu wollen. Es hängt mit Sicherheit damit zusammen, dass er von Manchester City kommt. Dann ist es schwierig Dinge anzusprechen und reinzugeben, wenn der Spieler es nicht will.“ Klingt nach Trennung...

Am Sonntag (2. Januar 202) reist der HSV-Tross dann bis zum 8. Januar ins spanische Wintertrainingslager im andalusischen Sotogrande, wo ich aus Gründen nicht mitfahren werde. Dass der FC Schalke inzwischen sein Trainingslager im türkischen Belek aus Vorsicht abgesagt hat, ist für mich angesichts der unübersichtlichen Gesamtsituation logisch. Der HSV indes argumentiert, dass man dort abgeschottet noch sicherer sei, als wenn die Spieler rundum die Einheiten mit ihren Familien zusammen wären. Kann man auch so sehen.

Aber ich werde mich im abschließenden Communitytalk morgen früh auch dazu noch einmal äußern. Zudem werde ich Eure Fragen beantworten und einen Ausblick auf das neue Jahr geben. Einfach mal ein richtig nettes, gesundes Roundup vor dem Jahreswechsel...

In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

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