Souveräner, geschlossen starker 2:0-Sieg in Nürnberg
Der HSV hat das Traditionsduell mit dem 1. FC Nürnberg souverän gewonnen und sich vorerst auf den Relegationsplatz gespielt. In einem guten, vom HSV diktierten und…

Der HSV hat das Traditionsduell mit dem 1. FC Nürnberg souverän gewonnen und sich vorerst auf den Relegationsplatz gespielt. In einem guten, vom HSV diktierten und stimmungsvollen Flutlichtspiel beim „Club“ gab es am Ende einen 2:0-Sieg, Mario Vuskovic (37.) sowie Robert Glatzel in Gemeinschaftsproduktion mit Ludovit Reis (90.+2) herausschossen.
35.713 Zuschauer sahen ein zweikampfbetontes Spiel mit vielen Unterbrechungen. Schiedsrichter Felix Zwayer brachte die HSV-Bank zum Toben, als er nach hartem Einsteigen von Nürnbergs Florian Hübner (21.) nicht auf Elfmeter entschied. Spielerisch war der HSV überlegen, führte aber lange eben auch nur mit einem Treffer. Nach der Pause wirkten die Franken offensiver und kamen immer wieder in Strafraumnähe, aber wirklich gefährliche Aktionen ließ der HSV nicht zu. Die Einzelkritik zu einer wirklich guten, geschlossenen Mannschaftsleistung, die ich als starke Reaktion auf das dumme 0:2 gegen Darmstadt am vergangenen Freitag werte.
Die Einzelkritiken:
Daniel Heuer Fernandes: Es wird schon von vielen übersehen, weil es inzwischen sein Standard ist. Aber der HSV-Keeper ist einfach immer wieder der Beginn eines jeden guten Spiels beim HSV, weil er eine Sicherheit ausstrahlt, die sich im HSV-Spiel positiv bemerkbar macht. Auch heute wieder. Und obwohl mit Mathenia heute ein sehr guter Keeper im gegnerischen Tor stand, ist und bleibt aktuell für mich der beste Keeper dieser Zweiten Liga. Da er nichts falsch gemacht hat und zu 100 Prozent funktioniert hat, Note: 1
Moritz Heyer: Nach dem schwachen Auftritt gegen Darmstadt hatte er heute mit Möller-Daehli einen extrem schweren Gegenspieler. Und er machte es besser als letzten Freitag. Defensiv war er präsent, offensiv immer anspielbar und mit schlauen Gegenstößen. Dass er das 1:0 per Kopf vorbereitete, passt. Aber er war in den letzten 15 Minuten wieder platt, ohne ausgewechselt werden zu können, weil dem HSV eine Alternative schlichtweg fehlt. Aber: Die MUSS noch kommen, sage ich… Da er nichts falsch gemacht hat und zu 100 Prozent funktioniert hat, Note: 3
Sebastian Schonlau: Er wird stärker, cooler – und dadurch auch souveräner. Seinen Rückpass in der 63. Minute mal ausgenommen… Note: 2
Mario Vuskovic: Hammertor vom Kroaten zum 1:0! Sein zweiter Treffer für den HSV in der Liga brachte dem gesamten Spiel seiner Mannschaft Sicherheit ein, die er in der Abwehr mühelos weiterführte. Note: 1
Tim Leibold (bis 59.): Was für ein Ort für sein Comeback! Genau dort, wo das Kreuzband riss, durfte der Linksverteidiger das erst Mal seit dem 26. Oktober 2021 wieder in einem Pflichtspiel ran. Und er begann sehr konzentriert, aggressiv im Zweikampf. Aber er baute zunehmend ab. Verständlicherweise. Seine Auswechslung war notwendig, weil ihm sichtlich noch die Kondition fehlt. Aber: Guter Beginn! Note: 3
Miro Muheim (ab 59.): Brauchte nicht viel Eingewöhnungszeit und war sofort da. Note: 3
Jonas Meffert: Souveräne erste Halbzeit mit nahezu 100 Prozent gewonnener Zweikämpfe und vielen klugen Pässen. Er ist der Mann der zweiten Bälle, die er alle gewinnt. Dass er heute eine Passquote von 100 Prozent hatte, passt zu meinem Eindruck vom wichtugsten Mann im HSV-Spiel. Note: 1
Ludovit Reis: Der Motor, der das Spiel hinten raus immer wieder antreibt und dem Gegner Schmerzen bereitet – im doppelten Sinne. Denn auch in den Zweikämpfen ist er schön aggressiv und hart zum Gegner. Dass er den Treffer zugesprochen bekommt, hat er sich mit viel Fleiß verdient. Note: 2
Sonny Kittel: So gefällt er mir! Immer in Bewegung, machte jeden Gegenstoß schnell, war beweglich und wollte den Ball. Dass er die Entscheidung zum 2:0 vorbereitete krönte einen ganz starken Abend von Kittel. Note: 2
Bakery Jatta (bis 81.): Zum ersten Mal seit der Relegation wieder in der Startelf – und das war eine ganz zähe Geburt. Denn die meisten Angriffe in der ersten Halbzeit gingen über ihn – und er verdaddelte sie alle. Seine Flanken sind leider noch immer kreisliga-Niveau. Heute zeigte er wirklich alles, was er nicht kann. Aber er war läuferisch bis zu seiner Einwechslung vorblidlich und holte defensive Bälle zurück. Note: 4
Jonas David (ab 82.): Soltte stabilisieren. Auftrag zu 100 Prozent erfüllt! Note: 3
Robert Glatzel: Sensationell, wie viel der Mittelstürmer unterwegs ist. Dass er dadurch im Zentrum fehlt – es ist einzukalkulieren. Heute bereitete er mit seinem Block für Heyer das 1:0 indirekt mit vor und war immer anspielbar. Er behauptete viele Bälle und ackerte für drei. Leider geht ihm aktuell die eigene Torgefahr (auch dadurch) ein wenig ab. Schrieb ich, als er (oder doch Reis) plötzlich zum 2:0 traf. Note: 2
Jean-Luc Dompé (bis 74.): Der letzte Neue bringt mit seinem guten Eins-gegen-Eins etwas mit ein, was der HSV so zuvor nicht ausreichend hatte. Und das nervt den Gegner schon mächtig. Aber auch er baute zusehends ab und wurde zurecht rausgenommen. Note: 3
Laszlo Benes (ab 74.): Dabei, wieder fleißig – aber auch wieder wirkungslos. Note: 4
DIE DATEN ZUM SPIEL:
1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini (79. Gyamerah), Hübner, Lawrence (52. Schindler), Wekesser - Geis, Castrop (68. Wintzheimer), Nürnberger (46. Fofana), Möller Daehli, Duah - Daferner (79. Lohkemper)
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Leibold (59. Muheim) - Meffert, Reis, Kittel - Jatta (82. David), Glatzel, Dompé (74. Benes)
Tore: 0:1 Vuskovic (37.), 0:2 Glatzel (90.+2)
Zuschauer: 35.713
Schiedsrichter: Felix Zwayer
Gelbe Karten: Fofana / Glatzel, Reis
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