Analyse

Vorbereitungsstart beim HSV: Zwischen Kaderlücken und Transfer-Geduld

Der HSV startet in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Während die ersten Trainingseinheiten anstehen, bleibt die Kaderplanung aufgrund einiger Baustellen und einer abwartenden Transferstrategie das beherrschende Thema.

Vorbereitungsstart beim HSV: Zwischen Kaderlücken und Transfer-Geduld

Trainingsauftakt und der Fahrplan

Moin zusammen,

am morgigen Montag startet der HSV offiziell in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Den Auftakt bilden die Leistungstests am Montag und Dienstag, bevor es am 8. Juli für ein erstes Kurztrainingslager nach Dänemark geht. Am 13. Juli folgt das erste öffentliche Training am Volkspark, ehe die Mannschaft für ein längeres Trainingslager nach Oberlängenfeld in Österreich reist. Dort werde ich für euch die komplette Woche vor Ort sein und das Geschehen genau verfolgen.

Personalsorgen zum Start

Ein Thema, das uns aktuell besonders beschäftigt, ist die Kaderbreite. Der Kader ist derzeit sehr eng besetzt, und in Dänemark werden aller Voraussicht nach Otto Stange, Sander Tangvik und Miro Muheim fehlen. Während die U19-EM noch bis zum 11. Juli läuft, könnten Muheim und Tangvik – je nachdem, wie weit sie mit der Schweiz und Norwegen bei der Weltmeisterschaft kommen – noch bis zum 21. oder 22. Juli fehlen. Da bis zum Trainingslager in Österreich kaum Neuzugänge zu erwarten sind, werden wohl viele Talente aus dem Nachwuchs mitfahren.

Der aktuelle Stand auf dem Transfermarkt

Das einzige Gerücht, das sich in den letzten Wochen hartnäckig hält, betrifft Elias Baum, der Eintracht Frankfurt wohl verlassen wird. Er scheint aktuell der einzige Neuzugang, den der HSV kurzfristig verpflichten könnte. Lose Gerüchte um Tomas Bobcek scheinen sich in den nächsten zwei Wochen nicht zu konkretisieren. Hennes Behrens, über den wir ebenfalls gesprochen hatten, wird sehr wahrscheinlich nach Augsburg wechseln und ist somit kein Thema mehr.

Der HSV wartet ab und möchte keine voreiligen Transfers tätigen. Das hat zwei Seiten:

  • Pro: Den Markt sondieren und abwarten, um Preise zu drücken. Spieler für die Innenverteidigung könnten Ende August deutlich günstiger sein. Zudem könnten Vereine erst dann Spieler abgeben, wenn sie selbst Ersatz gefunden haben.
  • Contra: Kurz vor Ende des Transferfensters ergeben sich zwar oft Chancen auf Spieler, die eigentlich außer Reichweite scheinen – ähnlich wie bei Fabio Vieira oder Albert Sambi Lokonga –, doch der HSV hat aktuell zahlreiche Baustellen.

Ein riskantes Unterfangen?

Der HSV muss nicht nur auf Schlüsselpositionen nachlegen. In der Vorbereitung müssen sich Rhythmen und Abstimmungen finden. Wir erinnern uns an das letzte Jahr, als ein holpriger Start mit schwachen Ergebnissen im Pokal und an den ersten Spieltagen folgte. Das diesjährige Auftaktprogramm mit den Auswärtsspielen in Dortmund, Leipzig und Hoffenheim ist ein enormes Brett. Zudem wartet im Pokal mit Verl der wohl stärkste Gegner aus dem Amateurtopf.

Der HSV fährt aktuell eine riskante Linie, wohlwissend, dass gewisse Mechanismen zum Saisonstart noch nicht greifen könnten.

Ich kann den Grundsatz verstehen, Qualität zu einem fairen Preis zu suchen, doch es geht nicht mehr nur um zwei oder drei ergänzende Transfers, sondern um mehrere offene Kaderbaustellen. Ich bin gespannt, ob sich diese Strategie durch die gesamte Vorbereitung zieht oder ob der Kader – ähnlich wie im letzten Jahr – bis zum Saisonstart weitgehend steht. Sicherlich wird sich der Markt lösen, sobald die Spieler von der WM zurückkehren, aber wie sich die Situation bis dahin entwickelt, bleibt abzuwarten.

Tom

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