Vor dem Duell mit RB Leipzig: Kompakt stehen und Räume nutzen
Am Sonntag gastiert der HSV bei RB Leipzig. Nach schwachem Saisonstart braucht es im Auswärtsspiel einen klaren Plan gegen den Ball und schnelle Umschaltmomente.

Moin zusammen,
am Sonntag trifft der HSV auf RB Leipzig. Das Spiel wird um 15:30 Uhr angepfiffen und auf DAZN übertragen. Ihr könnt das Spiel bei Interesse in der HSV-Barkasse schauen; vielleicht hat jemand hier aber auch einen anderen guten Ort, wo man das Spiel zusammen verfolgen kann. Falls ja, schreibt doch gerne mal in die Kommentare, falls ihr einen guten Tipp habt.
Der Gegner ist mit RB Leipzig eine Mannschaft, die in der Champions League vertreten ist. Letztes Jahr wurde man Dritter, man trennte sich allerdings von Trainer Ole Werner und holte stattdessen Martin Demichelis. Aktuell steht dieser laut einigen Medienberichten aber auch bereits wieder unter Druck: Man gewann zwar das erste Spiel im Pokal und das erste Ligaspiel zu Hause gegen Gladbach, in Bremen verlor man allerdings mit 3:1 und auch in der Champions League verlor man auswärts bei Como mit 4:1. Die Kritik richtet sich immer wieder in Richtung der Spielidee mit dem Ball, diese sei bei Demichelis angeblich zu wenig sichtbar.
Beim HSV steht man nach zwei Ligaspielen auf Platz 18 mit 0 Punkten und 0:7 Toren. In beiden Spielen war vor allem die erste Halbzeit schwach; in Dortmund gab es eine bessere zweite Halbzeit, gegen Mainz waren beide Halbzeiten schlecht. Die Defensive ist aktuell zu wackelig und auch die Offensive liefert zu wenig Output.
Der Blick zurück und das Personal
Die letzte Partie zwischen Leipzig und dem HSV fand im Volkspark statt, damals verlor der HSV mit 1:2. Die letzte Partie in Leipzig endete ebenso 2:1 für RB. Den letzten Sieg in Leipzig holte der HSV übrigens 2017. Damals gewann man 0:3, Torschützen waren Papadopoulos, Walace und Aaron Hunt.
Mittlerweile sind circa neun Jahre vergangen, und bei RB Leipzig hat sich viel verändert. Allerdings wird Willi Orban, der schon damals für die Roten Bullen auflief, auch am Sonntag für RB auflaufen. Die voraussichtliche Aufstellung sieht wie folgt aus:
- Vandevoort im Tor
- Davor eine Viererkette aus Baku, Orban, Lukeba und Raum
- Auf der Doppel-Sechs Seiwald und Neuzugang El Aynaoui
- Davor Nusa, Gruda und Maksimovic
- Im Sturm wird wohl Nkunku spielen
Es könnte auch sein, dass Marc Guiu wie gegen Como startet, allerdings ist Gruda wieder fit und wird wohl auf der Zehn beginnen, dann würde Nkunku wohl ins Sturmzentrum gehen.
Beim HSV sind bis auf Roessing-Lelesiit, Bornauw und Amoako alle dabei. Wie die Dreierkette aussieht, haben wir ja gestern schon besprochen, ich denke, der HSV startet folgendermaßen:
- Heuer Fernandes im Tor
- Davor Nandja links, Torunarigha im Zentrum und Capaldo rechts
- Auf der Doppel-Sechs Remberg und Lokonga
- Die beiden Zehner werden wohl Groenbaek und Vieira sein
- Im Sturmzentrum erwarte ich aufgrund seines Tempos Patson Daka
Der Matchplan: Kompakt stehen und umschalten
Bezüglich des Spielplans haben wir mit Bremen und Como zwei mögliche Ansätze gesehen. Während Bremen sehr tief und kompakt stand, lief Como hoch an und bestimmte selber das Spiel. Das konnten sie aufgrund guter Laufleistung, natürlich aber auch aufgrund ihrer Qualität. Ich denke, der HSV sollte und wird sich da eher an dem Beispiel von Bremen orientieren, die eher defensiv kompakt standen und auf Konter lauerten. Man stand tiefer, war aber nicht weniger aggressiv als Como.
Und das sollte meiner Meinung nach auch der Ansatz des HSV sein. Man muss kompakt stehen, darf aber nicht zu passiv werden. Sobald Leipzig eine gewisse Linie auf dem Feld überschreitet, muss Dauerdruck herrschen. Kein Spieler darf ohne Gegnerdruck den Ball haben, man muss das Spiel der Leipziger kaputtmachen. Aus diesem defensiven Ansatz heraus muss man dann in die Umschaltmomente kommen. Nach dem Ballgewinn muss es direkt schnell in die gegnerische Hälfte und zügig in die Tiefe gehen.
Leipzig ist die Mannschaft, die aktuell die höchste Pressinglinie der Liga aufweist. Nach zwei Spielen hat das noch keine übermäßige Aussagekraft, aber es gibt einen Hinweis darauf, wie Leipzig agiert. Man sollte die Gastgeber also nicht in einem tiefen Block erwarten. Sie werden hoch pressen und viel Raum hinter der Abwehrkette hergeben. In diesen Raum muss man reinkommen, um von dort aus Torgefahr auszustrahlen. Das gelingt aber nur, wenn man gegen den Ball über die volle Distanz aggressiv und wach ist. Das hat in den letzten Spielen nicht geklappt, am Sonntag muss sich das ändern.
Tom
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