Walters Entwicklungsschritt.Walters Entwicklungsschritt?

by | 31.07.23 | 188 comments

Robert Glatzel hatte auch nach seinen zwei Toren und seinen zwei Assists noch lange nicht genug. Selbst in den Interviews nach dem 5:3-Auftaktsieg gegen Schalke 04 legte der Topstürmer des HSV einen Volltreffer nach dem anderen nach. „Das war natürlich ein super Spiel, ganz klar“, sagte der Torjäger, der trotz des erneut verpassten Aufstiegs in die Bundesliga seinen Vertrag im Sommer bis 2027 verlängert hatte. Aber er fügte auch gleich hinzu: „Drei Gegentore zuhause gehen gar nicht. Da müssen wir uns weiter verbessern.“ Und damit hatte der Matchwinner auch nach dem Spiel alles geliefert, was es zu liefern gab.

Gesamtnote 1 für Glatzel – viel mehr ist kaum zu erwarten.

Und auch HSV-Trainer Tim Walter war nach der Partie, der er zweieinhalb freie Trainingstage für sein Team folgen ließ, voll des Lobes. Insbesondere was die Vorbereitung seines Angreifers betraf: „Er hat ein bisschen Ladehemmung in den Vorbereitungsspielen gehabt“, sagte er zwar, fügte aber gleich hinzu, wie hart Glatzel gearbeitet habe. „Von daher hat er es sich sehr verdient“, so der HSV-Coach, der auch mit der Gesamtleistung seiner Mannschaft sehr zufrieden war.

Zurecht! Denn der HSV eröffnete die Saison mit einer so nicht zu erwartenden Energieleistung gegen den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten von Schalke 04. Die Gelsenkirchener, die ihrerseits defensiv Probleme haben, wurden eiskalt erwischt – auch, weil Trainer Tim Walter endlich seine Taktik verfeinerte. Ob es allein daran gelegen hat, dass er mit Ramos und Ambrosius hinten zwei Innenverteidiger aufbieten musste, die sicher über den Zweikampf aber ebenso sicherlich nicht über die fußballerischen Fähigkeiten kommen? Keine Ahnung. Aber letztlich spielt das auch keine Rolle, denn Walter bereitete sein Team zusammen mit seinen Trainerkollegen optimal auf den Gegner vor. Er überraschte seinen Konterpart Thomas Reis mit vielen langen Bällen in Situationen, in denen man in der letzten Saison noch verbohrt spielerisch zu lösen versucht hätte. 

Walter ändert seine Taktik – und es läuft!

Zwei Jahre lang habe ich mich hier immer wieder sehr kritisch über die Walter-Taktik geäußert, die ebenso spektakulären wie letztlich zu riskanten Fußball bot. Deshalb muss heute auch mal Lob erlaubt sein! Denn Walter hat seine Spielweise angepasst und den Gegner damit kaltgestellt. „Wir haben immer wieder Tiefe angerissen“, sagte Walter und Interimskapitän Jonas Meffert lobte seinen Coach: „Wir wurden optimal vorbereitet.“ Meffert lobte zudem die Wirksamkeit des neuen „Walter-Matchplans“. „Wir wussten, dass Schalke viel im Eins-gegen-Eins verteidigt, daher wussten wir auch um die Räume, die sich vorn auftun würden.“ 

Räume, die man aufmachte, indem man seine Gegenspieler mit sich gen eigene Hälfte zog und diese dann hoch stehende, letzte S04-Reihe mit einem langen Ball überspielte. Häufig war es Ramos, dessen Kopfballstärke mir gefiel, der diagonal lange Bälle schlug. Aber noch häufiger war es Torhüter Daniel Heuer-Fernandes. Und nein! Das wiederum ist jetzt keine bahnbrechende Walter-Erfindung, so zu spielen. Diese Taktik hat wahrlich nichts Innovatives. Aber das muss auch gar nicht sein! Im Gegenteil: Entscheidend an den verschiedenen Taktiken ist, WANN man sie spielt. Und gegen den FC Schalke, der einen anderen HSV erwartet hatte, war es der perfekte Moment, den Walter für sein Umdenken wählte. Und sollte das tatsächlich keine Eintagsfliege bleiben, sondern zur Regel werde, es wäre tatsächlich eine Art Entwicklung, die auch Walter nimmt bzw. nehmen muss.

Dass er gegen den Karlsruher SC wahrscheinlich schon einen tiefer stehenden und weniger offensiv verteidigenden Gegner haben wird – es ist zu erwarten. Aber allein die Tatsache, dass Walter nach langer Zeit eine taktische Veränderung in seinem „Walter-Fußball“ zuließ, lässt mich hoffen, dass er es beibehält und des so dieses Jahr deutlich besser wird.

Und damit bleibe ich auch erst einmal bei den Dingen, die mir gefallen haben. Wie zum Beispiel das Zusammenspiel offensiv, insbesondere das von Glatzel und Neuzugang Immanuel Pherai. Beide harmonierten sichtlich und könnten in dieser Form ein ganz wichtiger, neuer Erfolgsfaktor werden.  „Er ist ein super Kicker, ein geiler Zehner, auch mit viel Tempo“, sagte Glatzel über den ehemaligen Braunschweiger, den sich der HSV dem Vernehmen nach 750.000 Euro kosten ließ. Wobei ich vorweggeschickt hatte und das gern an dieser Stelle noch einmal wiederhole: Davon ist kein Cent zu viel!!

Und Pherai bewies mit klugen Pässen und seinem Offensivdrang, warum ihn der HSV unbedingt haben wollte. Das vertraut wirkende Zusammenspiel überraschte den offensiven Mittelfeldspieler selbst nicht. Er sagte nach dem Spiel nur trocken: Wir haben schon vier Wochen hinter uns. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass es so neu war.“

Offensiv gefiel mir auch der nächste Neue sehr gut: Levin Öztunali. Der Enkel von HSV-Legende Uwe Seeler brachte mit seinem Tempo in Kombination mit Ballsicherheit eine Komponente ein, die der HSV gut gebrauchen kann. Dass er defensiv – vielleicht wollte er nach seiner frühen Gelben Karte auch nichts riskieren – mehr hätte machen müssen (insbesondere vor dem Gegentor zum 1:1), das wird er wissen.  Der Fehlpass vor dem 3:3 bedarf keiner weiteren Worte und gehört auch nicht zu Öztunalis normalem Spiel. Von daher darf sich der HSV hier über die Außenbahn weiterer Flexibilität erfreuen. Vor allem aber hat Öztunali schon mal klargemacht, dass er nach seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte mehr sein will als nur eine romantische Fußballgeschichte.

Offensive aufstiegsreif – Defensive bliebt eine Baustelle

Mit am auffälligsten auf dem Platz fand ich aber bei allem Offensiv-Feuerwerk einen Defensivspieler: Ignace van der Brempt! Der junge Leihspieler aus Salzburg lief mit seinem hohen Sprinttempo immer wieder tiefe Bälle der Schalker ab und bewies überdies auch fußballerische Qualitäten. Dass er diese vornehmlich defensiv einsetzte, war völlig okay, zumal seine wenigen Vorstöße gut waren und Lust auf mehr machten. Für mich war der junge Belgier auf jeden Fall neben Glatzel und Pherai sowie der Walter-Taktik der Gewinner des Spiels. Wobei ich mich ärgerte, als er ausgewechselt wurde, um kurz darauf anerkennen zu müssen, dass auch ein Miro Muheim, der fast die komplette Vorbereitung verletzt gefehlt hatte, sofort stark im Spiel war…

Womit ich zur Problemzone komme, die der HSV noch nicht abstellen konnte: Die Abwehr. Denn bei aller Freude über die fünf Gegentore muss man sich hier Glatzels mahnenden Worten („Drei Tore zu Hause zu kassieren, geht gar nicht“) anschließen. Die Gegentore fielen mal wieder viel zu einfach. Kapitän Sebastian Schonlau und Neuzugang Dennis Hadzikadunic fehlten in der geplanten, neuen Innenverteidigung verletzungsbedingt: Und so musste Walter umstellen. Er brachte den vor der Saison eigentlich schon aussortierten Stephan Ambrosius und den Portugiesen Guilherme Ramos, der von Arminia Bielefeld gekommen war. Beide kommen über die Physis, über den direkten Zweikampf. Sind sie am Mann dran, sind sie schwer zu umkurven. Aber hat der Gegenspieler etwas Raum, sind sie eben auch zu steif und zu leicht zu umkurven.  Und so wirkten sie bei allen drei Gegentreffern nicht glücklich, während sie die Zuschauer mit der einen oder andere rustikalen Verteidigungs-Aktion schnell hinter sich wussten.

Apropos Wissen: Genau darum wird es gehen. Tim Walter muss wissen, wann er seine Taktik etwas anpassen muss. Die Mannschaft muss wissen, wie die verschiedenen Spielsystem gespielt werden. Und die HSV-Führung muss/wird wissen, dass es defensiv so noch nicht reicht. Während man offensiv so stark aufgestellt ist, dass der Aufstiegswunsch realistisch ist, muss man defensiv genau beobachten, ob es so reicht. Auf den Außenbahnen sehe ich hier dank van der Brempt tatsächlich schon ausreichend Potenzial. Natürlich würde noch ein Backup für Muheim (wobei Heyer – Note 3,5 von mir – zumindest endlich wieder aufsteigende Form beweist!) guttun. Die Außenbahnen erscheinen mir nicht mehr ganz so wichtig wie die Besetzung der Innenverteidigung. Denn die muss funktionieren, wenn man nach oben will.  Sie ist die letzte große Baustelle, die der HSV klären muss.

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle auch noch etwas über die Attraktivität dieser Zweiten Liga schreiben. Die Live-Übertragung bei Sat.1 sahen im Durchschnitt 3,5 Millionen Menschen. Das entsprach nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 15,0 Prozent. Außerdem zeigte der Pay-TV-Sender Sky das Spiel. Die Zuschauerzahl bei Sat.1 lag sogar über der des Supercups vor einem Jahr. Damals sahen 3,4 Millionen das Spiel von RB Leipzig gegen den FC Bayern München. Aber alles dieses liegt mir zu nahe an der berechtigten Kritik des ehemaligen HSV-Stars Felix Magath, der vor Kurzem einen sehr guten, sehr wichtigen Satz sagte: „Natürlich sind die Fans ein Pfund des HSV. Aber mich erschreckt, dass inzwischen alles gefeiert wird. Es wirkt fast so, als seien in Hamburg alle inzwischen fein mit der Zweiten Liga.“

Deshalb sollten wir feiern, was es zu feiern gibt – wie die Offensivleistung und die Stimmung auf den Rängen (nicht nur!) gegen Schalke. Aber wir dürfen dabei auch nie vergessen: Diese Zweite Liga ist nicht das Ziel, sondern ein Zustand, den es zu ändern gilt.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Start in die Woche!

Scholle

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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Bramfelder
8 Monate zuvor

Moin zusammen,

da hier ja nur noch selten geschrieben wird – aber heute doch viel rund um den HSV passiert (ist) sowie auf dem Parkplatz mal eine kurze Twitter,- Youtube- und Onlinemedienzusammenfassung:

200 Fans waren heute beim Training.Aber nicht Schonlau, Hadzikadunic, Meffo und Moritz Heyer Bei Moritz Heyer (leichte Gehirnerschütterung) und Hadzikadunic (soll spätestens Donnerstag wieder im Training einsteigen), sieht es deutlich besser aus. Schonlau ist jedoch länger verletzt. Wahrscheinlich ähnlich lange wie Reis. Reis ist jetzt ein paar Tage im Urlaub um seine Verletzung besser auszukurieren.Meffo hat wieder Belastungssteuerung wegen seiner Knie- und Wadenprobleme. Einsatz in Karlsruhe ist aber wohl nicht gefährdet. Selbiges gilt für Muheim, der wieder voll am Training teilnimmt und gute Chancen für die Startelfaufstellung hat.Der Kampf um die IV wird spannend. Bleibt es bei Ramos/Ambrosius oder muss einer auf die Bank für Hadzikadunic?Keine Rolle spielt mehr David – der wohl auch wechseln möchte.Quelle: Hamburger Abendblatt vom 01.08.Lt. Bild gibt es wohl Interesse an Marko Johansson – vor allem aus Schweden, Dänemark und Norwegen.Lt. HA hat der HSV seinen Anteil an der Betreibergesellschaft des Athleticums von 25% auf 10% reduziert. 15% hält jetzt der Rellinger Logistikkonzern CTP.BIZ GmbH die dort mit einem Sanitätshaus vertreten sein werden. Die anderen Teilhaber sind: UKE mit 49,8% und Philips mit 25,1%. Der Sinn und Zweck ist die Untersuchung und Behandlung der Profisportler vor Ort am Volkspark. Wer mehr wissen will: ATHLETICUM (athleticum-volkspark.de)Und dann sind da noch die gestrandeten Wacken-Fans, die aktuell auf dem Parkplatz Rot gestrandet sind. Der HSV spielt ja eh Heavy-Metal-Fußball – dann kann man auch den Wacken-Fans helfen. Ein schöner Clip von Spiegel TV findet Ihr hier:(919) Anreise wegen Starkregen gestoppt: Die Wacken-Party auf dem HSV-Parkplatz | DER SPIEGEL – YouTubeAnsonsten kann ich Euch noch den Podcast „Volksparkgeflüster“ empfehlen. Eine tolle Ausgabe zum Saisonstart mit einem interessanten Ausblick auf Sonntag gegen den KSC. Alles weitere hier: Volksparkgeflüster – Ein Podcast rund um den HSV (volksparkgefluester.de) Apropos KSC – das Hamburger Abendblatt hat in seinem Podcast „HSV wir müssen reden“ den KSC-Trainer Christian Eichner zu Gast. Mehr hier: (919) KSC-Coach Eichner: „Gegen den HSV wird es wieder wild“ – YouTubeHat es Euch gefallen? Vielleicht mache ich mehr solche Zusammenfassungen. Macht Spaß und geht relativ schnell.

Viele Grüße aus dem wässrigen Bramfeld,
Michael

P.S. Irgendwie ist meine Editierung rausgehauen worden. Edit hat das mal schlicht gemacht.

Last edited 8 Monate zuvor by Bramfelder
Paul Ericsson
8 Monate zuvor

Was Magath und andere nicht begreifen, dass es heute eine ganz andere Fankultur gibt.
Ich stelle das nur fest, ohne zu werten.

In´s Stadion gehen ist ein Event geworden, das sich digital verwerten lässt, privat und kommerziell. Die sozialen Gruppen im Stadion sind viel heterogener als zu Magaths Zeiten.
Sieg oder Niederlage sind relativ, wenn die Erfahrung Stadion emotional Mehrwert liefert. Dazu der extrem hohe Grad der Professionalisierung im Stadion, gerade im Volkspark.
Das wird auf tausenden Seiten gebloggt, es gibt zig Vlogger die das multiplizieren und die vom HSV dafür eingeladen werden, bei Sky in der Halbzeitpause interviewt werden usw usf

Der HSV liefert Content und das in vielen Bereichen. Gerade medial hat der HSV viel zu bieten, ist überall präsent und ein Reizfaktor, unter dieser Prämisse gilt es auch Walter zu betrachten. Er ist eine echte Reizfigur, lässt niemanden gleichgültig, und genau darum geht es heute!

Dieser Aspekt der „Verwertbarkeit“ durch sozialen Content haben viele nicht begriffen. Man feiert sich, sein Erlebnis und das wird dann über digitale Netzwerke zum Mehrwert.

Last edited 8 Monate zuvor by Paul Ericsson
abraeumer
8 Monate zuvor

Es war ein unterhaltsames Spiel. Selbstverständlich ist der Sieg ein Grund zur Freude, die nun schon wieder aufkommende Euphorie teile ich hingegen nicht. Insbesondere wenn das Tor von Terodde zum 1:3 gezählt hätte, wäre das Spiel wohl gekippt.

Einige Dinge haben mir gut gefallen:

In der Abwehr ging es mit Ambrosius und Ramos endlich konsequenter in die Zweikämpfe, beide haben ihre Positionen gehalten und turnten nicht wie Schonlau im Angriff herum. Es gab auch weniger Quergeschiebe, sondern oft wurde konsequent vertikal nach vorn gespielt. Van der Brempt hat gezeigt, wieviel Tempo ausmachen kann. 
 
Im Mittelfeld hat mir Pherai, für dessen Transfer ich Boldt von Anfang an gelobt habe, und in der zweiten Halbzeit auch Benes gefallen. Sehr gut fand ich die Anzahl an herausgespielten Chancen.

Im Angriff war Glatzel herausragend. Ich habe mich gefreut, dass der HSV endlich mit 11 Spielern, also ohne Jatta, auf dem Platz stand.

Konditionell war der HSV Schalke überlegen, was mich sehr überrascht hat, da der Schalker Trainer sehr viel Wert auf Kondition legt.

Einige Dinge sehe ich, auch wenn ich mit dieser Meinung allein bin, weiterhin negativ:

Das Ziel darf nicht das Event, sondern muss der Aufstieg sein.  Es wird noch in hundert Jahren so sein, dass der Angriff Spiele und die Abwehr Meisterschaften gewinnt. In jedem Testspiel hat der HSV mindestens zwei, oft mehr Tore kassiert. Die Abwehr hat wieder 3 Tore zugelassen. Das ist deutlich zu viel, denn am Ende steigen die Mannschaften mit der besten Abwehr auf.

Defensiv entwickelt sich der HSV unter Walter nicht weiter. Das Trainerteam und Boldt haben sich zur Saisonanalyse auf Ibiza getroffen, um zu klären, woran der Aufstieg gescheitert ist. Woran der HSV gescheitert ist, dafür braucht man nicht nach Ibiza fliegen. Ohne stabile Defensive wird der HSV nicht aufsteigen.

Seit Walter hier ist, empfehle ich eine Doppelsechs. Das Verhältnis von defensiven zu offensiven Spielern stimmt bei Walter nicht. Das Verhältnis sollte immer 6 defensive zu 4 offensiven Spielern betragen. In Walters System sind es immer 5 Defensive und 5 Offensive.

Schon im Testspiel von Schalke gegen Twente konnte man sehen, wie schwach die Abwehr von Schalke ist. Das Abwehrverhalten von Schalke war, nicht nur beim Kontertor von Benes, ein Witz. Der HSV wird zukünftig nicht auf derart defensiv schwache und mitspielende Mannschaften wie Schalke treffen.

Ich befürchte auch, dass der langsame Schonlau nach seiner Rückkehr mit Meffert und Heuer Fernandes wieder das Querpassspiel übertreibt.

Hinsichtlich der Transfers sind die LV-Position mit Heyer und Muheim und die DM-Position mit Meffert weiterhin schwach besetzt. Oliveira erhält, wie alle Talente vor ihm, keine Chance und versauert leider auf der Bank.

Auf der Abgabenseite, insbesondere bei denjenigen, deren Verträge 2024 auslaufen, tut sich aus meiner Sicht zu wenig.

Klaus Henning
8 Monate zuvor

Moin, Eure Benotungen:

HSV – Schalke

Daniel Heuer Fernandes 2,7
Moritz Heyer 3,3
Guilherme Ramos 2,8
Ignace van der Brempt 1,9
Miro Muheim 2,7
Stephan Ambrosius 2,9
László Bénes 1,7
Immanuel Pherai 1,8
Levin Öztunali 2,6
Jonas Meffert 2,8
Robert Glatzel 1,1
Ransford Königsdörffer 3,1
Bakery Jatta 3,3
Jean-Luc Dompé 2,4
Team insgesamt 1,7
Trainerteam 1,9
Schiedsrichter 1,9
Zuschauer HSV 1,2

Steigt der HSV 2024 auf?
Ja 29,6 % Vielleicht 56,0 % Nein 14,4 %

Lars K
8 Monate zuvor

Walters Entwicklungsschritt? Das wäre die größte Überraschung der Saison. Glaube ich aber auch erst nach dem 10. Spieltag dran. Im Augenblick könnte es auch sein, dass die mannschaft einfach noch nicht gut genug „eingespielt“ war, im Walterschen Sinne, sich also nicht-Walterscher Stilmittel bedient hat. Das wäre dann umgekehrt eher ein schlechtes Zeichen: Wie stark die Mannschaft sein könnte, wenn sie eben ohne Walters Korsett spielen darf. Also: schauen wir mal.

Gegen den KSC wird es enorm schwer. Nicht nur, weil das naächste Spiel immer das schwerste ist und aller im Schalke-Spiel wohlverdienter Lorbeer dann überhaupt gar nichts mehr zählt, sondern auch, weil der KSC seit 2015 gegen uns IMMER brennt, siehe auch deren unsägliche Aktionen in der Jatta-Affäre und die Sprüche von Walter, dass wir ja sowieso aufsteigen, dürften dort noch lange nicht verklungen sein. Die laufen mit gezückten Messern auf. Und mit Stindl. Mal schauen, wie sich unsere Mannschaft dagegen wehrt. Sonntag gilts! Mal wieder!

Meaty
8 Monate zuvor

Apropos Wissen: Genau darum wird es gehen. Tim Walter muss wissen, wann er seine Taktik etwas anpassen muss.

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Zwei Spielzeiten lang hat Tim Walter in der 2. Liga hier sein eindimensionales Spielsystem mit nur wenig Erfolg durchgezogen!
Das der Übungsleiter nun verletzungsbedingt von seinem Walter-Ballbesitzfußball abrückte und teilweise mit längeren Bällen und direkter spielen ließ, ist eigentlich ein Hohn!
Ein kurzer Erfolg stellt sich nun plötzlich ein und wäre auch schon in den vergangenen zwei Jahre eingetreten, wenn der sture Walter in einigen Spielen mal von seinem Walterball abgerückt wäre!
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Deshalb sollten wir feiern, was es zu feiern gibt – wie die Offensivleistung und die Stimmung auf den Rängen (nicht nur!) gegen Schalke.

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Sorry, aber es gibt zzt. rein gar nichts zu feiern!
Das große Problem der letzten Jahre beim HSV war doch, dass sich immer viel zu schnell auf kurzfristig erzielten „Kleinsterfolgen“ ausgeruht wurde! Wenn man sich in Karlsruhe wieder nicht richtig wehrt und untergeht und im DFB Pokal in Essen rausfliegt, dann ist die kurze frische Briese des tollen Sieges gegen S04 schneller verflogen als sonst etwas!

Der HSV wäre nach zwei mäßigen Spielzeiten mit einer einzigen SpielVariante und hohen finanziellen Ausgaben gut beraten, den Ball unter der Grasnarbe flach zu halten!

Last edited 8 Monate zuvor by Meaty
alwaysHSV
8 Monate zuvor

Hannover hat ja bekanntgegeben, dass sie die Pyro-Strafen auf die Eintrittspreise umlegen wollen. Ich finde ein durchaus überlegenswerter Vorschlag. Allerdings dann speziell auf die Bereiche in denen Pyro vorkommt. Man sollte nicht die Zuschauer bestrafen die damit nichts zu tun haben. Vielleicht würden dann andere Zuschauer die im gleichen Bereich stehen Einfluss auf die Pyromanen nehmen um dies zu unterbinden.

Kosinus
8 Monate zuvor

https://m.bild.de/bild-plus/sport/fussball/hsv/hsv-was-der-deutsche-fussball-von-hamburg-lernen-kann-84881326.bildMobile.html

Darauf können wir wahrlich stolz sein.

…Gerade im Umgang mit den eigenen Fans macht der HSV einiges besser als viele andere Klubs.

Trainer Tim Walter (47) und seine Profis sind maximal nahbar. Bei Walter ist so gut wie jede Einheit für die Anhänger zugänglich. Jeder Fan bekommt jeden Tag sein Foto oder sein Autogramm.

Selbst nach dem Abschlusstraining vor dem Start-Kracher gegen Schalke erfüllten Mannschaft und Trainer 20 Minuten die Fan-Wünsche. Der Andrang war wegen der Schulferien groß. Erst danach ging es unter die Dusche.

Die Profis…schätzen die riesige Unterstützung ihrer Anhänger wirklich. Und sind dafür auch dankbar.

Sport-Vorstand Jonas Boldt (41) und Walter stehen zu ihrem Weg. Ein Knackpunkt war der Relegations-K.o. 2022 gegen Berlin. Entgegen der üblichen Mechanismen – nach dem nächsten verpassten Aufstieg – entschied sich die Klub-Führung gegen den x-ten Trainer-Rauswurf.

Bei den Fans traf der Beschluss auf große Zustimmung. Weil sich viele Anhänger mit Walter, seinem offensiven und unterhaltsamen Spielstil sowie der Mannschaft identifizieren können.

Spektakel ist bei den HSV-Auftritten eigentlich garantiert. Auch wenn es in den vergangenen Jahren am Ende immer zu wenige Punkte waren. Für die neue Saison hat Walter das Motto ausgegeben: Erlebnis UND Ergebnis. Gegen Schalke ging …

Ebenfalls zum Nachmachen geeignet: Die erfahrenen Führungsspieler reden miese Leistungen öffentlich nicht schön…

Last edited 8 Monate zuvor by Kosinus
Bramfelder
8 Monate zuvor

Unbedingt angucken: (919) INSIDE MATCHDAY I AUFTAKTSPIEL HAUTNAH I HSV vs. S04 – YouTube Das gab es schon einmal vom HSV – bei dem Sieg gegen den FCSP. Geile Einblicke. Als wär man mit dabei auf dem Spielfeld.

alwaysHSV
8 Monate zuvor

Die 32 Torschüsse des HSV gegen Schalke waren seit Beginn der detaillierten Datenerfassung in der Saison 2017/18 der Höchstwert der je erreicht wurde. Hört sich irgendwie gut an.
Noch etwas anderes: Bei Magdeburg bekam Elfadli beim Kicker die beste Note (2,5).

Last edited 8 Monate zuvor by alwaysHSV
Frank Müller
8 Monate zuvor

WIE KANN SOWAS….
….in einem (sollte man meinen) professionell geführten Verein
überhaupt passieren:
Ramos verpflichtet als Nur-Abräumer, obwohl Ambrosius gerade
DESHALB aussortiert worden war??
Der Boldt muß ja wohl das mit „dem Spiel nach vorne“ überhaupt
nicht im Kopp gehabt haben, oder, wie bereits vermutet:
Walterchen war gar nicht eingebunden…“Ich nehm´was man mir
hinstellt.“
Und jetzt:
Ersatz für den vom kicker als unbrauchbar aussortierten Muheim:
Franjic (VW) zwar auf ´ner Liste, aber gar nicht um ihn bemüht,
nicht mal kontaktet.
Da hat Boldt Walter wohl mal gefragt betr. Muheim.
Walter: Also….wunnebaa, sowas von zuverlässig und….
springt mir immer in die Arme, wenn wir gewonnen haben

alwaysHSV
8 Monate zuvor

Laut Bild denken Heil und Zumberi über einen Wechsel in die 3. Liga nach. Haben wohl beim HSV beide nicht viele Chancen auf Einsätze.

Micha Barbarez
8 Monate zuvor

ein guter ausgewogener Blog, vorsichtig euphorisch ( der Widerspruch ist mir bewusst)und trotzdem noch kritisch.

Bei aller Freude wegen diesem tollen Spiel, das darf nie im Leben nach 90 Minuten noch 3 zu 3 stehen. Was für tolle Tore von Benes und Glatzel zum 3 zu 2 bzw 4 zu 3.

Der Ausgleich zum 3 zu 3 war hingegen mal wieder HSV typisch saudumm.

Gegen den KSC wirds auch wieder schwer, aber dann ja wohl doch wieder mit Schonlau.
Das mit man Leute wie Dompe und Jatta noch in der Hinterhand hat, ist sicherlich auch nicht verkehrt.

Einer von den beiden wird für RYK in die erste 11 kommen, tippe ich.

alwaysHSV
8 Monate zuvor

In der Mopo wird berichtet, dass der HSV großes Interesse an einer Ausleihe von
Bartol Franjic haben soll. Kroate, 23 Jahre, VfL Wolfsburg, 6er und linker AV. Marktwert bei Reansfermarkt.de 3 Mio. Vor einem Jahr hatte Wolfsburg 7,5 Mio. an Dinamo Zagreb überwiesen. Vertrag bis 2027. Könnte 2 Positionen abdecken wo noch Bedarf bestehen könnte. Bei Wolfsburg machte er in seinem ersten Jahr nur 5 Spiele.

Töftinger
8 Monate zuvor

Es wird nicht lange dauern bis es in Berlin so richtig „raucht“.
Dementsprechend soll jetzt passend aus Österreich ein Mittelstürmer
Namens Tabak(ovic )verpflichtet werden. Richtig so, zumal man die vielen Dardais auch in der Pfeife rauchen kann.🙈😉

Bramfelder
8 Monate zuvor

Weil wir ja eh schon (fast) alles zu diesem Spiel geschrieben haben, hier eine spannende taktische Analyse von einem relativ neuen Youtube-Kanal namens „Taktikfeed“. Hier der Link: (911) Der HSV war klar überlegen | Hamburger SV 5:3 Schalke 04 | Taktikanalyse – YouTube Gerne geschehen. 😀

Darmzotte
8 Monate zuvor

Wo ist Cornelius?

Frank Müller
8 Monate zuvor

QUATSCH MIT…
….Entwicklungsschritt von Walter.
So wie sie gespielt haben, haben sie von sich aus gespielt.
Wahrscheinlich hat er auch erst zur Pause gemerkt,
dass die Manndeckung spielen und man taktisch daraus
eine Nutzen ziehen kann (Glatzel-Zitat)

horst schlau
8 Monate zuvor

@ Rotkaeppchen 1966

Dafür das ich keine Ahnung habe, schreibst Du wahre Worte !!! 😉

Gruß Horst

PS: Und glaube mir, ich habe mich nicht verschrieben !!! 😂😇

Last edited 8 Monate zuvor by horst schlau
Tatortreiniger
8 Monate zuvor

Horst Hrubesch im Abendblatt, ausnahmsweise nicht hinter der Bezahlschranke:

https://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article239074855/hsv-news-horst-hrubesch-eine-waffe-neuzugang.html

Spoiler: Pherai ist eine Waffe, bei der Abwehr muss man geduldig sein.

Calimero
8 Monate zuvor

Der „neue Walterball“, wurde als Mogelpackung enttarnt. 😉

https://fussball.news/a/eichner-keine-neue-taktik-beim-hsv-erkannt

Calimero
8 Monate zuvor
Tatortreiniger
8 Monate zuvor

Am Rande des heutigen Trainings gab es News aus dem Lazarett:

Schonlau: Faszienriss in der Wade (wie Muheim), kein schnelles Comeback zu erwarten.

Hadzikadunic: steigt morgen wieder ins Mannschaftstraining ein, sieht ganz gut aus für Sonntag.

Heyer: Leichte Gehirnerschütterung, steigt morgen wieder ein.

Reis: hat ein paar Tage Urlaub bekommen, da man bei seiner Schulter eh nur abwarten kann.

Die Presse erwartet, dass Muheim und Hadzikadunic Sonntag in die Mannschaft rücken.

Kosinus
8 Monate zuvor

Heute ist ein fantastischer Tag. Der HSV hat meinen Mitgliedsbeitrag abgebucht 😊😊😊🥰🥰🥰
Oh HSV investiert bitte weiter so hervorragend !

Kosinus
8 Monate zuvor

Der HSV macht vieles richtig. Was mich stört ist aber, dass man bezüglich des Stadionnamens derzeit nicht aktov genug ist. So ist zumindest mein Empfinden . Wo bleibt die Zusage/Absage von Kühne?

alwaysHSV
8 Monate zuvor

Johansson ist erneut verliehen worden. Diesmal nach Schweden zu Halmstads BK bis zum Jahresende.

Paulinho
8 Monate zuvor

Pherai verletzt? Was ist da los?

Testies
8 Monate zuvor

Hai erstmal , wieso kann Walter nicht mal zur Halbzeit auswechseln ? Einge Spieler sehr schwach !

Kann mir das einer sagen ?