Aktuell

HSV-Mitgliederversammlung: Harmonie auf der Bühne – Machtspiele im Hintergrund

Wenn am Sonnabend, 21. Juni 2025, die Mitglieder des HSV zur jährlichen Versammlung zusammenkommen, wird es vordergründig wieder viele Beteuerungen geben: von Fairness ist die…

HSV-Mitgliederversammlung: Harmonie auf der Bühne – Machtspiele im Hintergrund

Wenn am Sonnabend, 21. Juni 2025, die Mitglieder des HSV zur jährlichen Versammlung zusammenkommen, wird es vordergründig wieder viele Beteuerungen geben: von Fairness ist die Rede, vom Miteinander und dem Willen, den Verein gemeinsam in eine stabile Zukunft zu führen. Doch wie so oft in den vergangenen Jahren trügt der schöne Schein - denn hinter den Kulissen wird weiter kräftig an den Strippen gezogen. Weniger von den Kandidaten und Kandidatinnen als von einzelnen Gremiumsmitgliedern.

Ausgerechnet der Beirat, jenes Gremium, das eigentlich für Ausgleich, Integrität und Verlässlichkeit stehen sollte, sorgt erneut für erhebliche Unruhe. Das Gremium, das auch dafür sorgen soll, dass der künftige Präsident nicht auf Macht, sondern auf inhaltliche Entwicklung des HSV aus ist spielt seine eigene Macht aus, um einen seiner zwei Wunschkandidaten zu pushen. Pikanterweise allerdings in einer Form, die dem eigenen Beirats-Kollegen und Präsidentschaftskandidaten Kai Esselsgroth eher schadet als nützt. Denn während Esselsgroth in diesem Kontext ausdrücklich NICHT als Antreiber gilt, sondern wie sonst auch als moderater und integrer Kandidat wahrgenommen wird, agiert ein einzelner Kollege im Gremium offenbar übermotiviert - und im Ton und Verhalten sogar deutlich übergriffig.

Wurde der Beiratsvorsitzende verbal übergriffig?

So ist es kein Zufall, dass zur Mitgliederversammlung eine Reihe von Anträgen eingereicht wurde, die sich explizit mit dem Verhalten und der Rolle des Beirates befassen - insbesondere im Zusammenhang mit der höchst umstrittenen Ablehnung von Felix Magath als Präsidentschaftskandidat. Eine Entscheidung, die weit über den HSV-Kosmos hinaus für Aufsehen sorgte - nicht zuletzt, weil sie schlecht kommuniziert und intransparent wirkte. 

Wer sich in den vergangenen Wochen intensiver mit den Beteiligten auseinandergesetzt, Gespräche geführt oder schlicht genau hingehört hat, stößt häufig auf einen Namen: Patrick Ehlers. Ich persönlich kenne ihn gar nicht näher, nicht persönlich. Abgesehen von öffentlichen Auftritten habe ich keine Berührungspunkte. deshalb habe ich versucht, ihn telefonisch zu erreichen - leider erfolglos. Aber: Sein Name fiel in den letzten Tagen und Wochen immer wieder. Diesmal soll er laut mehreren übereinstimmenden Quellen wiederholt durch direkte Einflussnahme aufgefallen sein - unter anderem durch Nachrichten mit eindeutigen Wahlempfehlungen. In mindestens einem Fall soll der Beiratsvorsitzende Ehlers sogar klargestellt haben, dass jeder, der mit dem Kandidaten Frank Ockens zusammenarbeite, es im Nachgang schwer haben werde, auf kooperative Gremien zu treffen. 

Noch dramatischer wird es, wenn man sich den Grund seiner Attacken ansieht. Der simple Auslöser dieser Eskalation soll ein Interview des Kandidaten Frank Ockens in der BILD gewesen sein, in dem dieser die Rolle und Kommunikation des Beirates rund um die Ablehnung Felix Magaths mit vergleichsweise diplomatischen Worten kritisiert hatte. Allein Ehlers schien schon das derart aufzustoßen, dass er sich berufen fühlte, Druck auszuüben. Und das ohne jegliches Bemühen, dabei diskret aufzutreten. Im Gegenteil: Es scheint fast so, als wolle er es gar nicht geheim halten. Unter anderem soll sich Ehlers in internen Gesprächen sinngemäß so geäußert haben, dass man sich doch nur einmal bei Noch-HSV-Präsident Marcell Jansen erkundigen müsse, wie es ausgehe, wenn man sich mit dem Beirat anlege. Er selbst würde dann erst so richtig in Fahrt kommen und Spaß an derlei Konfrontationen haben. 


NUR NOCH HEUTE ERHÄLTLICH!

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist HANDS_OF_GOD_NIE_MEHR_RESTOCK_IG_01-801x1024.jpg
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist HANDS_OF_GOD_NIE_MEHR_RESTOCK_IG_02-801x1024.jpg

Wenn Ihr die beliebten HSV-Shirts von Hands of God als Geschenk oder für Euch selbst haben wollt, könnt Ihr sie hier bestellen!


Ein Vorgang, der angesichts des bisherigen Auftretens von Ehlers zwar nicht mehr überraschen muss. Man erinnere nur an seine unhaltbaren Vorwürfe auf der Mitgliederversammlung, als er das Präsidium des HSV e.V. und Jansen im Besonderen offen der Lüge bezichtigte. Aber es ist eben auch ein Vorgang, der zeigt, dass der Beirat nicht annähernd so unparteiisch und am eigenen Protokoll festhaltend agiert, wie man es gern vorgibt. Der Versuch, einen bestimmten, unliebsamen Kandidaten derart gezielt zu diskreditieren oder unattraktiv zu machen, wirkt diesmal allerdings schon so plump, dass man das Gefühl bekommt, hier verwechsele jemand Verantwortung mit Einflussnahme.

Was auf jeden Fall auch dadurch wieder deutlich wird: Diese Wahl ist nicht weniger politisch als frühere Präsidentenwahlen beim HSV. Und das ausdrücklich am wenigsten von den Kandidierenden selbst! Dass sich ein Gremiumsmitglied über zugelassene Kandidaten äußert, halte ich dabei eh schon für fragwürdig. Dass er das auch noch derart parteiisch, abwertend, politisch und via Drohungen äußert, halte ich persönlich sogar für ein Ausschlusskriterium...

Was zu sagen bleibt, ist allerdings auch der klare Hinweis, dass hier bitte ein Einzelfall nicht der Anlass für Sippenhaft sein soll/darf. Ich will hier ganz sicher nicht alle Gremiumsmitglieder gleichsetzen. Es bleibt aber auch das Bild, das vielen HSV-Mitgliedern mittlerweile ebenso zuwider wie vertraut ist: Bei Wahlen und generell rund um Mitgliederversammlungen geht es leider nie allein um Inhalte oder Kompetenz - sondern um Macht bzw. das Ausspielen dieser (wenn auch nur geglaubten) Macht. Selbst dann, wenn sich die Kandidierenden selbst fair verhalten.

Und um einem Teil Eurer Fragen vorzubeugen: Ja, ich habe selbst einen für mich inhaltlich klaren Favoriten. Und eigentlich wollte ich heute die Kandidierenden aus meiner Sicht auch einordnen und meine Meinung dazu hier aufschreiben - aber ich habe mich dagegen entschieden. Ich will ganz bewusst niemanden beeinflussen. Stattdessen hoffe ich, dass alle ganz genau hinschauen und die Kandidierenden nach inhaltlicher Stärke bewerten. Vor allem hoffe ich, dass möglichst viele von Euch am Sonnabend hingehen, um selbst zu wählen, sofern ihr stimmberechtigt seid. 

Ich persönlich äußere nur einen Wunsch. Ich wünsche mir für den HSV schlicht und einfach einen unvoreingenommenen Präsidenten, der sich der Verantwortung seines Amtes bewusst ist, der im Gegensatz zu einzelnen Amtsinhabern integrativ agiert und der den HSV - nicht sich selbst - nach vorn bringen will. Wer mich kennt, weiß jetzt ziemlich sicher, wen ich damit meine…

In diesem Sinne,

Scholle

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Transfer Neuer Abwehrchef: Das ist Sebastiaan Bornauw Sebastiaan Bornauw wechselt per Leihe zum HSV. Wir beleuchten das Profil des Innenverteidigers, seine Stärken und Schwächen. Weiterlesen