How to fix HSV-Defensive – was noch zu tun ist
Noch zwei Wochen sind es bis zum Saisonauftakt. Das Trainingslager ist vorbei. Inklusive Leihrückkehrer Ambrosius verzeichnet der Kader sechs Neuzugänge. Fünf Spieler aus dem…

Eine Analyse von Robert Hoyer
Gerade einmal anderthalb Wochen sind es noch bis zum Saisonauftakt. Das Trainingslager ist vorbei. Inklusive Leihrückkehrer Ambrosius verzeichnet der Kader sechs Neuzugänge. Fünf Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison haben den Verein verlassen. Zurzeit weist der Transfersaldo einen „Gewinn“ von EUR 0,25 Mio aus. Ein Nullsummenspiel möchte man meinen. Aus meiner Sicht ist der Kader jedoch alles andere als fertig und längst nicht schlagkräftig genug, um über eine ganze Saison hinweg oben mitzuspielen. Die eher mäßigen Testspielergebnisse und wie sie zustande gekommen sind, zeigen dies ebenfalls sehr deutlich. Was schon gut aussieht und wo auf jeden Fall noch was passieren sollte, möchte ich mit diesem Beitrag einmal aus meiner Sicht darstellen.
In der Offensive sehe ich die Mannschaft prinzipiell gut aufgestellt. Sowohl im Sturm als auch auf den Außen sind die Positionen doppelt besetzt. Mit Bilbija und Amaechi hat man sich von Spielern getrennt, von denen auch in der kommenen Saison kein Durchbruch zu erwarten war. Auch Ogi Heil gehört in diese Kategorie - vielleicht ergibt sich hier ja noch die Möglichkeit einer Leihe. Pherai füllt den Kaderplatz von Kittel. Und trotz der Verletzung von Suhonen (den ich gerne mal verliehen hätte, um sich eine komplette Saison als Stammspieler zu entwickeln), ist man mit Pherai und Benes auf der offensiven 8er-Position gut aufgestellt. Auf den Außen kämpfen Jatta, Dompe, Königsdörffer und Öztunali um die zwei Startplätze. Im Sturm steht Nemeth für Glatzel bereit.
Die Defensive ist weiter die Schwachstelle
Kritischer wird es - und das haben auch die Testspiele gezeigt - in der Defensive. Die Achillesferse der vergangenen Saison droht auch für die kommende Saison das Hauptproblem zu werden. Für die 6er-Position wird dringend ein Herausforderer für Jonas Meffert benötigt, der diesem auch die dringend benötigten Pausen ermöglicht. Elijah Krahn scheint dafür noch nicht bereit zu sein. Ihm würde eine Leihe in Liga 3 sicher guttun. Heißester Kandidat ist Daniel Elfadli, der sich vergangene Saison in den Fokus spielte. Elfadli ist allerdings auch schon 26 – kosten soll er dennoch bis zu einer Million.
Durch die geringe Chance einen hohen Wiederverkaufswert zu gewinnen, sollte die Position eines Herausforderers aus meiner Sicht lieber mit einem jüngeren Spieler besetzt werden. Eine Idee wäre der Däne Nicolas Madsen (23) vom belgischen KVC Westerlo. In der vergangenen Saison erzielte er als ZDM in 30 Spielen zwei Tore und bereitete vier vor. Mit einem Marktwert von 2 Millionen ist er zwar teurer als Elfadli – dafür ist das Marktwertpotenzial höher. Bei der Veröffentlichung des Blogs ist der Vorschlag womöglich schon obsolet, da Elfadli verpflichtet wurde. Ich wollte dennoch eine alternative Idee für diesen Kaderplatz aufzeigen, auch wenn die Kaderplanung am Schreibtisch immer leicht ist. Ob ein Spieler überhaupt zu einem Wechsel bereit ist und dann noch zum HSV kommen möchte, lässt sich so natürlich nicht beurteilen.
Abgesehen vom ZDM bleiben die Außenverteidigerpositionen das größte Problem im Kader. Und hier stehen die Kaderplaner um Jonas Boldt schon arg in der Kritik, dass sie es über ein Jahr hinweg nicht geschafft haben, einen Rechtsverteidiger zu finden. Dass Heyer dafür maximal ein Notnagel sein kann und als flexibler Spieler für den Kader noch viel wichtiger hätte sein können, hat vor allem die Relegation verdeutlicht. Dass sich mit Mikelbrencis und Oliveira zwei junge Spieler im Trainingslager aufdrängen, darf zudem nicht davon ablenken, dass mindestens noch ein RV-Stammspieler gebraucht wird.
Gestern wurde dann die Leihe von Ignace van der Brempt verkündet. Der 22-jährige Belgier soll die erhoffte Sofortverstärkung sein. Schade, dass man es nicht geschafft hat, diese schon vor dem Trainingslager zu präsentieren. Gut, dass man sich nicht länger von anderen Kandidaten (Castro-Montes) hat hinhalten lassen. Die Saison startet in weniger als zwei Wochen. Nicht viel, aber immerhin etwas Zeit für van der Brempt sich einzugewöhnen. Zeit gibt die Leihe auch anderen. Zum einen Mikelbrencis und Oliveira, die dadurch mehr Zeit für ihre Entwicklung bekommen.
Van der Brempt verschafft Boldt und Co. ein weiteres Jahr zum Einkaufen
Zum anderen haben sich auch Boldt und co. ein weiteres Jahr gekauft, um einen echten Rechtsverteidiger für die Mannschaft zu holen. Hoffentlich wird die Zeit genutzt. Vielleicht kann die Zeit bis zum Ende des Transferfensters auch noch genutzt werden, einen Konkurrenten für Miro Muheim zu verpflichten. Die Option mit Katterbach hat mir bis zu seiner Verletzung sehr gut gefallen. Schade, dass er noch so lange verletzt ist und somit eine Verpflichtung eigentlich erst im Winter Sinn macht (sofern die Genesung erfolgreich verläuft).
Abschließend noch eine Bemerkung zur Innenverteidigung, wo durch die Transfers von Ramos und Hadzikadunic sowie das in den Fokus rücken von Ambrosius gleich vier IVs um den Platz neben Schonlau kämpfen. Von Hadzikadunic erhoffen sich alle einen qualitativ hochwertigen Ersatz für Vuskovic, dessen Rückkehr selbst bei einem für ihn günstigen Urteil noch dauern wird. Durch die Optionen, die Walter auch hinsichtlich Ambrosius entdeckt hat, gibt der Ramos-Transfer hier zusätzliche Möglichkeiten. Optionen, die noch wichtig werden könnten, da Schonlau über das ganze Trainingslager hinweg angeschlagen war.
Dennoch braucht man aus meiner Sicht nicht mit fünf Innenverteidigern in die Saison gehen, die zudem noch alle den Anspruch haben zu spielen, wenn man weiterhin mit Viererkette spielt. Die Konsequenz wäre, dass man entweder Ambrosius doch noch abgibt oder Jonas David sich per Leihe nochmal woanders beweisen darf. Eher unwahrscheinlich ist, dass Walter flexibel auf die Kaderstruktur und die Probleme der Vorsaison reagiert und am Ende doch noch ein 5-2-1-2 aus dem Hut zaubert. Mit Pherai als echtem Zehner und Königsdörffer neben Glatzel.
Schienenspieler wären Muheim, Öztunali und Jatta sowie Mikelbrencis und Oliveira als Back-Ups. Bei dem aktuellen Kader eine aus meiner Sicht charmante Variante, insbesondere, wenn ein etwas defensiverer Ansatz nötig ist. Eine große Anpassung der taktischen Ausrichtung ist bei Walter wohl aber nicht zu erwarten. Somit darf man gespannt sein, wen Tim Walter beim Auftaktspiel gegen Schalke auf den Platz schickt. Noch scheinen viele Spieler die letzte Saison in den Knochen zu haben und plagen sich mit Blessuren. Ein Hinweis, dass der Kader dieses Mal weniger auf Kante genäht werden sollte.
Dafür hoffe ich auf mindestens noch einen (ZDM) vielleicht sogar zwei (LV) Neuzugänge. Dann kann ich mich voller Vorfreude auf das nächste Verderben einlassen. In diesem Sinne,
Euer Robert
Und: Nur der HSV.
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