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Gute Nachrichten auf der HSV-Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung war ein gutes Abbild dessen, wie sich der HSV aktuell präsentiert. Unter den anwesenden Mitgliedern im Saal muss man sich als HSV dabei ebenso wenig…

Gute Nachrichten auf der HSV-Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung war ein gutes Abbild dessen, wie sich der HSV aktuell präsentiert. Unter den anwesenden Mitgliedern im Saal muss man sich als HSV dabei ebenso wenig Gedanken machen wie um die Fans im Stadion – beide (in allergrößten Teilen eh identisch) sind leidensfähig und loyal ohne Ende. In den Gremien gibt es dagegen immer wieder welche, die sich selbst zu wichtig nehmen. Der heute auftretende ehemalige Supporters-Chef Christian Bieberstein warf dem HSV-Präsidium vor, es würde nicht geschlossen agieren. Beirat Patrick Ehlers betonte, als Privatperson zu sprechen, um dann aus dem internen Nachrichtenverkehr zu zitieren und dem Präsidium sogar vorzuwerfen, in ihren Wortbeiträgen die Unwahrheit gesagt zu haben. Ohne dafür Beweise zu liefern – logisch…

Selbstverständlich wurde auch e.V.-Präsident Marcell Jansen heute wieder attackiert. Das von vielen Medien zitierte – aber von niemandem gesehene (!) „Thesenpapier“ musste mal wieder herhalten. Jansen habe vor einigen Monaten in diesem Papier dargestellt, wie er den Verein umstrukturieren wolle. Vorwürfe, die schon längst dementiert worden waren, und die von den Präsidiumsmitgliedern Michael Papenfuß und Bernd Wehmeyer auch heute wieder klar dementiert wurden. „Es wird versucht, den Spaltpilz in den Verein hineinzutreiben“, machte Vizepräsident und Aufsichtsratsboss Michael Papenfuß der Verbalattacke den Garaus. Das Thema sei für den e.V. erledigt, so Papenfuß, der auch über den Sachstand in Sachen Strukturreform informierte. Ein Reformwechsel würde eine Trennung in eine KGaA und die HSV Management AG nach sich ziehen. Am 30. Januar soll es hierzu eine Info-Veranstaltung geben, damit die Mitglieder im März auf einer außerordentlichen Versammlung gut vorbereitet abstimmen können.

Folgerichtig wurde das Präsidium dann auch ohne Gegenstimme entlastet. Auch die in den Raum gestellten Vorwürfe, das originale Themenpapier sei im Nachhinein stark verändert worden, wurden als „unwahr“ dementiert. Mit anderen Worten: Die kampagnenartigen Vorwürfe gegen den durchaus kontrovers zu sehen Präsidenten waren mal wieder Stürme in Wassergläsern. Ohne Substanz, Hauptsache der Name Jansen wird wieder schlecht dargestellt. Problem zuletzt: Jansen selbst hatte sich (zu lange) aus meiner Sicht leider viel zu viel bieten lassen, ohne es zu kommentieren bzw. vor allem zu dementieren. Heute wehrte er sich endlich und stellte sich dabei auch vor dem zusammen mit ihm immer wieder attackierten Hauptsponsor „HanseMerkur“.

Der Trikotsponsor und Anteilseigner sei zuletzt viel zu oft in der Öffentlichkeit und bei bestimmten Medien zu schlecht weggekommen. Es würden für die Öffentlichkeit „Dinge kreiert“, so Jansen, der weiter ausführte: „Ich finde es unfassbar, wie man mit der HanseMerkur umgeht, die die ganzen Jahre schon mit uns mitgeht. Anstatt das Positive zu sehen, gibt es zahlreiche Märchenstunden. Da habe ich auch keinen Bock mehr drauf.“ Die allermeisten Mitglieder reagierten daraufhin mit Applaus. Und das zurecht, wie ich finde. Denn HanseMerkur ist seit mehr al seinem Jahrzehnt schon als Großsponsor an den Profis und war zuvor jahrelang treuer Hauptsponsor der Jugend- und teilweise auch Amateurteams des HSV. Immer wieder war der heutige Trikotsponsor in den letzten Jahrzehnten darauf angesprochen worden, beim HSV ein Amt zu übernehmen – so auch diesmal, nachdem HanseMerkur die Anteile des ausgeschiedenen Ex-Vorstandes Wüstenfeld übernommen hatte. Bislang hatte man immer abgelehnt – und trotzdem wurde zuletzt aus dem HSV heraus lanciert, HanseMerkur plane etwas Böses und wolle sich ein Amt erschleichen. Wohlgemerkt begünstigt von „Freund“ Marcell Jansen. Was für ein Schauspiel…

Glücklicherweise blieb das Ganze heute eine Randerscheinung. Denn die von Finanzvorstand Eric Huwer verkündete ein neues wirtschaftliches Top-Ergebnis. Huwer berichtete noch mal von den 7,8 Millionen Euro Gewinn, die die AG im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftet hatte. „Ein absolutes Rekordergebnis“, so Huwer, der auch für das laufende Geschäftsjahr eine positive Prognose aufstellte: „Wir werden aufgrund der Umstände nicht wieder acht Millionen Gewinn präsentieren können. Aber es werden auch nicht minus acht Millionen sein. Wir wollen Dinge erledigen, bevor sie dringend werden.“

Und Zukunft war auch heute Thema im sportlichen Bericht von Vorstand Jonas Boldt, der unter dem Applaus der Anwesenden einen neuen Fünfjahresvertrag für Bakery Jatta bis 2029 verkündet und der zudem parallel den Deal mit Augsburgs Offensivkraft Massaya Okugawa, der bis zum Saisonende ausgeliehen wird. Letzterer kennt Trainer Tim Walter noch aus seiner Zeit als Trainer bei Holstein Kiel. Der eher zentral als über die Außenbahn kommende Japaner wäre in meiner Prioritätenliste positionell hinter einem Außenstürmer und einem schnellen Defensivspieler angesiedelt. Aber er soll ja variabel einsetzbar sein und sowieso vor allem erst einmal: Herzlich Willkommen, Massaya Okugawa!

Sehr gut finde ich die Verlängerung von Bakery Jatta, der mit all seinen Defiziten in den letzten Jahren zum Stammspieler beim HSV wurde und neben seinen sportlichen Vorzügen vor allem auch menschlich und in Sachen Einstellung dem HSV weiterhilft. „Er hätte sich sicherlich wirtschaftlich eine goldene Nase verdienen können“, sagte Boldt und sprach damit auf das von „Sky“ kolportierte Angebot aus Saudi-Arabien an.  Und auch Jatta selbst machte noch mal deutlich, dass seine Entscheidung für den HSV eine sehr persönliche sei: „Der HSV ist mein Leben und Hamburg mittlerweile meine Heimat. Als ich hierherkam, haben mich die Menschen im Verein und drumherum aufgenommen, haben mir ein Zuhause gegeben und mich immer unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar und möchte ihnen in jedem Spiel etwas zurückgeben“, sagte Jatta, via HSV-Homepage. Und ich glaube, dass der HSV hier – vorausgesetzt natürlich, dass man wirtschaftlich im eigenen Rahmen geblieben ist – alles richtig macht!

Apropos: Die Mitgliederversammlung wurde letztlich nach acht Stunden vor nur noch knapp 300 Gästen (606 waren zu Beginn da) beendet. Alles in allem ohne große Aufreger wurde es am Ende doch wieder länger als erwartet. 

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!!

Scholle

P.S.: Auch alle für den Ehrenrat zur Wahl stehenden Mitglieder wurden mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Kai Esselsgroth (95,02 Prozent), Björn Frese (95,64), Dr. Andreas Peters (95,02), Anna Stöcken (96,57) und Engelbert Wichelhausen (92,52) bilden auch weiterhin das Gremium.

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