Die Transferphase beginnt langsam – auch für den HSV

by | 20.12.22 | 66 comments

Es passt. Denn ausgerechnet heute, wo wir den Beitrag von Robert (endlich) veröffentlichen, tauchen auch erste Namen auf dem Transfermarkt auf, die man ernster nehmen kann. Oder genauer gesagt: ein Name. Denn Hauke Wahl, der Innenverteidiger von Holstein Kiel, soll laut einem BILD-Bericht einer der Kandidaten für den durch Mario Vuskovics Dopingfall frei gewordenen Posten neben Kapitän Sebastian Schonlau in der Innenverteidigung werden. Beide kennen sich schon aus gemeinsamen Zeiten beim SC Paderborn. Und: Laut BILD sei es auch ein Vorteil, dass Trainer Tim Walter den Kieler, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, bereits bei Holstein Kiel trainiert hat.

Ich persönlich halte Wahl für einen hervorragenden Zweitliga-Innenverteidiger. Bei dem Ziel Wiederaufstieg könnte der 28-Jährige, der bei Holstein unangefochtener Leistungsträger ist, zweifellos eine große Hilfe sein. Allein inwieweit das auch für die Zeit nach einem möglichen Wiederaufstieg gilt – und diese Überlegung muss man bei der klaren Zielsetzung des HSV einfach als Kriterium mit in Verpflichtungen einbeziehen -, das erscheint mir nicht annähernd so zweifellos.

Was aber für Wahl spricht, ist seine Reputation, die er aus Kiel erfährt. Die ist sportlich und menschlich so wertschätzend, dass ich mir beim besten Willen gar nicht vorstellen kann, dass Holstein seinen Kapitän ziehen lässt. Aber: Versuch macht klug. Und hier könnte er sich lohnen. Vor allem könnte es spannender werden, als es scheint. Denn seinerzeit, als Walter Holstein Kiel 2018 übernahm, musste der heutige HSV-Coach, wie mir berichtet wurde, erst davon überzeugt werden, dass Wahl für ihn der richtige Mann in der Innenverteidigung ist. Ergebnis: Walter willigte ein, den Innenverteidiger aus Ingolstadt nach Leihende zurückzunehmen und bereute es nicht. Im Gegenteil: Er stellte ihn nach einer starken Vorbereitung Wahls in 33 von 34 Zweitligaspielen auf.

Aber bei aller gebotenen Vorsicht diesem ersten ernst zu nehmenden Gerücht gegenüber: Diese Geschichte könnte jetzt beim HSV seine Fortsetzung erfahren.

Und damit komme ich zum Gastbeitrag von Robert, der sich aus seiner Sicht einmal Gedanken gemacht hat, was der HSV aktuell am dringendsten braucht. Danke, Robert! Viel Spaß Euch allen beim Lesen und Diskutieren:

Brace yourself HSV: Transferpläne für den Winter

Gastbeitrag von Robert Hoyer

Auch wenn die Winterpause noch lang ist und das Transferfenster erst in einem Monat öffnet, so lässt sich auch jetzt zur Abwechslung mal über den Sport sprechen. Deswegen habe ich mir überlegt, ob und wie sich die Mannschaft im Winter aus meiner Sicht noch verbessern lässt. Grundsätzlich ist das Wintertransferfenster, wie Sportvorstand Jonas Boldt es einmal bezeichnete, immer „schwierig“, da kaum eine Mannschaft einen funktionierenden Spieler für kleines Geld mitten in der Saison abgibt. Und so muss man auch beim HSV konstatieren, dass die Wintertransfers unter der Ära Boldt nicht unbedingt von Erfolg gekrönt waren. Einzig Joel Pohjanpalo schlug mit 9 Toren in 14 Spielen voll ein. Louis Schaub, Jordan Beyer und Giorgi Chakvetadze konnten keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dennoch ist der HSV in der Pflicht, sich im Winter nach Verstärkungen umzuschauen, da die Kaderzusammenstellung noch Verbesserungspotenzial hat.

Als Priorität Nummer 1 sehe ich die Rechtsverteidigerposition. Der Ausfall von Moritz Heyer hat verdeutlicht, dass der Kader hier nicht genügend Qualität zu haben scheint. Mikelbrencis durfte sich zweimal beweisen. Schlecht machte er es dabei aus meiner Sicht nicht. Für Tim Walter war das anscheinend jedoch nicht gut genug und er probierte den nominellen Stürmer Königsdörffer als RV. Enttäuschend für den jungen Franzosen, der sicher noch viel zu lernen hat. Das Experiment mit RYK ging gegen schwache Regensburger noch gut, eine Dauerlösung ist es sicher nicht. Hinzu kommt, dass so Ludovit Reis immer wieder Löcher auf den Außenbahnen stopfen musste und somit seine Stärken als Balleroberer und Antreiber in der Zentrale verloren gingen. Nun kann man argumentieren, dass Heyer nach der langen Winterpause wieder gesund zurückkommt und die Position einnehmen kann. Dass Heyer so jedoch auf der RV-Position feststeckt, schwächt den gesamten Kader, da so die Vielseitigkeit von Heyer keinen Wert mehr hat. Gerade wenn ein Innenverteidiger (mit dem Wegfall Vuskovics umso mehr) oder ein zentraler Mittelfeldspieler ausfällt, ist Heyer der Spieler, der eine Vielzahl von Positionen ohne großen Qualitätsverlust ersetzen kann. Ist er jedoch als RV gefangen, gibt es diese Chance nicht. Deswegen plädiere ich dringend für die Verpflichtung eines weiteren RV mit Stammspielerpotenzial. Möglicher Kandidaten aus meiner Sicht: 

  • Alfons Sampsted (24, 1,2 Mio, Vertrag läuft zum Jahresende aus)
  • Felix Passlack (24, 1,5 Mio, Wechselwunsch hinterlegt)
  • Hugo Siquet (20, 3 Mio, wäre per Leihe verfügbar)

Sampsted wäre sicher am ehesten eine Sofortverstärkung und dazu noch ablösefrei. Er war im Sommer schon einmal im Gespräch. Fraglich jedoch, ob der HSV es schafft einen Euro-League-Spieler von sich zu überzeugen. Mit einer für den Spieler freundlichen Ausstiegsklausel bei Nichtaufstieg aber vielleicht schon. Passlack ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Er hat seit einem halben Jahr nicht regelmäßig gespielt und verdient in Dortmund wahrscheinlich nicht allzu schlecht. Dennoch kennt er den deutschen Fußball und ist vielseitig einsetzbar. Abschließend noch die Möglichkeit einer Leihe von Hugo Siquet vom SC Freiburg. Keine langfristige Lösung aber eventuell die Brücke, um Mikelbrencis noch Zeit zu geben. Das funktioniert natürlich nur, wenn der junge Belgier auch wirklich stärker als Mikelbrencis ist. 

Neben einem Rechtsverteidiger braucht der Kader eigentlich noch ein Back-Up für Robert Glatzel im Sturm. Der eigentlich dafür eingeplante Königsdörffer ist ein komplett anderer Spielertyp und nicht der Abnehmer, den die Flanken von Dompe und co brauchen. Schwierig wird es jedoch einen weiteren Knipser a la Pohjanpalo zu finden, da dieser sich in der Hierarchie klar hinter Glatzel anstellen müsste. Somit bleibt lediglich die Aussicht auf Jokereinsätze sofern Glatzel fit ist. Nicht sehr vielversprechend für hungrige Stürmer. Alternativ lässt sich die Lücke mit der eigenen Jugend füllen. Tom Sanne hat schon einmal kurz aufblitzen lassen, dass er Tore schießen kann. Einen längerfristigen Ausfall von Glatzel wird er aber noch nicht kompensieren können. Stellt sich die Frage, was die U21 noch anbieten kann. Der schon oft erwähnte Daouda Beleme hat bereits 12 Mal, Moses Otuali immerhin 8 Mal in der Regionalliga geknipst. Für ein Training bei den Profis hat diese Empfehlung jedoch bisher nicht gereicht. Damit stellt sich auch die Frage, inwieweit die U21 als Weg zu den Profis funktioniert. Aber das ist ein eigenes Thema für einen eigenen Blog. Zusammenfassen lässt sich die Stürmerthematik wie folgt. Eigentlich bräuchte der Kader noch einen zweiten Mittelstürmer auf gehobenen Zweitliganiveau. Aufgrund der klammen Kassen und der trüben Perspektive hinter Platzhirsch Glatzel wird die Realisierung jedoch schwierig. Bleibt die Chance für Sanne und co sich zu beweisen. Bei einem möglichen Aufstieg im Sommer gilt es dann unter neuen Voraussetzungen nachzulegen. 

Als letztes Handlungsfeld wäre noch die Innenverteidigerposition zu besprechen. Da Vuskovic wohl auf längere Zeit fehlen wird, bricht dem Kader ein Stamm-IV weg. Jonas David hat an der Seite von Schonlau gezeigt, dass er ein geeigneter Back-Up für Zweitligaverhältnisse ist. Was passiert jedoch, sollte einer von beiden verletzt oder gesperrt ausfallen? Damit wäre man dann wieder bei Mo Heyer, der dafür der passende Ersatz wäre. Auch könnte er bei einer Schwächephase von David dauerhaft den Platz neben Schonlau einnehmen. Das geht natürlich nur mit einem weiteren Rechtsverteidiger. Als Innenverteidiger Nummer 4 stünde zudem noch Valon Zumberi bereit, der jüngst sein Profidebüt feierte. Einen neuen IV würde ich deshalb nicht verpflichten. Zumal auch im Sommer Stephan Ambrosius von seiner Leihe zurückkehrt. 

Somit sind die Prioritäten klar gesetzt. Ein Rechtsverteidiger und mit etwas Glück ein zweiter Stürmer wäre der Wunschzettel zu Weihnachten. Durch den rapiden Wertverlust von Vuskovic sind große Sprünge dabei wohl nicht drin. Das Stadion will schließlich auch noch saniert werden. Auf der Abgangsseite würde ich übrigens Filip Bilbija eine Leihe empfehlen. Er wird hier wohl diese Saison nicht mehr zu Faktor. Gleiches gilt für Ogi Heil. Im Sommer wird es dann nochmal richtig interessant. Gerade bei einem Nichtaufstieg sind die Leistungsträger um Reis und Glatzel wohl nicht zu halten. Die Verträge von Leibold, Kittel und Amaechi laufen aus. Es gilt also mal wieder zweigleisig zu planen. Und die Planung beginnt hoffentlich schon jetzt.

In diesem Sinne: Brace yourself, winter is coming.

Euer Robert

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei wie zuletzt auch 24/7 auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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Jovanic Hugental
1 Monat zuvor

Perikles Wolfgang David Wilhelm Simon ist ein deutscher Sportmediziner und Arbeitsphysiologe. Simon promovierte im Jahr 2000 im Fach Humanmedizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen und 2004 an der University of Pennsylvania in Philadelphia und in Tübingen in Verhaltens- und Neurobiologie.

Ein Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten aus dem Jahr 2015:

„Epo spielt im Fußball eine große Rolle“

Jochen Klingovsky 04.03.2015 – 07:00 Uhr

Perikles Simon (Mainz) ist einer der renommiertesten Anti-Doping-Experten in Deutschland. Für ihn ist klar: Im Fußball ist nicht nur früher betrogen worden – Doping gibt es weiterhin. Über das Doping-Risiko in den Topligen, Missbrauch von Anabolika und den VfB Stuttgart.

Stuttgart – Herr Simon, dürfen wir Sie beglückwünschen oder müssen wir Sie bedauern, dass Sie seit kurzem Mitglied der Kommission sind, welche die Freiburger Doping-Vergangenheit aufarbeitet?

Das weiß ich selbst noch nicht. Gute Freunde haben mir klar abgeraten.

Sie haben trotzdem zugesagt.

Ja. weil es eine wichtige Erfahrung für mich persönlich bedeutet. Ich kann doch nur dann für die Zukunft im Anti-Doping-Kampf gerüstet sein, wenn ich mich mit der Vergangenheit auseinandersetze.

Wie überrascht waren Sie, als Ihr Kollege Andreas Singler die Doping-Vorwürfe gegen den VfB Stuttgart und den SC Freiburg veröffentlicht hat?

Dazu gebe ich keinen Kommentar ab.

Angeblich soll Professor Armin Klümper Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre VfB-Profis umfangreich mit Anabolika behandelt haben. Wozu dient diese Art des Dopings?

Aus heutiger Sicht sind Anabolika sicher nicht mehr das erste Mittel der Wahl. Wirkungsvoll sind sie vor allem in der Rekonvaleszenz nach Verletzungen. Sie führen zu einem schnelleren Muskelaufbau, verkürzen die Regenerationszeit, und sie können auch eine Wirkung auf die Ausdauerleistung entfalten.

Spielen Anabolika im heutigen Doping auch noch eine Rolle?

Durchaus, allerdings nicht als anaboles Steroid, sondern in Varianten, die schon nach 48 Stunden nicht mehr nachweisbar sind.

Steht der VfB Stuttgart zurecht alleine im Fokus? Oder ist er ein Verein unter vielen, in denen es ähnliche Vorgänge gab?

Das muss man zeitgeschichtlich einordnen. Wir wissen, was in der Phase, um die es nun geht, in der damaligen DDR abgelaufen ist. Im Westen sehe ich eine gewisse Analogie. Der Sport war ähnlich verseucht, auch wenn die Vorgehensweise eine etwas andere war. Was Anabolika-Missbrauch im Fußball angeht, würde ich sagen: Das lässt sich nicht generalisieren, aber es wäre sicher zu kurzsichtig zu behaupten, dass der VfB ein Einzelfall ist.

Nun geht es in diesem Fall um die Vergangenheit. Hat der Fußball auch aktuell ein Doping-Problem?

Doping ist ein Thema, das der Fußball sehr ernst nehmen müsste. Das tut er aber nicht – und das ist meiner Meinung nach ein ganz klares Versäumnis.

Fußball gilt, im Gegensatz zum Radsport, der Leichtathletik oder Schwimmen nicht als klassische Doping-Sportart.

Erstmal ist der Fußball ein Millionen-Euro-Spiel, in dem der finanzielle Druck auf Vereine, Trainer und Spieler enorm hoch ist. Das macht ihn automatisch schon zu einer gefährdeten Sportart. Und dann ist es im Fußball ganz entscheidend, in der 90. Minute noch genau so schnell sprinten zu können wie in der ersten Minute. Das erfordert eine spezielle Schnelligkeitsausdauer – und es gibt natürlich genügend Substanzen, die man missbrauchen kann, um sich in diesem Bereich signifikant zu verbessern. Und dazu kommt noch ein Punkt.

Welcher?

Die Kontrolldichte. Wenn ich nicht gerade ein Nationalspieler auf höchstem Niveau bin, muss ich die Dopingfahnder nicht fürchten, weil ich im Training ohnehin kaum getestet werde. Und dann organisiert die Liga die Wettkampfkontrollen auch noch selbst. Es ist absolut notwendig, dass dies geändert wird.

Haben Sie konkrete Anhaltspunkte dafür, dass im heutigen Fußball betrogen wird?

Das ergibt sich für mich aus den Skandalen der Geschichte. Diese reichen von den 54er-Weltmeistern über die Enthüllungen von Toni Schumacher bis zu Arsene Wenger, der sich darüber gewundert hat, dass einige seiner Neuzugänge beim FC Arsenal, die von anderen europäischen Topclubs kamen, erhöhte Blutwerte hatten. Dazu passt der Dopingskandal bei Juventus Turin, wo Epo sogar systematisch eingesetzt worden ist. Wäre Juve ein Radsport-Team gewesen, hätte das zu drakonischen Maßnahmen geführt. Weil sich der Fußball so gut wie gar nicht um die Doping-Problematik kümmert, bin ich überzeugt, dass Epo im Fußball auch heute noch eine große Rolle spielt.

Spielt der Fußball mit dem Feuer?

Die Geschichte des Dopings zeigt, dass es für Athleten oft erst dann eng wird, wenn Gerichts- oder andere Akten ins Spiel kommen. Der Fußball steht derart im Fokus, dass es logisch ist, wenn sich nun beim Thema Doping immer mehr Blicke von außen auf ihn richten. Bisher hat der Fußball es stets geschafft, wieder einigermaßen sauber herauszukommen. Aber es wird im heutigen Informationszeitalter immer schwieriger, Dinge zu vertuschen. Weitere Enthüllungen sind deshalb nur eine Frage der Zeit.

Was könnte der Fußball tun?

Sich an der Aufarbeitung seiner Doping-Geschichte beteiligen. Und nicht pokern und pokern und pokern. Denn dann ist das Risiko groß, dass die Stimmung irgendwann kippt. Auch in den Stadien.

Hätten Sie noch weitere Vorschläge?

Es ist teilweise erschreckend, wie die medizinische Versorgung bei Bundesligisten geregelt ist. Da ist alles vertreten – vom Allgemeinmediziner bis zum Uni-Professor, teilweise sind die Leute sogar ehrenamtlich tätig. Da kann eine Arbeit auf gleichbleibend hohem Niveau nicht gewährleistet werden. Es kann nicht sein, dass Vereine an dieser hochsensiblen Stelle sparen. Denn wenn im medizinischen Bereich irgendetwas schiefgeht, fliegt ihnen der ganze Laden um die Ohren. Und dann hätte ich noch einen Punkt.

Bitte.

Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl, wenn ich sehe, welchen Einfluss die persönlichen Berater auf die Spieler haben.

Warum?

Weil dies alles andere als professionell abläuft. Über die finanziellen Folgen für einzelne Spieler wird hin und wieder berichtet. Nicht aber darüber, dass alle Ärzte im Fußball Angst davor haben, dass ihre Profis von den Leuten, die direkt auf sie Einfluss nehmen, auch in medizinischen Dingen falsch beraten werden könnten.

Bramfelder
1 Monat zuvor

Moin zusammen,

zum Glück gibt es Youtube wo sich viele Menschen Gedanken machen, welche IVs der HSV kaufen könnte. So auch der YT-Kanal „Kick Off“.

An erster Stelle steht auch hier Hauke Wahl:
Hauke Wahl – Spielerprofil 22/23 | Transfermarkt

Als zweite Möglichkeit: Marton Dardai:
Márton Dárdai – Spielerprofil 22/23 | Transfermarkt
Aktuell spielt Dardai bei Hertha BSC; jedoch eher sporadisch. Er ist 20 Jahre alt.
Er wäre ein Leihspieler, da der Vertrag noch bei Hertha BSC läuft.
Dardai ist Linksfuß, zweikampfstark und schnell.

Der dritte Innenverteidiger könnte folgender Spieler sein:
Mathias Ross; Mathias Ross – Spielerprofil 22/23 | Transfermarkt
21 Jahre alt, aktuell bei Galatasaray Istanbul. Vertrag bis 2026 also ist auch hier nur eine Leihe möglich. Bisher kaum Einsätze, da dieser Spieler aus einer Verletzung kommt.
Der Spieler ist dänischer U21-Nationalspieler. Gutes Aufbauspiel und gutes Tempo. Dazu mit 1,90 Meter eine echte IV-Kante.

Die vierte Lösung ist:
Timothy Fosu-Mensah; Timothy Fosu-Mensah – Spielerprofil 22/23 | Transfermarkt
Spielt seit Januar 2021 bei Bayer Leverkusen. Ist eigentlich eher RV – kann aber auch IV spielen. So gesehen ein zweiter Moritz Heyer, der dann RV spielen könnte und Moritz Heyer zieht in die Innenverteidigung. Oder umgekehrt. Der Spieler ist 24 Jahre alt und war ehemaliger U21-Nationalspieler der Niederlande. Eine Leihe mit Kaufoption ist hier denkbar – vor allem bei einem Aufstieg ein Spieler mit viel Potential. Er ist deswegen auf dem Markt, weil er kaum Einsatzchancen hat bei Bayer Leverkusen.

Der fünfte Vorschlag lautet:
Sandro Lauper; Sandro Lauper – Spielerprofil 22/23 | Transfermarkt
26 Jahre alt und spielt seit Juli 2018 bei den Young Boys Bern. Der Vertrag läuft noch bis 2025 – bei einem Marktwert von 1,5 Mio. EUR ist der Spieler jedoch auch finanzierbar. Obwohl er Innenverteidiger ist, kann er auch auf verschiedenen Positionen spielen. Schnell, physisch stark und gutes Kopfballspiel und mit 1,85 Meter auch nicht gerade klein.

Bei Kick Off lautet die Reihenfolge der Empfehlungen:

Platz 1: Sandro Lauper
Platz 2: Hauke Wahl
Platz 3: Matthias Ross
Platz 4: Marton Dardai
Platz 5: Timothy Fosu-Mensah.

Das Ranking habe ich aus dem Gehörten gebildet – nagelt mich also nicht auf die Positionen fest. Der Link zu dem Video: (251) Hamburger SV: 5 Innenverteidiger als Vuskovic-Ersatz und für das Aufstiegsrennen! – YouTube

Mir persönlich gefällt die Idee mit Fosu-Mensah. Dazu kommt, dass Jonas Boldt gute Kontakte zu Bayer Leverkusen hat und diesen Spieler wohl auch selbst gut einschätzen kann. Auf jeden Fall ein paar Namen mehr als „nur“ Hauke Wahl. Obwohl dieser als Hamburger bestimmt nicht abgeneigt ist zu seinem „alten“ Trainer zurückzukehren.

Möglichkeiten gibt es genug. Was denkt Ihr?

Viele Grüße aus Bramfeld
Michael

Goldene Grätsche
1 Monat zuvor

PML10 als Backup für Glatzel! Er ist ein typischer Box-Spieler, der weiss wo die Hütte steht. Jetzt, wo Flanken kommen und er sich die Bälle nicht aus dem Mittelfeld selbst holen müsste, könnte er wirklich ein Ersatz sein.
Vorausgesetzt seine Mutti hat nicht noch Hausverbot….

Simple Man
1 Monat zuvor

Hauke Wahl also…ich bin nicht sicher, ob ich einen Innenverteidiger mit den Initialen HW verpflichten würde… 😂 😂

Schönen Abend zusammen!

Last edited 1 Monat zuvor by Simple Man
Kai Lorenzen
1 Monat zuvor

Sehr guter Gastbeitrag von Robert. Für mich sehr vernünftige Ansichten.

FRANZ HOELSCHER
1 Monat zuvor

…“erst davon überzeugt werden, dass Wahl für ihn der richtige Mann in der Innenverteidigung ist.“ woowww… wer hat das geschafft ??

Tatortreiniger
1 Monat zuvor

Matthias Sammer ist in ständigem Austausch mit Tim Walter und schätzt ihn sehr!

https://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article237200613/hsv-warum-matthias-sammer-von-trainer-tim-walter-schwaermt.html

Auch die BILD berichtet über die interessante Beziehung:

https://www.bild.de/bild-plus/sport/fussball/hsv/hsv-wie-matthias-sammer-dem-hsv-und-trainer-tim-walter-hilft-82316378.bild.html

Aber was weiß der Ossi schon von Fußball?! 🧐 Da höre ich doch lieber auf die User bei „Moin Volkspark“! 🙈

PS: Kriegt euch wieder ein! Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was Walter macht! Aber nicht immer die eigene Meinung als die einzig wahre betrachten!

Last edited 1 Monat zuvor by Tatortreiniger
IvanAusKass
1 Monat zuvor

Tja, wenn „unser“ Robert Hoyer hier im Blog mal mitreden würde, hätte man eventuell auch einen Bezug zu dieser Person.
So kann man von ausgehen, dass es sich um einen der Freunde des Bloggers handelt, nachdem lange lange gar nichts kommt, bevor der gemeine Pöbel, moin Rotkäppchen 👋🏼😉, hier seine Meinung kundtun tut.
Zum Thema: Auf einen Vuskovic Nachfolger zu verzichten wäre natürlich HSV-like und eine ausgezeichnete Ausrede zum erneut verpassten Aufstieg.

Kosinus
1 Monat zuvor

Hauke Wahl wäre genial.
Danke für die Infos

Kosinus
1 Monat zuvor

Natürlich ist es ganz große Sch****, die Sache mit Vuskovic. Finanziell und sportlich ist es brutal!

Aber wir haben als HSV-Fans schon so viel mitgemacht, von Geburt an hab ich keine Titel erleben dürfen.

Dennoch: Jeder neue Tiefschlag steigert meine Identifikation mit diesem Verein, weil ich weiß, dass wieder Höhen kommen werden. Und dann kann ich sagen: Ich war auch in den schwersten Stunden an Bord und hab das Schiff nicht feige verlassen.

Durch Dick und Dünn. Ich bin dankbar kein langweiliger Bayernfan zu sein.

https://m.youtube.com/watch?v=odoUFrx78bA

Last edited 1 Monat zuvor by Kosinus
Micky
1 Monat zuvor

Erstmal aufsteigen mit derzeit zwangsläufig kleinen Investitionen.

Dann kann man immer noch sehen, wenn fette Fernsehgelder unterstützen und Herr Kühne mehr Interesse anmeldet.

Wenn nicht, hat sich sowieso alles erledigt. Dann auf ewig zweitklassig.

Calimero
1 Monat zuvor

Bevor ich über den behäbigen Hauke Wahl nachdenken würde, hätte ich eher versucht Patric Pfeiffer von einer Rückkehr zu begeistern. Sein Vertrag läuft ebenfalls aus und fragen kostet ja nichts. Allerdings werden einige Bundesligisten, sicherlich bereits ihre Hausaufgaben gemacht haben. 😉