Moin zusammen, heute wurde bekannt, dass der HSV ohne Robert Glatzel nach Dortmund fliegen wird. Aus disziplinarischen Gründen wurde der 32-Jährige aus dem Kader gestrichen. Eine disziplinarische Maßnahme, nachdem der Angreifer seinen Unmut über seine Situation in einem nicht autorisierten Interview kundtat. Die Frage dahinter: Kann sich der HSV das so erlauben? Scholle iund ich sind da durchaus unterschiedlicher Meinungen. Aber leset selbst:
Grundsätzlich kann ich die Konsequenzen nachvollziehen, immerhin hat Glatzel gegen die internen Leitlinien verstoßen. Dass das ganze mindestens eine Geldstrafe mit sich ziehen würde, war sicherlich auch Robert Glatzel klar, das genau ausmaß liegt am Ende in der Hand der Entscheider. Dennoch ist eine Suspendierung in dieser Phase für mich aus 2 Gründen die falsche Entscheidung.
Die Thematik um den Sturm herum ist in letzter Zeit immer höher gekocht, die Kritik wird lauter, der Druck von außen wächst. Nicht nur auf Trainer Polzin, sondern auf das gesamte offensive Konstrukt. Jedes Spiel, in dem offensiv wenig passiert, ist ein weiterer Tropfen in einem Fass, das bald zum Überlaufen droht. Nun steht man vor einem Spiel, in dem man so oder so zu wenig Chancen kommt, viele Tore wird der HSV morgen in Dortmund wahrscheinlich nicht erzielen. Eine Niederlage ist nicht ganz unwahrscheinlich. Und genau vor diesem Spiel verursacht man durch so eine Schlagzeile noch mehr Unruhe, als das Interview selbst schon reingebracht hat. Der Druck auf den Stürmern ist so oder so hoch, nach dieser Aktion, ist der HSV morgen fast gezwungen 2 oder 3 Tore zu machen, damit am Ende die Diskussion nicht noch mehr ausartet. Denn mal ganz unabhängig davon, ob Robert Glatzel morgen mehr Einfluss auf das Spiel gehabt hätte, als die Offensivkräfte, die morgen auflaufen, am Ende werden die Stimmen laut, dass es eben genau an diesen Stürmern gelegen hätte. Man baut sich mit dieser Aktion mMn einen neuen unnötigen Druck auf.
Der zweite Punkt, der für mich gegen dieses Verhalten spricht, ist der Fakt, dass man mit Robert Glatzel eine offensive Systematik schon vor Beginn des Spiels streicht. Wäre Poulsen fit, würde das ganze hier wahrscheinlich etwas anders aussehen aber jeder in Dortmund kann sich darauf einstellen, dass der HSV morgen rein die Tiefe sucht und das über 90. Minuten. Sollte der BVB früh in Führung gehen und sich dann, ähnlich wie in einigen anderen Spielen in diesem Jahr hintern reinstellen, hast du in diesem Falle eigentlich schon jegliche Offensiv Strategien des HSV verteidigt. Ich lasse mich gerne positiv überraschen, aber sollte der BVB morgen früh in Führung gehen, wird es für den HSV mMn noch schwerer als ohnehin schon. Vor allem weil die 5er-Kette des BVB in dieser Saison wirklich stabil steht.
Gesamtbetrachtet kann ich eine Strafe des HSV diesbezüglich nachvollziehen. Man hat bestimmte Prinzipien, nach denen die Kultur im Verein gelebt wird und wer sich dagegen stellt erhält Konsequenzen. Vielleicht ist das auch einfach ein ungünstiger Zeitpunkt, aber bei der aktuellen Lage, wo es offensiv sowieso schon nicht läuft, und man nun auf einen Gegner trifft, der sich im gegnerischen Ballbesitz auch gerne mal sehr tief fallen lässt, hätte ich eine Geldstrafe, gerne auch im höheren Bereich bevorzugt. Wie gesagt, eine Strafe ist mMn richtig, das Ausmaß zu diesem Zeitpunkt aber eher nicht gelungen. Sofern das ganze intern keine Unruhe reinbringt, ist das eventuell sogar die richtige Entscheidung. Denn was wäre passiert, wenn Glatzel nach dem Interview morgen doch gespielt hätte? Würden andere Reservisten dann genauso vorgehen? Wir können das ganze natürlich nur von außen betrachten und da bringt das für mich Unruhe in den Verein. Nichtsdestotrotz werden wir schauen was morgen und in den nächsten Wochen passieren wird, wie das Thema intern behandelt wird, wissen wir nicht.
Tom
Glatzel sorgt für Unruhe – und trifft den falschen Zeitpunkt
Die Ausgangslage ist schnell erzählt: Beim 1:1 des HSV gegen Köln kam Robert Glatzel erneut nicht zum Einsatz. Während Poulsen verletzt fehlte, setzten die Verantwortlichen auf andere Optionen, Glatzel saß 90 Minuten auf der Bank. Inzwischen ist der langjährige Torjäger im internen Sturm-Ranking offenbar nur noch die Nummer fünf – eine Entwicklung, die für einen Spieler mit seiner Vergangenheit beim HSV alles andere als leicht zu akzeptieren ist.
Kurz darauf meldete sich der 32-Jährige in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost zu Wort. Ein Interview, das nicht über den Verein lief und damit nicht den üblichen Abläufen entsprach. Beim HSV – wie im Profifußball generell – werden Gespräche mit Medien in der Regel abgestimmt und vor Veröffentlichung gegengelesen. Glatzel hat sich bewusst darüber hinweggesetzt und seinen Frust öffentlich gemacht. Inhaltlich ging es um seine geringe Einsatzzeit, um Gespräche mit Trainer Merlin Polzin und um sein fehlendes Verständnis für die aktuelle sportliche Situation.
Dass ein Spieler in so einer Lage unzufrieden ist, überrascht nicht. Im Gegenteil: Es wäre eher ungewöhnlich, wenn ein Stürmer mit dieser Vita und diesem Selbstverständnis die Situation einfach kommentarlos hinnimmt. 73 Tore in 115 Spielen sprechen für sich. Glatzel hat über Jahre geliefert, hat den HSV mitgetragen und geprägt. Dass er sich nun außen vor fühlt, ist menschlich absolut nachvollziehbar. Und vielleicht hätte eine klarere, frühere Kommunikation intern an der einen oder anderen Stelle sogar geholfen, die Situation zu entschärfen.
Und trotzdem bleibt ein entscheidender Punkt: der Zeitpunkt.
Der HSV befindet sich in der entscheidenden Phase der Saison. Zwei Monate vor Schluss geht es nicht mehr um langfristige Perspektiven oder persönliche Rollen, sondern ausschließlich um Punkte. Der Klassenerhalt ist greifbar, aber noch nicht gesichert. In genau dieser Phase muss sich alles dem einen Ziel unterordnen: die nötigen Punkte holen und die Liga halten. Jede Diskussion, jede Schlagzeile, jede Unruhe von außen lenkt im Zweifel genau davon ab.
Vor diesem Hintergrund wirkt das Interview wie ein unnötiger Störfaktor. Denn Glatzel ist kein junger Spieler, der aus der Emotion heraus handelt. Er kennt das Geschäft, er kennt die Dynamiken, er weiß, welche Wirkung öffentliche Aussagen in einer solchen Phase haben können. Deshalb darf man zumindest die Frage stellen, warum er diesen Weg genau jetzt gewählt hat. Warum nicht in ein paar Wochen? Warum nicht nach gesichertem Klassenerhalt? Warum nicht ausschließlich intern?
Glatzel selbst betont, er wolle kein Feuer legen oder sich über die Mannschaft stellen. Faktisch ist aber genau das passiert. Die Diskussion hat sich verschoben – weg von der sportlichen Situation, hin zu Personalfragen und Rollenverteilungen. Fans diskutieren nicht mehr nur über Punkte und Gegner, sondern über Glatzel, Downs und die Stürmerhierarchie. Das mag menschlich verständlich sein, hilft der Mannschaft in dieser Phase aber nicht.
Und genau hier liegt das Problem. Bei aller Sympathie für Glatzel und bei allem Verständnis für seine Lage: In dem Moment, in dem ein Spieler seine persönliche Situation öffentlich über das große Ganze stellt, wird es schwierig. Der Eindruck entsteht, dass individuelle Interessen über die mannschaftliche Aufgabe gestellt werden – und genau das kann sich ein Team im Abstiegskampf nicht leisten.
Dass das Trainerteam darauf reagiert hat, überrascht daher nicht. Für die Partie bei Borussia Dortmund am Sonnabendabend wurde Glatzel nicht nominiert – eine Entscheidung, die man als klares Signal und zugleich als gerechte Konsequenz werten kann. Nicht als Strafaktion im klassischen Sinne, sondern als Hinweis darauf, dass es in dieser Phase um Disziplin, Geschlossenheit und das Einhalten gemeinsamer Regeln geht.
Die Reaktion von Trainer Merlin Polzin insgesamt fällt entsprechend aus: Verständnis für die Emotion, aber klare Kritik am Vorgehen. Intern wurde das Thema angesprochen und aufgearbeitet. Sportlich wird sich dadurch zunächst wenig ändern – entscheidend bleibt weiterhin, was der Mannschaft insgesamt am meisten hilft.
Und genau darum muss es jetzt gehen. Der HSV hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass er konkurrenzfähig ist. Die Defensive steht, die Punkteausbeute ist ordentlich, die Ausgangslage ist stabil. Es wäre fahrlässig, diesen Weg jetzt durch Nebengeräusche zu gefährden.
Deshalb kann es nur eine klare Haltung geben: Dieses Thema intern klären, sauber aufarbeiten – aber die volle Konzentration auf die letzten Spiele richten. Alles andere kann und sollte warten.
Am Ende wird niemand mehr darüber sprechen, wer wann welches Interview gegeben hat. Entscheidend ist allein, ob der HSV die Klasse hält.
Und genau darauf muss jetzt der gesamte Fokus liegen.
Scholle


Klar war das Interview ohne vorherige Genehmigung ein Regelverstoß, der geahndet werden muss.
Hier fehlt es allerdings an der Verhältnismäßigkeit.
die Geldstrafe hätte vollkommen ausgereicht. So wie ich es vernommen habe, hat Glatzel lediglich sein Unverständnis zu seinen Nicht-Nominierungen ausgedrückt. Sollte er zwar nicht öffentlich tun, aber soooo schlimm finde ich es auch nicht. Er hat bisher immer den Mund gehalten und nicht genörgelt.
Im Endeffekt hat Polzin mit der jetzigen Strafe das Fass erst richtig aufgemacht und sorgt damit für viel mehr Unruhe, als es das Interview alleine hervorgebracht hätte. Darüber hätte man in ein paar Tagen kaum noch gesprochen.
Ganz, ganz schwach, Herr Polzin!
Es kann ja nur falsch sein, wenn wir uns 19 Stunden vor dem Anpfiff über so eine Nichtigkeit unterhalten müssen. Und Robert Glatzel ist noch ein vergleichsweise ruhiger Vertreter seiner Zunft.. Wenn der Verein sich entwickeln will, dann werden erfahrungsgemäß auch andere Kaliber aufschlagen. Dann würde ich mir eine geschicktere Moderation wünschen, wenn mal einer unzufrieden ist.
Glatzel aus dem Kader zu streichen, ist FALSCH! Weil er Recht hat, mit seinen Aussagen!
Find ich ärgerlich. Einen Glatzel brauchen wir aktuell und sowas ist einfach nur ärgerlich und unnötig Merlin !
Ich bin ganz bei Scholle: Glatzel hat vor dem heissen Saisonfinale seine Problematik über die Ziele der Mannschaft gestellt. Damit hat er für Unruhe gesorgt und dem Projekt Klassenerhalt geschadet. Die Verantwortlichen haben immer wieder betont, dass genau das in keinster Weise geduldet wird.
Muheim wurde vor dem Nordderby aus der Startelf gestrichen, weil er im Training einen Mitspieler beleidigt hatte. Dompé saß letzte Saison einmal auf der Bank, weil er zu spät zum Treffpunkt kam. Und bei Bobby sollen alle Augen zugedrückt werden? Das kannst du in keiner professionellen Gemeinschaft mit klaren Regeln machen. Polzin hatte absolut keine andere Wahl, als Glatzel mit der Mindestsperre von einem Spiel zu belegen. Anderenfalls hätte sich das Trainerteam unglaubwürdig gemacht.
Vielleicht hat Glatzel den Zeitpunkt auch bewusst gewählt, um einer weiteren Schmach zu entgehen. Denn für das schwere Auswärtsspiel in Dortmund war seine Kadernominierung keinesfalls sicher, weil seine Qualitäten im Hochtempo-Spiel im Westfalenstadion kaum gebraucht werden. Und gestrichen zu werden, während Youngster Otto Stange (zu Recht!) mitfährt, das musste er sicher nicht haben.
Immer wieder war in letzter Zeit zu lesen, dass Glatzel einfach keine Chance bekommen hätte, sich einmal zu beweisen. Das stimmt aber gar nicht: Bobby stand vor der englischen Woche gegen Berlin und Mainz zweimal in der Startelf. Gegen Berlin gelang ihm ein Assist (Kicker-Note 4), gegen Mainz lief nicht viel (Kicker-Note 5).
Und noch eine Anmerkung: der Vorwurf „Downs spielt so schlecht und Bobby sitzt auf der Bank“ ist unsinnig. Die beiden sind völlig unterschiedliche Spielertypen, keine Konkurrenten. Eher müssten sich Philippe, Otele oder Stange fragen, warum sie nicht statt Downs spielen.
Ich mag Glatzel als Menschen wirklich sehr, hätte auch nicht gedacht, dass er sich zu so einer Dummheit hinreißen lässt. Es ändert ganz sicher nicht meine hohe Meinung von ihm, aber das war Mist, Bobby!
Ganz genau – der Verein steht immer über allem. Spieler kommen und gehen, aber das, was unserem HSV ausmacht, bleibt bestehen: die Fans, die Geschichte und die Werte. 💪⚽
Wo kämen wir denn da hin wenn jeder Spieler der länger nicht aufgestellt wird in der Boulevardpresse rumheulen würde.
Was soll Katterbach denn sagen denn Muheim macht ganz sicher mehr schlechte als gute Spiele, zu sehen heute Abend.
Jetzt Polzin den schwarzen Peter zuzuschieben ist ganz schwach denn er muss grade in dieser Zeit seine Linie beibehalten.
Laut Mats Beckmann hat Damion Downs mit 6 % die drittschlechteste effektive Pressingquote der Liga.
Für den Trainer ist das aber das Totschlagargument. Nach meinem Verständnis haben wir ein klassisches Problem!
Falsch!
Ich halte von dieser Entscheidung überhaupt nichts, nicht weil ich an die offensiven Fähigkeiten von Robert Glatzel in der Bundesliga glaube, sondern eher, weil ich die Suspendierung für eine überzogene Reaktion des Trainers halte – allerdings beruhen meine Informationen dazu leider nur auf Berichten aus der Presse.
Dass der Trainer eine klare Linie verfolgen muss, ist verständlich. Doch dass Glatzel aufgrund seines Interviews auf dieselbe Stufe gestellt wird wie Katterbach oder den alkoholbedingten Vorfall von Dompe, kann ich mir nicht vorstellen.
Wie gesagt, ich glaube nicht an die offensiven Qualitäten von Robert Glatzel. Er ist zu langsam, und seine technischen Fähigkeiten sind eher begrenzt. Trotzdem hätte ich mir vom Trainer Polzin gewünscht, dass er dieses Feuer für die Bank bewahrt und Glatzel bei Bedarf rechtzeitig einwechselt – mit den Worten: „Robert, nun kannst du zeigen, was in dir steckt. Beweise es dir und uns allen.“ Vielleicht wäre das eine Waffe gewesen.
Ein offensives Konzept wie das von Polzin, bei dem er Stürmer vor allem nach ihrem Anlaufen, Nachlaufen und Raumzulaufen beurteilt und nicht nach herausgespielten Großchancen oder Toren, ist aus meiner Sicht kein wirkliches offensives Konzept. Genau das denke ich Woche für Woche, wenn ich die Spielweise der Mannschaft sehe, bei der Tore überwiegend durch großartige Einzelaktionen entstehen, meist nicht durch die Stürmer.
Ich wünsche mir für Polzin einen führungserfahrenen Vorgesetzten, der ihm in solchen Situationen einen Ausweg aus dem Laptop und seiner zweifellos hochentwickelten rhetorischen Kunst zeigt und ihm mit seiner Erfahrung verdeutlicht, dass Fußball eigentlich sehr einfach ist: Stürmer müssen Tore schießen, sonst sind es eben keine Stürmer.
Dem Verein HSV, dem Trainer und der Mannschaft fehlen eindeutig die Erfahrung sowie die professionelle und besonnene Stärke, die ein Mann wie Stefan Kuntz in der entscheidenden Phase des Aufstiegs eingebracht hat. Polzin steht derzeit sehr allein da und macht meiner Ansicht nach mehr Fehler als richtige Entscheidungen.
Niemand ist größer als der Verein – auch Polzin nicht.
Die Mittelstürmer des HSV stehen in der Kritik. Für mich stellt sich die Frage, wieviele Tore Kane bei der Mauertaktik von Polzin bisher erzielt hätte.
Das Abendblatt rechnet morgen mit folgender Aufstellung:
So würde ich auch aufstellen. Es ist aktuell das Beste, was wir ins Rennen schicken können.
Wie Scholle im vorletzten Blog schrieb: im Angriff ist es „Mängelverwaltung, die Polzin betreiben muss“. So ist es leider: wir haben letztlich keinen einzigen wirklich bundesligareifen Stürmer im Kader.
Ich hoffe trotz der klaren Favoritenrolle für die Borussia auf einen überraschenden Punkt.
Muss man dieses Thema eigentlich so aufpumpen? 🤔
Polzin ist ein armes Würstchen das unbedingt Hilfe von oben braucht, hat er aber nicht, das ist nicht seine Schuld!