Moin zusammen,
beginnen tun wir den heutigen Blog mit der traurigen Nachricht, dass die HSV-Legende Horst Schnoor von uns gegangen ist. Schnoor wurde 91 Jahre alt und stand zwischen 1952 und 1967 über 500-mal im Tor des HSV. Er ist also zweifellos eine HSV-Legende und eine Persönlichkeit, die sich durchweg mit dem HSV identifizierte. Horst Schnoor wurde 10-mal Oberligameister, einmal deutscher Meister und einmal DFB-Pokal-Sieger. Satte 139-mal spielte Horst Schnoor dabei zu null und musste nicht hinter sich greifen. Zudem war er der erste HSV-Torwart, der in der 1963 gegründeten Bundesliga auflief. Schnoors Hand ist rund um den Uwe-Seeler-Fuß im Volksparkstadion verewigt. Horst Schnoor war wahrlich eine Identifikationsfigur, vor allem für viele Menschen, die schon in den 60ern und 70ern zum HSV kamen. In schöner Erinnerung verabschieden wir eine HSV-Legende und wünschen der Familie alles Gute.
„RB“ Leipzig
Am Wochenende trifft der HSV nun auf Rasenballsport Leipzig. Der Verein kürzt sich selbst gerne mit „RB“ ab, da man mit diesen zwei Buchstaben sowohl den Schwesterclub aus Österreich als auch den Hauptsponsor, und zwar Red Bull, assoziiert. RB Leipzig wurde 2009 gegründet, um die Marke Red Bull weiter zu vermarkten. RB Leipzig ist kein eigens gegründeter Verein, da man das Startrecht des SSV Markranstädt übernahm, um direkt in der Oberliga anzufangen. Man versuchte es vorher bereits bei Fortuna Düsseldorf, dem FC ST. Pauli und 1860 München, doch diese widersprachen den Vorgaben der Investition. Rein rechtlich entspricht RB Leipzig den Statuten des DFB, man ist ein von Mitgliedern geführter Verein. Allerdings hat man in Leipzig um und bei 23 stimmenberechtigte Mitglieder, welche alle dem Red-Bull-Konzern sehr nahestehen. Somit ist der Verein rechtlich geführt wie alle anderen. Wie genau die Entscheidungen bei 23 stimmberechtigten Mitgliedern getroffen werden, kann jeder selber interpretieren.
Geld ist im Fußball immer präsenter geworden und es gibt vor allem in der Premier League viele Investoren. Der Unterschied ist allerdings, dass bei den Investoren immer noch der Erfolg des Vereines hinsichtlich des wirtschaftlichen Outputs der Vereinsmarke im Vordergrund steht. Bei RB Leipzig steht mMn rein die Vermarktung des Produkts Red Bull im Vordergrund und auf dieser Basis wurde der Verein gegründet. Jeder kann das für sich selber interpretieren und seine eigene Meinung haben.
Ich sehe das so: Fußballvereine wurden ursprünglich gegründet, um die Gesellschaft zum gemeinschaftlichen Sport zu motivieren. Aus diesem Grund ist auch der Hamburger Sportverein entstanden. Auch hier hat sich durch die Ausgliederung der Profifußballabteilung einiges geändert, doch der Grundgedanke bei der Gründung des Hamburger Sportvereins und dessen Ursprungsvereinen war der gesellschaftliche Sport. Das ist bei RB Leipzig anders. RB Leipzig wurde gegründet, um den Fußball und dessen Popularität auszunutzen, um ein Energy Drink wirtschaftlich zu vermarkten. Das widerspricht meinen Werten des Sports. Ich akzeptiere, dass der Verein in der Bundesliga spielt, aber ich unterstütze nicht die Art, wie dort der Fußball ausgenutzt wird. Und übrigens: Ich finde, die Red-Bull-Cola im Stadion schmeckt scheiße. Die habe ich zum Glück nur probiert und nicht selber gekauft.
Tom


„RB Leipzig wurde gegründet, um den Fußball und dessen Popularität auszunutzen, um ein Energy Drink wirtschaftlich zu vermarkten. Das widerspricht meinen Werten des Sports. Ich akzeptiere, dass der Verein in der Bundesliga spielt, aber ich unterstütze nicht die Art, wie dort der Fußball ausgenutzt wird.“
Hierzu zwei Kommentare:
1. RB Leipzig spielt unter Beachtung der 50+1 Regel. Vielfach wird RB in einen Topf geworfen mit den Werksclubs. Dies wird hier differenziert erläutert, dafür besten Dank.
2. Dein moralisches Werte-Argument zieht nicht, insbesondere im Kontext des HSV wird die Moral sofort zur Doppelmoral. Der HSV war und ist abhängig von der Gunst eines Logistikunternehmers, der in der Vergangenheit unverholen Einfluss auf sportliche Entscheidungen genommen hat. Der HSV war angewiesen auf Gelder des Steuerzahlers in nicht unerheblicher zweistelliger Millionenhöhe.
Der HSV nimmt seine Mitglieder und Fans systematisch aus wie eine Weihnachtsgans. Ticketpreise wie bei Barca, Vermarktung bis zum Abwinken.
Es ist für mich nicht zu erkennen, wie sich dies moralisch positiv von RB Leipzig abgrenzt.
Wenn man Hyperkommerz ablehnt, was ich verstehe, dann bitte immer und nicht selektiv:
Hyperkommerz im HSV-Kontext in moralisch wertevoll und moralisch verkommen aufzuteilen ist nicht stichhaltig. Eigentlich müsstest du dann auch konsequent deine Liebe zum HSV vor den Bus werfen.
Ich bezweifle, dass es den Investoren von Newcastle um „wirtschaftlichen Output“ geht. So einfach ist es dann doch nicht.
Als HSV-Fan sollte man nicht vergessen, dass ein gewisser Gurken-Kühne den Verein mehr als am Leben gehalten hat.
Hallo Tom, du kannst natürlich deine Meinung zu RB Leipzig haben, aber glaubst du das ohne Sponsoren überhaupt noch erfolgreicher Fu8ball möglich ist ?. Es ist doch vollkommen egal ob sie Red Bull, Volkswagen, Telekom, Adidas, Barmenia, HanseMerkur,
Vodafone, SAP etc. heissen. Diese Firmen machen es doch aus dem gleichen Grund, dem du RedBull unterstellst. Sie benutzen den Sport um Ihre Bekanntheit und Akzeptanz zu erhöhen, nicht weil sie die Vereine und den Fussball so toll finden.
Im erfolgreichen Fussball heisst eben das Motto „Ohne Moos nichts los“
Alle regen sich über RB Leipzig auf, trinken aber die Blörre.
Ich trinke die Blörre nicht und bin froh, dass auch im Osten ein Verein in der Bundesliga gibt, der die Bürger im Osten mitnimmt
Wirklich traurig, wie die alten Recken sich nach und nach verabschieden und es macht einem immer wieder bewusst, wie alt man selbst schon geworden ist.
Was Leipzig angeht, sollte man es akzeptieren, dass sie ihren Platz in der Bunfesliga haben. Mir gefällt das Modell RB auch nicht, aber es hat sich im Fußball mittlerweile so viel zum Negativen verändert.
Entweder, man wendet sich vom Profisport ab oder man akzeptiert es so, wie es ist.
Mir gefällt deine Meinung zu diesem PR-Dosen-Projekt, Tom.
Und wer jetzt wieder mit Kühne kommt, hat das Konstrukt RasenBall Leipzig nicht verstanden.
Das mit den 23 Mietgliedern ist ja echt niedlich. Man kann dann sicher auch nicht einfach Vereinsmitglied werden, zumindest kein stimmberechtigtes Mitglied.
Scheint die Leipziger Bürger aber nicht weiter zu stören denn auch Leipzig hat ja einen festen Kreis an Zuschauern wenn auch nicht vergleichbar mit der Menge an Fans anderer
Vereine in Großstädten.
Erfolg hilft natürlich oft über viele Vorbehalte hinweg.
Vor ungefähr 10 Jahren stand Jürgen Klopp vor einem Fernseher im Westfalenstadion und hat hörbar geflucht, weil Hoffenheim nicht abgestiegen ist. Heute ist er selbst ein Teil dessen, was er früher so verachtet hat. Und wenn dann noch nicht einmal etwas dabei herauskommt, stellt sich mir die Frage: War es das wert, Kloppo(a.D.)?