HSV am Limit: Warum dem jungen Trainerteam jetzt der erfahrene Gegenpol fehlt

by | 27.04.26 | 103 comments

Der HSV schleppt sich dem Saisonende entgegen. Anders lässt sich das, was die Mannschaft seit Wochen auf dem Platz zeigt, kaum noch beschreiben. Drei Niederlagen in Folge, nur ein Sieg aus den vergangenen zehn Spielen, Tabellenletzter der Formtabelle – und dazu läuferische Werte, die mittlerweile zu den schwächsten der gesamten Bundesliga gehören. Der HSV wirkt nicht wie ein Team, das im Endspurt einer Saison noch einmal alle Reserven mobilisiert. Er wirkt wie eine Mannschaft, die auf dem Zahnfleisch kriecht.

Und trotzdem steht der Verein noch immer über dem Strich. Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, sechs auf einen direkten Abstiegsrang. Das Problem dabei: Diese komfortable Situation hat sich der HSV zuletzt kaum noch selbst erarbeitet. Es ist vor allem die ebenfalls erschreckend schwache Konkurrenz aus Wolfsburg und St. Pauli, die Hamburg aktuell über Wasser hält. Wäre nur einer dieser Klubs konstant unterwegs, würde im Volkspark längst Alarmstufe Rot herrschen. Denn die Realität ist eindeutig:

Der HSV verliert die Kontrolle über eine bis vor kurzem stabile Saison

Besonders bedenklich ist dabei nicht einmal ausschließlich die Ergebniskrise. Es ist vielmehr der Eindruck, den die Mannschaft hinterlässt. Gegen Stuttgart überfordert, in Bremen phasenweise auseinandergebrochen und selbst beim 1:2 gegen Hoffenheim trotz ordentlicher Ansätze wieder mit denselben Fehlern. Zwei Flanken, zwei Gegentore. Wieder Zuordnungsprobleme. Wieder fehlende Konsequenz in den Strafräumen. Wieder mangelnde Energie in den entscheidenden Momenten.

Remberg sprach nach der Hoffenheim-Niederlage ungewohnt offen von „verpennt“. Und genau das beschreibt die Situation ziemlich treffend. Der HSV reagiert momentan oft nur noch, statt Spiele aktiv zu kontrollieren. Gerade in der Rückwärtsbewegung fehlt die Frische. Die Mannschaft kommt zu spät in die Zweikämpfe, Laufwege stimmen nicht mehr sauber, Abstände werden größer. Die hohe Intensität aus der starken Hinrunde ist nahezu verschwunden.

Das wäre schon gegen normale Gegner gefährlich genug. Nun aber warten mit Frankfurt, Freiburg und Leverkusen ausgerechnet drei Mannschaften, die körperlich, taktisch und mental zu den stabilsten Teams der Liga gehören. Frankfurt spielt um Europa, Freiburg sowieso – und Leverkusen besitzt unabhängig von der Tabellenlage enorme Qualität. Wenn der HSV dort bestehen will, reicht ein „gutes Gefühl zwischen den Strafräumen“, wie Merlin Polzin es formulierte, definitiv nicht aus.

Und genau an diesem Punkt stellt sich die entscheidende Frage: Hat dieses Trainerteam aktuell die richtigen Mittel?

Merlin Polzin und sein Staff haben dem HSV ohne Zweifel wichtige Impulse gegeben. Sie haben den Verein nach dem Aufstieg emotional stabilisiert, eine klare Ansprache etabliert und in der Hinrunde mutigen Fußball spielen lassen. Aber man darf bei aller Begeisterung über junge Trainer nicht vergessen: Dieses Trainerteam erlebt gerade seine erste Bundesliga-Saison in verantwortlicher Rolle. Und irgendwann kommt im Profifußball fast immer der Moment, in dem Euphorie allein nicht mehr trägt.

Das junge Trainerteam hat beim HSV keinen erfahrenen Ansprechpartner

Dann braucht es Erfahrung. Dann braucht es Menschen, die solche Krisenphasen schon mehrfach erlebt haben. Menschen, die Ruhe ausstrahlen, Entwicklungen früh erkennen und intern gegensteuern können. Genau dieser Faktor fehlt dem HSV seit der Trennung von Stefan Kuntz.

Man kann über Kuntz sportlich diskutieren, über Transfers oder strategische Entscheidungen. Aber was er dem jungen Trainerteam gegeben hat, war vor allem eines: Erfahrung als Sparringspartner. Einer, der Drucksituationen kennt. Einer, der Entwicklungen einordnen kann. Einer, der notfalls auch mal unbequem wird und Dinge klar anspricht. Dieser Gegenpol fehlt heute komplett. Und genau hier muss sich der Aufsichtsrat kritische Fragen gefallen lassen.

Dass ein extrem junges Trainerteam in seiner ersten Bundesliga-Saison irgendwann an eigene Grenzen stoßen könnte, war absolut vorhersehbar. Wer das im Profifußball nicht einkalkuliert, hat auf Führungsebene eigentlich nichts verloren. Umso erstaunlicher ist es, dass der HSV seit mittlerweile vier Monaten nach einem neuen Sportvorstand sucht und diese Vakanz bis heute nicht geschlossen hat. Natürlich muss eine wichtige Personalentscheidung gut vorbereitet werden. Aber der Zeitpunkt ist fatal. Gerade jetzt, in der schwierigsten Phase der Saison, fehlt dem Trainerteam der erfahrene Partner an der Spitze.

Dass in diesem Zusammenhang nun Namen wie Dietmar Beiersdorfer diskutiert werden, überrascht dennoch. Der Name erzeugt beim HSV automatisch Emotionen, weil Beiersdorfer in seiner ersten Amtszeit vieles richtig gemacht hat. Er war einst Architekt erfolgreicher HSV-Jahre, holte Spieler wie van der Vaart oder Kompany und stand für einen klaren Plan.

Das Problem ist nur: Der Dietmar Beiersdorfer seiner zweiten HSV-Amtszeit war eben nicht mehr jener Beiersdorfer aus den erfolgreichen Jahren zuvor. Seine Rückkehr entwickelte sich damals nicht zur erhofften Rettung, sondern wurde Teil eines Abstiegsprozesses voller Unruhe und Fehlentscheidungen. Deshalb wirkt die aktuelle Diskussion eher nostalgisch als zukunftsorientiert. Der HSV sollte nicht den Fehler machen, sich an alten Bildern festzuklammern. Die Wahrscheinlichkeit, dass Beiersdorfer heute noch einmal an frühere erfolgreiche Zeiten anknüpfen könnte, erscheint überschaubar.

Kommt Beiersdorfer ein drittes Mal zum HSV?

Interessanter ist ohnehin die grundsätzliche Frage, welches Profil der HSV jetzt wirklich braucht. Vielleicht eben keinen großen Namen für Schlagzeilen, sondern einen starken, erfahrenen Fußballmanager, der intern Struktur, Ruhe und Härte reinbringt. Einen, der das Trainerteam nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Denn die kommenden Wochen werden brutal. Und die Wahrheit ist: Der HSV lebt aktuell mehr von seinem Vorsprung als von seiner eigenen Stärke. Und noch reicht das vermutlich. Aber wenn die Mannschaft weiter so viele Körner verliert wie zuletzt, wird dieses Saisonfinale deutlich unangenehmer, als man es sich im Volkspark vor wenigen Wochen vorgestellt hatte.

Apropos Saisonfinale: In diesem werden auch erste Vertragsgespräche geführt. Nach den Führungsspielern Daniel Heuer Fernandes und Ransford Königsdörffer hat der HSV offenbar auch William Mikelbrencis ein neues Vertragsangebot unterbreitet. Ein verbessertes Angebot gegenüber einem ersten, bereits abgelehnten, so die Kollegen der BILD. Offenbar sehen das Trainerteam und die sportliche Leitung noch Potenzial in dem jungen Franzosen.

Die Frage, die sich alle hier stellen lassen müssen, ist: Wie viel Zeit will man in Kauf nehmen, bis der 22-Jährige die Verstärkung ist, die er sein soll? Es ist für mich allerdings schwer unbegreiflich, weshalb das nach 62 Pflichtspielen (davon 25 in der Ersten Liga) jetzt noch passieren sollte. Oder anders formuliert: Nach vier Jahren ist er noch immer kein fertiger Bundesligaspieler, obwohl er einen Rückhalt des Trainerteams hat wie kaum ein anderer Spieler im Kader. Fragt mal Glatzel…

Im Ernst? HSV bietet Mikelbrencis einen verbesserten Vertrag…

Aber okay, mich würde es freuen, wenn ich mich bei ihm so irre wie bei Torunarigha, den ich nach der Vorbereitung als schlechtesten Einkauf der Vereinsgeschichte vermutet hatte. Inzwischen ist der Innenverteidiger die letzte Stütze in der Innenverteidigung. Einziger Unterschied: Er brauchte vier Monate, um sich zu beweisen – nicht vier Jahre plus… Und echte Alternativen zum HSV dürfte er auch nicht haben. Normalerweise müsste man Mikelbrencis ein deutlich leistungsbezogeneres Gehalt anbieten, nicht mehr! Aber irgendwie passt Vernunft und Weitsicht das zum HSVVon daher ist ein verbessertes Angebot aus meiner Sicht im doppelten Sinne falsch – aber nicht untypisch für den HSV..

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Start in die neue Woche!
Scholle

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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Darmzotte
4 Stunden zuvor

Man braucht keinen erfahrenen Gegenpol, um zu sehen, dass Mikelbrencis fast jedes Gegentor verschuldet.

Man braucht keinen erfahrenen Gegenpol, um zu sehen, dass Jatta kein Bundesligaspieler ist.

Man braucht keinen erfahrenen Gegenpol, um nach so vielen Spielen zu merken, dass Downs keine Hilfe ist.

Ansonsten ja, sportliche Kompetenz würde diesem Verein auf allen Ebenen guttun. Leider wollte man lieber einen Ultra als Präsidenten und weigert sich einen Nachfolger für Kuntz zu installieren.

Man möchte lieber in seinem Saft schmoren.

urgestein0511
3 Stunden zuvor

Wer Königsdörffer und Mikelbrencis eine Vertragsverlängerung anbietet und gleichzeitig Dietmar Beiersdorfer als potenziell geeignet ansieht, um die Geschicke zu lenken, der hat es nicht besser verdient, als nächste Saison Sonntagmittag in Osnabrück oder Elversberg zu kicken.“

Bravo, Polkateddy, treffender kann man es nicht kommentieren ! Ein Ultra-geführter Verein, der vor Verbrechern und Pyromanen unterwürfig auf die Knie geht und zig-tausenden von ehrlichen Mitgliedern durch die Verweigerung einer Online-Wahl antidemokratisch ihr Mitbestimmungsrecht entzieht, bewegt sich immer schneller dorthin, wo er hin gehört ! In einem Micelbrencis Potential zu sehen, mag ja stimmen – ich weiß nur nicht, in welcher Sportart, Fußball ist es jedenfalls nicht ! Ihm eine Vertragsverlängerung anzubieten und sogar noch ein verbessertes Angebot zu unterbreiten – das ist schlimmste Realsatire ! Eine Angebot auf Leistungsbasis müsste ihn eigentlich auf Bürgergeldniveau drücken – aber wir sind beim HSV 2026 ! Und einen Davie Selke hat man wegen ein paar Euro ziehen lassen ! Man ist nur noch sprachlos und entsetzt …

Aber bitte, wenigstens schön für Herrn Costa, der es seit Jahren nicht auf die Reihe bekommt, nachhaltige Verstärkungen und bundesligataugliche Außenverteidiger zu verpflichten und nun in Ruhe das machen kann, was ihm am besten liegt – nichts ! Langsam muss es doch selbst dem allergrößten Träger der rosaroten Vereinsbrille wie Schuppen von den Augen fallen, dass hier jemand Ahnungsloses Strippen zieht, der bis heute nicht weiß, wie er an diesen Job gekommen ist und noch weniger, warum es es immer noch ist ! Einen Nachweis dafür hat er jedenfalls nie geliefert – und braucht es bei seiner Hausmacht romantisierender Hüpfer mittlerweile wohl auch nicht mehr !

Ich dachte immer, ein erneuter Abstieg wäre ein Supergau – ich habe mich geirrt : Der wahre Supergau ist ein desaströses, inkompetentes und selbstsüchtiges Umfeld, das einen der geilsten Vereine dieses Sports auf dem Weg der Lemminge ungehindert in den Untergang führt ! Die Gruppe um ehemalige Traditionsvereine wie Tennis Borussia oder Tasmania Berlin, RW Oberhausen, Wuppertaler SV, Borussia Neunkirchen, Bayer Uerdingen und wer da noch alles am sportlichen Existenzminimum herumkraucht, falls er überhaupt noch existiert – freut euch, eure Gruppe der Entzauberten, Hoffnungslosen und am eigenen, selbstverschuldeten Unvermögen Gescheiterten bekommt bald prominenten Zuwachs – falls nicht irgendjemand endlich die Augen öffnet und die berühmte Reißleine zieht !!

Polkateddy
4 Stunden zuvor

Wer Königsdörffer und Mikelbrencis eine Vertragsverlängerung anbietet und gleichzeitig Dietmar Beiersdorfer als potenziell geeignet ansieht, um die Geschicke zu lenken, der hat es nicht besser verdient, als nächste Saison Sonntagmittag in Osnabrück oder Elversberg zu kicken.

Matspats
4 Stunden zuvor

Das ist doch Realsatire. Da springt gleich Kurt Felix aus der Kiste. Wo stehen die versteckten Kameras? Nix persönliches gg den kleinen Franzosen, aber dem personifizierten Unvermögen in Sachen VERTEIDIGUNG einen verbesserten Vertrag anbieten? Ich bin erschüttert!

Blumi64
4 Stunden zuvor

Ist euch mal aufgefallen, dass man keine kritischen Fragen beim HSV stellt .
PK ist ja immer kuschelig und man groovt sich so ein mit Merlin Polzin.
Keine Fragen z.B. :
Perle Molzin :Wie stellen Sie sich nun vor, die Ziellinie zu erreichen
Warum spielen immer Palme Downs und Mikebrencic?
Warum spielt kein Katterbach?
Und, und ,und
Polzin muss sich in keinster Weise rechtfertigen 😡

harrybooth75
4 Stunden zuvor

Bevor noch eine Vertragsverlängerung diskutiert wird, sollte der Verein einen neuen Sportvorstand verpflichten, am besten Reuter, Bierhoff oder Kehl – auf jeden Fall von außen und nicht Costa und derjenige der es wird soll mal mit sachlichem Verstand die Dinge analysieren. Dann wird am Ende ein Mikelbrencis sicherlich keinen neuen Vertrag bekommen. Der größte Irrsinn überhaupt!

detline
4 Stunden zuvor

Ich hatte es hier schon einmal geschrieben:
Letze Saison durch die Dummheit der anderen aufgestiegen, jetzt vielleicht durch die Dummheit der anderen dringeblieben.

Einer der Kommentare darauf: Was bist du denn für einer?

Antwort: Realist

abraeumer
3 Stunden zuvor

Es ist unfassbar, dass der HSV nach Presseberichten mit Mikelbrencis verlängern will und Otele für 5,5 Mio. (mit Leihgebühr 6,5 Mio.) kaufen will. Das ist aus meiner Sicht nur noch mit Dummheit oder Kickback-Zahlungen zu erklären.

Last edited 3 Stunden zuvor by abraeumer
Hessenhrubesch
3 Stunden zuvor

Bei polzin muss ich immer an das Zitat von Einstein denken: „Die Definition von Wahnsinn: Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.“

Es spielen immer die Gleichen im gleichen Stil und dürfen immer die gleichen Fehler machen (Mikelbrencis!!) . Und dann wundern Polzin und Co sich, dass es so weitergeht.

Aleksandar
4 Stunden zuvor

Dietmar Beiersdorfer ist ein sympathischer Mensch, ein ehemaliger Spielerheld und an der Seite von Bernd Hoffmann sogar einmal erfolgreich als Manager für den HSV gewesen. 
An der Seite von dem großartigen Bernd Hoffmann!!! 

Er ist allerdings sicher kein harter Regelbrecher, den der HSV momentan brauchen würde, und auch bestimmt kein Medienprofi, im Gegenteil sogar. 

Ganz bestimmt ist er kein Mentor oder gar Tutor für junge Trainer, die sich selbst überschätzen, schon fast Heldenstatus haben und völlig beratungsresistent sind. 

Ich wäre jedoch gerne einmal bei einem Beratungsgespräch zwischen dem wortkargen Schweiger Beiersdorfer und dem geschwätzigen nimmermüden Sabbelkopf Polzin dabei – einfach nur zum Vergnügen! 

Ich denke allerdings, Beiersdorfer dürfte unserem Aufsichtsratsvorsitzenden gefallen, denn er könnte ja fast dessen Enkel sein!

Kai Lorenzen
2 Stunden zuvor

Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass Verpflichtungen von Otelé oder Verlängerungen von Mikelbrencis mit dem Trainerstab abgesprochen.

Es ist mittlerweile grob fahrlässig, wie der HSV den mehr als glücklichen Schritt zurück in die Erstklassigkeit aufs Spiel setzt.

Schon jetzt ist doch abzusehen, dass man nächste Saison in der Bundesliga chancenlos ist, sollte man den Abstieg vermeiden und sollte nicht noch etwas Gravierendes passieren.

Ganz trübe Aussichten.

Bastrup
4 Stunden zuvor

Diese ganze Organisation ist dysfunktional. Es gibt weder eine Vision, noch eine Strategie und demzufolge schon gar keinen Plan, irgendwas bestimmtes zu erreichen. Man spielt halt Fußball und feiert sich selbst. Alles was ergebnistechnisch nicht passt, wird benannt mit: DER PROZESS.
Die Betrachtung und Bewertung der Vergangenheit wird benannt mit: ENTWICKLUNG.

Scheinbar lernt man das heutzutage so, im Seminar: „Rhetorik im öffentlichen Raum“.

Inhaltlich bin ich sowas von raus! Schade, das alles. Es könnte großartig sein!

MeinVerein2021
3 Stunden zuvor

Überhaupt über eine Vertragsverlängerung mit Mikelbrencis auch nur nachzudenken geschweige denn konkret zu verhandeln, ist ein Stück aus dem Tollhaus. Das ist der Spieler, der in dieser Saison für so einige Gegentore verantwortlich ist, obwohl er schon so lange und oft üben durfte.

Und der letzte Beweis, dass
# es mit Costa nicht weitergehen kann
# der AR mit seiner Trödelei bei der Bestellung eines neuen Sportvorstands seine Pflichten verletzt hat

Ich glaube auch, dass Polzin ein erfahrener Beistand fehlt. Obwohl er den Aufstieg noch geschafft hat. Offenbar war Kuntz Einfluss darauf wohl größer als gedacht. Das verstärkt die Zweifel an Polzin.

An Didi Beiersdorfer als neuem Sportvorstand glaube ich nicht. Seine Erfolge als Manager liegen nun wirklich sehr lange zurück und seitdem ist da wenig, was für ihn spräche. Und für ihn bräuchte der HSV nun wirklich keinen Headhunter.

Last edited 3 Stunden zuvor by MeinVerein2021
Darmzotte
3 Stunden zuvor

https://play.bild.de/?gcid=9f2a6dbe598b319afd62ed758b61e071d153aa02

Das Video nennt sich: Jattas Kopfball-Katastrophe

Vamodrive
3 Stunden zuvor

Was soll die Aufregung um Vertragsverlägerungen oder neuer Sportchef. Der „Führungsetage“ ist es doch Scheißegal ob Abstieg oder nicht. Das Stadion ist auch nächste Saison voll, also alles Sahnetorte!!

Jörg Brettschneider
2 Stunden zuvor

Es war klar, dass irgendwann der Tag der Abrechnung kommen würde. Schon vor Monaten (im Grunde vor Jahren) wurde auch hier im User-Bereich darauf hingewiesen, dass die schlechte Clubführung zum Tragen kommt, wenn die sportliche Situation schwieriger wird.

Was einige wenige beim HSV veranstalten, ist Verrat an der großen Tradition des Clubs und an der großen Mehrzahl seiner Fans!

Statt längst einen starken Vorstand installiert zu haben (Didi Hamann wies zurecht daraufhin, dass der HSV durchaus einen größeren Namen mit Kompetenz und Ausstrahlung holen sollte), lanciert man den nun wirklich nicht mehr aktuellen Namen Beiersdorfer.

Statt sich um gute Spieler für die Außenverteidigerposition zu kümmern, bietet man „Nachwuchsspieler“ Mikelbrencis mehr Geld für eine erhoffte Vertragsverlängerung.

Geht’s eigentlich noch?
Was ist das nur für ein Dilettantenstadl?
Das ist Schildbürgertum!

Es ist wieder alles so HSV-typisch. Und natürlich stinkt der Fisch vom Kopf. Zur Clubführung und denen, die für diese Führung verantwortlich sind, ist keine Erläuterung mehr notwendig.

Zu Merlin:
Er kann nichts für die Führung und den fehlenden Sportvorstand. Ich würde ihm wirklich den Klassenerhalt mit dem HSV gönnen und wünschen. Er hat nicht alles falsch gemacht und jetzt auch etwas Pech mit den Ausfällen. Aber er hat eben auch Kardinalfehler gemacht (Glatzel, Mikelbrencis u. a.), die den Klassenerhalt kosten können. Die Tendenz bzw. die Negativspirale sprechen leider gegen ihn.

Deshalb, auch wenn es unpopulär ist:

Verliert der HSV auch in Frankfurt in ähnlicher Manier wie zuletzt, darf es keine Denkverbote mehr geben. Dann muss auch eine Ablösung von Polzin in Erwägung gezogen bzw. vollzogen werden. So leid es vielen tun mag. Es geht um das Wohl des Clubs. Ein erneuter Abstieg muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vermieden werden. Gerade gegen Saisonende gibt es die dämlichsten Ergebnisse. Auch St. Pauli und Wolfsburg ist noch einiges zuzutrauen. Hecking muss nicht zwangsläufig wieder absteigen wie im letzten Jahr. Wartet mal ab…

Auch Köln hat schon mehrmals kurz vor knapp erfolgreich den Trainer gewechselt. Es blieben nach Frankfurt – inkl. möglicher Relegation – immerhin noch vier Spiele. Man muss es im möglichen Notfall zumindest versuchen, um sich nicht wieder einer fahrlässigen Handlung schuldig zu machen.

Fahrlässigkeit konnten der HSV und seine Gremien in den letzten Jahren viel zu oft.

Wenn es nur nicht immer so offensichtlich wäre…

Last edited 2 Stunden zuvor by Jörg Brettschneider
Sprockhöveler HSV
1 Stunde zuvor

Was Mikelbrenscis angeht, man muss ihn jetzt nicht vom Hof jagen.
Er selber kann ja nichts dafür, daß die Scouts mehr in ihm gesehen haben als er zu leisten imstande ist.
Aber wer den Vertrag jetzt verlängert entscheidet sich für Stillstand.

Tatortreiniger
1 Stunde zuvor

Ich kann auch nicht verstehen, warum man mit Mikelbrencis verlängern will. Er hat sich offensiv verbessert, ist aber defensiv schwach wie eh und je. Wir brauchen ein echtes Upgrade für die rechte Schiene. Und als Backup haben wir dann noch Jatta.

Dass aber auch die Niederlage gegen Hoffenheim hier fast ausschließlich Mikelbrencis angelastet wird, ist einfach sachlich falsch. Das 1:2 geht einzig und allein auf Omari, der 5 Meter hinter der herausrückenden Kette vor sich hin träumt und das Abseits aufhebt. Mikel ist nicht sein Gegenspieler entwischt, er hat sich völlig korrekt verhalten und ist mit der Kette rausgerückt.

Beim 0:1 gab es viele Fehlerquellen. Mikel versucht zusammen mit Glatzel den Ball vom Hoffenheimer Mittelfeldmann zu erobern. Das war sehr ungestüm und vielleicht zu riskant.

Aber wir haben hinten ja nun eine Dreierkette stehen, damit die Schienenspieler auch mal was riskieren können. Unser linker IV Omari steht aber mittig vorm Tor und rückt nicht links raus. Das tut der kopfballstarke Abwehrchef Torunarigha, der die Flanke aber aus dieser Position nicht verhindern kann.

In der Mitte fehlt nun die Kopfballkante Torunarigha, Omari unterläuft den Ball mit einem armseligen Hüpfer und Capaldo kann den einlaufenden Torschützen nicht halten.

Hier wurden jede Menge Stellungsfehler gemacht, als „Hauptschuldigen“ sehe ich auch hier Omari. Mikelbrencis hat sich in der Entstehung unglücklich verhalten, mehr aber auch nicht.

Sollte Vuskovic weiter fehlen, würde ich in den letzten Spielen lieber Elfadli statt Omari bringen. Der spielt zugegebenermaßen auch eine schlechte Saison, aber Omari ist ja völlig von der Rolle.

Und da wir die Bälle neuerdings hinten rausklopfen, anstatt sauber aufzubauen, spielt auch Omaris bessere Technik im Vergleich zu Elfadli keine große Rolle mehr.

Frank Furt
3 Stunden zuvor

Mich wundert es doch sehr, dass das Konditionsdefizit erst jetzt angesprochen wird. M.M.n. wurde das Problem bereits in den ersten Spieltagen klar ersichtlich und von einigen Usern bemängelt. Zu oft liefen wir in dieser Saison unseren Gegnern hinterher. Und das trotz fehlender Mehrfachbelastung. Polzin scheint hier wieder mehr Kumpel als schleifender Trainer zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären.
Aber gerade die neue junge Generation von Trainern sollte eigentlich wissen, was für Werte in Liga 1 benötigt werden. Dafür braucht es bloß einen Laptop.

Zum Thema Spodi. Evtl. winken ja einige Kandidaten ab, weil sie wissen, dass gleich eine sehr unpopuläre Entscheidung hinsichtlich des Trainers getroffen werden müsste. Eine Entscheidung, die vielleicht auch bei den Gremien des HSV nicht gut ankommt. Ziemlich blöder Einstand im schwierigen Umfeld des HSV…

JEANLUCHH
1 Stunde zuvor

Ich könnte mir vorstellen dass unser Übungsleiter sich nicht einmal der Tatsache bewusst ist dass er kritisch betrachtet und hinterfragt wird. Innerhalb des Vereins jedenfalls scheint das nicht zu passieren.

Piep piep piep, die haben sich alle lieb.

Wer ist denn momentan de facto eigentlich der Vorgesetzte unseres Übungsleiters?

Goalero
1 Stunde zuvor

Mikelbrencis hat etwa vier Jahre gebraucht, um so eine fulminante zugespitzte Abwehrleistung wie gegen Köln zu bringen: wir gucken einfach mal den gegnerischen Spieler an und vergessen, dass ja die Flanke aus unserem Rücken kommt. Und auch davor und danach: nur Schrott. Wer diesem Spieler einen neuen Profivertrag anbietet der macht sich Schadensersatzpflichtig – und wer ihn wider besseren Wissens immer wieder aufstellt der macht sich gegenüber den Stadiobesuchern auch noch Schmerzensgeldpflichtig. Man könnte ihm eher eine Umschulungsmöglichkeit anbieten. Aber Polzin und seine Möchtegerntrainertruppe haben eh die Kontrolle über die Saison verloren. Wer wie gegen Hoffenheim vor der Schlußoffensive den einzigen Kopfballstürmer rausnimmt und gleichzeitig noch den einsatzfreudigsten Mittelfeldspieler – Hallelujah !

Bruno Michele
1 Stunde zuvor

Dem erwiesenermaßen unfähigen Trainerteam des HSV fehlt kein Gegenpol in Gestalt z.B. eines Sportvorstandes. Das ist völlig verqueres Denken. Denn es ist nicht die Aufgabe eines Vorgesetzten, die Defizite von Leuten auf der unteren Ebene auszugleichen, sondern Leute zu verpflichten, die zu den besten ihres Fachs gehören und keine Hilfestellung ihres Vorgesetzten brauchen!

Bruno Michele
1 Stunde zuvor

Es wird immer deutlicher, dass die Misere des seit 1987 erfolglosen HSV die sogenannten Sportreporter sind.

Flutschfinger
54 Minuten zuvor

Ich weiss nicht, woher ständig diese Ambitionslosigkeit kommt. Alles nicht so schlimm, oder was?

Wovon rede ich: das Restprogramm liest sich problematisch, aber bei genauere Betrachtung kommen diese Gegner einem Abstiegskandidaten eigentlich nicht ungelegen:

Frankfurt hat in der gesamten Saison schon keine stabile Form. Entweder klappt es vorne oder hinten, selten gleichzeitig. Der neue Trainer versucht jede Woche neue Tricks und eigentlich hat diese Mannschaft trotz namhafter Spieler keine Identität. „Eigentlich“ ein toller Gegner für einen Abstiegskandidaten: Köln holte dort einen Punkt, St. Pauli holte ein 0:0, Heidenheim beinahe. Mainz gewann.

Freiburg ist angeschlagen, fiel in Dortmund erstmals etwas auseinander. Aber man ist international in Titelnähe. Worauf hat man da weniger Lust, als auf einen unangenehmen Underdog, der gallig auftritt?

Leverkusen hat viel Qualität, keine Frage, hat aber auch wenig Stabilität. Zuletzt gewann Augsburg dort.

Aber, wenn man natürlich Spiele wie in Stuttgart vorauseilend abschenkt, fährt halt im August wieder nach Darmstadt.

Auch wenn der Kader kacke zusammengestellt ist. Auch wenn Leistungsträger verletzt sind. Alles blablabla. Wer im Abstiegskampf sieben Kilometer weniger läuft als der Gegner, hat den Schuss nicht gehört. Sieben Kilometer sind unfassbar viel. Ein halbwegs guter Amateur braucht für 7 Kilometer gut eine halbe Stunde. Das ist einfach total verrückt.

In diesem HSV passt einfach nichts zusammen. Aber alles nicht so schlimm.

Last edited 48 Minuten zuvor by Flutschfinger
Nicolai Alexander
4 Stunden zuvor

Der HSV hat Mikelbrencis ein verbessertes Angebot zur Vertragsverlängerung vorgelegt, nachdem er und sein Berater das erste Angebot nicht angenommen haben.

Yes 💪🏻

Tatortreiniger
4 Stunden zuvor

Kommt Beiersdorfer ein drittes Mal zum HSV?

Nach Abendblatt-Informationen ist Beiersdorfer allerdings kein Kandidat, mit dem sich der Aufsichtsrat und die Headhunter-Agentur ernsthaft befasst haben. Der aktuelle Geschäftsführer des Drittligisten FC Ingolstadt wird nicht ein drittes Mal als Funktionär zum HSV kommen.

Abseits
3 Stunden zuvor

Die Lage ist bedrohlich. Ein Abstieg wäre der Supergau und muss mit allen Mitteln verhindert werden!!
Vielleicht könnte ja Horst Hrubesch mit seiner Erfahrung dem Trainerteam in den letzten Spielen zur Seite stehen.
Danach muss alles auf den Prüfstand, aber jetzt muss der Fokus nur auf dem Klassenerhalt liegen!

HarryH
2 Stunden zuvor

Moinn Scholle,
„Diese komfortable Situation hat sich der HSV zuletzt kaum noch selbst erarbeitet. Es ist vor allem die ebenfalls erschreckend schwache Konkurrenz“
Das erinnert doch frappierend an die Vorsaison.
Es ist mMn auch nicht so, dass das Trainerteam erst neuerdings Hilfe braucht, sondern schon viel länger. Die Pause ohne „Berater“ hätte nicht länger als zwei Spieltage dauern dürfen. Die Fehleinschätzungen des Trainerteams sind zu gravierend.
Die Einschätzung zu Mikelb. teile ich 100%ig. Allerdings würde auch Ködö nie und nimmer ein neues Angebot von mir bekommen.
Und Beiersdorfer? Eher nicht.
Was haltet ihr denn davon für den Rest der Saison S.Effenberg als Hilfe für die Trainer zu installieren? Ich weiß, er polarisiert, aber zumindest ist er meinungsstark. Und so ein Typ könnte jetzt helfen.
Ob es richtig wäre? Ich weiß es icht.

Dennik Weis
1 Stunde zuvor

Für mich ist es auch schwer unbegreiflich, was sie mit Mickelbro wollen. Aber Costa KannAlles hat sich sicher mit Merle und Dirscherl beraten und Potenzial entdeckt <3

Hans-Werner Rieken
43 Minuten zuvor

Über Mikelbrencic ist hier ja vielfach alles richtig geschrieben. Auch den von Scholle als Führungsspieler bezeichneten Königsdörfer will ich hier nächste Saison nicht mehr sehen!
5 Tore in 31 Spielen als immer gesetzter Mittelstürmer, genau so viele wie der Abwehrchef, diesem Mitläufer will man ein verbessertes Angebot geben??? Unfassbar aber normal in diesem Kaninchenzüchterverein!
Nebenbei, Uwe und Horst hatten nach 2 Spielen soviele Tore wie dieser Anlaufweltmeister.

HSV 1887
33 Minuten zuvor

HSV wird geführt wie der letzte Dackelzüchterverein.
Anders sind die Probleme nicht zu deuten.
Einen kompetenten Sportvorstand brauchen wir anscheinend nicht.
Polzin kann machen was er will.
Vertragsverlängerung für Ködö und Michelbros , ich glaube es nicht.
Costa hat eine Quote an guten Transfers von max 20%.
Ohne Luka wären wir durch mit 1.Bundesliga.

wenn es nicht so traurig wäre 🤮

Fantomas
22 Minuten zuvor

Tedesco ist frei ….

Paul-Ince
16 Minuten zuvor

Scholle, ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ein „erfahrener Gegenpol“ hier überhaupt etwas ändern würde. Ich habe schon zu Beginn der Saison mehrfach darauf hingewiesen, dass ich den Widerspruch zwischen Taktik und Spielermaterial nicht verstehe – und ihn über den Saisonverlauf als erhebliches Risiko sehe.

Dieser Widerspruch ist so offensichtlich und gleichzeitig so grundlegend, dass er eigentlich nicht passieren dürfte – gerade weil genau solche Themen Kernbestandteil jeder Trainerausbildung sind.

Polzin hat sich, aus welchen Gründen auch immer, sehr früh auf ein 3-4-3 festgelegt. Die Transferpolitik von Costa wirkt dagegen komplett unabgestimmt. Und das Kernproblem lässt sich eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Der HSV spielt aktuell ein System, das die Abhängigkeit von seinen strukturell schwächsten Positionen – den Schienenspielern – maximal erhöht.

Egal ob 3-4-3 oder Varianten davon wie gegen Hoffenheim: Ein Grundprinzip, das jeder Jugendtrainer kennt, bleibt gleich – deine wichtigsten Spieler sind die Schienenspieler. Die müssen defensiv wie offensiv auf Topniveau funktionieren, technisch sauber sein (Ballverluste außen sind brandgefährlich, weil keine Absicherung da ist) und konditionell in der Lage sein, die gesamte Außenbahn permanent zu beackern. Gleichzeitig gehört dieses System auch in der mannschaftstaktischen Abstimmung zu den anspruchsvollsten überhaupt.

Und genau hier wird es beim HSV paradox: Wir haben eine starke Mittelachse mit Vuskovic, Lokonga, Remberg und Vieira (den wir in der ersten Saisonhälfte auch noch völlig sinnfrei nach außen gezogen haben). Auf den Außen hingegen sind wir mit Mikelbrencis, Muheim (zu unbeständig), Gocho, Jatta und Co. deutlich schwächer besetzt – zumindest für genau diese extrem anspruchsvolle Rolle.
Das führt zu zwei strukturellen Problemen: Offensiv fehlt über außen die Qualität in den entscheidenden Momenten – Flanken, Entscheidungsfindung, Timing. Defensiv ist das System hochanfällig, weil bei Ballverlusten oder schlechtem Stellungsspiel der Schienenspieler riesige Räume auf den Flügeln aufgehen, die von den Halbverteidigern kaum sauber abgesichert werden können. Das Ergebnis sehen wir Woche für Woche: gefährliche Flanken aus genau diesen Räumen – nur dass sie irgendwann eben nicht mehr von Vuskovic geklärt werden, sondern im eigenen Tor landen.
Ja, wir können diese Schwächen phasenweise über unsere starke Zentrale kompensieren (mit Ausnahme der Mittelstürmerposition). Aber sobald diese Achse durch Ausfälle geschwächt ist, fällt das Kartenhaus in sich zusammen.

Und auch wenn ich mich wiederhole: Das ist alles so grundlegendes Taktik-Einmaleins, dass ich wirklich nicht nachvollziehen kann, wie ein Team professioneller Trainer solche Fehler macht (Ich trainiere selbst im Jugendbereich in den USA – und genau diese Prinzipien sind absolutes Basiswissen). Wenn man als junger Trainer so resistent gegen Grundwissen ist, bin ich mir nicht sicher, ob ein “erfahrener Gegenpol” Polzin vom Gegenteil überzeugen kann.