Dompe-Freistellung: Zwischen sportlichem Zeichen und möglicher Abfindung
Der HSV ist ins Trainingslager nach Herzogenaurach gestartet und hat den Kader für die Saison 26/27 bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde Jean-Luc Dompé für Vereinsuche freigestellt.

Moin zusammen,
gestern startete der HSV mit seinem letzten Trainingslager vor der Saison 26/27. Es geht ein weiteres Mal nach Herzogenaurach zum Adidas Home Ground. Der Home Ground war ja auch der Vorbereitungsort für die Nationalmannschaft, hier ist für alles gesorgt. Zudem liegt der Home Ground etwas abseits, man ist also mehr oder weniger unter sich. Zudem sind die Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Für dieses Trainingslager hat der HSV gestern die Kaderliste veröffentlicht. Einige junge Spieler wie Sedlatschek, Lemke und Bissi-Mouelle sind wieder dabei, Ojo ist z. B. aber nicht mehr dabei. Insgesamt fahren 29 Spieler mit, Tangvik und Muheim sind auch wieder mit an Bord.
Jean-Luc Dompé freigestellt
Eine weitere Personalie, die nicht mit ins Trainingslager fährt, ist Jean-Luc Dompé. Er ist freigestellt für Verhandlungen mit anderen Vereinen.
„Nach enger Abstimmung mit den Trainern sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Jean-Luc in unseren Planungen für die anstehende Saison keine Perspektive mehr besitzt“, heißt es auf der offiziellen Seite des HSV.
Die ganze Situation rund um Dompé hatte sich in den letzten Wochen abgezeichnet. Dompé spielte in der letzten Saison bereits keine große Rolle und hat auch im Training nicht zeigen können, dass er sich verbessern will. Der HSV setzt laut eigener Aussage viel auf Intensität; wenn man Dompé in den Trainingseinheiten gesehen hat, fiel einem schnell auf, dass eben diese bei ihm nicht gegeben war. Vor allem gegen den Ball verweigerte Dompé immer wieder den Lauf nach hinten. Zudem kamen häufige Verletzungen und die Sachen neben dem Platz. Nun, wo der HSV in der neuen Saison offensiv nicht mehr auf reine Flügelspieler setzt, hätte Dompé so oder so zu wenig Einsatzzeiten bekommen, nun hat man ihn freigestellt.
Wirtschaftliche Risiken und Verhandlungsposition
Der Grundsatz, Dompé freizustellen, ist aus sportlicher Sicht sinnvoll, da er eben keine Leistungen zeigt und die Vorbereitung eher wie eine Verweigerung klingt. Jetzt kommen wir aber zu dem Thema, bei dem es beim HSV in den letzten Jahren immer wieder zu Situationen gekommen ist, die finanziell negativ aufgefallen sind.
Dompé ist schon länger Verkaufskandidat und man hat bis jetzt keinen Verein gefunden. Jetzt stellt man den Spieler frei. Das gibt das klare Zeichen an alle Interessenten, dass der HSV Dompé unbedingt loswerden will. Der HSV ist in dieser Verhandlung in einer schlechten Position, denn Dompé hat einen laufenden Vertrag bis 2027. Sollte kein Interessent gefunden werden, muss der HSV Dompés Vertrag bis 2027 ausbezahlen. Die zweite Option wäre, dass ein anderer Verein Dompé aus dem Vertrag herauskauft. Aufgrund des Images von Dompé und der Freistellung, die eben klar anweist, dass Dompé gehen soll, gibt es Argumente, die ein potenzieller Abnehmer für sich erheben kann. Ein Interessent wird entweder sagen, wir bezahlen nur ganz wenig Ablöse. Im schlimmsten Fall sagt ein Interessent, wir bieten Dompé einen Vertrag an, der HSV will ihn sowieso loswerden, also löst doch seinen Vertrag einvernehmlich auf. Hier müsste der HSV dann erneut eine Abfindung zahlen, und die wäre sicherlich nicht ganz so niedrig.
Das ist ein Phänomen, das sich beim HSV seit mehreren Jahren häufiger ergibt: Man holt Spieler für eine gewisse Transfersumme und zahlt ihnen dann eine Abfindung, damit der Spieler den Verein überhaupt verlässt. Der Franzose war zwar maßgeblich dafür verantwortlich, dass der HSV wieder in der Bundesliga spielt, hat seinen Transferwert in gewissem Maße also gerechtfertigt, aber so ein Abgang mit Abfindung ist einfach nicht der Ausgang, den ein Transfer haben sollte. Zumal man bei einer Abfindung am Ende Leistungen des Restvertrages zahlt, die vom Spieler nicht mehr im Verein erbracht werden. Auch wenn man bei einer Abfindung wohl weniger als das Gesamtgehalt des letzten Jahres bezahlt, bezahlt man die Abfindung für ein Vertragsjahr, in dem der Spieler nicht mehr beim HSV spielt.
Fazit zur Causa Dompé
Ich bin gespannt, ob sich am Ende ein Verein findet, der eine Ablöse für Dompé bezahlt. Aktuell kann ich mir das irgendwie nicht vorstellen, denn seit dem Aufstieg hat Dompé keine konstanten Leistungen mehr gebracht. Sein Image ist schlecht, zudem läuft sein Vertrag aus. Ich denke, am Ende wird es zu einer Abfindung kommen. Sollte es einen Verein geben, der Dompé aus dem Vertrag rauskauft, würde der HSV am Ende noch gut aus der Sache herauskommen.
Alles in allem ist diese gesamte Situation rund um Dompé eine bescheidene. Dompé hätte mMn das Potenzial gehabt, in der ersten Liga ein Faktor zu sein, aber er wirkte seit dem Aufstieg nie so, als wenn er alles tut, um sich zu verbessern. Im Training war das zu wenig. Dazu die Alkoholfahrt, die jetzt auch kein Argument für eine gute Ernährung darstellt. Auch das ist ja wichtig im Hinblick auf das Vorbeugen von Verletzungen. Dann seine Leistungen in den Spielen und die jetzige Vorbereitung, in der sich der Franzose in einigen Gebieten nicht professionell verhält.
Mal schauen, was sich noch ergibt und vor allem, was passiert, wenn Dompé bis zur Rückkehr der Mannschaft Ende der Woche keinen neuen Verein gefunden hat.
Tom
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