HSV vor Köln-Spiel: Drei Punkte wichtiger als schöner Fußball

by | 09.03.26 | 6 comments

Moin zusammen,

nachdem der 25. Spieltag abgehakt ist, kann man zusammenfassend sagen, dass der HSV mit dem Sieg in Wolfsburg wichtige Punkte geholt hat. Denn auch St. Pauli und Bremen haben gepunktet, der Abstand auf Platz 16 Bleibt bei 5 Punkten. Das kann man sowohl negativ als auch positiv sehen, denn man hat zwar nur 5 Punkte zwischen sich und Platz 16, allerdings hat man noch 5 Teams zwischen Platz 10 und 16, die in der nächsten Zeit direkt gegeneinander spielen und sich Punkte klauen. Heidenheim ist mit 14 Punkten schon sehr weit weg und auch Wolfsburg ist mit 9 Punkten Rückstand und einem sehr harten Schlussprogramm erstmal auf Abstand.
Aber am Ende ist das auch egal, der HSV muss auf sich selber schauen. Und dieser Blick richtet sich dann auch schon wieder in Richtung Samstag um 18:30 Uhr, wo man zu Hause gegen Köln ran muss.

Spielerische Entwicklung ist wichtig, aber nicht auf kosten von Punkten

Ich bin selber jemand, der gerne eine Entwicklung sehen möchte, aber ich bin auch ganz ehrlich: Am Samstag gilt dasselbe Motto wie gegen Wolfsburg. Irgendwie 3 Punkte einfahren. Am besten mit gutem Fußball, aber am Ende zählt in dieser Phase nur die Punkteausbeute. Wenn man sich den Verlauf des HSV anschaut, sehe ich da eine Entwicklung. Sicherlich auch mit ein paar Dellen zwischendurch, aber für mich ist der HSV von einer Mannschaft, die mit einer defensiven Mauer ums Überleben kämpft, zu einer Mannschaft geworden, die, wenn sie an ihr Leistungsmaximum kommt, vielen Mannschaften in dieser Liga gefährlich werden kann. Aber am Wochenende geht es gegen Köln darum, die Punkte zu holen. Wenn der HSV am Ende durch eine glückliche Standardsituation in Führung geht und den Rest der Zeit jeden Ball nur hinten rauskloppt, ist das für mich okay, solange am Ende der Sieg steht. Denn in dieser Phase ist es nicht wichtig wie, sondern dass die Punkte auf das Konto kommen.

Ich möchte eine spielerische Entwicklung z.B. gegen Freiburg, Augsburg und Hoffenheim zu Hause sehen. Das sind meiner Meinung nach die Spiele, in denen du zeigst, wie gut du Fußball spielen kannst. Aber in Spielen gegen direkte Konkurrenten, die im Abstiegskampf sowieso alles tun, um dein Spiel zu zerstören, finde ich es in Ordnung, dass man die Entwicklung etwas hintenanstellt, solange die Punkte auf das Konto gehen.

Ich hätte mir in Wolfsburg ein mutigeres Verhalten von vornherein gewünscht. Dominantes Auftreten mit einer klaren 9, um zu zeigen: Wir sind der HSV und wir werden heute die Punkte mitnehmen. Aber wer weiß, ob das genauso zu Punkten geführt hätte. Eventuell hätte der HSV dann dominant gespielt und am Ende ähnlich wie im Hinspiel verloren. Das Spiel am Samstag war nicht unbedingt überragend, aber es hatte genau das, was es in solchen Spielen in so einer Phase benötigt. Die richtige Herangehensweise, um zu gewinnen. Und wenn es am Ende Glück war, so what. Fragt keiner mehr nach. In dieser Phase sind Kampf, der Kopf und Punkte gefragt. Klar, schöner Fußball wäre auch gut, aber ist m. M n. optional, solange der HSV in diesen Spielen die Punkte holt.

Ich erwarte am Samstag dennoch einen dominanteren HSV als in Wolfsburg, der vor heimischer Kulisse Köln in die Knie zwingen will. Sicherlich auch mit höherem Pressing und mit mehr Balldominanz, aber wie gesagt: Am Ende zählt in so einem Spiel das Ergebnis, nicht die Entstehung.

Tom

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

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Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

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InLikeFlynn
5 Stunden zuvor

Und ich erwarte am Samstag gegen Köln, dass Glatzel oder Stange statt Downs spielen.

Die gegenwärtige sportliche Situation ist absolut in Ordnung – nicht mehr und nicht weniger.

Es kann – wenn gegen Köln verloren werden sollte- ganz schnell wieder unangenehm werden. Danach geht es zum BVB, da wird man kaum was holen.

Gewinnt man allerdings gegen den FC, wäre das der nächste Big Point.

Dann kann man relativ befreit aufspielen und paradoxerweise könnte ich mir vorstellen, dass man dann auch den BVB überrascht.

Was ich übrigens bemerkenswert finde (und das meine ich nicht mal sarkastisch):

Wir stehen mit 29 Punkten auf Platz 10
OHNE STURM!

Nicht auszudenken, wo wir mit einem Asllani oder ähnlichem stünden.

HarryH
6 Stunden zuvor

Sehr gut ge- und beschrieben, Tom. Besonderes was die „9“ in Wob angeht, bin ich voll bei Dir. Aber schnurz, wir haben die Punkte und ich freu mich riesig!

Folker Mannfrahs
5 Stunden zuvor

Mit Köln haben wir auch noch eine Rechnung offen!

Nordisch
4 Stunden zuvor

Das Problem, Tom, ist dass die Ergebnisse dem Spiel folgen. Wer immer nur auf „drei Punkte irgendwie“ guckt steht früher statt später ohne Punkte da. Und ohne Punkte == Abstieg.

Niemand hat etwas gegen Kampfspiele, aber Torgefahr darf schon sein. Da gab es aus dem Spiele eine einzige Chance von Königsdörffer. Das ist viel zu wenig, und das ist auch keine „Delle“ in der Entwicklung, sondern ein mutwilliges Zerstören der Entwicklung von Polzin — wir hatten ein funktionierendes System und Aufstellung — der lieber 4 Stürmer sinnlos auf die Bank setzt statt einmal richtig aufzustellen. Und dafür gehört er rausgeworfen, wenn es denn jemanden gäbe, der das tun könnte.