HSV vor Jubiläumsspiel: 1887. Bundesligapartie gegen Union Berlin

by | 12.02.26 | 47 comments

Moin zusammen,

am Wochenende tritt der HSV bezüglich des 22. Spieltages zu Hause gegen Union Berlin und dessen Trainer Steffen Baumgart an. Tabellarisch trifft hier der 11. auf den 9. Union sammelte bis jetzt 25 Punkte, der HSV 22. Der HSV hat aber natürlich noch ein Nachholspiel gegen Leverkusen.

Das Hinspiel an der alten Försterei endete mit 0:0. In einem ausgeglichenen Spiel gab es einige Torchancen auf beiden Seiten. Union verschoss einen Elfmeter. Am Ende war der Punkt für einige HSV-Fans schon etwas zu wenig, andere waren sehr zufrieden. Ich denke, aufgrund des Elfmeters kann man als HSV mit diesem Ergebnis gut leben. Nun stehen die Vorzeichen aber etwas anders. Union hat sich im Mittelfeld etabliert und auch der HSV zeigte in den letzten Wochen, dass man definitiv mithalten kann.

Die voraussichtliche Aufstellung der Berliner sieht wie folgt aus:

Ronnow – Doekhi – Querfeld – Nsoki – Haberer – Khedira – Kemlein – Köhn – Jeong – Ansah – Ilic

Union Berlin ist voll auf Konter ausgelegt. Sie haben mit 39 % den durchschnittlich geringsten Ballbesitzwert der Bundesliga. Auch bei den gesamt gespielten Pässen steht man auf Platz 18. Über 40 % der Bälle werden direkt nach vorne gespielt, Union versucht sofort und ohne Gnade, umzuschalten. Im Hinspiel hat das nicht so gut funktioniert, da Luka Vuskovic alles rausköpfte, aber vor allem auswärts beim HSV kann man erwarten, dass Union versucht, defensiv stabil zu stehen und schnell in die Konter zu kommen. Vor allem mit Ansah hat man dort einen Spieler, der über ein enormes Tempo verfügt. Auch mit Burke hat man jemanden, der sehr zügig ist. Ich erinnere an das Spiel in der Hinrunde zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt, in dem Burke 3 Tore erzielte und übermäßig viele Chancen nach langen Bällen erlief. Burke könnte Samstag starten, er würde dann voraussichtlich für Jeong spielen. Eingesetzt werden die Offensivkräfte dann meistens von Ilic.

Auf der Trainerbank wartet mit Steffen Baumgart ein alter Bekannter. Baumgart war von Februar bis November 2024 der Hauptübungsleiter der Rothosen. Allerdings passte sein Konzept nicht wirklich zum Kader des HSV und so wurde Baumgart noch in der Hinrunde 24/25 entlassen. Baumgart steht meistens für einen sehr intensiven und defensiven Fußball. Auch das dürften wir am Samstag erleben. Defensiv stabil, präsent in den Zweikämpfen und dann zügig nach vorne. Mit dieser Herangehensweise gelang Baumgart sogar die Qualifikation für das internationale Geschäft mit dem 1. FC Köln.

Beim HSV kann man auf viele Spieler zurückgreifen, nur Fabio Balde, Albert Sambi Lokonga, Albert Groenbaek und Alexander Roessing-Lelesiit fallen wohl aus. Sambi Lokonga Groenbaek und Roessing-Lelesiit sind verletzt, bei Balde wird es knapp, er könnte aber wieder zurückkehren. Zudem ist fraglich ob Merlin Polzin am Wochenende auf der Trainerbank sitzt. Er ist aktuell erkältet. An alle natürlich eine gute Besserung und schnelle Genesung! Auch zurückkehren wird Nicolas Capaldo, der nach abgesessener Gelbsperre wieder spielen darf. Wer startet, ist bei der aktuellen Personallage gar nicht so einfach vorherzusehen.

Ich selber würde folgendermaßen aufstellen:

Heuer Fernandes im Tor

Elfadli, Vuskovic und Omari davor.

Links Muheim, rechts Capaldo.

Im Zentrum: Remberg und Vieira.

Vorne drinnen Otele, Glatzel und Königsdörffer.

Wer genau spielt, hängt aber auch vom System ab. Spielt man wieder mit gewohnten 3 Offensiven oder setzt man auf ein 3er-Mittelfeld und 2 Spitzen davor?

Zudem ist die Frage, wo Capaldo spielt. Dass er spielt, steht für mich gar nicht zur Diskussion. Es geht nur um die Position. Spielt er im Zentrum neben Remberg oder defensiver? Spielt er wieder in der 3er-Kette oder auf der Schiene? Von all diesen Fragen hängt dann auch die Besetzung der anderen Positionen ab.

Aber all das sind Fragen, die uns erst am Samstag beantwortet werden.

Spielerisch wartet auf den HSV wohl ein Geduldsspiel. Union überlässt dem Gegner gerne den Ball. Der HSV muss gegen eine gut gestaffelte Union-Mannschaft Lösungen finden, um Räume zu öffnen und die Tiefe zu finden. Das wird nicht auf Hauruck gehen, sondern könnte eine lange Zeit dauern. Man muss das Ding ruhig und bedacht ausspielen. Zudem darf man keine Konter zulassen, denn dann wird es gefährlich. Eine Variante ist natürlich auch, Standards herauszuholen, um diese dann zu verwerten. Auf jeden Fall könnte uns hier ein sehr unangenehmes und ekliges Spiel erwarten, in dem lange Zeit wenig passiert. Der HSV muss das aber so hinnehmen und den Gegner so lange bespielen, bis die Lücke da ist. Und dann muss der Ball auch ins Tor. Im Hinspiel hatte der HSV ein paar wenige gute Momente, aber da fehlte die letzte Konsequenz. Das muss am Samstag besser werden. Wenn der HSV Union ohne Hektik bespielt und die Absicherung gut organisiert ist, ist da für den HSV punktetechnisch auf jeden Fall was möglich.

Das Spiel ist ja das 1887. Bundesligaspiel des HSV und zu diesem Anlass wäre es schön, wenn der HSV dieses Jubiläumsspiel mit 3 Punkten vergoldet. An alle, die im Stadion sind: Schreit die Jungs nach vorne und holt die 3 Punkte.

Tom

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

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Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

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Flotti McFlott
11 Stunden zuvor

Laut Artikel in der Alpen-Prawda (SZ), Hat Cunts vollumfänglich gegen die Bild und deren Berichterstattung in Sachen Belästigung gewonnen.

Nicht auszudenken, wenn die Vorwürfe womöglich nur von interessierter Seite gestreut worden wären, z. B. von jemandem, der seinen Job in Gefahr sah … 🤔

Last edited 11 Stunden zuvor by Flotti McFlott
Meaty
9 Stunden zuvor

Auf der Trainerbank wartet mit Steffen Baumgart ein alter Bekannter. Baumgart war von Februar bis November 2024 der Hauptübungsleiter der Rothosen. Allerdings passte sein Konzept nicht wirklich zum Kader des HSV und so wurde Baumgart noch in der Hinrunde 24/25 entlassen. Baumgart steht meistens für einen sehr intensiven und defensiven Fußball.

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Der Trainer war nicht das Proplem, sondern die über Jahre weichgespülten HSV Spieler, die von einem Beratungsresistenten-Welttrainer über Jahre versaut wurden und immer wieder das: „wir bleiben bei uns“ hörten und dieses so verinnerlichten, dass eine gesunde Selbstreflexion im gesamten Verein nicht mehr stattfand!
Baumgart verlangte mehr Einsatz von seinen Kickern, die zu dieser Zeit von einem professionellen Leistungsgedanken soweit weg waren, wie Jatta zum Weltfußballer!
Auch ein Kwasniok hätte beim HSV nicht funktioniert, weil er ähnlich wie Baumgart immer vollen Einsatz von seinen Kicker verlangt. Beim HSV erkennt man noch heute sehr gut, dass einige „Möchtegern-Ronaldos“ glauben, sie brauchten nicht jedes Spiel an ihr Limit zu gehen!

Last edited 8 Stunden zuvor by Meaty
MeinVerein2021
12 Stunden zuvor

Es sieht irgendwie so aus, als wolle das Trainerteam Robert Glatzel nicht einsetzen. Bei mir entstand bei Verfolgung der PK der Eindruck, dass immer irgendein anderer Spieler besser geeignet sein wird, den wie auch immer gestalteten Spielplan umzusetzen.

Das kann ich nicht so recht nachvollziehen. Robert Glatzels Stärken sind bekannt. Er ist als Startelfspieler besser als wenn er eingewechselt wird. Und er hat in seinen wenigen Einsatzminuten in dieser Saison ein Tor erzielt.

Ich weiß natürlich nicht, wie er so im Training um seinen Einsatz kämpft und sich präsentiert. Ich finde es schade, dass er nicht wirklich eine Chance bekommt.

Blumi64
13 Stunden zuvor

Sehr sympathisch der „Co Trainer “ Loic Favre in der PK um nicht sagen zu wollen sympathischer als MP

Last edited 13 Stunden zuvor by Blumi64
Nicolai Alexander
8 Stunden zuvor

Vielleicht einfach mal den Spieß umdrehen. Da man mit Glatzel anscheinend nicht plant, könnte man den Ball den Berlinern „aufzwingen“. Hinten stehen wir ja wirklich gut und schneller Leute für das Umschaltspiel haben wir auch. Vielleicht einfach mal etwas ausprobieren, womit der Gegner nicht rechnet.

Der Vorteil wäre, dass unsere Mannschaft das Spiel ohne Ball kann, Union mit Ball gar nicht.

Hans-Werner Rieken
7 Stunden zuvor

Ich vermisse Jatta in Toms Aufstellung!

Rotkaeppchen1966
12 Stunden zuvor

Baumgart war 2021 – 2023 Trainer in Köln.
Sei es drum.
Man wird auf die Konter und Standards der Unioner achten müssen.
Unsere fehlende Durchschlagskraft im Sturm lässt die Aufgabe darüber hinaus schwieriger werden als sie auf dem Papier (wenn ich mal überschlägig Reputation des Clubs und auch Bekanntheitsgrad der Spieler in Augenschein nehme) erscheint.
Und ich weiß nicht, mag aus den vielen Zweitliga-Jahren mit zahlreichen Patzern herrühren:
Man wird sehen, ob der HSV diese Spannung wie aus dem Bayern-Spiel und auch der Auswärtspartie in Heidenheim, wo, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, die Konzentration/Motivation hoch gehalten werden musste, gegen Union aufrecht erhalten kann: Name des Gegners, der eigene (wenn auch trügerische) Tabellenplatz, die gute Heimbilanz, lässt sie hoffentlich nicht zu (selbst-)sicher werden.
Muheim war schon in Heidenheim und auch sonst öfter ein Kandidat, der die Konzentration nicht immer hoch halten kann. Wenn er Burke (lt. Mopo aber ja noch angeschlagen) aus den Augen verliert oder so einen Fehlpass produziert wie Samstag, brennt es lichterloh.

alwaysHSV
13 Stunden zuvor

Bei den Ausfällen hast du Grønbaek vergessen. Der wäre auch ein möglicher Lokonga Ersatz gewesen. Ich sehe nun eher Elfadli als Vertreter Lokongas und Omari in der Dreierkette neben Vuskovic und Torunarigha. Im Sturm würde ich mich dir anschließen.