WM offenbart Systemtrend – auch für HSV-Coach Walter?

by | 19.12.22 | 85 comments

Die WM ist beendet. Aber heute steht die Weltmeisterschaft ausnahmsweise noch einmal kurz vor dem HSV (s. Text letztes Drittel). Denn diese WM wurde mit einem Finale beendet, das nach vergleichsweise langweiligem Beginn sowie eher mäßig spannenden 80 Minuten am Ende noch mal mächtig Fahrt aufnahm und am Ende sogar spektakulär wurde. Und obgleich es fußballerisch sicher nicht das beste Finale aller Zeiten war, war es eines der spektakulärsten. Mit drei Mbappé-Treffern gegenüber zweien von Lionel Messi, der seine eh schon unüberschaubar erfolgreiche Karriere krönte. Es sei ihm gegönnt. So sieht es auch unser Blogfreund Wolfgang Stephan in seinem letzten Beitrag für uns aus Katar. Dazu habe ich Euch im Nachgang eine Auswahl von Pressestimmen eingestellt. Aber lest selbst: 

Letzte Kolumne „Mein KaTAG 31“

Von Wolfgang Stephan

„Ewige Herrlichkeit, Messi. Die Welt ist heute ein gerechterer Ort. Ehre sei Gott, Ehre sei Messi.“  Na ja, ganz so hoch wie „Olé“ in Buenos Aires müssen wir den WM-Gewinn nicht hängen, wenngleich ich Argentinien den Sieg in diesem grandiosen Finale von Herzen gegönnt habe. „Messis Argentinien berührt den Himmel in Katar“, – dieser Satz beschreibt, was sich in der Nacht in Doha abgespielt hat. Wer es erleben durfte, muss keine Zweifel am Fußball als ein verbindendes Element in dieser Welt habe. Selbst die Franzosen feierten mit den Argentiniern, die Inder, Pakistani, Nepalesen, Afrikaner und die Katarer sowieso. Dabei gewesen zu sein und ein wenig mitgefeiert zu haben, war für mich der würdige Abschluss einer WM, zu der ich mit gemischten Gefühlen vor viereinhalb Wochen gestartet war.  34 Tage mit der schönsten Arbeit der Welt in einem Land, das ich sehr differenziert betrachte, was ich auch ausgiebig geschrieben habe.

„Was war für Dich der größte Moment in Katar?“ – ich weiß, dass mir die Frage oft gestellt werden wird. Noch ist mir ein Moment nicht bewusst. Aber ich weiß, was mich am meisten beeindruckt hat: Die Freundlichkeit der Menschen, die in diesem Land leben. 2,7 Millionen Migranten machen Katar aus. Nicht die reichen Katarer, von denen ich auch einige kennengelernt habe und die mir sehr höflich begegnet sind. Mein Katar waren die Taxifahrer, die Busfahrer, die Volunteers in den Stadien, die Verkäuferinnen im Supermarkt, die sofort erkannt haben, wenn der Europäer ein Problem haben könnte. Deswegen hatte ich keine Probleme, weil mir immer sofort eine Lösung geboten wurde. Alles immer mit einer Nettigkeit behaftet, die ich so noch nie erlebt habe. Als ich mich am zweiten Tag nach einem Einkauf verlaufen hatte, haben mich gleich drei Männer so lange durch das Viertel kutschiert, bis ich meine Ferienwohnung fand. Bezahlung? „Bitte beschämen Sie uns nicht.“ Ich fand die Antwort auf meine Überlegung beschämend, ob ich einen suchenden Araber in meiner Heimatstadt im Auto mitnehmen würde.

Was bleibt? Ein unvergessliches Erlebnis, das auf einer Stufe mit Brasilien 2014 steht.
„Die Realität ist vielfältiger als die Schlagzeilen“, dieser Erkenntnis folgend, habe ich versucht, das Land, die Menschen, den Weltcup zu beschreiben.
Ich hoffe, dass mir dies in Teilen gelungen ist. Es war mir eine Ehre, diese Kolumne zu schreiben.

Und während ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Wolfgang für die stete, spannende Berichterstattung inklusive seiner Videos von der WM in Katar bedanken möchte, anbei noch die Presstimmen zum WM-Finale 2022: 

Aus Frankreich:

RMC Sport: „Messi und die Albiceleste auf dem Dach der Welt trotz heldenhafter Franzosen und eines Dreierpacks von Mbappé.“

Le Parisien: „Die Blauen sind nah dran am Wunder, Messi und die Albiceleste Weltmeister. Die Mannschaft von Didier Deschamps war so nah dran, doch der dritte Stern blieb ihr verwehrt.“

Le Figaro: „Besiegt durch die Albiceleste von Lionel Messi lassen die Blauen ihren WM-Titel entwischen.“

L’Équipe: „Verhängnisvolle Tränen. Nach einem Finale mit surrealem Szenario, vielleicht dem schönsten der Geschichte, gewann Argentinien die Weltmeisterschaft, indem es die französische Mannschaft im Elfmeterschießen besiegte.“

Argentinien:

La Nación: „Weltmeister! Messis Argentinien berührt den Himmel in Katar. (…) Argentinien Weltmeister. Argentinien Weltmeister. Wir müssen es wiederholen, um es zu verinnerlichen. Argentinien Weltmeister. Argentinien Weltmeister. Sie haben es geschafft. Sie haben es geschafft. 36 Jahre haben wir gewartet. Drei Generationen. Jetzt wurde das Ziel erreicht.“

Olé: „Ewige Herrlichkeit, Messi. Argentinien ist Weltmeister mit Messi als prägender Figur. Die Welt ist heute ein gerechterer Ort. Ehre sei Gott, Ehre sei Messi. Das Schicksal, das so oft so grausam mit ihm umzugehen schien, hatte die beste Rache für ihn auf Lager, den erträumten Tag, die erträumte Weltmeisterschaft, die Weihe, die ewig sein wird. Heute ist Messi in die Ewigkeit eingegangen. Heute ist er für diejenigen, die ihn von Anfang an unterstützt haben, und für diejenigen, die sich ihm später angeschlossen haben, für immer zum Helden geworden. Heute wird Messi der beste Spieler der Geschichte – sorry Diego.“

Clarín: „Die Freude eines Landes: Argentinien ist Weltmeister! Nach 36 Jahren ist die Nationalmannschaft wieder glorreich, und Messi ist jetzt eine Legende. Messi musste leiden. Argentinien musste leiden. Aber das Leiden ist vorbei. Es ist vorbei. Einfach geil. Argentinien ist Weltmeister. Ja, es ist kein Traum. Messi ist Weltmeister. Und das ist Gerechtigkeit.“

La Voz del Interior: „Der Fußball war gerecht mit Lionel Messi, die 10, die in niemands Schatten mehr steht. Mit 35 Jahren hat der Crack aus Rosario seine beste Weltmeisterschaft gespielt. Er war das Genie und die Schlüsselfigur und der Anführer einer Mannschaft, die Geschichte geschrieben hat.“

La Capital: „Danke, Jungs: Argentinien ist Weltmeister! Und eines Tages wurde der Traum wahr. 36 Jahre Sehnsüchte, Hoffnungen, Ärger und Wut. Aber Lionel Messi hat diesen Kampf nicht aufgegeben und auf der letzten Station seiner bemerkenswerten Fußballkarriere das erreicht, was das argentinische Volk und Millionen Menschen auf der ganzen Welt sehnsüchtig herausschreien wollten: Weltmeister!“

Großbritannien:

The Sun: „DAS beste Finale, das es jemals gegeben hat. Das beste Fußballspiel, das es jemals gegeben hat, sicherlich. Der leicht verwirrte FIFA-Chef Gianni Infantino behauptete gestern, dass es die beste WM aller Zeit gewesen sei und nach diesem nervenaufreibendem, verblüffendem und absolut atemberaubendem Fußballspiel hat er jetzt vermutlich recht.“

Daily Mail: „Argentinien im Traumland! Lionel Messi versetzt das Lusail Stadion in Verzückung, als er endlich seinen Traum realisiert, die WM zu gewinnen, und führt Argentinien in einem nervenaufreibendem Elfmeterschießen gegen Frankreich in einem der besten Finals der Geschichte zu Ruhm.“

Guardian: „Lionel Messi hat seine Siegermedaille und die Last der Welt wird sichtlich von seinen Schultern genommen. Er lächelt, strahlt wie ein kleiner Junge, einfach ein glücklicher Kerl. Was eine Vorstellung! Was eine Karriere! Was ein Finale.“

Schweiz:

Blick: „Ein Endspiel für die Ewigkeit. Argentinien gewinnt einen Final für die Geschichtsbücher hochdramatisch im Penaltyschiessen und ist zum dritten Mal Weltmeister.“

Italien:

Gazzetta dello Sport: „Argentinien ist Weltmeister, Messi wie Maradona. Frankreich geht im Elfmeterschießen k.o.“

Corriere della Sera: „Argentinien ist Weltmeister. Es ist die WM von Leo, aber Ehre für Mbappé.“

La Repubblica: „Der Fußball hat Messi geweiht, ihn zur ewigen Legende gemacht.“

Spanien:

Marca: „Messi, jetzt hast du deinen Pokal. Du hast ihn verdient.“

Mundo Deportivo: „Messi und Argentinien haben ihren WM-Titel. In einem historischen Finale holte sich Argentinien nach einem Sieg im Elfmeterschießen gegen eine großartige französische Mannschaft den dritten Stern. Leo war mit zwei Toren gegen einen kämpferischen Mbappé, der einen Hattrick erzielte, entscheidend für den Erfolg.“

As: „Die Weltmeisterschaft in Katar war Messis Weltmeisterschaft. Ohne Wenn und Aber hat sich die Gestalt des Argentiniers in der Geschichte des Fußballs verewigt. Die weltweite Anerkennung seiner Karriere, brillant im Finale gegen Frankreich gekrönt, macht ihn zum Besten aller Zeiten nach Titeln.“

El País: „Das spannendste Finale der Geschichte hat Messi und sein Gefolge gekrönt. Die Welt liegt dem (Fußballer) aus Rosario zu Füßen nach einem spannungsreichen, emotionalen Spiel, das für jeden etwas zu bieten hatte. Es war ein Finale für die Ewigkeit, bei dem das Frankreich dieses Donners namens Mbappé im Roulette der Elfmeter unterging.“

USA:

Los Angeles Times: „Als siebenmaliger Weltfußballer hat Messi praktisch alles gewonnen, was es im internationalen Fußball zu gewinnen gibt und hat trotzdem für den größten Teil seiner Karriere im Schatten von Diego Maradona gespielt, der Argentinien zu jenem letzten WM-Titel 1986 geführt hat. Der Sieg am Sonntag nimmt diesen Schatten weg.“

Washington Post: „Es wirkte unfair, dass im Anschluss an diese Wellen pulsierenden und imperfekten Fußballs, der das großartigste Final-Spiel-Theater das es jemals zu sehen gab produzierte, ein Elfmeterschießen den Gewinner bestimmen würde.“

New York Times: „Lionel Messi musste warten, und warten und warten. Er musste warten, bis er den Sonnenuntergang seiner glitzernd, glorreichen Karriere erreichte. Er musste warten, bis er den Stich eine Niederlage im WM-Finale schon kannte. Er musste warten, sogar nachdem er das argentinische Fußballteam dazu inspiriert hatte, Frankreich im Finale am Sonntag zu besiegen, erst in der regulären Spielzeit und dann in der Verlängerung. Er musste warten, nachdem er zwei Tore geschossen hatte – aber Frankreichs Kylian Mbappé, sein offenkundiger Erbe auf der Weltbühne, traf dreimal und wurde der erste Mann mit einem Hattrick in einem WM-Finale seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die reguläre Spielzeit endete 2:2, die Verlängerung 3:3 und dann gab es die Elfmeter, Argentinien gewann, 4:2, und das war die letzte Wendung in diesem außergewöhnlichsten Finale in der langen Geschichte dieses Turniers.“

Zum HSV:

Während einige Konkurrenten schon wieder fleißig testen und trainieren, weilt die HSV-Mannschaft im Urlaub, die Verträge für Sportvorstand Jonas Boldt und dementsprechend bzw. nachfolgend auch von Trainer Tim Walter samt Trainerteam sind in der Mache, und die Kaderplanungen werden wieder konkret. Dass weiterhin nach einem Ersatz für den des Dopings überführten Mario Vuskovic gesucht wird bzw. gesucht werden muss, ist klar. Allein die Art der Verpflichtung ist noch offen. Und so logisch ein Leihgeschäft angesichts der angespannten Finanzsituation auch wäre, so gut finde ich, dass Walter das intern abgelehnt zu haben scheint. Der Trainer will kein reines Leihgeschäft, sondern eine Verpflichtung mit Perspektive auch über den Sommer hinaus. Top!

Und wenn wir schon beim Trainer sind, dann noch ein Wort zu den Lehren, die man aus dieser WM ziehen kann. Denn eines wurde offensichtlich: Rein offensiv ausgelegten Hurrafußball spielte keine der 32 Mannschaften. Im Gegenteil: Am erfolgreichsten waren die Mannschaften, die defensiv kompakt standen und am schnellsten umschalteten. Besonders auffällig fand ich das tatsächlich bei den beiden Finalisten. Insbesondere im Halbfinale der Argentinier gegen Kroatien spielten die Argentinier das System nahe der Perfektion.

Und obgleich der Trend eigentlich keine neue Spielweise ist, sondern dem HSV in den allermeisten Zweitligaduellen vom Gegner entgegengesetzt wird, wird Walter deshalb sein System nicht verändern. Dass der HSV-Coach plötzlich umdenkt, ist (zu 99,9%) auszuschließen. Es wäre auch angesichts der Hinrunde ziemlich sinnfrei, jetzt alles umzustellen. Dennoch bleibe ich wie schon seit dem ersten Walter-Spiel dabei, dass diese Mannschaft noch eine Klasse stärker wäre, wenn sie beide Systeme verinnerlicht hätte.

Denn dann wäre sie nicht mehr annähernd so aufrechenbar, wie sie es aktuell ist. Vor allem würde man den Druck, in jedem Spiel die Initiative über 90 Minuten hochhalten und dominant sein zu müssen, ein Stück weit abgeben können. Man könnte nach einer Führung einfach mal kompakt stehen und den Gegner auskontern. Gut gespielt spart das sogar ein paar Kräfte.

Aber okay, wichtiger als das System ist jetzt tatsächlich erst einmal, dass die Mannschaft an den entscheidenden Punkten verbessert wird. Ein Innenverteidiger mit Stammplatz-Potenzial, ein Backup für Robert Glatzel. Und aus meiner Sicht auch noch ein rechter Verteidiger sind wichtig. Wobei ich Position zwei und drei gleichermaßen wichtig sehe – hinter dem neuen Innenverteidiger. Mehr zum Thema Transfers für den HSV gibt es übrigens morgen hier. Dazu gibts die Tage noch ein paar Gedanken zum Thema Nationalmannschaft und HSV bzw. die Sichtweise auf beide Mannschaften seitens der Fans. 

Bis dahin Euch allen einen schönen Start in die letzte Woche vor Weihnachten!

Scholle 

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei wie zuletzt auch 24/7 auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
85 Kommentare
Beliebteste
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
View all comments
abraeumer
1 Monat zuvor

Vertragsverlängerungen von Boldt und Walter

Die Phänomene, die Precht und Welzer, für die Presse als vierte Gewalt beschreiben, sind auch beim HSV insbesondere hinsichtlich der Vertragsverlängerungen von Boldt und Walter zu beobachten. Es fehlt der Qualitätsjournalismus, der sich intensiv mit einer Sache beschäftigt, von allen Seiten beleuchtet und dem Leser die Entscheidung überlässt. 
 
Seit Monaten wird der Aufsichtsrat als Zauderer hinsichtlich der Vertragsverlängerungen von Boldt und Walter von der Presse hingestellt, anstatt, wie es eigentlich die Aufgabe der Presse wäre, das Pro und Contra solcher vorzeitigen Verlängerungen darzustellen. 
 
Dazu kommt die Personalisierung. Anstatt eine inhaltliche Auseinandersetzung vorzunehmen, stellt die Presse diejenigen im Aufsichtsrat, die nachvollziehbar zurückhaltend bezüglich der Verlängerungen sind, als unfähig dar. 
 
Dazu kommt der moralische Rigorismus. Seit Jahren werden diejenigen, die kritisch sind und nicht im Meer der immer glückseligen HSV-Fans mitschwimmen, als nicht anständig abgestempelt. Es wird einfach unterstellt, dass die Kritiker es mit dem HSV nicht gut meinen.
 
Absurd wird es dann, wenn die Presse als vierte Gewalt selbst Politik macht. Auch dieses Phänomen sehen wir gerade beim HSV, denn die Presse fordert offen seit Monaten die Vertragsverlängerungen. Gestaltend einzugreifen, ist nie die Aufgabe der Presse. 
 
Ich vertrete aber hinsichtlich der Vertragsverlängerungen nicht die grundsätzliche Auffassung von Precht und Welzer, dass die veröffentlichte Meinung allein in den Redaktionsstuben entsteht. Aus meiner Sicht ist es offensichtlich, dass massiv von gewissen HSV Verantwortlichen nachgeholfen wird. 

Blumi64
1 Monat zuvor

Tja…daher ist es fraglich mit einem Trainer zu verlängern der beratungsresistent, stur ist und nur ein System spielen kann

bahrenfelder
1 Monat zuvor

Scholle, „leider“ hast du absolut Recht. Für die 2. Liga wird die Spielweise von TW genügen aber auch hier wird es schon manchmal eng. Für die 1. Liga wird er sich einen Plan B oder sogar einen Plan C überlegen müssen, wenn er länger als ein paar Monate beim HSV bleiben möchte. Seine Sturheit wird dies aber nicht zulassen und man kann sich, wenn der Aufstieg feststeht, schon mal nach einen Nachfolger umschauen.

Der HSV hat nicht mal Geld für einen Vusko Ersatz und du möchtest auch noch ein Backup für Glatzel und wenn es geht einen RV. Wo soll denn das ganze Geld herkommen? Sollen da schon wieder Gelder von den nicht ganz sicheren Stadionmillionen abgezweigt werden, oder ist das Geld jetzt zu 100% sicher?

Es ist ein Teufelskreis, wann werden wir endlich ein normaler Verein.

Kopite
1 Monat zuvor

.
Die Frage des Spielsystems wird völlig überschätzt. Fakt ist: Tim Walter hat definitiv mehr Ahnung und Durchblick als Lionel Scaloni, Didier Deschamps, Zlatko Dalić und Walid Regragui zusammen – und obendrein wesentlich bessere Spieler zur Verfügung. Da ist ein System aus Ballbesitz und Dominanz schon angebracht… Auch wenn alle anderen was anderes spielen!
.

Last edited 1 Monat zuvor by Kopite
Flotti McFlott
1 Monat zuvor

Waltersen und etwas dazulernen? Bwahahahahaha😂

Diaz1887
1 Monat zuvor

Die Antwort des HSV zu meiner Anfrage zum Thema Mitgliederversammlung und Möglichkeiten der digitalen Teilnahme/ Mitbestimmung:
„…Moin ,wie bei den letzten Mitgliederversammlungen auch, wird es einen Livestream geben über den Mitgliedern, die die Möglichkeit gegeben wird, die Versammlung verfolgen zu können. Die Teilnahme an Abstimmungen und Fragestellungen wird ausschließlich vor Ort auf der Mitgliederversammlung möglich sein. Die Durchführung in hybrider Form ist gemäß der Vereinssatzung nicht möglich….“
Sehr schade, dass wieder mal viele bzw. die meisten Mitglieder ihr Stimmrecht nicht ausüben können und damit ohne Einfluss bleiben… HSV 2.0
 

Kosinus
1 Monat zuvor

Die „MS Scholle“ war wieder auf rauer See unterwegs, um uns mit frischen Infos zu versorgen.

Danke für das Kurzupdate zum HSV😎

Last edited 1 Monat zuvor by Kosinus
Kai Lorenzen
1 Monat zuvor

Diese ganze Lobhudelei wegen Messi geht mir echt am Allerwertesten vorbei. Es wird allgemein so getan, als ob er die WM alleine gewonnen hat. Ein Mbappe, obwohl ich den überhaupt nicht mag, war in meinen Augen zusammen mit der Nummer 4 von Marokko, dessen Namen ich leider immer vergesse, der beste Spieler des Turniers.

Aber sei es drum, nun ist Leo eben endlich der Vollendete, obwohl er das für mich gewesen wäre, wenn er für wesentlich weniger Gage bei Barcelona geblieben wäre.

Kosinus
1 Monat zuvor

Toll zu sehen, mit welch hoher Qualität hier im Blogbereich kommentiert wird. Der Topkommentar und die Diskussion dazu sind Beweis für den lebenden Diskurs in dieser Gemeinde.

Jovanic Hugental
1 Monat zuvor

Eigentlich sehe ich es ein wenig anders bezüglich der taktischen Ausrichtung im WM-Finale. Argentinien hat in der ersten Halbzeit extrem hoch gepresst und eher das gleiche System wie Walter mit dem HSV verfolgt.

Frankreich stand in der ersten Hälfte zu tief und hat im Zentrum keinen Zugriff bekommen. Die Ausfälle von Pogba und Kanté konnte Frankreich auf diesem Niveau nicht mehr kompensieren. Griezmann hat in veränderter Rolle als zentraler Mittelfeldspieler ein gutes Turnier gespielt, aber ihm fehlte die defensive Qualität die er als Offensivspieler so nicht mitbringt.

Erst als der Totalausfall Dembelé und Griezmann den Platz verließen und Coman und Kolo Muani (Frankfurt hat den Spieler ablösefrei bekommen, was für eine geniale Scouting- und Verhandlungsabteilung. Davon träumt der HSV) kamen hat es Frankreich Stück für Stück geschafft sich aus der Umklammerung zu lösen. Wahrscheinlich auch aufgrund der extremen physischen Anforderung die diese Taktik für die Argentinier bedeutete.

Womit wir nebenbei bemerkt wieder beim Thema Doping wären. Insbesondere bei dieser WM wäre es interessant gewesen zu sehen wie die Analyseverfahren laufen und in welchen Labors unter welchen Sicherheitsauflagen untersucht wird. Leider hat über dieses Thema niemand berichtet. Gab es Auflagen für die Presse von der FIFA oder gab es Bewegungseinschränkungen in Katar für die Presse?

Walter dürfte sich mit dem Sieg Argentiniens eher bestätigt sehen bei seiner taktischen Marschroute.

Last edited 1 Monat zuvor by Jovanic Hugental
Micky
1 Monat zuvor

Ich finde gut, dass ich jetzt das Gestammel und Genuschel von Schweinsteiger nicht mehr ertragen brauche.
Sonst fand ich die WM wirklich gut. Die Kataris haben mir gefallen. Haben die orientale Szene gut verkauft. Die Stadien sensationell.

Jovanic Hugental
1 Monat zuvor

.

Last edited 1 Monat zuvor by Jovanic Hugental